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Brut- und Setzzeit in Deutschland: Schutz und Rücksicht für unsere Wildtiere

Rehkitz im hohen Gras zur Brut- und Setzzeit

Jedes Jahr im Frühling verwandelt sich die deutsche Natur in einen riesigen, sensiblen Kindergarten. Von den Küsten der Nord- und Ostsee bis zu den Gipfeln der Alpen beginnt die Brut- und Setzzeit. In dieser Phase, die meist am 1. April startet und bis zum 15. Juli dauert, sind unsere heimischen Wildtiere besonders schutzbedürftig.

Als Naturliebhaber und Hundebesitzer tragen wir eine gemeinsame Verantwortung: Wir wollen die Freiheit im Grünen genießen, ohne das Überleben der nächsten Tiergeneration zu gefährden. Doch was genau passiert während der Brut- und Setzzeit eigentlich im Dickicht?

Was bedeutet „Brut- und Setzzeit“?

Die Begriffe „Brüten“ und „Setzen“ stammen ursprünglich aus der Jägersprache, beschreiben aber den biologischen Kern dieser Zeit sehr genau, weswegen sie auch jenseits der Jagd populär sind. Hier wird unterschieden zwischen:

  • Brüten:
    Vögel legen ihre Eier und ziehen ihre Küken auf. Manche Vögel, zum Beispiel Tauben, sind Baumbrüter. Viele Arten, wie die Feldlerche oder der Kiebitz, sind jedoch Bodenbrüter. Ihre Nester sind im hohen Gras für uns fast unsichtbar.
  • Setzen:
    So nennt man die Geburt von Säugetieren. Ein Rehkitz wird „gesetzt“, ebenso wie junge Feldhasen oder Wildschweine (Frischlinge).

In diesen Wochen ist die Natur besonders darauf angewiesen, dass wir uns als Gäste respektvoll verhalten, damit die Aufzucht gelingt.

Regionaler Natur-Kalender: Wer braucht wann Schutz?

Die Natur folgt keinem starren Zeitplan. Je nachdem, ob du im windigen Norden, in den waldreichen Mittelgebirgen oder im alpinen Süden unterwegs bist, verschieben sich die Schwerpunkte leicht. Während an der Küste die Seevögel bereits ihre Reviere verteidigen, liegt im Hochgebirge oft noch Schnee, und die Zeit der Jungtiere beginnt etwas später.

Erfahre in unserem regionalen Natur-Kalender, welche Tiere in deiner Region gerade Nachwuchs erwarten und worauf du bei deinem nächsten Ausflug besonders achten solltest:

März & April: Erwachen der Natur

In dieser Zeit beginnt im Süden Deutschlands die Natur früher zu blühen als an der Küste. Die Wildschweine führen bereits ihre Frischlinge.

Kiebitz am Ufer
 

Norddeutschland

Küstenvögel wie der Kiebitz kehren zurück. In den Dünen beginnt die Brutzeit.

Wildschwein-Frischlinge im Wald
 

Mitteldeutschland

Hauptzeit für Wildschwein-Nachwuchs. Hasen setzen ihre Jungen auf offenen Feldern.

Murmeltier in den Alpen
 

Süddeutschland

Auerhahnbalz in den Bergwäldern. Murmeltiere beenden ihren Winterschlaf.

Mai & Juni: Hochphase

Überall im Wald und auf den Wiesen versteckt sich Nachwuchs. Dies ist die sensibelste Phase des Jahres.

Seehunde am Strand
 

Norddeutschland

Seehund-Nachwuchs an den Küsten. Bitte halten Sie großen Abstand zu Heulern.

Fuchs rennt über das Feld
 

Mitteldeutschland

Rehkitze liegen im hohen Gras. Die Wiesenmahd ist eine große Gefahr.

Gämse mit Jungtier im Gebirge
 

Süddeutschland

Gämse setzen ihre Jungen im Gebirge. Bodenbrüter brauchen absolute Ruhe.

Juli: Wachsen und Flügge werden

Der Sommer ist da. Viele Jungtiere sind nun mobil, aber noch auf den Schutz der Eltern angewiesen.

Seevögel bei der Aufzucht
 

Norddeutschland

Seevögel führen ihre Jungen. Viele Strände haben jetzt Schutzzonen.

Junger Feldhase auf dem Feld
 

Mitteldeutschland

Die Getreideernte beginnt. Wildtiere verlieren ihre Deckung auf den Feldern.

Gämse im Gebirge
 

Süddeutschland

Jungtiere der Gämse und Steinböcke sind im Hochgebirge bereits sehr aktiv.

Warum die Anleinpflicht für Hunde lebenswichtig ist

Hund an der Leine beim Waldspaziergang

In vielen Bundesländern, wie zum Beispiel in Niedersachsen oder Bremen, gilt während dieser Monate eine strikte gesetzliche Anleinpflicht im Wald und in der freien Landschaft. Die Regelungen dafür weichen je nach Bundesland stark voneinander ab. Aber keine Angst, wir haben sie für dich recherchiert. In diesem Ratgeber-Artikel erhältst du eine vollständige Übersicht der regionalen Bestimmungen beim Thema Leinenzwang.

