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Arthrose beim Pferd

Pferd wird auf Arthrose untersucht

Selbst die gesündesten Pferde kommen irgendwann in die Jahre. Die Gelenke nutzen sich ab, entzünden sich und verursachen starke Schmerzen. Diagnose: Arthrose! Doch wie entsteht Pferdearthrose? Was kann ich tun, wenn mein Pferd daran erkrankt ist? Und wie kann ich der Gelenkerkrankung bei meinem Pferd vorbeugen? Hier finden Sie die Antworten auf Ihre Fragen.

Was ist Arthrose?

Arthrose ist auch bei Pferden die häufigste aller Gelenkkrankheiten. Sie beginnt zunächst mit einem Knorpelschwund. Fehlt der Knorpel, schaben die Knochen übereinander. Der Körper reagiert auf die veränderten Strukturen, indem er das Gelenk mit zusätzlicher Knochensubstanz stabilisieren will. Die daraus resultierenden Verknöcherungen lösen eine Umgestaltung der Gelenkstrukturen aus. Das Gelenk wird steif, kann sich entzünden und bereitet Ihrem Pferd immer mehr Schmerzen.

Infografik zur Arthrose im Gelenk

Wie erkenne ich Arthrose bei meinem Pferd?

Zunächst macht sich die Krankheit in einer wachsenden Unwilligkeit des Tieres bemerkbar. Da die Bewegungen Schmerzen bereiten, büßt Ihr Pferd an Bewegungsfreude ein. Das sollten Sie ernst nehmen, da es erst zu sichtbaren Einschränkungen kommt, wenn die Krankheit fortgeschritten ist. Diese zeigen sich in einer größeren Steifigkeit und längeren Einlaufphasen. Durch die Entzündung ist die betroffene Stelle geschwollen und heiß.

Schließlich münden die Veränderungen an der Gelenkstruktur in Beschwerden wie Lahmheit, Stolpern und unnatürlichen Bewegungen. Das Pferd sträubt sich in wachsendem Maße gegen die Bewegung und an den betroffenen Gelenken sind die veränderten Knochenstrukturen auch von außen sichtbar, z. B. durch die sogenannten Gallen (kleine, rundlich geformte Verdickungen).

Damit es gar nicht erst so weit kommt, sollten Sie stets die Gangart und die Beweglichkeit Ihres Pferdes im Auge behalten. So hat auch Annika G. erkannt, dass mit Ihrer Stute etwas nicht stimmt:

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Letzten Sommer fing meine Kleine plötzlich an hin und wieder leicht zu ticken.
Als sich das einfach nicht gegeben hat, hab ich meinen Tierarzt gerufen. Die Diagnose lautete dann tatsächlich Arthrose.“

Symptome im Überblick:

  • Lahmheit, z. B. bei den ersten Schritten
  • längere Aufwärmzeit
  • Sträuben gegen Bewegung
  • Stolpern und uncharakteristische Bewegungsabläufe
  • Schwellungen der Gelenke
  • oberflächliches Hitzegefühl auf den Gelenken
  • sichtbare Gallen (kleine, rundlich geformte Verdickungen) an den jeweiligen Gelenken
  • Steifigkeit

Ursachen für eine Arthrose beim Pferd

In den meisten Fällen ist ein fortgeschrittenes Alter für die Entstehung einer Arthrose verantwortlich. Es kann jedoch auch bei jüngeren Pferden schon zu Anzeichen einer Arthroseerkrankung kommen. Als Ursache und Risikofaktoren gelten unter anderem:

    Pferd mit Arthrose
  • Verschleiß der Gelenke durch Belastung
  • angeborene Fehlstellungen
  • Gelenkentzündungen (Arthritis)
  • Knochenbrüche oder Bänderrisse (Verletzungen, die zu einer einseitigen Belastung der Gelenke führen)
  • zu frühe und starke Belastung von Jungpferden (damit legen Sie quasi den Grundstein für spätere Gelenkerkrankungen)
  • zu frühe Belastung nach einer Verletzung des Bewegungsapparates
  • Übergewicht
  • Zerrungen und Quetschungen durch Fehltritte oder Stürze
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VS.-Tipp: Gehen Sie rechtzeitig zum Tierarzt

