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Eichhörnchen schützen & unterstützen: Der große Ratgeber für die flinken Gartenbewohner

Eichhörnchen sitzt an einem Baumstamm

Eichhörnchen sind die Akrobaten unserer Wälder und Gärten. Mit ihren buschigen Schwänzen und geschickten Klettermanövern ziehen sie uns schnell in ihren Bann. Doch der Alltag der kleinen Nager ist oft eine Herausforderung: Futtermangel, schwindende Lebensräume und natürliche Feinde machen ihnen zu schaffen.

In diesem Ratgeber von TierliebePlus erfährst du alles über das faszinierende Leben der Eichhörnchen. Wir zeigen dir, worauf es beim Nestbau im Frühling ankommt und wie du die flinken Kletterkünstler in deinem eigenen Garten mit dem richtigen Futter und sicheren Unterschlüpfen unterstützen kannst und wie sie den Winter überstehen. Werde zum Eichhörnchen-Helfer und trage aktiv zum Artenschutz bei!

Tipps für jede Jahreszeit: Was Eichhörnchen gerade jetzt brauchen

Jede Phase des Jahres bringt für Eichhörnchen ganz neue Herausforderungen mit sich. Seien es extreme Kälte, große Hitze, das Ende der Winterruhe, Nachwuchs oder die anstrengende Nahrungssuche. Damit du immer weißt, wie du deine Tierliebe in der aktuellen Saison am besten in praktische Hilfe umsetzen kannst, haben wir diesen interaktiven Jahreszeitenkalender zum Eichhörnchen schütz für dich erstellt. Such dir über die Schaltflächen die Jahreszeit deiner Wahl heraus und erfahre, wie du den putzigen Nagern etwas Gutes tun kannst.


Eichhörnchen im Frühling: Nachwuchs und Energiebedarf

Mit dem Frühling beginnt für Eichhörnchen eine besonders spannende und ereignisreiche Phase. Die Paarungszeit erreicht ihren Höhepunkt und vielerorts kommt jetzt der erste Nachwuchs des Jahres zur Welt. Weibliche Eichhörnchen können bereits ab Dezember oder Januar trächtig werden, aber die meisten Jungen werden im Frühling geboren. In dieser Zeit sind die Tiere besonders aktiv und brauchen viel Energie, um die Aufzucht ihrer Jungen zu meistern.

Energie für die Aufzucht: Mit dem Einsetzen der Brutzeit steigt der Energiebedarf der Weibchen deutlich an. Jetzt ist es besonders hilfreich, wenn du ihnen energiereiche Nahrung wie Nüsse, Samen und gelegentlich auch tierisches Eiweiß (z. B. Insekten) anbietest. Auch Wasserstellen sollten nach dem Winter sauber und gut gefüllt sein, damit die Tiere genug trinken können.

Schutz für Jungtiere: Im Frühling sind vor allem die Jungtiere gefährdet. Sie können bei Sturm oder durch Störungen wie laute Bauarbeiten, Baumfällungen, heftiges Rütteln an Ästen, das Klettern von Menschen oder Haustieren am Baum, sowie durch das Annähern von Fressfeinden aus dem Kobel fallen. Auch starke Erschütterungen durch Maschinen (z. B. Mähroboter, Motorsägen) oder intensive Gartenarbeiten in unmittelbarer Nähe können den Kobel erschüttern und die Jungtiere verunsichern oder vertreiben. Wenn du ein scheinbar verlassenes Jungtier findest, beobachte erst aus der Entfernung. Oft ist die Mutter in der Nähe und holt das Kleine bald zurück. Erst wenn sie es nicht tut, solltest du eine Wildtierstation oder den Tierarzt kontaktieren. Mähroboter und andere Gartengeräte stellen jetzt eine besondere Gefahr für die am Boden aktiven Jungtiere dar. Verzichte möglichst auf größere Gartenarbeiten und Baumfällungen während der Brutzeit.

