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Tauben: hilfsbedürftige Genies

Tauben fressen aus der Hand

Tauben haben keinen guten Ruf und gelten oft als „Ratten der Lüfte“. Dabei haben die Tiere eine Menge erstaunlicher Fähigkeiten und leben schon sehr lange mit dem Menschen zusammen. Teils auch zum gegenseitigen Vorteil. Wir klären auf über die verschiedenen Taubenarten, entzaubern Mythen und zeigen, wie das Zusammenleben von Menschen und Tauben besser funktionieren könnte und wie du den erstaunlich intelligenten Tieren helfen kannst.

Was sind Tauben?

Wahrscheinlich haben die meisten von uns eine Vorstellung von den Tieren, da sie, gerade als Stadttauben, allgegenwärtig sind. Doch die Vögel sind weitaus interessanter, als man ihnen auf den ersten Blick ansieht. Du willst wissen, wie interessant? Kein Problem, wir haben ein paar spannende Tauben-Fakten für dich zusammengetragen.


Die Superkräfte der Tauben im Überblick

Icon 360 Grad Kreis

360-Grad-Blick:
Tauben sehen fast alles! Durch ihre seitlich sitzenden Augen haben sie ein riesiges Sichtfeld. Noch dazu besitzen sie eine Sichtweite von bis zu 35 km.

Icon Navigation

Navigationstalente:
Sie besitzen einen eingebauten „Kompass“ und orientieren sich am Magnetfeld der Erde, dem Sonnenstand und sogar an Gerüchen, um zielsicher nach Hause zu finden.

Icon Hantel

Hochleistungssportler:
Sie können Distanzen von bis zu tausend Kilometern überwinden und erzielen Geschwindigkeiten von bis zu 185 Stundenkilometern.

Icon Ton

Infraschall-Genies:
Sie nehmen Töne bis zu 0,05 Hertz wahr, wo bei Menschen spätestens bei 16 Hertz Schluss ist. Damit können sie sehr gut Meeresrauschen oder auch winzigste Erdbeben wahrnehmen.


Körperbau und Biologie

Tauben sind mittelgroße, tagaktive Vögel mit gewölbter Brust, kleinem Kopf, eher kurzem Schnabel und kurzen Beinen. Ihre Beine enden in vierzehigen Füßen, bei denen drei Zehen nach vorne und eine Zehe nach hinten weist. Sie können je nach Art eine Größe von 25 bis 45 Zentimetern und ein Gewicht zwischen 200 Gramm und einem halben Kilo erreichen. Ihre Flügelspannweite kann maximal 77 Zentimeter betragen.

Das Gefieder von Tauben kann weiß, braun, grau oder auch gescheckt sein. Am Hals schillert es häufig grün-violett, da es das Licht auf besondere Weise bricht.

Tauben kommunizieren über das Rucksen mit ihrem Kopf, aber auch über verschiedene Geräusche. Dazu gehören ein Gurren, ein Girren, ein Kollern oder auch Klackgeräusche, ausgelöst durch ihren Kropf, eine sackartige Erweiterung der Speiseröhre.


Ernährung

Tauben sind Körnerfresser. Sie bevorzugen Samen wie Hirse, Leinsamen, Sesam oder Sonnenblumenkerne, kommen aber auch mit Getreide wie Weizen und Mais oder mit Hülsenfrüchten wie Linsen oder Erbsen gut zurecht. Manche Arten (vor allem Fruchttauben) bevorzugen auch Früchte und Beeren. Und bei einigen Tauben, insbesondere Stadttauben, gehören auch Insekten, Würmer und Schnecken zum Speiseplan.

Körnerfressende Tauben schlucken die Körner und Samen ganz und zerkleinern diese im Magen auch mithilfe von verschluckten Steinchen.

Beim Trinken haben sie die praktische Fähigkeit, das Wasser direkt wie mit einem Strohhalm einzusaugen. Das können außer ihnen nur sehr wenige andere Vogelarten.


Fortpflanzung

Tauben sind monogam und bleiben als Paar ein Leben lang zusammen. Sie finden sich über einen Balztanz, bei dem das Männchen das Weibchen umwirbt und umkreist. Dafür legt sich das Männchen ziemlich ins Zeug. Inklusive Aufplustern, Kopfnicken, Aufblähen des Kropfes, Verbeugen und Schwingenklatschen im Flug.

Hat sich ein Pärchen erstmal gefunden, zeigt es seine Zuneigung durch gegenseitiges Putzen, Schnäbeln und Gurren.

