Einwilligung zu Cookies & Daten

Auf dieser Website nutzen wir Cookies und vergleichbare Funktionen zur Verarbeitung von Endgeräteinformationen und personenbezogenen Daten. Die Verarbeitung dient der Einbindung von Inhalten, externen Diensten und Elementen Dritter, der statistischen Analyse/Messung, personalisierten Werbung sowie der Einbindung sozialer Medien. Je nach Funktion werden dabei Daten an Dritte weitergegeben und von diesen verarbeitet. Diese Einwilligung ist freiwillig, für die Nutzung unserer Website nicht erforderlich und kann jederzeit widerrufen werden.
Weitere Informationen unter Datenschutz.

vs vergleichen-und-sparen GmbH Logo

Igelschutz ist Naturschutz

ein Igel auf einer Wiese

Igel sind nicht nur putzig. Sie sind auch unheimlich nützlich und wichtig für das Ökosystem. Die stacheligen Vierbeiner halten Insekten, Schnecken und Würmer in Schach und bringen so nicht nur die Natur ins Gleichgewicht, sondern schützen auch unsere Gärten vor Schädlingen.

Leider sind die Tiere zunehmend bedroht und vielen Gefahren ausgesetzt. Von Mähmaschinen über Pestizide, Stacheldraht bis hin zum Straßenverkehr. Vor allem mangelt es ihnen aber an Futter und Winterquartieren. Denn die Winterschlaf haltenden Igel brauchen sowohl genügend Nahrung, um sich eine ausreichende Reserve anzufuttern, als auch einen geeigneten Unterschlupf für die kalten Monate.

Igelschutz im Wandel der Jahreszeiten: Tipps für das ganze Jahr

Das Leben der Igel wird maßgeblich vom Rhythmus der Natur bestimmt. Ob kräftezehrendes Erwachen im Frühjahr, die mühsame Aufzucht der Jungen im Sommer oder die Suche nach einem sicheren Winterquartier im Herbst. Jede Jahreszeit stellt unsere stacheligen Gartenbewohner vor ganz eigene Herausforderungen. Um den Igeln effektiv zu helfen, ist es wichtig, ihre Bedürfnisse im Jahresverlauf zu kennen und die jahreszeitstypischen Gefahren zu minimieren. Wähle einfach über die folgenden Buttons die Jahreszeit aus und erfahre, worauf du jetzt in deinem Garten besonders achten solltest, um zum echten Igel-Helden zu werden.


Frühlingserwachen: So hilfst du Igeln durch den Jahresstart

Sobald die ersten milden Tage kommen, erwachen auch Igel aus dem Winterschlaf. Aber Vorsicht: Manche von ihnen sind zwar Frühaufsteher, aber andere dösen auch noch ein bisschen länger, weswegen du Rücksicht auf diese Langschläfer nehmen solltest. Wenn du also Frühjahrsputz in deinem Garten machst, solltest du daran denken, dass noch schlafende Igel in Laub- oder Reisighaufen sein können. Sie wollen genauso wenig gestört werden, wie die Insekten, die sich ebenfalls in diesen Haufen befinden und die später eine Nahrungsquelle für Igel sind. Sei also vorsichtig und lasse auch Zweige und Äste liegen, damit sie von den Tieren als Nistmaterial verwendet werden können. Generell sind wilde Ecken mit Laub und Pflanzenresten ein Segen für das Ökosystem in deinem Garten und können bis in den April hinein liegengelassen werden. Lediglich schimmelige, kranke oder von Pilzen befallene Stellen kannst du früher entfernen.

Vorsicht rund um Ostern: Umsicht musst du nicht nur bei der Gartenarbeit walten lassen. Wenn du etwa Brennmaterial für ein Osterfeuer sammeln möchtest, empfiehlt es sich, vor dem Anzünden zu kontrollieren, ob sich noch Igel zwischen den Zweigen verstecken. Am besten, du schichtest sicherheitshalber den ganzen Haufen um.