Checkliste: So kannst du jetzt am besten helfen

  • Vermeide Baumfällungen und größere Gartenarbeiten während der Brut- und Setzzeit (März bis Juli).
  • Kontrolliere und reinige Nistkästen am besten vor Beginn der Brutzeit, damit sie für die nächste Generation Eichhörnchen bereit sind. Während der Aufzucht solltest du die Kästen in Ruhe lassen, damit die Mutter nicht gestört wird.
  • Richte Futter- und Wasserstellen für die Tiere ein.
  • Wenn du ein hilfloses und verlassenes Jungtier findest, kontaktiere eine Wildtierstation, bevor du selbst eingreifst.

Eichhörnchen im Sommer: Aufbruch in die Selbstständigkeit

Im Sommer haben Eichhörnchen wirklich alle Hände voll zu tun. Das gilt besonders für die Jungtiere, die in diesem Frühling geboren wurden. Denn sie beginnen jetzt damit, ihre Umgebung zu erforschen, und werden nach und nach selbstständig. Aber auch die erwachsenen, weiblichen Eichhörnchen haben einen geschäftigen Sommer. Immerhin bringen manche von ihnen jetzt den zweiten Nachwuchs des Jahres zur Welt, während viele Pflanzen Nahrung bieten. Insgesamt ist der Sommer für Eichhörnchen eine Zeit der Fülle, aber auch der Gefahren.

Jungtiere erkunden die Welt: Die jungen Eichhörnchen verlassen jetzt nach und nach ihren Unterschlupf (Kobel) und lernen, sich in ihrer Umwelt zurechtzufinden. Leider fehlt dem Nachwuchs die Erfahrung, um viele Gefahren richtig einschätzen zu können. Dazu zählen nicht zuletzt Haustiere wie Katzen, aber auch Mähroboter und sonstige Gartengeräte. Diese sind umso bedrohlicher, da sich so junge Eichhörnchen oft am Boden aufhalten. Hier kommst du ins Spiel: Achte darauf, dass deine Haustiere keine Eichhörnchen jagen, und sieh dich nach Eichhörnchen um, bevor du mit der Rasenpflege beginnst. Auch mit Baumfällungen solltest du weiterhin warten, um die Tiere nicht zu gefährden. Zumindest bis Ende Juli.

Hitze und Wasserversorgung: An heißen Sommertagen sind Eichhörnchen ebenso auf frisches Wasser angewiesen wie wir. Und auch wenn Wasser das ganze Jahr über gebraucht wird, ist es jetzt besonders überlebenswichtig. Denn natürliche Wasserquellen können in der Hitze schnell versiegen. Stelle deshalb saubere Wasserschalen in schattigen Bereichen auf und wechsle das Wasser täglich, um Keimbildung zu verhindern.

Nahrungsspende für Jungtiere: Im Sommer bietet die Natur zwar reichlich Futter, doch gerade Jungtiere, die die Nahrungssuche noch erlernen müssen, können menschliche Unterstützung gut gebrauchen. Am besten greifst du hier zu Nüssen und Samen. Aber lasse sie nicht zu lange liegen, damit sie in der Sonne nicht verderben.

Checkliste: So kannst du jetzt am besten helfen

  • Beaufsichtige deine Haustiere im Garten und halte sie von Jungtieren fern.
  • Kontrolliere Rasenflächen vor dem Einsatz von Mährobotern oder Rasenmähern.
  • Stelle täglich frisches, sauberes Wasser in schattigen Bereichen bereit.
  • Biete weiterhin Futter an, aber achte darauf, dass es nicht in der Sonne verdirbt.
  • Verzichte auch im Sommer auf Baumarbeiten und Fällungen.

Eichhörnchen im Herbst: Nahrungssuche und Wintervorbereitung

Im Herbst ist für die Tiere Vorsorge angesagt, denn Vorräte für den Winter wollen angelegt werden. Damit die Speisekammer in den kalten Tagen gut gefüllt ist, legen Eichhörnchen jetzt fleißig und unermüdlich Verstecke mit Leckereien an. Auch der Unterschlupf wird nun renoviert oder neu gebaut. Durch dieses hektische Treiben sind die Nager gut zu beobachten, aber auch mehr Risiken ausgeliefert.