Nach erfolgter Paarung bauen die Tiere gemeinsam ihr Nest aus Zweigen, Halmen und Wurzeln. Auch sonst teilen sich beide Geschlechter fair die Arbeit. Sie brüten abwechselnd die Eier aus (die Männchen am Tag, die Weibchen in der Nacht) und füttern beide die Küken mit ihrer Kropfmilch. Das ist eine eiweiß- und fettreiche Nährlösung, hergestellt aus pflanzlicher Nahrung, die im Kropf produziert wird.

Tauben-Weibchen bringen zwei bis acht Bruten pro Jahr hervor mit meistens zwei Eiern pro Gelege. Die Küken sind Nesthocker und verlassen ihr Nest erst nach ungefähr 25 bis 35 Tagen. Trotz der Fürsorge ihrer Eltern liegt die Sterblichkeit bei Jungtauben in ihrem ersten Lebensjahr bei bis zu 90 Prozent, was insbesondere für Stadttauben gilt.


Geschichte der Domestizierung

Die Geschichte des Zusammenlebens von Taube und Mensch reicht weit zurück. Schon in den frühen Hochkulturen Mesopotamiens und Ägyptens, um 6.000 bis 5.000 vor Christus, wurden Tauben domestiziert. Damit gehören sie zu den ältesten Haustieren der Menschheit.

Die Arten, wie Menschen von Tauben profitiert haben, sind vielfältig. Neben ihrem Fleisch und ihren Eiern als Nahrungsquellen, wurde auch ihr Kot als Düngemittel verwendet. Zudem waren Tauben als Brieftauben, in der Falknerei und als Lockvögel bei der Jagd im Einsatz. Sie hatten auch symbolische und religiöse Bedeutung. Etwa als Symbole für Frieden, Liebe, Unschuld, Treue, Sanftmut oder für den Heiligen Geist. Sowohl im Christentum als auch in islamischen, germanischen, griechischen und altindischen Traditionen spielte die Taube eine prominente Rolle.

Traurigerweise wurden Tauben oft auch zu einem vermeintlichen Aphrodisiakum verarbeitet und bis ins 19. Jahrhundert als lebende Ziele für Schießübungen eingesetzt, bevor sie endlich durch Tontauben ersetzt wurden.

Im Laufe des zwanzigsten Jahrhunderts ging der Einsatz der Tauben zurück. Die Haustaubenhaltung wurde langsam aufgegeben und auch ihre Verwendung als Brieftauben nahm ab. Dabei waren etwa im Ersten und Zweiten Weltkrieg noch über 100.000 Brieftauben als Boten unterwegs. Mit der Aufgabe der Haustaubenhaltung begann auch der Aufstieg der Stadttaube, die vor allem von entflohenen und ausgesetzten Haustauben abstammt. Die Taubenzucht wird heute vor allem noch als Hobby gepflegt.

Wildtauben: zunehmend gefährdet

Zwei Wildtauben sitzen im Baum

Weltweit gibt es ungefähr 300 bis 350 Wildtaubenarten mit schätzungsweise 500 Millionen einzelnen Tieren. Sie werden unterteilt in Fruchttauben und Feldtauben (Columba). Fruchttauben (Ptilinopus) ernähren sich vor allem von Früchten und leben in Bäumen. Sie sind in den tropischen Regionen Afrikas, des Pazifiks, Australiens und Südostasiens anzutreffen. Feldtauben bevorzugen das offene Land und fressen Samen und Körner. Sie sind in Mitteleuropa und auch in Deutschland beheimatet. Fruchttauben haben zwar eine größere Artenvielfalt, von den Feldtauben existieren aber weit mehr Exemplare.

Zudem gibt es noch die Felsentaube (Columba livia), die an den Felsküsten Nordafrikas und Eurasiens verbreitet ist. Sie ist die Stammform aller Haus- und Stadttauben.

Viele Wildtaubenarten sind inzwischen gefährdet. So ist vor allem der Bestand an Turteltauben laut dem Naturschutzbund „NABU“ seit den 1980er Jahren um 89 Prozent geschrumpft. Aber auch die anderen Wildtaubenarten haben einen Populationsverlust von etwa 17 bis 19 Prozent hinnehmen müssen.

Das ist besonders tragisch wegen der hohen Bedeutung der Tiere für die weltweiten Ökosysteme. Sie verbreiten nämlich Pflanzensamen und sind ihrerseits eine wichtige Nahrungsquelle für Raubvögel.


