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Warnsignale der Katze: Wenn die Samtpfote ihre Krallen ausfährt

Wir lieben unsere Samtpfote und nutzen viele Momente im Laufe des Tages, um unsere Katze zu knuddeln, mit ihr zu spielen und mit ihr zu schmusen. Schließlich hat unsere Katze ein außerordentliches Bedürfnis nach Zuwendung und Streicheleinheiten.

Dass so was auch in die andere Richtung losgehen kann, hat jeder Katzenfreund schon erfahren. Kratzer oder schmerzhafte Bisse sind die Folge. Wir haben die Warnsignale der Katze ignoriert. Dabei können wir solche Szenarien vermeiden, wenn wir die Signale besser deuten, die unsere Samtpfote aussendet.

Alles für den Kuschelabend mit der Katze vorbereitet und dann knallt es

Katze faucht

Wenn abends das Fernsehprogramm läuft, ist Gemütlichkeit angesagt. Nicht nur Herrchen und Frauchen haben ihren Platz auf dem Sofa, sondern auch für unseren Stubentiger liegt die Lieblingsdecke oder das Lieblingskissen bereit. Dazu noch ein paar Leckerchen, damit sich unser Liebling nicht benachteiligt fühlt, wenn wir unsere Chips knabbern. Zwischendurch mal eine Runde kuscheln und es ist der perfekte Abend. Wenn nicht auf einmal unsere Katze sich lautstark wehrt, die Krallen ausfährt und auf Abstand geht. Was ist da nun in unseren Liebling gefahren?

Bei der Katze können die Gründe für einen Stimmungswandel vielfältig sein. Dabei kommt eine solche Situation nicht aus heiterem Himmel. Nein, im Gegenteil: Jede Katze sendet Signale aus, die etwas zu bedeuten haben. Wir sind nicht in der Lage, diese richtig zu interpretieren. Die Folge sind dann Kratzspuren und schmerzhafte Bisse.

Jetzt sind schnelle Reaktionen gefragt

Wenn eine solche Attacke überraschend kommt, musst du dafür gewappnet sein. Nicht, dass du in dieser Situation deiner Katze einen Klaps gibst. Nein, du musst konsequent reagieren und deiner Katze Signale senden, die deinen Unmut zum Ausdruck bringen. Dazu gehört zunächst einmal ein kräftiges „Nein“ in die Richtung deiner Samtpfote. Dazu gehört, dass du deine Katze, sofern sie auf deinem Schoss lag, sofort herunter hebst und dann den Raum verlässt. Bei jungen Katzen kommt vor allem hinzu, dass sie sich in einem Spieltrieb befinden, bei dem durchaus mal Krallen und Zähnchen mit eingesetzt werden. Untereinander bekommen die Raufbolde davon kaum was mit, weil das dichte Fell ein guter Schutz gegen Bisse und Kratzer ist. Im Gegensatz zu unserer Haut, die recht sensibel auf Bisse oder Kratzer reagiert. Auch da gilt es, den jungen Wilden die Grenze aufzuzeigen. Zurück aber zu unserer Katze, die bereits den Flegeljahren entwachsen ist: Hier gibt es eindeutige Signale, die wir beobachten können, um eine solche Situation zu vermeiden.

Warnsignal Schwanz

Wenn Hunde mit dem Schwanz wedeln, ist das in der Regel ein Ausdruck der Freude. Darauf solltest du dich bei einer Katze nicht verlassen. Im Gegenteil: Je heftiger der Schwanz wackelt, desto mehr ist die Katze auf Attacke programmiert. Wackelt lediglich die Schwanzspitze, dann ist aus irgendeinem Grund der Jagdinstinkt geweckt. Streicheln oder Kuscheln passt deiner Katze jetzt nicht in den Kram. Nutz die Gelegenheit und lenk deinen Liebling mit einem Spiel ab. Dabei kann er sich abreagieren und ist danach eher zum Kuscheln geneigt. Streift deine Katze um dich herum und der Schwanz ist nach oben gerichtet und zeigt in Richtung des Kopfes, dann ist sie gut gelaunt und fordert dich zum Spielen auf. Bei einer nach hinten wippenden Schwanzspitze ist das ein Signal für gute Laune und Ausgeglichenheit.

Wenn der Stubentiger mit dem Schnurren beginnt

Schnurren gehört bei einer Katze dazu und ist ein Ausdruck der Behaglichkeit und des Wohlfühlens. Schon von klein an geben die Kitten Schnurrgeräusche beim Säugen ab. Alles bestens. Das spiegelt sich wider, wenn die Katze bei dir auf dem Schoss sitzt und du ihr sanft den Nacken kraulst oder den Kopf massierst. Besser geht es nicht. Verändert sich in der Schmusephase das Schnurrgeräusch oder deine Katze hört gänzlich damit auf, dann stimmt irgendetwas nicht. Warte kurz ab, wie sich deine Samtpfote jetzt verhält, halte kurz inne. Dadurch wird deine Katze abgelenkt und schenkt ihre Aufmerksamkeit dir. Schon kann es nach kürzester Zeit mit dem Schmusen weitergehen. Kraulst du deine Katze weiter, obwohl sie auf etwas anderes fixiert ist, kann das schnell einen Biss oder einen Hieb mit der Tatze zur Folge haben.