Vorratshilfe leisten: Da Eichhörnchen keinen wirklichen Winterschlaf, sondern nur Winterruhe halten, sind sie auch im Winter unterwegs, um ihre Vorratsverstecke zu plündern. Damit sie diese Möglichkeit haben, legen sie im Herbst emsig Nüsse, Samen, Kerne, Zapfen, Beeren und Pilze unter Baumwurzeln, in Mauerspalten oder auch mal in unseren Hochbeeten ab. Nur in ihrem Zuhause verstecken sie nichts, um keine Fressfeinde anzulocken. Du kannst die Tiere beim Nahrungssammeln unterstützen, indem du ein reichhaltiges Nahrungsangebot bereitstellst: Haselnüsse, Walnüsse, Bucheckern und Sonnenblumenkerne sind dafür besonders geeignet.

Erhöhte Unfallgefahr im Straßenverkehr: Ihre fleißige Sammelleidenschaft führt dazu, dass Eichhörnchen häufiger als sonst Straßen überqueren, über Zäune springen und durch unbekanntes Gelände huschen. Im Herbst steigt damit die Unfallgefahr im Straßenverkehr deutlich an. Zum Glück kannst du dabei helfen, Unfälle zu vermeiden. Fahre in waldreichen Gebieten, Parks und Wohngebieten mit Baumbestand besonders aufmerksam und vorsichtig.

Checkliste: So kannst du jetzt am besten helfen

  • Nährstoffreiches Futter anbieten: Ungewürzte Haselnüsse, Walnüsse, Bucheckern und Sonnenblumenkerne.
  • Reinige und kontrolliere Nistkästen nach Ende der Brutzeit und hänge bei Bedarf neue auf.
  • Fahre in der Nähe von Parks, Gärten und Wäldern achtsam und langsam.
  • Verzichte auf den Einsatz von Pestiziden im Garten: Sie schaden Pflanzen, von denen sich Eichhörnchen ernähren.
  • Lasse natürliche Gartenstrukturen wie Laubhaufen oder Totholz stehen: Das bietet Lebensraum für Insekten, die ebenfalls von Eichhörnchen gefressen werden.

So kommen Eichhörnchen durch den Winter

Auch wenn alle Jahreszeiten viele Bewährungsproben für Eichhörnchen mit sich bringen, ist der Winter eine besonders kritische Zeit für die kleinen Nager. Wie die Tiere diese Zeit trotzdem meistern, welche Gefahren dabei auf sie lauern und wie du sie am besten unterstützen kannst, zeigen wir dir jetzt.

Ruhe im Kobel: Wenn es Frost gibt, können Eichhörnchen mehrere Tage am Stück in ihrem Unterschlupf (Kobel) verbringen. Gelegentlich teilen sich auch mehrere Eichhörnchen, zum Beispiel Geschwister oder befreundete Weibchen, einen Kobel, um sich gegenseitig warmzuhalten. Diese Idylle darfst du jetzt keinesfalls stören oder gar den Unterschlupf beschädigen. Laute Geräusche, Erschütterungen und umfassendere Gartenarbeiten sind jetzt Gift für die Tiere.

Nahrungssuche in der Kälte: An milden Wintertagen verlassen Eichhörnchen ihren Kobel, um ihre Vorratsverstecke aufzusuchen oder frische Nahrung zu suchen. Das ist bei Schnee und gefrorenem Boden aber leider alles andere als einfach. Du kannst ihnen also gerne mit weiteren Futterstellen helfen. Biete den kleinen Nagern ruhig Haselnüsse, Sonnenblumenkerne oder Walnüsse an. Verzichtet aber auf Brot, Süßigkeiten oder Gewürztes.

Wie kannst du jetzt am besten helfen?