Zuchttauben: ein besonderes Hobby

weiße Zuchttauben im Taubenhaus

Neben den wilden Vertretern werden Tauben auch heute noch von Liebhabern gezüchtet. Dabei ist die Rassenvielfalt groß. Es gibt schätzungsweise 800 bis 1.100 Zuchttauben-Rassen. Wieviel das wirklich ist, wird klar, wenn man die Anzahl der Rassen mit der von Hunden vergleicht. Es gibt nämlich nur etwas über 350 anerkannte Hunderassen.

Bei der Taubenzucht teilen sich oft mehrere Züchter ein Taubenhaus, wegen der hohen Kosten. Oft werden mit den Tieren auch Wettflüge veranstaltet oder sie werden als Brieftauben genutzt.


Stadttauben: Besser als ihr Ruf

Stadttauben im Taubenhaus

Stadttauben sind weit verbreitet. Fast eine halbe Milliarde von ihnen gibt es auf der Welt, etwa eine halbe Million in Deutschland. Gerade nach dem Zweiten Weltkrieg ist ihre Population geradezu explodiert. Kein Wunder, denn die Nachkommen der Felstauben fühlen sich zwischen Gebäuden und Straßenschluchten wohl, da diese ihrem ursprünglichen Lebensraum sehr ähneln. Gerade die Ruinenstädte der Nachkriegszeit und die danach aufkommende Überflussgesellschaft haben ihre Ausbreitung zusätzlich gefördert.

Das ist ein Problem. Nicht nur für Menschen, die sich insbesondere vom Taubenkot auf ihren Autos oder auf Denkmälern häufig gestört fühlen, sondern auch für die Tiere selbst. Die Überpopulation führt zu Krankheiten, Parasitenbefall, Stress und einer hohen Sterblichkeit unter Jungtauben. Alles andere als hilfreich ist dabei aber auch die schlechte Ernährung. Statt auf Körner und Samen greifen Stadttauben auf Essensreste und Abfälle wie verschimmeltes Brot zurück, was Krankheiten und Nährstoffmangel begünstigt.

Das führt zu dem typischen Durchfallkot, der zwar unansehnlich und übelriechend, jedoch nicht materialschädigend ist. Weder Fahrzeuge noch Denkmäler werden davon zersetzt. Auch die Annahme, dass Tauben besonders viele Krankheiten verbreiten, ist ein reiner Mythos. Tauben sind nicht ansteckender als andere Vögel oder Haustiere wie Hunde und Katzen. Die Krankheiten, an denen sie leiden, sind oft auf Tauben oder Vögel beschränkt.

Generell leiden Stadttauben mehr an uns als wir an ihnen. Straßenverkehr, gespannte Fäden und Schnüre, Drähte, Glasscheiben, an Gebäuden angebrachte Spikes, Netze und Klebepasten führen zu viel Tierleid und Verstümmelungen, aber nicht zu einer dauerhaften Reduzierung der Bestände. Diese erholen sich selbst nach größeren Tötungsaktionen binnen einiger Wochen.

Selbst ein Fütterungsverbot hilft hier nicht weiter, auch wenn wir schon aus Tierschutzgründen nicht dazu raten, die Tiere mit „Menschennahrung“ zu füttern.

Stattdessen gibt es andere Möglichkeiten, der „Stadttaubenplage“ Herr zu werden. In Modellversuchen hat sich die Errichtung von Taubenschlägen, Taubentürmen und eigens eingerichteten Nistplätzen oder auch von eigenen Fütterungszonen als effektiv erwiesen. Zusammen mit dem Eiaustausch von normalen Eiern gegen Plastikeier, tierärztlicher Betreuung und gesünderer Fütterung führten diese Versuche zu einer Bestandsreduktion von einem Drittel in wenigen Jahren, zu gesünderen Tauben und zu weniger Gebäudekot. Solche Modellprojekte gab es schon in Augsburg, Erlangen, Berlin, Frankfurt und München. Das Motto heißt hier: „Regulation statt Vernichtung.“

So intelligent sind Tauben

Ihr Ruf als „Ratten der Lüfte“ ist trotzdem nicht ganz aus der Luft gegriffen. Denn ähnlich wie Ratten sind Tauben ziemlich intelligent. Das geht so weit, dass sie in einigen Bereichen sogar den Menschen übertreffen. Das sind einige ihrer Talente:

  • Multitasking und Mathematik:
    Tauben können besser zwischen verschiedenen Aufgaben wechseln als Menschen. Zudem können sie Mengen schätzen, Objekte nach Anzahl sortieren und fast so gut rechnen wie Affen.
  • Sprachtalent:
    In Versuchen konnten Tauben 58 echte Wörter von Fantasiebegriffen unterscheiden. Außerdem erkennen sie die korrekte Rechtschreibung von Wörtern.
  • Mustererkennung:
    Die Vögel können 725 Muster über Jahre im Gedächtnis behalten, Personen auf Fotos erkennen, auch bei wechselnder Kleidung, Gemälde Künstlern zuordnen und sogar Krebs auf Röntgenbildern identifizieren.
  • Selbsterkennung:
    Tauben bestehen den Spiegeltest und erkennen sich selbst darin. Das bedeutet, dass sie ein Selbstbewusstsein haben, was wir sonst nur von Rabenvögeln, Primaten und Elefanten wissen.
  • Weitere Fähigkeiten:
    Tauben haben auch soziale Intelligenz. Sie schützen einander bei Angriffen, schließen Wetten um Futter ab, träumen und haben ein ähnlich gutes Zeit- und Raumverständnis wie Schimpansen.

Arten von Wildtauben

Auch wenn es weltweit weit mehr als dreihundert Wildtaubenarten gibt, sind in Deutschland nur eine Handvoll Tauben heimisch. Wir stellen dir sechs prominente Beispiele vor, die hierzulande anzutreffen sind.

Felsentaube
 

Felsentaube (Columba livia)

Schutzstatus: Nicht gefährdet; reine Wildform in Deutschland kaum noch vorhanden; besonders geschützt (BNatSchG)
Lebensraum: Felsküsten, Klippen und Höhlen in Europa, Nordafrika und Südwestasien; Nahrungssuche auf Agrarflächen
Größe: 31 bis 35 cm; Flügelspannweite 60 bis 68 cm; Gewicht 250 bis 350 g
Ernährung: Samen, Getreide, Hülsenfrüchte; Nahrungssuche bevorzugt im Schwarm
Besonderheit: Stammform aller Haus-, Brief- und Stadttauben; in reiner Wildform in Mitteleuropa sehr selten; ausgeprägte Ortsstreue; lebt in langjähriger Paarbindung

Ringeltaube
 

Ringeltaube (Columba palumbus)

Schutzstatus: Nicht gefährdet; besonders geschützt (BNatSchG); jagdbares Wild
Lebensraum: Wälder, Parks, Gärten, Ackerflächen; zunehmend auch in Städten; teils Zugvogel
Größe: 38 bis 43 cm; Flügelspannweite 68 bis 77 cm; Gewicht 300 bis 600 g
Ernährung: Beeren, Samen, Getreide, Knospen; schluckt ganze Eicheln und Bucheckern
Besonderheit: Größte einheimische Taubenart (2,6 bis 3,1 Mio. Brutpaare); spektakuläre Balzflüge; brütet nur auf Bäumen

Hohltaube
 

Hohltaube (Columba oenas)

Schutzstatus: Nicht gefährdet; besonders geschützt (BNatSchG); regional auf Vorwarnliste
Lebensraum: Alte Laub- und Mischwälder mit Altbaumbestand; gelegentlich siedlungsnah
Größe: 30 bis 35 cm; Flügelspannweite 60 bis 66 cm; Gewicht 250 bis 330 g
Ernährung: Samen, Getreide, Pflanzenmaterial
Besonderheit: Brütet in Baumhöhlen (v. a. Spechtnester); sehr scheu; dumpfer Ruf „uh-oa"; 49.000 bis 82.000 Brutpaare

Türkentaube
 

Türkentaube (Streptopelia decaocto)

Schutzstatus: Nicht gefährdet; besonders geschützt (BNatSchG); regional jagdbar
Lebensraum: Gärten, Parks, Siedlungen; seit den 1940ern über ganz Europa verbreitet
Lebenserwartung: Ca. 3 bis 5 Jahre in der Wildnis; in Gefangenschaft bis zu 15 Jahre
Größe: 31 bis 33 cm; Flügelspannweite 47 bis 55 cm; Gewicht ca. 150 bis 200 g
Ernährung: Samen, Getreide; regelmäßiger Gast am Vogelfutterhaus
Besonderheit: Typischer Kulturfolger; dreisilbiger Ruf („gu-guh-guk"); Jungvögel ziehen stets weiter; 110.000 bis 205.000 Brutpaare