Katze möchte Streicheleinheiten

Die Augen sind der Gradmesser für das Wohlbefinden

Wenn es beim Schmusen geht, betrachte mal eingehend die Augen deiner Katze. Sind diese geschlossen? Dann ist das ein Zeichen für die ultimative Entspannung. Alles ist in Ordnung. Das gilt auch für den Fall, wenn die Augen halb geschlossen sind. Passiert es mal, dass deine Katze dich erwartungsvoll anschaut und blinzelt? Dann blinzle doch mal zurück. Das drückt aus der Sicht der Katze Freundschaft aus und schafft Vertrauen. Vorsicht ist dennoch geboten: Schaust du deiner Katze direkt in die Augen und hältst dem Blickkontakt stand, kann das für deine Katze ein Zeichen eines bevorstehenden Angriffes sein. Ebenso stehen die Zeichen auf Sturm, wenn deine Katze die Pupillen verengt oder extrem weitet. Das sind Anzeichen für Anspannung oder Angst, also nicht die besten Voraussetzungen zum Kuscheln.

Die Dosenöffnersensoren

Wir Menschen sagen der Katze die besten Eigenschaften beim Hören nach. Okay, sie hört nicht immer auf uns, aber auf alles in ihrer Umgebung. Kein Wunder, denn 32 Muskeln im Ohr lassen die Katzen ihre Ohren in alle Richtungen bewegen und das auch noch asynchron. Im besten Fall sind die Ohren nach vorne gerichtet, das ist ein Ausdruck des Wohlfühlens. Sind die Ohren hingegen angelegt, deutet das auf Anspannung hin. Warte einfach kurz ab, ob deinem Liebling irgendetwas anderes wichtiger ist. Stell das Kraulen ein und beobachte deinen Sofalöwen. Schon nach ein paar Momenten wird er sich wieder voll und ganz dir hingeben, wenn er merkt, dass nichts in der Umgebung jetzt so wichtig ist, um die Schmuserunde zu unterbrechen.

Die gesamte Körperhaltung und die Warnsignale der Katze im Blick behalten

Katze wird gestreichelt

Beruhigendes Schnurren oder Knurren? Nur ein kleiner Unterschied für uns, aber für deine Katze ist das eine erhebliche Stimmungsschwankung. Ist sie nun auf Behaglichkeit oder auf Angriff ausgerichtet? In diesen Momenten musst du die Körpersprache studieren, bevor du deine Katze zu dir hochnehmen möchtest. Das kann schmerzhaft enden. Dazu kommen noch seitwärts ausgerichtete Ohren und das Zusammenziehen der Nase: Jetzt fühlt sich deine Katze beengt oder bedroht, sodass du am besten ein wenig Abstand hältst und der Dinge harrst, die da kommen. Der Zustand ändert sich bei einer Katze schnell. Warte ein paar Momente ab, bevor du zur Schmuseattacke übergehst.

Alle Ausdrucksweisen und Gesten sind ein Zusammenspiel, das die Stimmung deiner Katze zum Ausdruck bringt. Dazu kommt auch, wie sie sich in ihren eigenen vier Wänden oder ihrem Revier bewegt. Eine aufrechte Gangart mit hochstehendem Schwanz signalisiert: Ich habe hier alles im Griff und sehe mal nach dem Rechten. Hat deine Katze indes eine niedrige Gangart eingelegt oder liegt geduckt am Boden, sind die Sinne auf Jagdmodus eingestellt. Jetzt wartet sie nur noch darauf, dass sich die Beute vor ihrer Nase in Bewegung setzt oder du die Spielzeugmaus loswirfst. Dann gibt es kein Halten mehr. Hat deine Katze hingegen Angst, wird sie einen Buckel machen. Das hilft ihr, sich optisch gegenüber einem möglichen Gegner zu vergrößern. Der Schwanz ist dabei stark aufgeplustert. Wenn sich deine Katze lang und ausgiebig putzt, ist das wiederum ein Zeichen für Gelassenheit und Entspannung. Bevor du deinen Liebling jedoch nun zum Kuscheln zu dir nehmen möchtest, lass ihn zuerst sein Putzritual beenden, damit es nicht doch wieder zu Abwehrreaktionen kommt. Du siehst also, dass deine Katze das Heft in der Hand hält, wenn es um das Kuscheln geht. Aber das sind wir doch gewohnt.