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Nach der Operation - so hilfst Du Deinem Pferd

Narkose, chirurgischer Eingriff, Aufstehphase: Bei Operationen gibst Du Dein Pferd in die Hände von Fachleuten - Du selbst kannst nur hoffen, dass alles gut geht. Doch nach der OP bist Du als Pferdebesitzer gefragt. Von der benötigten Boxenruhe bis zur richtigen Fütterung: Wir geben Dir Tipps, wie Du dazu beiträgst, dass die Heilung bei Deinem großen Freund schnell vorangeht.

Hinweise des Tierarztes oder der Tierklinik notieren

Dein Pferd darf nach der OP und einigen Tagen in der Tierklinik nach Hause. Endlich! Wenn Du Dein Tier abholst, bekommst Du vom Tierarzt in der Regel ein Faltblatt mit allen wichtigen Informationen zur Nachsorge mit. Nimm Dir einige Zeit, um dieses durchzulesen. Fühlst Du Dich gut informiert? Scheu Dich nicht, Deine noch offenen Fragen zu stellen. Immerhin hast Du ab sofort einen großen, tierischen Patienten zu betreuen, der leider nicht mit Dir reden kann.

Unser VS.-Tipp: Mach Dir ruhig während des Gesprächs mit dem Tierarzt oder der Tierarzthelferin Notizen. Eine OP beim Pferd ist eine große Sache, die lässt auch Dich als Besitzer nicht unberührt. Bei der Aufregung geraten schnell einige Antworten in Vergessenheit. Bevor Du die Tierklinik verlässt, solltest Du auf diese Fragen eine Antwort haben:

weisses Pferd in seiner Box
  • Braucht mein Pferd nach der OP Medikamente? Wenn ja: welche, wann und wie oft?
  • Wie lange muss mein Pferd in der Box bleiben?
  • Wann darf ich mein Pferd herumführen?
  • Wann darf es auf die Weide?
  • Darf es mit anderen Pferden zusammen auf der Weide oder dem Paddock sein?
  • Wann darf ich es wieder reiten?
  • Wann darf mein Pferd nach der Operation fressen und trinken?
  • Was darf es fressen und trinken? Heu, Stroh, Gras, Kraftfutter, Mash?
  • Wie wird die Wundnarbe versorgt?
  • Wann müssen die Fäden gezogen werden? Oder lösen sich diese von selbst auf?
  • Wird die Nachbehandlung in der Tierklinik durchgeführt oder reicht es, wenn der Haustierarzt zur Kontrolle an den Stall kommt?

Gib Deiner Pferdeversicherung Bescheid

Wenn Du eine Pferde-OP-Versicherung hast, solltest Du diese zeitnah über die Operation informieren. Immerhin bekommst Du nicht nur die teuren OP-Kosten erstattet, sondern auch die Kosten, die mit der Nachbehandlung auf Dich zukommen. Für welchen Zeitraum nach der OP und bis zu welcher Höhe Deine Versicherung aufkommt, entnimmst Du Deinen Vertrag.

Diese Kosten können nach der OP Deines Pferdes entstehen

Ein operativer Eingriff beim Pferd ist häufig sehr teuer. Leider bleibt es meist nicht bei den OP-Kosten. Auch im Anschluss kommen weitere finanzielle Posten auf Dich als Tierbesitzer zu. Diese könnten zum Beispiel sein:

BehandlungGOT Nr.1-facher Satz2-facher Satz3-facher Satz4-facher Satz
Stationäre Unterbringung pro Tag ohne Behandlung und Futterkosten5022,46 €44,92 €67,38 €89,84 €
Überwachung von Intensivpatienten bei Tag6019,24 €38,48 €57,72 €79,96 €
Überwachung von Intensivpatienten bei Nacht6038,48 €79,96 €115,44 €153,92 €
Folgeuntersuchung Pferd21a)15,39 €30,78 €46,17 €61,56 €
Injektion: intravenös, intratracheal, subkonjunktival504b)7,71 €15,42 €23,13 €30,84 €
Verband anlegen/abnehmen: einfach510a)5,13 €10,26 €15,39 €20,52 €
Verband anlegen/abnehmen Gipsverband oder ähnliche Schienung:510d)51,31 €102,62 €153,93 €205,24 €

GOT = Gebührenordnung der Tierärzte Stand 2021

Die genannten Preise sind der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) entnommen. Tierärzte sind an diese Beiträge gebunden. Wichtiger Hinweis: Bei den Preisbeispielen handelt es sich um Nettopreise. Es kommt die Mehrwertsteuer hinzu, ebenso wie die Kosten für Medikamente, Verbrauchsmaterialien sowie das Wegegeld für den Tierarzt. Wird Dein Pferd während der Notdienstzeiten behandelt, fällt zudem eine Zusatzgebühr in Höhe von 59,50 € an.