Turteltaube
 
Icon: gefährdete Art

Turteltaube (Streptopelia turtur)

Schutzstatus: Stark gefährdet (Rote Liste Kat. 2); besonders geschützt (BNatSchG); in mehreren EU-Ländern noch bejagt
Lebensraum: Lichte Wälder, buschige Feldränder; Überwinterung in Afrika; kehrt erst im Mai zurück
Größe: 25 bis 29 cm; Flügelspannweite 47–52 cm; Gewicht ca. 85 bis 170 g
Ernährung: Vorwiegend Samen; sucht unkrautreiche Felder
Besonderheit: Kleinste und seltenste einheimische Taubenart; einziger europäischer Langstreckenzieher; summender Ruf „turrr-turrr"; nur noch 25.000 bis 45.000 Brutpaare (stark rückläufig)

Stadttaube
 

Stadttaube (Columba livia forma domestica)

Schutzstatus: Kein Wildtierschutz; unterliegt Tierschutzgesetz; Bestandsmanagement durch Kommunen
Lebensraum: Weltweit in Städten; Gebäudenischen, Brücken und Bahnhöfe als Brutplätze
Größe:31 bis 34 cm; Flügelspannweite 60 bis 65 cm; Gewicht 300 bis 400 g
Ernährung: Samen, Körner; in Städten oft Essensreste und Abfälle
Besonderheit: Nachkomme verwilderter Haus-/Brieftauben; weltweit ca. 500 Mio. Individuen; außergewöhnlich intelligent (Spiegeltest); Mensch trägt Mitverantwortung für ihr Wohlergehen


Ausgestorbene Taubenarten

Wie gefährdet Tauben durch den Menschen sein können, zeigen auch zwei prominente Beispiele von historisch vorkommenden Taubenarten, die in ihren Regionen lange Zeit sehr verbreitet waren, inzwischen aber gänzlich als ausgestorben gelten.

Zeichnung eines bereits ausgestorbenen Dodo
Ausgestorben 1681

Dodo (Raphus cucullatus)

Schutzstatus: Ausgestorben; letzter Nachweis 1681; Symbol für menschlich verursachtes Artensterben
Lebensraum: Tropische Wälder von Mauritius; endemisch
Größe: Ca. 65 bis 75 cm; Gewicht ca. 10 bis 18 kg (etwa truthahngroß)
Ernährung: Früchte, Samen, Nüsse, Wurzeln; gehörte zu den Fruchttauben
Besonderheit: Flugunfähig; keine natürlichen Feinde → keinerlei Scheu vor Menschen; nach Ankunft holländischer Siedler (ab 1598) in nur ~80 Jahren ausgerottet durch Jagd, Habitatzerstörung und eingeschleppte Fressfeinde

Zeichnung der bereits ausgestorbenen Wandertaube
Ausgestorben 1914

Wandertaube (Ectopistes migratorius)

Schutzstatus: Ausgestorben; letzte Wandertaube „Martha" starb am 1. September 1914 im Cincinnati Zoo
Lebensraum: Laubwälder des östlichen Nordamerikas; zog in riesigen Schwärmen durch den Kontinent
Größe: Ca. 38 bis 41 cm; Gewicht ca. 250 bis 340 g; langer, keilförmiger Schwanz
Ernährung: Bucheckern, Eicheln, Kastanien, Beeren, Samen
Besonderheit: Einst häufigster Vogel der Welt (3 bis 5 Milliarden Individuen); Milliardenschwärme verdunkelten tagelang den Himmel; zwischen 1870 und 1900 durch systematische Bejagung vollständig ausgerottet

So kannst du (Wild)Tauben helfen


Lebensraum schaffen

Icon Obstbaum

Wildtauben leiden unter Lebensraumverlust und sind entsprechend für Alternativen dankbar. Gut geeignet sind hier alte Laub- und Obstbäume mit Spechthöhlen und Löchern. Hast du solche Bäume auf deinem Grundstück, lasse sie gerne stehen. Auch das Pflanzen von Hecken und Büschen ist eine gute Methode, um Tauben einen Lebensraum zu schaffen. Das Einflugloch sollte hier ungefähr zehn Zentimeter im Durchmesser sein und der Nistkasten in drei bis vier Metern Höhe aufgehängt werden. Zu guter Letzt kannst du auch Hecken und Büsche pflanzen. Weißdorn, Liguster, Schlehe und Holunder sind hier hervorragend geeignet und bieten sowohl Unterschlupf als auch Nahrung. Außerdem solltest du bereits bestehende Hecken in der Brut- und Setzzeit nicht schneiden, um die Tauben nicht zu stören.