  • Biete energiereiche Nahrung wie Haselnüsse, Walnüsse und Sonnenblumenkerne an.
  • Stelle besonders bei Frost täglich frisches Wasser bereit, am besten an einem sonnigen, geschützten Ort, damit es nicht sofort wieder gefriert.
  • Vermeide Störungen und Gartenarbeiten in der Nähe von Bäumen, in denen Eichhörnchen überwintern.
  • Lasse Nistkästen und Kobel ungestört, damit die Tiere nicht aufwachen und ihren Energiehaushalt unnötig belasten.
  • Halte deine Haustiere von Futterstellen fern: Durch die Kälte sind Eichhörnchen langsamer und damit besonders gefährdet.

Wissenswertes zu Eichhörnchen

Eichhörnchen haben eine Menge spannender Eigenschaften und Überraschungen zu bieten. Wir stellen dir einige davon vor, damit du die Tiere besser verstehen kannst.


So wachsen kleine Eichhörnchen auf

Eichhörnchenfamilie klettert im Baum

Nach etwa 38 Tagen Tragzeit bringt das Eichhörnchenweibchen im Frühling meist 2 bis 6 Junge zur Welt. Die Jungtiere werden nackt, blind und hilflos im Kobel geboren. Erst nach etwa vier Wochen öffnen sie ihre Augen, und mit rund 8 bis 10 Wochen unternehmen sie die ersten Ausflüge außerhalb des Kobels. Nach etwa drei Monaten sind sie selbstständig und verlassen das elterliche Nest. Die Mutter kümmert sich in dieser Zeit intensiv um die Aufzucht und kann ihre Jungen bei Gefahr sogar in einen anderen Kobel umsiedeln.


So machen die Nager sich auch ohne Winterschlaf winterfest

Eichhörnchen haben von Natur aus einen sehr dichten Pelz, der im Winter noch ein Stückchen flauschiger wird. Das Winterfell, das im Herbst ausgebildet wird, ist dichter und buschiger als das Sommerfell und schützt gut gegen die Kälte. Noch dazu ist das Fell in dieser Jahreszeit dunkler, weil die dunkle Farbe besser isoliert. Auch ihre charakteristischen „Ohrpinsel“, die die empfindlichen Ohren schützen, werden im Winter länger und voller. Hinzu kommt der dicke, buschige Schwanz, der im Unterschlupf (Kobel) wie eine Decke um den Körper geschlungen wird.


Kobel: der Unterschlupf der Eichhörnchen

Eichhörnchen im Unterschlupf

Zu den wichtigsten Überlebensstrategien der Eichhörnchen gehört ihr „Kobel“. Ihr eigens gebauter, gut ausgepolsterter Unterschlupf. Der Kobel ist dabei häufig kugelförmig angelegt und wird beispielsweise mit Zweigen, Blättern, Tannennadeln, Moos, Federn, Flechten und Baumrinde errichtet. Auch verlassene Vogelnester werden gerne dafür genutzt.

Kobel finden sich oft in Astgabeln oder Baumhöhlen. In Städten weichen die Tiere auch auf Nistkästen oder Gebäude aus. Ein solcher Eichhörnchenbau ist in der Regel gut getarnt, beinahe wasserdicht und besitzt mehrere tunnelartige Ein- und Ausgänge, die eine schnelle Flucht bei Gefahr erlauben.

Der Unterschlupf kann dabei eine beeindruckende Größe erreichen. Manche Kobel werden so groß wie Medizinbälle. Eichhörnchen haben häufig mehrere Kobel, die sie jeweils für Ruhe- und Aktivitätsphasen oder als Ausweichunterkunft nutzen, wenn ihre Hauptunterkunft beschädigt wurde oder zu unsicher geworden ist. Beschädigte Kobel werden jedoch für gewöhnlich von ihren Besitzern repariert.

Auch für den Nachwuchs wird vorgesorgt, indem die Weibchen für den erwarteten Wurf einen Kobel bauen. Dabei beginnt die Paarungszeit sogar schon im Dezember oder Januar. Die Baumeisterinnen sind also schon sehr früh aktiv, wobei sie nur bauen können, wenn die Temperaturen gerade milder sind.