Doch auch in Regionen ohne explizites Verbot gebietet es der Respekt vor der Natur, deinen Hund an der Leine zu führen. Die Gründe dafür sind vielfältig:

  • Stress kann tödlich sein:
    Schon das bloße Aufschrecken ist purer Stress. Ein flüchtendes Reh verbraucht enorme Energiereserven, was nach einem harten Winter tödlich enden kann.
  • Das Geruchsproblem:
    Junge Kitze und Hasen haben in den ersten Tagen kaum Eigengeruch, um Raubtiere nicht anzulocken. Wenn dein Hund an ihnen schnuppert, überträgt er seinen Geruch und die Mutter wird ihr Junges im schlimmsten Fall verstoßen.
  • Gefahr für Bodenbrüter:
    Stöbert ein Hund unkontrolliert durch das Gebüsch, verlassen Vogeleltern oft fluchtartig das Nest. Die Eier kühlen aus oder werden zur leichten Beute für Krähen.
Icon Glühbirne

Besondere Vorsicht bei Wildschweinen

Ein wichtiger Sicherheitsaspekt betrifft dich und deinen Hund direkt: die Begegnung mit Wildschwein-Bachen. Wenn eine Bache ihre Frischlinge führt, verteidigt sie diese extrem mutig. Ein freilaufender Hund wird sofort als Bedrohung wahrgenommen. An der Leine hast du deinen Partner sicher bei dir und kannst dich bei einer Sichtung ruhig und kontrolliert zurückziehen, ohne einen Angriff zu provozieren.

Hilfe, ich habe ein Tier gefunden! Dein Notfall-Guide

Vielleicht entdeckst du beim Spaziergang ein Rehkitz, das allein im hohen Gras liegt, oder einen kleinen Vogel am Boden. Dein erster Instinkt ist sicher: „Ich muss helfen!“ Doch meist ist das Gegenteil richtig. So verhältst du dich korrekt:

  • Abstand halten:
    Das Tier ist fast nie verlassen. Die Mutter wartet meist nur darauf, dass du verschwindest.
  • Nicht berühren:
    Menschlicher Geruch ist ein Todesurteil für junge Säugetiere.
  • Beobachten:
    Nur wenn das Tier offensichtlich verletzt ist oder über Stunden laut schreit, ist Hilfe nötig.
  • Experten rufen:
    Kontaktiere die örtliche Wildtierhilfe, den Jagdpächter oder im Zweifel die Polizei. Versuche niemals, das Tier selbst mitzunehmen.

Naturschutz endet nicht im Juli: ganzjährig achtsam sein

Obwohl die Brut- und Setzzeit im Hochsommer offiziell endet, ist unsere Aufmerksamkeit das ganze Jahr über gefragt. Jede Jahreszeit bringt ihre eigenen Herausforderungen für unsere heimische Fauna mit sich. Denke beispielsweise an das frühe Frühjahr: Sobald die Nächte milder werden, beginnt die große Wanderung unserer Amphibien. Frösche, Kröten und Molche machen sich dann auf den gefährlichen Weg zu ihren Laichgewässern und sind besonders im Bereich von Straßen und Waldwegen auf unsere Rücksicht angewiesen.

Im Herbst hingegen rückt ein anderer bekannter Waldbewohner in den Fokus: Der Igel bereitet sich nun intensiv auf seinen Winterschlaf vor. Er ist in dieser Zeit darauf angewiesen, in unseren Gärten und Wäldern sichere Rückzugsorte wie Laub- und Reisighaufen zu finden, um die kalte Jahreszeit zu überstehen. Wenn wir also das gesamte Jahr über ein Auge für die kleinen Details am Wegesrand haben, sei es die wandernde Kröte im März oder der raschelnde Igel im Oktober,, tragen wir maßgeblich zum Erhalt der Artenvielfalt bei.


Dein Fazit für den nächsten Waldspaziergang

Um sicher und rücksichtsvoll durch die Saison zu kommen, kannst du dich an diesen drei goldenen Regeln orientieren:

  • Bleib auf den Wegen:
    Die Kinderstuben der Tiere liegen im Dickicht und hohen Gras.
  • Hund an die Leine:
    Nutze eine lange Leine, um deinem Hund Freiraum zu geben, ohne Wildtiere zu gefährden.
  • Ruhe bewahren:
    Genieße den Anblick der Natur aus der Ferne. Ein Fernglas ist dabei ein toller Begleiter.

Teste dein Wissen!

Glaubst du, du bist nun ein echter Wald-Experte? Wir haben ein kleines Quiz für dich vorbereitet. Finde heraus, wie gut du dich mit unseren heimischen Waldbewohnern wirklich auskennst!

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