Trink- und Futterstellen: Eine flache Schale mit frischem Wasser erfrischt nicht nur Igel, sondern auch andere Gartenbewohner. Steine oder Äste dienen als Ausstiegshilfen und „Rettungsinseln“ für Insekten. Magere oder schwache Igel können im Notfall vorübergehend mit Katzen-Nassfutter ohne Getreide oder mit Rührei unterstützt werden. Handle aber nicht eigenmächtig, sondern halte Rücksprache mit Experten. Igelschutz- und Naturschutzorganisationen bieten für solche Fälle Hotlines an.

Ganz wichtig: Igel sind laktoseintolerant. Daher darfst du ihnen nie Milch anbieten, frisches Wasser reicht völlig. Auch Milchprodukte wie Joghurt oder Quark sind tabu.

Sommerzeit: Nachwuchs, Hitze und versteckte Gefahren

In den Sommermonaten von Juni bis August sind Igel sehr beschäftigt. Jetzt suchen sie nämlich sowohl nach Nahrung als auch nach passenden Partnern und kümmern sich noch dazu um ihre Jungen. Gerade die Nahrungssuche kann aber in trockenen Sommern für die Tiere sehr stressig und schwierig werden. Durch die Hitze und den ausbleibenden Niederschlag trocknen die Böden aus und die Hitze bringt Regenwürmer und Schnecken dazu, sich tief in die Erde zu verkriechen. Dorthin, wo die Igel sie nicht mehr erreichen können. Dadurch laufen die Tiere im schlimmsten Fall Gefahr, Hunger zu leiden.

Gefahrenquelle Mähroboter: Auch Mähroboter, besonders wenn diese nachts, während der Aktivitätszeit der Igel, eingesetzt werden, sind für die Tiere eine riesige Bedrohung. Igel flüchten bei Gefahr nämlich nicht, sondern rollen sich ein. Durch dieses Verhalten können sie leicht den Klingen des Mähroboters zum Opfer fallen oder zumindest schwer an Schnauze oder Pfote verletzt werden. Allerspätestens am frühen Abend solltest du deinen Mähroboter deshalb auf seine Station schicken.

Wasserstellen & Ausstiege: Im Sommer sind Trinkstellen für Igel und andere Tiere in deinem Garten oder auf deiner Terrasse noch überlebenswichtiger als zu anderen Jahreszeiten. Vergiss dabei aber nicht die Ausstiegshilfen. Ganz besonders, wenn du einen Gartenteich hast. Steine und Rampen können hier ein qualvolles Ertrinken verhindern. Gerade bei erschöpften und durstigen Igeln.

Ganz wichtig: Igel sollten sich in der Regel selbst um ihre Nahrung kümmern können und nicht abhängig von uns Menschen werden. Nur bei starker Trockenheit muss Igeln zusätzliches Futter angeboten werden. Bevor du das aber tust, solltest du jedoch Rücksprache mit einer Igelstation halten.

Herbstvorbereitung: Winterspeck und Quartiersuche

Wenn die Tage kürzer werden und die Temperaturen sinken, beginnt für Igel eine entscheidende Phase des Jahres: Sie müssen sich eine ausreichende Fettschicht für den Winterschlaf anfressen. Gleichzeitig beginnt die Suche nach einem Unterschlupf, der sie im Winter vor Kälte und Frost schützt. Ein zu „aufgeräumter“ Garten ist im Herbst darum das größte Hindernis für den Igel. Denn er benötigt Laub, Reisig und trockenes Unterholz, um sich ein warmes Nest bauen zu können. Besonders von Laubbläsern und Laubsaugern solltest du dieser Zeit die Finger lassen. Denn sie können nicht nur leicht junge Igel verletzen, sondern auch Insekten töten und so den Tieren ihre Nahrung nehmen.