Wenn Ihnen etwas Ungewöhnliches am Bewegungsablauf Ihres Pferdes auffällt, sollten Sie umgehend einen Tierarzt aufsuchen. Dieser untersucht die verschiedenen Gangarten des Tiers und ermittelt auf diese Weise die betroffenen Gelenke bzw. das betroffene Gelenk. Mit Hilfe einer Beugeprobe erhebt der Arzt, ob und wo das Pferd Schmerzen hat. Eventuell kommen genauere Untersuchungen wie ein MRT oder eine Arthroskopie zum Einsatz. Das Gute: Bei Eingriffen wie der Arthroskopie, übernimmt die Pferde-OP-Versicherung die Tierarztkosten. Alle Pferde-OP-Tarife finden Sie in unserem Onlinerechner.

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Spat, Hufrolle und Gelenkschale - häufige Arthrose-Arten beim Pferd

Die Arthrose kann an den verschiedensten Körperstellen auftreten. Meist sind das Sprunggelenk (Spat), Huf-, Kron- oder Fesselbein (Gelenkschale) sowie Huf (Hufrolle) von der Krankheit betroffen.

Spat beim Pferd

Die Arthrose am Sprunggelenk wird als Spat bezeichnet.

Ursachen:

  • starke sportliche Belastungen
  • angeborene Fehlstellungen der Hinterbeine
  • Verletzungen

Symptome:

  • Lahmheit
  • schmerzende Hinterbeine
  • Knochenwucherungen (Exostosen) in der Innenseite des Sprunggelenks

Behandlung

  • orthopädische Hufbeschläge
  • Physiotherapie
  • entzündungshemmende und schmerzstillende Medikamente
  • Spat-OP wie Nervenschnitt (auch: Neurektomie)

Hufrolle beim Pferd

Die Arthrose an der Hufrolle wird auch als Hufrollensyndrom oder Hufrollenentzündung bezeichnet. In diesem Fall ist das Strahlbein von der degenerativen Veränderung betroffen.

Ursachen:

  • Durchblutungsstörungen im Hufgelenk
  • zu frühes Anreiten des jungen Pferdes
  • falsche Hufbearbeitung

Symptome:

  • Lahmheit
  • häufiges Stolpern
  • verkürzter Gang

Behandlung

  • Spezialbeschlag, um das Abrollen zu erleichtern
  • Infusion mit einem Wirkstoff, der den Knochenabbau bremst (z. B. Tildren)

Schale beim Pferd

Bei dieser speziellen Form der Arthrose kommt es zu Knochenzubildungen an Huf-, Kron- oder Fesselbein.

Ursachen:

  • Fehlstellungen
  • Verstauchungen, Prellungen und andere traumatische Reizungen
  • Verletzungen oder Abnutzung des Knorpels

Symptome:

  • Lahmheit
  • Entlastung der Vorderbeine
  • Trachtenfußung (Das Pferd tritt erst mit der Trachte und dann mit der Zehe auf)

Behandlung

Behandlung von Arthrose beim Pferd

Lautet die Diagnose Arthrose gibt es je nach Schwere der Erkrankung verschiedene Therapiemöglichkeiten. Sie alle haben das Ziel, Ihrem Pferd dabei zu helfen, die Knorpelschicht zu regenerieren, den Entzündungsprozess zu stoppen und die Schmerzen zu beseitigen.

Veterinärmedizin

Ist die Erkrankung noch im Anfangsstadium, wird der Tierarzt Ihrem Pferd vermutlich schmerzstillende und entzündungshemmende Medikamente verabreichen. Diese werden in der Regel direkt in das betroffene Gelenk gespritzt. Zum Einsatz kommt meist eines der folgenden Mittel:

  • Hyaluronsäure. Die Gelenkflüssigkeit eines gesunden Gelenks ist sehr zähflüssig und fungiert quasi als Schmiermittel. Die Injektion von Hyaluronsäure soll das Gelenk „ölen“ und so dem Knorpelschwund entgegenwirken.
  • Kortikoide.Durch ihre schmerzstillende und entzündungshemmende Wirkung verlangsamen sie den Abbau des Knorpels. Ist die Dosis jedoch zu hoch, schaden sie dem Gelenk eher.
  • Eigenblut (IRAP oder PRP).Bei diesen ziemlich teuren regenerativen Therapien, werden Entzündungshemmer aus dem Blut und den Blutplättchen Ihres Pferdes gewonnen. Zudem aktivieren sie den Heilungsprozess und tragen so zur Regeneration des Gelenks bei.
  • Stammzellen.Ihrem Pferd werden Stammzellen injiziert, die sich in Zellen des Knorpelgewebes umwandeln können und es so regenerieren. Gewonnen werden die Stammzellen meist aus dem Knochenmark.