Wenn der Ernstfall eintritt, ist eine rechtzeitig abgeschlossene Pferde-OP-Versicherung Gold wert. Sie schützt Dich vor der hohen, finanziellen Belastung - und das bereits ab 6,78 € im Monat. In unserem Online-Tarifrechner kannst Du schnell, einfach und unverbindlich durch die Tarife stöbern. Welcher Tarif passt zu Dir und Deinem Pferd?

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Von der Tierklinik nach Hause - das braucht Dein Pferd

Dein Pferd darf nach Hause. Endlich. Doch so groß die Freude auch ist, wenn Du Deinen tierischen Freund nach der OP aus der Tierklinik abholst, kann es schnell einmal hektisch werden. Dein Pferd ist wahrscheinlich von der ganzen Situation noch überfordert und will eventuell gar nicht in den Anhänger. Was normalerweise ohne Problem funktioniert, wird auf einmal zu einem. Als erste Regel gilt daher: Bleib ruhig, auch wenn es schwerfällt. So verhinderst Du, dass sich Deine Nervosität noch zusätzlich auf Dein Pferd überträgt. Für Deine eigenen Nerven kann es hilfreich sein, wenn Du eine zweite Person mitnimmst und Dich zudem gut vorbereitet fühlst. Hast Du an alles gedacht?

Viele Pferdehalter nehmen beispielsweise folgende Dinge mit, wenn sie ihr Pferd aus der Tierklinik abholen:

  • Abdeckdecke/Transportdecke. Eventuell sogar mehrere - je nachdem wie lange Du unterwegs sein wirst. Denn durch die Aufregung kann es gut sein, dass Dein Pferd die Decken schnell durchschwitzt. Dann ist es gut, wenn Du diese austauschen kannst. Es soll sich ja nicht noch zusätzlich verkühlen mit der nassen Decke.
  • Transportgamaschen. Transportgamaschen schützen das Bein Deines Pferds nicht nur während der Fahrt, sondern bereits beim Einstieg. Gerade, wenn Dein Pferd unruhig hin- und hertänzelt, kann es schon einmal von der Rampe abrutschen. Die Gamaschen bewahren das empfindliche Pferdebein dann vor fiesen Abschürfungen. Achte darauf, dass die Gamaschen lang genug sind und neben dem Röhrbein auch den Kronrand und das Karpalgelenk bedecken. Musst Du während der Fahrt beispielsweise einmal unerwartet bremsen, kann es passieren, dass sich Dein Pferd sonst selbst auf den Kronrand tritt. Hast Du keine Gamaschen, gehen auch Bandagen und Hufglocken, um die Ballen des Pferdes zu schützen.
    Wichtig: Ist Dein Pferd überhaupt keine Gamaschen oder Ähnliches gewohnt, solltest Du eventuell besser darauf verzichten. Die Situation ist eh schon ungewohnt - wenn Du dann noch mit dem neuen Schutz um die Ecke kommst, kann Dein Pferd noch verunsicherter werden. Es wird dann versuchen, die Gamaschen abzustreifen oder anderweitig loszuwerden.
  • Eimer und Wasserkanister. Die meisten Pferde trinken auf der Fahrt kaum und halten es auch mal ein paar Stunden ohne Wasser aus. Denn das Problem ist: Wenn das Pferd zu viel trinkt, muss es natürlich auch irgendwann einmal urinieren. Viele Pferde scheuen sich aber davor, dies auf dem Anhänger zu tun und werden dann unruhig. Dennoch solltest Du Wasser und einen Eimer mitnehmen. Falls sich die Fahrt verzögert oder Du unerwartet einen Stopp einlegen musst, bist Du auf der sicheren Seite.
  • Heunetz.Viele Pferde lassen sich mit ein wenig zu fressen gut ablenken. Ein Heunetz ist daher ideal. Häng es hoch genug auf, damit sich Dein Pferd während der Fahrt nicht mit den Hufen darin verfängt.