Derartige Rückzugsorte errichten sich Eichhörnchen auch im Sommer. Der Winterkobel ist aber noch besser geschützt und dichter als der Sommerkobel, da hier eine dicke Isolierung wichtiger ist als eine gute Belüftung. Ein Winterkobel kann bis zu acht Zentimeter dick werden.

Ganzjährige Empfehlungen zum Eichhörnchenschutz

Nicht jede Hilfsmaßnahme ist an eine bestimmte Jahreszeit gebunden. Es gibt auch viele Möglichkeiten, den flinken Nagern in deiner direkten Umgebung das ganze Jahr über unter die Arme zu greifen. Oft reichen schon kleine Veränderungen im Garten oder auf dem Balkon, um den Tieren das Leben erheblich zu erleichtern und sie vor Gefahren zu schützen. Von der richtigen Ganzjahresfütterung bis hin zur Gestaltung eines sicheren Rückzugsortes: hier erfährst du, wie du mit einfachen Mitteln zum aktiven Eichhörnchen-Schützer wirst.


Futter bereitstellen

Eichhörnchen frisst

In ihrer natürlichen Umgebung ist es zwar nicht nötig, Eichhörnchen zu füttern, doch da gerade in Städten das Nahrungsangebot geringer ist, kann hier menschliche Hilfe lebensrettend sein. Grundsätzlich ist eine Fütterung das ganze Jahr über sinnvoll. Besonders wichtig ist sie aber nach harten und langen Wintern und nach heißen und trockenen Sommern. Gerade weibliche und junge Tiere sind für die Hilfe sehr dankbar.

Die Futterstellen sollten immer an einem ruhigen, geschützten Platz, idealerweise in der Nähe von Bäumen, platziert werden. Am besten stellst du mehrere Futterplätze bereit: So kommt es nicht so leicht zu Streitigkeiten zwischen den Eichhörnchen. Ein hoch aufgehängter Platz in Höhe von etwa zwei Metern sorgt dafür, dass Fressfeinde, zu denen auch Hauskatzen zählen, ihn nicht erreichen können. Dennoch sollte die Futterstelle natürlich für die Reinigung und Befüllung gut genug erreichbar sein. Verwende bitte keine Klappen oder scharfkantigen Plexiglasscheiben, die die Eichhörnchen verletzen könnten. Als Material bietet sich unbehandeltes Holz mit wetterfesten Schrauben an. Wasserdicht machen kannst du das Ganze mit biologischem, ungiftigem Schutzöl.

Bei der Auswahl des passenden Futters kannst du dich an folgenden Empfehlungen orientieren.

Geeignetes Eichhörnchen-Futter

  • Pekannüsse, Haselnüsse, Walnüsse (mit Schale, um Schimmelbildung zu vermeiden, aber auch geschälte Nüsse, da Jungtiere Probleme beim Knacken haben)
  • Eicheln, Bucheckern, Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne, Pinienkerne
  • Zapfen von Kiefer, Fichte und Tanne (am besten mit Samen)
  • Haferflocken und trockener Mais
  • Pilze und Rosinen
  • Frisches Obst/Gemüse in kleinen Stücken, zum Beispiel Äpfel oder Karotten

Ungeeignetes Futter

  • Erdnüsse (sie sind nicht heimisch, haben die falschen Fette und oft Schimmelsporen unter ihrer porösen Schale)
  • Mandeln (sie können tödlich sein, wegen der Blausäure)
  • Macadamianüsse
  • Kohlgewächse

Wassertränke einrichten

Zu einer guten Eichhörnchenverpflegung gehört selbstverständlich auch Wasser. Das servierst du den Tieren im besten Fall ganzjährig in einer flachen Schale oder einem Wassernapf, den du täglich reinigst, um die Verbreitung von Krankheiten zu verhindern. Ein spülmaschinengeeignetes Gefäß macht das natürlich deutlich leichter. Auch eine erhöhte Vogeltränke ist für Eichhörnchen gut geeignet, da sie hier sicher vor Räubern sind. Besitzt du einen Gartenteich, ist dieser ebenfalls eine gute Trinkgelegenheit für Eichhörnchen.