Daneben gibt es noch andere ergänzende Behandlungsmethoden wie die Mesotherapie. Bei diesem Verfahren werden die Schmerzen durch zahlreiche Mikroinjektionen an der Körperoberfläche gelindert. Der Vorteil: Die Dosierung von Kortikoide kann deutlich reduziert werden.

Sind die Gelenkschäden bereits zu schwer, hilft möglicherweise nur noch eine Operation. Häufig wird dann die aufgeraute Fläche des Knorpels mittels einer Gelenkspiegelung (Arthroskopie) oder einer offenen Gelenk-OP (Arthrotomie) geglättet. Bei bestimmten Gelenken rät Ihnen Ihr Tierarzt möglicherweise zu einer Gelenkversteifung (Arthrodese) oder einem Nervenschnitt (Neurektomie).


Unser Pferde-Experte Ralf Becker erklärt:

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Diese Eingriffe sind meist ziemlich kostspielig. Bei einer Arthroskopie summieren sich die Kosten beispielsweise schnell auf mehrere Tausend Euro. Mit einer Pferde-OP-Versicherung können sich Pferdebesitzer jedoch vor den finanziellen Folgen schützen. Und das bereits ab 6,78 € im Monat. Wir raten daher, sorgen Sie für solche Fälle rechtzeitig vor!

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Pferdebesitzer berichten über ihre Arthrose-Erfahrungen

Unsere Kundin Sarah P. erzählt: „Mein neunjähriger Wallach hat seit etwa 3 Jahren links hinten Spat im Anfangsstadium. Bisher hat er alle 6 Monate eine Gelenksinjektion bekommen und war danach völlig schmerzfrei. Ich konnte ihn sogar normal reiten - Lektionen bis Klasse M. Anfang letzten Jahres hatte er die letzte Injektion. Einige Wochen danach ging er wieder ziemlich zäh. Bei Lektionen wie Kruppherein auf der rechten Hand oder Galopptraversalen nach rechts zeigte er mir auch deutlich, dass er nicht kann. Er hat sich richtig dagegen gewehrt. Ich bin dann mit ihm in die Klinik zum Röntgen. Mein Tierarzt meinte, die Abstände zwischen den Injektionen müssten verkürzt werden. Das wollte ich nicht. Daher entschied ich mich für eine Spat-OP. Eine Entscheidung, die mir nicht leichtfiel, da die Nachbehandlung relativ lange dauert. Eine Woche musste er nach der Operation noch in der Klinik bleiben. Beinahe 2.000 € hat mich der Eingriff inklusive Vor- und Nachuntersuchung gekostet. Darum hab ich mir allerdings keine Gedanken gemacht, denn meine Pferde-OP-Versicherung hat die Rechnung direkt beglichen. Mein Wallach musste danach noch 5 weitere Wochen in seiner Box ausharren. Anschließend durfte ich ihn 2 Monate nur geradeaus spazieren führen. Ende des Jahres durfte ich ihn dann das erste Mal reiten. Erst einmal nur Schritt. Jetzt - etwa ein Jahr nach der OP - trainiere ich ihm wieder langsam alle Gangarten an. Allerdings beginne ich immer mit einer halben Stunde Schritt. Wie es ihm ohne die Operation heute gehen würde, mag ich mir gar nicht vorstellen. Zum Glück konnte ich diesen Schritt wagen, ohne mir groß Sorgen um die Kosten machen zu müssen.“