Auch wenn Du sowieso ein guter Fahrer bist, fahr noch vorausschauender als sonst. Dein Pferd ist eventuell etwas wackeliger auf den Beinen als üblich.

Nach der OP: von Boxenruhe bis zur richtigen Einstreu

Wenn Du nach der Fahrt im Stall ankommst, wird Dein Pferd erleichtert sein. Den Geruch kennt es doch? Es denkt an frisches Gras und seine Weide. Doch leider hat sich Dein Tier zu früh gefreut. Je nach Art und Schwere der OP kann es sein, dass es vom Tierarzt erst einmal Boxenruhe verschrieben bekommt. Manchmal darfst Du Dein Pferd dann nur für einige Minuten im Schritt herumführen - das war es dann auch schon für den Anfang.

Nach und nach darf sich Dein Pferd natürlich wieder mehr bewegen, doch vor allem zu Beginn solltest Du auf die Empfehlung Deines Tierarztes hören. In der Regel erhältst Du für die erste Zeit nach der OP einen Therapieplan. Sollte dies nicht der Fall sein, frag gezielt nach. Denn eine zu frühe Belastung kann die Wundheilung verzögern. Gleichzeitig möchtest Du Dein Pferd jedoch auch nicht länger einsperren als nötig.

Behalte Dein Pferd und die Wunde im Auge

Warum darf ich nicht aus der Box? Warum kann ich nicht auf die Weide? Wo sind denn eigentlich die anderen Pferde? Auch in den ersten Tagen im Stall wird Dein Pferd noch etwas verunsichert sein von der neuen Situation. Es wird merken, dass etwas anders ist. Umso wichtiger ist es, dass Du Deinen großen, sensiblen Freund nicht zusätzlich stresst. Nichtsdestotrotz kommst Du nicht darum herum, ab und zu einen Blick auf die Wunde zu werfen.

Achte bei der Wunde auf folgende Merkmale:

  • Das Aussehen.
    Ist die Wundnaht geschlossen?
    Ist sie geröteter als zuvor?
    Sind die Wundränder einigermaßen gleichmäßig?
    Ist die Wunde geschwollen oder hat sich ein Ei unter der Wunde gebildet?
    Tritt Flüssigkeit aus der Wunde oder ist sie trocken? Wenn Flüssigkeit austritt, welche ist es: Wundwasser, Blut oder Eiter?
  • Der Geruch.
    Nimmst Du einen seltsamen Geruch wahr, der nicht von Sterilisationsmitteln oder ähnlichem kommt? Stirbt Fleisch ab oder bilden sich starke, eitrige Entzündungen, riechen diese meist unangenehm.
bandagiertes Bein beim Pferd

Eine Wundnaht an Deinem Pferd wird für Dich als Tierbesitzer wahrscheinlich immer ein ungewohnter und gleichzeitig erschreckender Anblick bleiben. In der Regel kannst Du jedoch beruhigt sein: Dass der operierte Bereich in der ersten Zeit noch leicht gerötet oder geschwollen ist, ist ebenso normal, wie das Austreten von Wundwasser. Damit Du den Zustand der Wunde besser einschätzen kannst, mach doch - wenn möglich - noch in der Tierklinik ein Foto von der Wunde. So kannst Du den Verlauf besser vergleichen. Und wie immer gilt: Scheu Dich nicht, Deinen Tierarzt oder in der Pferdeklinik anzurufen, wenn Dir etwas seltsam vorkommt.

VS.-Tipp: Speicher Dir wichtige Telefonnummern ab und hinterleg zudem einen Zettel mit den Notfallnummern an einem festgelegten Platz im Stall. Denn tritt tatsächlich ein Notfall ein, musst Du die nötigen Kontakte nicht erst heraussuchen. Klar, Deinen Tierarzt hast Du bestimmt eh gespeichert, doch was ist, wenn Dein Pferd in der Nacht oder am Wochenende Hilfe benötigt? Oder Du direkt in eine Tierklinik musst? Dann zählt jede Sekunde. Denk auch daran, anderen Pferdebesitzern im Stall Deine eigene Handynummer mitzuteilen. So können diese Dich informieren, falls ihnen etwas Ungewöhnliches an Deinem Pferd auffällt.