Wilde Ecken bewahren: Wie auch zu den anderen Jahreszeiten gilt: Dein Garten darf ruhig wild sein. Kehre das Herbstlaub unter Hecken oder auf Haufen zusammen und lass es dort liegen. Diese Schichten isolieren das Winterquartier perfekt gegen Frost. Ein einfacher Haufen aus Ästen und Laub ist für einen Igel ein regelrechtes Paradies.

Zufütterung im Herbst: Besonders spät geborene Jungigel brauchen oft Hilfe, um auf das nötige Winterschlaf-Gewicht von circa 500 Gramm zu kommen. Nassfutter für Katzen ist hier das ideale Kraftfutter, um den Kleinen auf die Beine zu helfen. Füttere sie, bis der Dauerfrost beginnt. Aber verwende ein Futter mit hohem Fleischanteil und ohne Getreide oder Gelee.

Ganz wichtig: Jetzt ist die Zeit, ein Igelhaus aufzustellen. Baue oder kaufe eines, stelle es an einer ruhigen, schattigen Stelle auf und fülle es mit etwas trockenem Stroh als Nistmaterial.

Winterruhe: Absolute Stille für den Überlebenskünstler

Wenn die Temperaturen dauerhaft unter den Gefrierpunkt fallen, suchen Igel ihren Unterschlupf auf und fallen direkt in den Winterschlaf.

In diesem Zustand werden alle Körperfunktionen auf ein Minimum heruntergefahren: Der Herzschlag sinkt von 180 Schlägen auf etwa 8 Schläge pro Minute, und auch die Atmung wird sehr stark verlangsamt. Sobald ein Igel sich einmal im Winterschlaf befindet, darfst du ihn auf keinen Fall stören. Denn wenn er aufwacht, verbraucht er eine Menge Energie, um sich wieder aufzuheizen. Im schlimmsten Fall hat er dann nicht mehr genug Kraft, um wieder einzuschlafen oder Nahrung zu finden, wobei letzteres in dieser Jahreszeit ohnehin schwierig ist.

Gartenarbeit ruhen lassen: Verzichte in den Wintermonaten am besten auf jegliche Arbeiten in der Nähe von Gebüschen, Laub- oder Holzhaufen. Solltest du doch einmal versehentlich ein Nest freilegen, decke es sofort wieder vorsichtig mit viel Laub und Reisig zu und störe das Tier nicht weiter.

Igel-Notfall im Schnee:Siehst du einen Igel bei Tag oder auf der geschlossenen Schneedecke umherlaufen, kannst du leider davon ausgehen, dass er entweder im Winterschlaf gestört wurde oder verletzt oder krank ist. Informiere in solchen Fällen einen Tierarzt oder eine Igelstation, denn hier wird dringend Hilfe benötigt.

Ganz wichtig: Versuche niemals, winterschlafende Igel vor der Zeit zu wecken, indem du ihnen Futter anbietest. Auch dann nicht, wenn du meinst, dass der Frühling vor der Tür steht. Das ist alles andere als gesund für Igel und die Tiere wissen selbst, wann es Zeit ist, aufzuwachen. Lasse sie also besser ungestört in ihrem Quartier ruhen.

Icon Glühbirne

Notfall: Igel am Tag unterwegs

Igel sind ausnahmslos nachtaktiv. Ein Igel, der tagsüber unterwegs ist, ist immer ein medizinischer Notfall. Meist krank, verletzt, unterkühlt oder verhungert. Auch wenn er noch „normal“ wirkt, braucht er dringend Hilfe.

Was ist zu tun?

  • Handschuhe anziehen, Igel vorsichtig aufnehmen.
  • Auf Maden kontrollieren (Ohren, Augen, Bauch).
  • In eine Kiste setzen, lauwarme Wärmflasche dazu, Wasser anbieten (keine Milch!).
  • Igelstation oder igelkundige Stelle kontaktieren und nach weiteren Anweisungen fragen.