Ein Vorteil, den Verena M. leider nicht hatte. Sie musste die Behandlungs- und Operationskosten aus eigener Tasche zahlen:„Mein Amadeus brauchte auch eine Spat-OP. Etwa 350 € hat mich die Erstuntersuchung inklusive Röntgen, Lokalanästhesie und Diagnostik gekostet. Für die Operation und den Klinikaufenthalt von 10 Tagen musste ich weitere 2.500 € bezahlen. Danach bin ich noch drei weitere Male alle 8 Wochen für die Nachkontrolle mit ihm in die Klinik. Dafür habe ich jedes Mal etwa 150 € bezahlt. Heute weiß ich: Mit einer OP-Versicherung wären mir ein Großteil der Kosten erspart geblieben. So musste ich mein Pferdesparbuch plündern. Und kann nur hoffen, dass Amadeus erst einmal gesund bleibt, bis es wieder gefüllt ist.“

Homöopathie

Ergänzend zu den schulmedizinischen Maßnahmen ist auch eine homöopathische Therapie möglich. Damit der Homöopath die richtige Therapie für Ihr Pferd auswählen kann, wird er Ihnen zuvor jedoch folgende Fragen stellen:

  • Was ist die Ursache für die Arthrose? (Abnutzung oder Überanstrengung? Autoimmun-Erkrankung oder schleichender Prozess?)
  • Handelt es sich um eine chronische Entzündung oder einen akuten Entzündungsschub?
  • Ist der Knorpel bereits komplett abgenutzt?
  • Welche Symptome zeigt Ihr Pferd?
  • Wie ist die Gemütslage Ihres Pferdes?

Nach der Anamnese setzt der Homöopath häufig auf eines der folgenden Arzneimittel:

  • Calcium carbonicum.Wird meist bei Fohlen und jungen Pferden eingesetzt, wenn diese zwar robust und kräftig wirken, ihr Stütz- und Bewegungsapparat jedoch geschwächt ist.
  • Calcium fluoratum.Eignet sich für Pferde mit Gelenkschwellungen, Arthrose, Arthritis, Bänderschwäche und Fehlstellungen.
  • Calcium phosphoricum.Dieses Mittel wird meist jungen Pferden und auch älteren „Sportpferden“ verabreicht, wenn sich die Entzündungen im Bereich der Wachstumszonen, der Ansatzstellen von Sehnen und Bändern oder den inneren Griffelbeinen befinden.
  • Bryonia D2-D3.Kommt meist bei Pferden mit stechenden und bewegungsabhängigen Schmerzen zum Einsatz.
  • Nux Vomica D6.Eine Therapie mit diesem Mittel stabilisiert den Organismus, führt Toxine aus und verbessert die Reizverarbeitung.
  • Rhus toxicodendron.Dieses Präparat wird Ihnen empfohlen, wenn das Gelenk Ihres Pferdes steif ist und sich gequetscht anfühlt. Ziel: Es soll die Sehnen und Bänder stärken.
  • Ruta graveolens.Es kurbelt den Heilungsprozess an und wird häufig eingesetzt, wenn das Mittel Rhus toxicondendron nicht hilft.
  • Symphytum.Unterstützt den Heilungsprozess von Knochen und Gelenken. Es wird als Globuli oder homöopathische Tinktur verwendet.

VS.-Tipp: Lassen Sie sich von einem erfahrenen Homöopathen beraten. Eine falsche Dosierung oder sogar ein falsches Mittel könnten die Gesundheit Ihres Pferdes negativ verändern.

Ernährung von Pferden mit Arthrose

Nicht zu unterschätzen ist der Einfluss des Futters auf die Gesundheit Ihres Pferdes. Mit der richtigen Fütterung können Sie frühzeitig eventuellen Gelenkproblemen vorbeugen bzw. diese lindern. So hat sich beispielsweise die Verwendung von Leinöl bewährt. Leinöl enthält viele Omega-3-Fettsäuren und begünstigt daher die Linderung von Entzündungszuständen im Körper. Zusätzlich ist eine ausreichende Versorgung mit Antioxidantien wie Vitamin C und Spurenelementen empfehlenswert. Diese behindern die Entstehung von freien Radikalen.