Hygienemaßnahmen nach der Operation

Hygiene im Pferdestall ist natürlich immer ein wichtiges Thema. Nach einer Operation solltest Du jedoch noch mehr Wert darauf legen, als es ohnehin schon üblich für Dich ist. Denn eine frisch operierte Wunde kann sich schnell einmal entzünden, vor allem, wenn diese noch nicht ganz verschlossen ist. Hier einige Tipps:

  • Die Box gründlich reinigen. Auch wenn Du die Box Deines Pferds immer sauber hältst, schadet es nicht, diese noch einmal gründlich zu reinigen und zu desinfizieren, bevor Dein großer Freund aus der Tierklinik zurückkommt.
  • Futtertrog und Tränke täglich auswaschen.
  • Zubehör gründlich reinigen. Denk bei der Reinigung auch an Decken, Halfter und ähnliche Utensilien.
  • Täglich die Box abäppeln.
  • Frisches Stroh. Gerade jetzt, wo Dein Pferd so viel Zeit in der Box verbringt, solltest Du das Stroh regelmäßig austauschen.
  • Späne statt Stroh. Hilfreich kann es auch sein, wenn Du nach der OP Stroh durch Späne ersetzt, da dieses weniger staubt. Allerdings ist es nicht so saugfähig und müsste regelmäßiger ausgetauscht werden.

Das richtige Futter für Pferde nach einer OP

In den Wochen nach der Operation darf Dein Pferd eventuell nicht direkt alles fressen wie gewohnt. Wie Du Dein Pferd am besten fütterst, hängt dabei unter anderem von diesen Faktoren ab.

  • Woran wurde Dein Pferd operiert? Der operierte Bereich spielt bei der Frage nach der Fütterung natürlich eine wichtige Rolle. Hatte Dein Pferd zum Beispiel eine Kolik und wurde ihm ein Teil des Darms entfernt, kann es durchaus etwas länger dauern, bis Dein Pferd wieder wie gewohnt fressen darf. Auch nach einer Zahn-OP wird es zunächst Einschränkungen geben. Wurde beispielsweise ein Zahn herausoperiert, sollten in den ersten Tagen danach keine Möhren oder Äpfel gefüttert werden.
  • Wie stark war die Narkose? Bei größeren Operationen bleibt Dein Pferd in der Regel erst einmal in der Tierklinik. Wurde Dein Tier jedoch direkt am Stall sediert - zum Beispiel für eine kleine Zahn-OP -, solltest Du mit der Fütterung mindestens so lange warten, bis Dein Pferd wieder ganz bei Sinnen ist. Frag Deinen Tierarzt.
  • Wie lange ist die Bewegung Deines Pferdes eingeschränkt? Muss Dein Pferd hauptsächlich in der Box bleiben und darf sich nur wenig bewegen, solltest Du die Kalorienzufuhr der Bewegung anpassen. Natürlich solltest Du es nicht auf Nulldiät setzen, aber die Kraftfuttermenge ein wenig reduzieren. Raufutter sollte jedoch ausreichend zur Verfügung stehen.

Auch wenn Du die Ernährung Deines Pferdes anpassen musst, solltest Du keine Experimente mit völlig neuem Futter machen. Dein Pferd ist bereits angeschlagen - eine Magen-Darm-Verstimmung mit Schmerzen oder Durchfall ist nun das letzte, was es gebrauchen kann.

Heu sollte Deinem Pferd immer zur Verfügung stehen. Damit es nicht schlingt oder vor lauter Langeweile in der Box zu viel frisst, solltest Du das Heu jedoch in ein Heunetz packen. So hat Dein Pferd nicht nur länger was davon, sondern auch ein wenig Beschäftigung.

Die richtige Fütterung hin oder her. Wichtig ist nicht nur die Frage, ob Du das geeignete Futter servierst, sondern auch: Frisst Dein Pferd überhaupt? Achte nach der OP darauf, ob und wie viel es frisst. Denn verschmäht es seine sonst heißgeliebte Nahrung für längere Zeit, scheint irgendetwas nicht zu stimmen. Vielleicht hat es Schmerzen im Magen? Oder Probleme beim Kauen? Geh der Sache auf die Spur und benachrichtige im Zweifelsfall lieber Deinen Tierarzt. Generell solltest Du die richtige Fütterung Deines Pferdes nach der OP besser vorab mit Deinem Tierarzt besprechen.