Ein Igel auf dem Rasen am Tag ist kein schönes Naturerlebnis, sondern ein Hilferuf!

Für Igel zählt jetzt jede Hilfe

Eine ganze Reihe ehrenamtlicher Igelhilfen und Schutzorganisationen sind aktiv und unermüdlich für Igel im Einsatz. Doch viele dieser Initiativen sind inzwischen überlastet und haben alle Hände voll mit dem Schutz der Tiere zu tun.

Dabei ist Unterstützung dringend nötig. Denn die Igelpopulation ist in Deutschland und in ganz Europa rückläufig. Nicht zuletzt, weil ihnen der Lebensraum fehlt und immer mehr Grünflächen zugunsten von Betonflächen, Nutzflächen oder Steingärten weichen.

Umso wichtiger ist es, auch als Privatperson zu helfen. Ganz besonders im Herbst brauchen die Tiere jede Hilfe, die sie bekommen können. Deshalb haben auch wir uns entschieden, die Tiere so gut zu unterstützen, wie wir können. Etwa mit dem Bau von Igelhotels.

Das kannst du selbst für Igel tun

Wenn du selbst einen Beitrag zum Igelschutz leisten möchtest und du einen eigenen Garten hast, kannst du zum Beispiel folgende Dinge tun:

  • Verzichte auf Pestizide.
  • Schaffe Durchgänge in Gartenzäunen oder Mauern, durch die die Igel wandern können, ohne sich zu verletzen.
  • Decke deinen Gartenteich ab, wenn du einen hast, oder baue einen Ausstieg dafür, damit kein Igel darin ertrinkt.
  • Lasse Laub- oder Reisighaufen liegen, in denen sich Igel zurückziehen können.
  • Verzichte nach Möglichkeit bei deiner Gartengestaltung auf Draht und Netze.
  • Lege an kalten Herbsttagen Futter aus, wie zum Beispiel Katzen-Nassfutter (ohne Soße), Haferflocken oder gekochte Eier.
  • Kontaktiere Igelstationen, wenn du ein verletztes, schwaches oder unterernährtes Tier findest.
  • Baue Igeln einen sicheren Unterschlupf in Form eines Igelhotels. Dazu haben wir dir eine einfache Anleitung erstellt.
Ralf Becker auf einer Bank in seinem Naturgarten
 

Von Naturgärten und Igeln: Ralf Becker erzählt

Wie aktiver Wildtier- und Igelschutz aussehen kann, zeigt auch Ralf Becker vom Projekt „Mein Naturgarten“. Der passionierte Naturschützer steht uns unter anderem Rede und Antwort zu seinen Erfahrungen mit Igeln und erklärt uns was bislang beim Igelschutz zu kurz kommt.

Interview mit Ralf Becker

unser selbst gebautes Igelhaus
 

So baust du ein Igelhotel

Ein Igelhotel ist für die Tiere ein stabiler und sicherer Schutz in den kalten Monaten des Jahres. Hier erfährst du Schritt für Schritt, wie du es baust.

Anleitung Igelhotel

Funfact: Igel-Männer verschlafen die Kinderbetreuung

Wenn es um die Betreuung des Nachwuchses geht, bleibt die Care-Arbeit hauptsächlich an den weiblichen Igeln hängen. Die Männchen verschwinden nämlich rund einen Monat früher, ungefähr Mitte Oktober, in den Winterschlaf, während sich die Weibchen in dieser Zeit noch um die Kinder kümmern. Von Geschlechtergerechtigkeit kann also bei dieser Tierart keine Rede sein. Auch wenn man zumindest erwähnen kann, dass die Männchen dafür „Frühaufsteher“ sind und bereits Mitte März wieder aus dem Winterschlaf erwachen, während die Weibchen noch bis Anfang April ihre verdiente Ruhe genießen.

Quelle: NABU