Naturnahe Gartengestaltung

Eichhörnchen beim Nestbau

Eine weitere großartige Möglichkeit, um Eichhörnchen das Leben zu erleichtern, ist ein Naturgarten. Hier bieten heimische und nicht zu stark beschnittene Bäume und Sträucher wie Walnuss, Buche oder Haselnuss Nahrung und Versteckmöglichkeiten. Ähnliches gilt für Laubhaufen. Außerdem solltest du Zweige, Früchte und Blätter im Garten liegen lassen, da sich Eichhörnchen davon ernähren oder damit bauen können. Mit einem naturnahen Garten hilfst du übrigens nicht nur Eichhörnchen, sondern auch anderen Tieren wie zum Beispiel Amphibien und Wildbienen.


Nistkästen/Unterschlupf

Als Kobel-Ersatz oder Alternative kannst du etwa Nistkästen an erhöhten Stellen für die Eichhörnchen anbringen. Noch besser geeignet ist ein artgerecht aufgebautes Eichhörnchenhaus aus Massivholz.


Gefahrenquellen für Eichhörnchen beseitigen

Helfen kannst du Eichhörnchen auch, indem du Gefahrenquellen beseitigst. So kannst du Pools, Regentonnen und offene Rohre abdecken oder Äste als Ausstiegshilfen platzieren. Weiterhin ist es hilfreich, so weit wie möglich auf Leimringe, Mausefallen oder Giftköder zu verzichten. Beim Rasenmähen solltest du den Rasen vorher kontrollieren und Mähroboter solltest du am besten nur beaufsichtigt und nicht morgens oder am späten Nachmittag laufen lassen, wenn Eichhörnchen besonders aktiv sind, sondern eher zur Mittagszeit.


Kranken und schwachen Eichhörnchen helfen

Manchmal kann es auch vorkommen, dass du ein apathisches, schwaches oder taumelndes Eichhörnchen entdeckst. Auch wenn eines der sonst so scheuen Tiere bewusst deine Nähe sucht, kann das ein Hilferuf sein. In solchen Fällen solltest du das Tier zu einer Auffangstation oder zum Tierarzt bringen. Fasse es aber nicht mit bloßen Händen an, sondern verwende lieber dicke Handschuhe und hebe das Eichhörnchen möglichst in eine verdunkelte Transportbox hinein. Vor einer Ansteckung mit Tollwut brauchst du bei Eichhörnchen übrigens keine Angst zu haben: Zumindest in Deutschland sind hier noch keine Fälle bekannt.

Halten Eichhörnchen Winterschlaf?

Anders als zum Beispiel Igel halten Eichhörnchen keinen Winterschlaf im eigentlichen Sinne. Stattdessen pflegen sie eine sogenannte „Winterruhe“. Im Gegensatz zum Winterschlaf, in dem Tiere vollkommen inaktiv sind und Herzschlag, Stoffwechsel und Körpertemperatur stark reduzieren, sind Eichhörnchen in ihrer Winterruhe immer noch ein wenig aktiv. Sie bewegen sich täglich, meist um die Mittagszeit herum, immer noch ein bis zwei Stunden und verlassen dafür auch regelmäßig kurz ihren Unterschlupf, um sich Nahrung zu suchen.

Dennoch spart die Winterruhe Kräfte und Herzfrequenz, Atemfrequenz und Energieverbrauch verringern sich. Die Winterruhe ist sehr wichtig, damit Eichhörnchen den Winter heil überstehen. Sie hat aber auch einen Nachteil: Anders als bei Tieren, die Winterschlaf halten, fressen sich Eichhörnchen vor ihrer Winterruhe keine großen Fettreserven an. So können sie bei starkem Frost, wenn sie lange in ihrem Unterschlupf bleiben müssen, im schlimmsten Fall verhungern. Trotzdem sind Eichhörnchen biologisch recht gut für den Winter ausgestattet.