Nahrungsergänzungsmittel für Pferde mit Arthrose

  • Kalzium
  • Vitamin C, E, B1, B6 und B12
  • Grünlippmuschelextrakt
  • Hagebuttenpulver
  • Leinsamen (Omega-3-Fettsäuren)
  • Ingwer
  • Schwefel (MSM)
  • Hyaluronsäure
  • Teufelskralle
  • Brennnessel
  • Kieselerde
  • Gelatine

Die Organismen älterer Pferde stellen andere Anforderungen ans Futter als die von Jungpferden. Es lohnt sich deshalb, die Zusammensetzung des Futters an die besonderen Bedürfnisse Ihres Pferdes anzupassen und die genauen Inhaltsstoffe mit einem Experten - zum Beispiel im Tierfachgeschäft Ihres Vertrauens - zu besprechen.

Auch alternative Heilkräuter wie die Teufelskralle erfreuen sich heute großer Beliebtheit. Teufelskralle vereint einen schmerzlindernden mit einem entzündungshemmenden Effekt. Viele Pferdehalter kombinieren das Kraut mit der Ingwerwurzel. Es gibt auch fertige Kombipräparate zu kaufen. Zumeist werden diese Heilmittel kurweise angewendet. Bevor Sie jedoch die Ernährung Ihres Pferdes komplett umstellen oder Heilmittel auf eigene Faust anwenden, sollten Sie das Vorgehen unbedingt mit Ihrem Tierarzt besprechen!

Pferdegymnastik bei Arthrose

Um den gesamten Bewegungsapparat des Pferdes zu mobilisieren, zu stärken und Schmerzempfindungen zu lindern, lohnen sich Gymnastikeinheiten. Hierbei wird die Muskulatur sanft beansprucht. Gleichzeitig tragen Dehnübungen zu einer verbesserten Beweglichkeit und zu einer Lockerung bei.

Bei der Pferdegymnastik ist es wichtig, das motorische Gesamtbild im Fokus zu haben. Der neuromuskuläre Apparat funktioniert nur einwandfrei, wenn die einzelnen Teile möglichst gleich trainiert und beansprucht werden. Bekannt ist zum Beispiel das zirzensische Training. Dieses hilft dabei, die Muskulatur des Pferdes sanft und gleichmäßig zu beanspruchen. Erste Anleitungen kann Ihnen zum Beispiel ein Pferdephysiologe geben.

Gute Übungen im Überblick:

  • Geradeaus im Schritt und Trab
  • apportieren
  • Ja sagen
  • Küsschen geben
  • im Schritt über Stangen reiten

Der Vorteil: Die körperliche Belastung dieser Übungen ist relativ gering, das meiste sind eher Kopfaufgaben.

Weitere Tipps für Pferde mit Arthrose

  • Stellen Sie Ihren großen Freund bei nasskaltem Wetter in einen schützenden, trockenen Unterstand.
  • Stellen Sie Ihr älteres Pferd in eine ruhige Gruppe. Denn ältere und kranke Pferde sinken in der Rangordnung. Möglicherweise braucht es nachts auch eine eigene Box, in der es schlafen kann.
  • Verwenden Sie im Winter für die Box warme Einstreu und legen Sie Ihrem Pferd dicke Stallbandagen an.
  • Meiden Sie holprige Weiden und rutschigen Boden.
  • Sorgen Sie durch viel Weidegang und angepasste Bewegungseinheiten dafür, dass die Gelenke Ihres großen Freundes natürlich geschmiert werden.
  • Verzichten Sie beim Arbeiten mit ihm auf Sprünge, plötzliche Wendungen und Stopps.
  • Kühlen Sie das betroffene Gelenk bei einem akuten Entzündungsschub.
  • Liegt keine akute Entzündung vor, können Sie das Gelenk mit warmen Wickeln oder Moorpackungen behandeln.
  • Mit bestimmten Beschlägen können Sie Ihr arthrosegeplagtes Pferd ebenfalls unterstützen. Damit der Huf schneller abrollen kann, sind leichte Eisen wie Full-Rolling-Eisen, Rock’n’Roll-Eisen oder Spatbeschlag empfehlenswert.

Aussichten für Pferd und Halter

Eine Erkrankung des Pferdes geht auch mit einer Reihe von Konsequenzen für Sie als Halter einher. Neben den emotionalen Beschwernissen, die eine Krankheit mit sich bringt, schließen sich auch finanzielle und prospektive Fragestellungen an.