Bewegungsplan nach der OP

Dass Du Dein Pferd nach dem Eingriff erst einmal nicht wie gewohnt reiten darfst, ist für Dich natürlich selbstverständlich. Immerhin hat Dein Pferd eine frische Wunde und muss wieder zu Kräften kommen. In der Regel werden wahrscheinlich einige Wochen vergehen, bevor Du Dein Pferd satteln kannst. Die Tierklinik oder der Tierarzt wird Dich über den genauen Ablauf informieren. Ein Bewegungsplan könnte wie folgt aussehen:

  • Tag 1: Das Pferd wurde operiert. Wird in der Tierklinik in die Box gebracht. Keine zusätzliche Bewegung.
  • Tag 2-5: Dein Pferd bleibt in der Tierklinik. Mehrmals täglich darf es für einige Minuten geführt werden.
  • Tag 6: Dein Pferd darf nach Hause. An dem Tag darf es für mehrere Minuten geführt werden.
  • Tag 7-42 (Woche 2-6): Auch im Stall herrscht vorwiegend Boxenruhe. Dein Pferd darf mehrere Male am Tag im Schritt geführt werden.
  • Tag 43-70 (Woche 7-10): Kontrollierte Bewegungen an der Hand, der Führmaschine oder unter dem Sattel sind bis zu 2-mal täglich für eine halbe Stunde erlaubt.
  • Tag 71-84 (Woche 11-12): Es darf leicht getrabt werden.

Nach 12 Wochen sollte es überstanden sein. Dein Pferd darf in der Regel nun wieder normal geritten werden. Wichtiger Hinweis: Dies ist nur ein mögliches Beispiel für die Bewegung nach einer Kolik-OP. Besprich mit deinem Tierarzt, wie du in deinem individuellen Fall vorgehst.

Nach der OP - so lange muss die Koppel warten

Gerade nach Operationen an den Gelenken können Unebenheiten auf der Wiese den Behandlungserfolg schnell zunichtemachen, wenn Dein Pferd ungebremst losdonnert. Zudem es nach einer längeren Rekonvaleszenz Deines Pferdes durchaus möglich ist, dass Muskeln abgebaut wurden und die nötige Stabilität fehlt. Daher solltest Du lange genug abwarten, bevor Du Dein Pferd wieder unbeaufsichtigt auf die Weide lässt.

Auf die Koppel sollte Dein Pferd erst wieder, wenn

  • es sich uneingeschränkt bewegen darf.
  • es sich auch ruhig ausgiebig auf dem Boden wälzen darf.
  • es Gras fressen darf.
  • es zu Artgenossen darf.

Als Faustregel gilt, dass Dein Pferd erst wieder unkontrolliert auf die Weide sollte, wenn es unter dem Sattel normal arbeitet, sich wohlfühlt und gut damit klarkommt. Nach einer Kolik-OP kann es daher durchaus sein, dass es bis zu 12 Wochen dauert, bis es so weit ist.

Boxenruhe ohne andere Pferde

Pferde sind sehr sensibel - sie merken direkt, wenn etwas anders ist. Wenn Dein Pferd aus der Tierklinik zurückkehrt, werden seine Freunde vielleicht erst einmal skeptisch reagieren. Im schlimmsten Fall versuchen sie sogar Dein Pferd aus der Reserve zu locken. Doch die Rangordnung sollte nicht gerade jetzt in Frage gestellt werden. Tritte und Bisse sind das letzte, was Dein Pferd gebrauchen kann. Du solltest Dein Pferd daher besser erst einmal alleine einstellen.

Abgesehen von Rangeleien, lassen sich Pferde zudem gerne untereinander mitreißen. Immerhin sind es Flucht- und Herdentiere. Ist eines besonders nervös, steckt es die anderen an. Und Dein Pferd soll sich ja schließlich ausruhen.

Wer achtet auf Dein Pferd, wenn Du nicht am Stall bist?

