Faszinierende Amphibien: So hilfst du Frosch & Co.
Sie gehören zu den ältesten Landwirbeltieren unserer Erde und sind doch stark bedroht: Amphibien. Ob im eigenen Gartenteich oder auf Wanderung im Frühjahr: Begegnungen mit Fröschen, Kröten und Molchen sind faszinierende Naturmomente. Doch Lebensraumverlust und Straßenverkehr machen den Tieren schwer zu schaffen.
Wir zeigen dir, welche Arten in heimischen Gärten leben, wie du ihnen ein Zuhause bietest und warum dein Schutz für diese nützlichen Insektenfresser so wichtig ist.
Wer quakt denn da? Heimische Arten im Kurzporträt
Amphibien (Lurche) leben in zwei Welten: Sie beginnen ihr Leben im Wasser als Larve (Kaulquappe) und gehen später an Land. Frösche gehören sicher zu ihren bekanntesten Vertretern. Doch nicht jeder "Frosch" ist auch ein Frosch. Manchmal handelt es sich auch um andere Amphibienarten, die unsere Wege kreuzen. Hier einige Beispiele für amphibische Zeitgenossen, die du vielleicht schon in der freien Natur, im Park oder im eigenen Garten gesehen hast:

Die Erdkröte
Sie ist der häufigste Gast in deutschen Gärten. Du erkennst sie an der warzigen, bräunlichen Haut und den goldenen Augen. Sie hüpft selten, sondern läuft eher gemütlich und ist ein fleißiger Helfer, der Nacktschnecken im Beet vertilgt.

Der Grasfrosch
Er hat eine glatte, oft bräunlich bis gelbliche Haut und ist ein exzellenter Springer. Sein Markenzeichen ist ein dunkler Fleck direkt hinter dem Auge. Der Grasfrosch ist gefährdet und gilt als „besonders geschützte“ Art.

Der Teichmolch
Er sieht auf den ersten Blick aus wie eine kleine Eidechse, hat aber keine Schuppen, sondern eine weiche Haut. Im Wasser trägt das Männchen zur Paarungszeit einen gewellten Rückenkamm.
Ein Paradies für Amphibien in deinem Garten
Du brauchst keinen riesigen Park, um Amphibien zu helfen. Schon ein kleiner Garten kann viel bewirken. Und viel Arbeit muss es auch nicht machen: Oft reichen schon ein paar einfache Veränderungen, um deinen Garten in ein Biotop für Amphibien zu verwandeln. Das Beste daran: Davon profitieren auch viele andere Wildtiere. Die folgenden Tipps machen deinen Garten amphibienfreundlicher.
- Wasser ist Leben:
Schon ein kleiner Miniteich in einer Zinkwanne oder ein flacher, Gartenteich ohne Fische (Fische fressen den Laich!) lockt Molche und Frösche magisch an. Achte auf flache Uferzonen, damit die Tiere leicht ein- und aussteigen können. In diesem Beitrag findest du weitere Ratschläge dazu, wie sich ein naturnaher Gartenteich anlegen lässt, der auch für Amphibien eine tolle Zuflucht ist. - Wilde Ecken zulassen:
Ein komplett aufgeräumter Garten ist für Amphibien uninteressant. Sie brauchen feuchte, kühle Verstecke für den Tag. Lass Laub unter Hecken liegen oder schichte Totholz und Steine in einer schattigen Ecke auf.
Tipp: Ein solcher Totholzhaufen ist ein echter Allrounder im Naturschutz. Er bietet nicht nur Kröten Unterschlupf, sondern ist auch ein ideales Winterquartier für den Igel und bietet Nahrung für Vögel. - Gefahr durch Technik und Chemie:
Verzichte bitte auf Schneckenkorn und Pestizide: Amphibien nehmen Gifte über ihre empfindliche Haut auf. Auch Mähroboter sind eine große Gefahr, da sie die kleinen Tiere oft nicht erkennen. Lass deinen Roboter am besten nur tagsüber und unter Aufsicht laufen.
Die große Wanderung und die Gefahr Straße
Jedes Jahr im Frühjahr erwachen Amphibien aus der Winterstarre und machen sich auf den Weg zu ihren Laichgewässern. Dabei legen sie oft kilometerlange Strecken zurück. Leider kreuzen dabei immer wieder Straßen ihre Routen. Der Straßentod ist eine der häufigsten Ursachen, warum es immer weniger Frösche und Kröten gibt.
Hier sind Naturschützer gefragt. Wenn du beobachtest, dass an einer Straße in deiner Nähe viele Tiere wandern, ist schnelles Handeln nötig.

Helfen mit System: der Krötenzaun
Wenn Straßen zur Todesfalle werden, ist ein Schutzzaun oft die einzige Rettung. Doch wie baut man ihn richtig auf? Welches Material ist geeignet und welche Genehmigungen brauchst du?
In unserem detaillierten Ratgeber erfährst du alles Wichtige:
Naturschutz beginnt vor deiner Haustür
Ob du nun einen Teich anlegst, wilde Ecken im Garten duldest oder dich an Krötenzaun-Aktionen beteiligst: Jeder Beitrag zählt. Ein naturnaher Garten lockt übrigens auch andere akrobatische Kletterer an: Wer viele Bäume und Wasserquellen bietet, schafft oft auch einen Lebensraum für das Eichhörnchen.
Beobachte doch mal an einem lauen Frühlingsabend deinen Garten. Vielleicht hörst du dann schon das leise Rascheln einer Erdkröte auf der Jagd nach Schnecken.