Nahrung bereitstellen

Icon: Blumen

Wildtauben benötigen neben Unterschlüpfen vor allem Nahrung. Hier kommt ihnen eine Wildblumenwiese mit vielen Wildkräutern gerade recht. Ganz besonders, wenn es sich um Kicherkraut, Ampfer oder Vogelmiere handelt. Auch Holundersträucher, Eberesche, Sonnenblumen oder Getreidegräser sind hilfreich. Gerade in strengen Wintern und wenn die Schneedecke geschlossen ist, kannst du auch gezielt zufüttern. Verwenden kannst du zu diesem Zweck Hafer, Hirse, ungepellte Sonnenblumenkerne oder Weizen, die du flach an einer trockenen Stelle auf dem Boden verteilst. Brot und alle gesalzenen oder anderweitig gewürzten Speisen sind ein No-Go. Ein solches No-Go sind auch Herbizide. Denn diese solltest du nicht einsetzen, da sie wichtige Wildkräuter vernichten.


Wasser anbieten

Icon: Wassertropfen

Natürlich ist auch eine ausreichende Versorgung mit frischem Wasser für das Überleben der Vögel wichtig. Dafür kannst du ihnen eine flache und möglichst standsichere Vogeltränke hinstellen mit einer Wassertiefe von mindestens fünf und maximal acht Zentimetern. Achte darauf, dass du das Wasser ständig wechselst und sauber und eisfrei hältst. Um Letzteres sicherzustellen, kannst du auch kleine Heizstäbe an der Vogeltränke anbringen oder regelmäßig warmes Wasser nachfüllen. Ein naturnaher Gartenteich ist übrigens auch eine tolle Bademöglichkeit für Wildtauben.


Gefahren verringern

Icon Vogelschutzfolie

Tauben sind in unserer Welt einer Vielzahl von Gefahren ausgesetzt und du kannst dabei helfen, sie zu beseitigen oder abzumildern. Eine große Bedrohung für Tauben sind zum Beispiel Glasscheiben, mit denen sie oft kollidieren und die zu den häufigsten Todesursachen für sie zählen. Eine Vogelschutzfolie oder spezielle Fenstermarkierung, die das UV-Licht reflektiert, macht das Hindernis für Tauben und andere Vögel sichtbarer und ermöglicht es ihnen, es zu umgehen. Hast du Katzen, solltest du sie zudem von den Brutstätten der Tauben fernhalten und diese notfalls einzäunen. Und als Autofahrer kannst du, besonders auf Feldwegen und Landstraßen, dein Tempo reduzieren, damit die Tiere nicht mit deinem Fahrzeug kollidieren.

Icon Glühbirne

Verletzten Tauben helfen

Falls du eine verletzte oder geschwächte Taube entdeckst, kannst du ihr ebenfalls helfen. Bevor du aber direkt eingreifst, gehe erst einmal sicher, dass es sich wirklich um ein verletztes oder krankes Tier handelt. Manchmal sind solche Vögel nämlich auch lediglich Jungvögel, die sich an ihrem ersten Ausflug versuchen und denen du nur schaden würdest, wenn du sie aufnimmst. Bist du sicher, dass der Vogel Hilfe benötigt, hebe ihn vorsichtig mit einem Tuch oder Handtuch und auf keinen Fall mit der bloßen Hand von hinten auf. Dann kannst du die Taube in einen Karton mit Luftlöchern setzen, den du zuvor mit Zeitungspapier auslegst. Tränken oder Füttern solltest du sie besser nicht. Merke dir außerdem die Stelle, wo du den Vogel gefunden hast, damit er wieder zu seinem Nest oder seinem Partner zurückfinden kann. Nun solltest du dich an Fachleute wenden. Das heißt, an Wildvogelstationen, Vogelschutzvereine, Tierheime oder Tierärzte mit ornithologischer Erfahrung.

Du willst mehr für den Tierschutz tun?

In unserem Ratgeber haben wir nicht nur Informationen über Tauben, sondern auch über andere Wildtiere wie Igel, Bienen oder Schmetterlinge. Wie du ihnen helfen kannst, kannst du in unseren Artikeln nachlesen. Jetzt entdecken!