Pferdeversicherungen

Je nach Art der Pferdeversicherung sind die Kosten für eine Behandlung der Arthrose in den Leistungen enthalten. Haben Sie eine Pferdekrankenversicherung abgeschlossen, werden Ihnen die Leistungen - je nach Tarif - vollständig erstattet. Haben Sie eine Pferde-OP-Versicherung müssen Sie sich zumindest über die meist sehr hohen Operationskosten keinerlei Gedanken machen.

Was tun, wenn die Krankheit weit fortgeschritten ist?

Im Endstadium der Erkrankung erzielt die Behandlung in den meisten Fällen leider keinen Erfolg mehr. Nun können nur noch die Beschwerden des Tieres gelindert werden. Aus diesem Grund ist es wichtig, rasch zu handeln und den Heilungsprozess zu beginnen.

Leider handelt es sich bei der Arthrose um eine fortschreitende Erkrankung. Aus diesem Grund stellen sich die meisten Pferdehalter irgendwann die Frage, ob es nicht besser wäre, das Pferd einschläfern zu lassen. Diese Entscheidung fällt aufgrund der engen Bindung zwischen Halter und Pferd natürlich sehr schwer und daher auch subjektiv aus. Es gibt keine Richtlinie. Besprechen Sie daher alle möglichen Optionen mit Ihrem Tierarzt! Anschließend können Sie die verschiedenen Faktoren abwägen und eine Entscheidung treffen, die immer im Sinne des Pferdes sein sollte.

Fazit

Arthrose ist eine schmerzhafte und belastende Erkrankung für Pferde. Sie fühlen sich in ihrem Bewegungsablauf gestört und leiden vor allem im Winter unter Schmerzempfindungen in den befallenen Gelenken. Durch frühzeitige Erkennung kann der Krankheit jedoch entgegengewirkt werden. Obwohl es sich um eine fortschreitende Erkrankung handelt, können schmerzlindernde Medikamente, lokale Injektionen, Aufbautraining und die richtige Fütterung eine Verzögerung des Verschleißprozesses bewirken.

Wer die Krankheit möglichst lange in Schach halten möchte, sollte daher beständig auf die Motorik des Pferdes achten und schnell handeln. Mit der richtigen Behandlung können Pferde auch bei Arthrose noch Spaß an Spiel und Sport haben.

Häufige Fragen zur Arthrose beim Pferd

Wie kann ich Arthrose bei meinem Pferd feststellen?

Meist erkennen Sie die Erkrankung an der Gangart und der Beweglichkeit Ihres Pferdes. Die Lahmheit, vor allem bei den ersten Schritten, gehört zu den häufigsten Anzeichen einer Arthrose. Daneben gibt es jedoch noch viele weitere Symptome. Wichtig ist, dass Sie Ihr Pferd stets im Auge behalten und bei Auffälligkeiten Ihren Tierarzt kontaktieren. Denn eine Arthrose gründet oftmals auf einem Teufelskreis, der mit einer kleinen Verletzung beginnt. Diese Verletzung sorgt, vielleicht von Ihnen und dem Pferd selbst unbemerkt, dafür, dass sich das Pferd anders bewegt. Es fängt die Verletzung mit einer Überbelastung anderer Gelenke auf. Diese nutzen sich ab und werden wiederum zu neuen Problemherden. Folglich kommt es zu einer Überbelastung von immer mehr Gelenken. In der Folge verschärfen sich die bereits vorhandenen Gelenkschwächen. Deshalb ist es so wichtig, die Augen offen zu halten.

Was kann ich gegen Arthrose bei meinem Pferd tun?

Leider ist die Erkrankung nicht heilbar. Der Arthrose kann jedoch mit schmerzlindernden Medikamenten, der richtigen Fütterung und Aufbautraining entgegengewirkt werden. Mehr zu dem Thema finden Sie hier: Behandlung von Arthrose beim Pferd

Kann ich mein Pferd mit Arthrose reiten?

Bewegung ist auch für ein Pferd mit Arthrose sehr wichtig. Sie können Ihren großen Freund daher durchaus noch reiten. Allerdings nur in den Gangarten, die Ihrem Pferd keine Schmerzen bereiten. Wie Sie den Bewegungsapparat Ihres Pferdes zusätzlich mobilisieren und stärken können, erfahren Sie hier: Pferdegymnastik bei Arthrose

Wie füttere ich ein Pferd mit Arthrose richtig?