In der Regel sprechen sich Neuigkeiten im Stall schnell herum. Dennoch solltest Du sicherstellen, dass wirklich alle über die Operation Bescheid wissen, die mit Deinem Pferd in Berührung kommen. Es ist wichtig, dass sie noch mehr Rücksicht beim Umgang mit Deinem Pferd nehmen als üblich.

Musst Du arbeiten und kannst länger nicht nach Deinem Pferd sehen? Dann bitte doch den Stallbetreiber oder einen befreundeten Einstaller darum, ab und zu mal einen Blick in die Box zu werfen und Dir eine Nachricht zu schicken. Wenn Du weißt, dass jemand nach dem Rechten sieht, musst Du Dir nicht so viele Sorgen um Dein Tier machen. Im besten Fall findet die Operation so statt, dass Du Dein Pferd vor dem Wochenende oder in Deinem Urlaub aus der Klinik abholen kannst - so hast Du mehr Zeit für Dein Pferd. Doch Operationen lassen sich natürlich nicht immer planen. Gerade Kolik-OPs oder offene Knochenbrüche lassen sich auf keinen Fall aufschieben.

Fragen und Antworten

Was darf mein Pferd nach der OP fressen?

In der Regel dürfen Pferde einige Stunden nach der OP wieder trinken und fressen. Wann genau das sein wird, wird Dir vom Tierarzt mitgeteilt. Meist ist Dein Pferd zu dieser Zeit eh noch in der Klinik. Doch auch einige Zeit nach der Operation wirst Du die Fütterung Deines Pferdes vorübergehend anpassen müssen. Hier findest Du noch mehr Infos zum Thema: Das richtige Futter für Pferde nach einer OP.

Kann ich mein Pferd nach der OP zu anderen Pferden stellen?

Dein Pferd wird sich gerade zu Beginn der Erholungsphase noch etwas untypisch verhalten und eventuell sogar nach Tierklinik riechen. Das könnte für seine Artgenossen ein Grund sein, Deinem Pferd einmal genauer auf den Zahn zu fühlen. Wir sagen Dir, warum Boxenruhe ohne andere Pferde für den Anfang besser sein kann.

Wann darf ich mein operiertes Pferd wieder reiten?

Bis Du Dein Pferd wieder reiten darfst, kann einige Zeit vergehen. Gerade nach großen Operationen, zum Beispiel nach einer Darmresektion, benötigt Dein Pferd ausreichend Zeit. Wie lange es sein wird, hängt neben der OP auch von der Größe der Wundnaht ab und dem Zustand Deines vierbeinigen Freundes. Du erhältst von der Tierklinik einen Plan, an den Du Dich halten solltest. Ein solcher Plan könnte wie folgt aussehen: Bewegungsplan nach der OP.

Wann darf mein Pferd nach der OP auf die Koppel?

Die Weide ist wahrscheinlich der Ort, den Dein Pferd am meisten vermisst, aber auf den es voraussichtlich am längsten verzichten muss. Denn so schön es für Dein Pferd auf der Koppel auch ist: Sobald es den Duft nach Freiheit geschnuppert hat, hast Du kaum die Möglichkeit, es im Zaum zu halten. Da wird gegrast und galoppiert - so wie es das Pferdeherz begehrt. Und das kann schnell nach hinten losgehen. Hier findest Du alle Infos zum Thema: Nach der OP - so lange muss die Koppel warten.

Pferde-OP-Versicherung: finanzieller Schutz für den Ernstfall

Gerade bei großen Tieren wie Pferden schnellen die Kosten für OP und Nachsorge in die Höhe. Da kommen schnell einmal mehrere tausend Euro zusammen. Mit der passenden Operationsversicherung für Dein Pferd musst Du Dir zum Glück keine Gedanken mehr um die finanziellen Folgen der OP machen. Vergleich jetzt alle Tarife für Dein Pferd in unserem Vergleichsrechner!

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Versicherungsexperte Ralf Becker

Ralf Becker – Tierexperte, Autor und Inhaber von vergleichen-und-sparen.de

Seit 28 Jahren bin ich, Ralf Becker, als freier Versicherungsmakler tätig und habe ich mich auf die Absicherung von Tieren spezialisiert. Als Experte für Pferdeversicherung bin ich als passionierte Reiter ganz nah am Thema und zeige Dir mit meinem Team die beste Absicherung auf. Denn es ist Dein Pferd.
Ralf Becker