Bedrohungen für Eichhörnchen

Eichhörnchen sind immer mehr Gefahren ausgesetzt, auch, aber nicht nur im Winter. Neben natürlichen Feinden gehören hierzu immer häufiger auch Faktoren, die vom Menschen hervorgerufen oder verstärkt werden. Hier ein Überblick über die größten Risiken für Eichhörnchen und ihr Überleben.


Natürliche Gefahren:

Zu den natürlichen Gefahren, vor denen sich Eichhörnchen in Acht nehmen müssen, zählen insbesondere Baummarder. Aber auch Füchse, Katzen, Krähen und Greifvögel können zur Bedrohung werden. Gerade während der Paarungsjagd sind die Tiere oft unvorsichtig und fallen den Raubtieren leichter zum Opfer. Hinzu kommen die Gefahren durch längere Kälteperioden, die für die Tiere schnell tödlich werden können.


Konkurrenz durch Grauhörnchen

Eine weitere Tierart, die den hiesigen europäischen Eichhörnchen zu schaffen macht, sind Grauhörnchen (Sciurus carolinensis). Diese Eichhörnchenart ist jedoch kein natürlicher Konkurrent, sondern eine invasive Spezies aus Nordamerika, die vom Menschen nach Europa eingeschleppt wurde. Diese Tiere sind kälteresistenter, größer und anpassungsfähiger als europäische Eichhörnchen und so im Kampf um Ressourcen im Vorteil. Noch dazu verbreiten Grauhörnchen das Hörnchen-Pocken-Virus (Squirrelpoxvirus), gegen das sie selbst immun sind, europäische Eichhörnchen aber nicht.

Falls du ein graues Eichhörnchen siehst, heißt das aber nicht automatisch, dass es sich dabei um ein Grauhörnchen handelt. In Deutschland kommen Grauhörnchen bislang noch nicht vor. Jedoch zum Beispiel in Großbritannien, wo sie das europäische Eichhörnchen fast komplett verdrängt haben, aber auch in Italien oder in Nachbarländern wie Frankreich oder der Schweiz.


Menschengemachte Gefahren

Vor allem in Städten leben Eichhörnchen gefährlich. Ganz vorne dabei ist hier der Straßenverkehr, dem viele von ihnen zum Opfer fallen. Hinzu kommen zahlreiche Rohre und Spalten, in denen Eichhörnchen leicht stecken bleiben können. In Gärten ist es aber nicht viel besser. Hier lauern Mähroboter, Gifte, Schädlingsfallen oder Leimringe. Auch in Regentonnen oder Pools können die Tiere ertrinken und falls Bäume gefällt werden, sind mitunter die Kobel der Tiere in Gefahr.

Ein besonderes Problem für Eichhörnchen ist der Verlust von Bäumen und damit Lebensräumen und Nahrung durch die Intensivierung der Forstwirtschaft. Insbesondere wenn es alte Misch-, Laub- und Nadelwälder trifft.


Klimawandelfolgen

Auch der Klimawandel setzt Eichhörnchen mehr und mehr zu. Zum einen durch heißere, trockenere Sommer, in denen das Angebot an Nüssen und Samen geringer wird. Zum anderen aber auch durch zu milde Winter. Diese sorgen für zu frühe und zu starke Aktivität, sodass die Tiere gestresst und ihre Fettreserven zu früh verbraucht werden. Kommen dann doch einmal kältere Phasen, kann das für die Eichhörnchen fatal werden. Außerdem nimmt durch den Stress auch das Immunsystem Schaden und die Anfälligkeit für Krankheiten und Parasiten steigt.

Möchtest du noch mehr für unsere heimischen Gartenbewohner tun? In unserem Ratgeber für einen tierfreundlichen Garten findest du viele weitere Tipps, wie du Vögeln, Igeln und Insekten ein sicheres Zuhause schenkst:
Ratgeber