Auf phosphorhaltige Nahrungsmittel wie Weizenkleie sollten Sie in dem Fall besser verzichten. Denn Phosphor hemmt den Knochenstoffwechsel. Stattdessen sollten Sie das Futter Ihres Pferds lieber regelmäßig mit Ingwer, Teufelskralle und Leinsamen anreichern. Mehr darüber erfahren Sie hier: Nahrungsergänzungsmittel für Pferde mit Arthrose

Kann ich Arthrose beim Pferd vorbeugen?

Beim Thema Prävention ist vor allem die Intensität des Trainings ein wichtiger Faktor. Je stärker das Pferd beansprucht wird, desto höher ist auch die Gefahr, dass es aus Erschöpfung zu Fehlbelastungen kommt. Diese erhöhen das Risiko von Arthrose merklich. Dementsprechend tragen dosierte Trainingseinheiten und eine proaktive Beanspruchung des Pferdes dazu bei, Verschleißerscheinungen zu verzögern. Ebenso wichtig ist es, das eigene Pferd stets zu beobachten und etwaige Veränderungen schnell zu registrieren. Denn nur so können Sie einer beginnenden Arthrose frühzeitig entgegenwirken. Woran Sie die Gelenkerkrankung erkennen, verraten wir Ihnen hier: Symptome im Überblick

Was versteht man unter Schale beim Pferd?

Es handelt sich um eine spezielle Form der Arthrose, bei der die Zehengelenke des Pferdes betroffen sind. Mehr über die Symptome, Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten dieser Erkrankung haben wir hier für Sie zusammengefasst: Schale beim Pferd

Was ist Spat beim Pferd?

Von Spat bzw. Knochenspat ist die Rede, wenn ein Pferd unter Arthrose am Sprunggelenk leidet. Weitere Informationen erhalten Sie hier: Spat beim Pferd

Was ist das Hufrollensyndrom beim Pferd?

Das Hufrollensyndrom (auch: Hufrollenentzündung oder umgangssprachlich Hufrolle genannt) ist eine der häufigsten Formen der Arthrose bei Sport- und Freizeitpferden. Mehr über die Krankheit erfahren Sie hier: Hufrolle beim Pferd

Was ist MSM und wie hilft es Pferden mit Arthrose?

MSM ist die Abkürzung für Methylsulfonylmethan - ein Stoff, der im Weidegras, Knoblauch, Meerrettich und Co. enthalten ist. MSM wirkt entzündungshemmend, schmerzlindernd und stärkt Muskeln, Sehnen sowie Knorpel. Das Futter von Pferden mit Arthrose wird daher häufig mit diesem Stoff angereichert. Weitere Tipps zur Fütterung finden Sie hier: Ernährung

Kann ich mein Pferd mit Arthrose longieren?

Nein, denn beim Longieren im Kreis werden die Gelenke Ihres Pferdes nur einseitig belastet. Lassen Sie es lieber gerade Linien auf möglichst weichem Boden laufen und vermeiden Sie enge Wendungen. Am besten fragen Sie Ihren Tierarzt, wie weit Sie Ihr Pferd belasten können. Mehr zu diesem Thema finden Sie auch hier: Pferdegymnastik bei Arthrose

Pferde-OP-Versicherung - Ihr Schutz bei Gelenk-OPs

In manchen Fällen von Arthrose hilft eine OP am betroffenen Gelenk. Haben Sie rechtzeitig mit einer Pferde-OP-Versicherung vorgesorgt, müssen Sie sich um die Kosten eines solchen Eingriffs jedoch keine Gedanken machen. Die Tierarztrechnung wird dann nämlich von Ihrer OP-Versicherung übernommen. In unserem Tarifrechner finden Sie alle Pferde-OP-Versicherungen im Vergleich.

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Wer schreibt hier?

Mit seiner Erfahrung aus 27 Jahren als freier Versicherungsmakler, hilft Ralf Becker Kunden bei der Suche nach einer passenden Versicherung. Als Experte für Pferdeversicherung ist der passionierter Reiter ganz nah am Thema.
Ralf Becker

 

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