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Maulwürfe im Garten: Vergrämung statt Grabenkämpfe

Maulwurf schaut aus dem Hügel im Garten

Maulwürfe sind nicht unbedingt gern gesehene Gäste in unseren Gärten. Zwar sind die Tiere selbst nicht gefährlich oder schädlich, aber ihre Hügel sind in einem sonst gut gepflegten Garten kein ästhetischer Anblick. Doch was tun, wenn sie da sind? Sie mit allen nur erdenklichen Mitteln bekämpfen oder lieber eine tiergerechte Lösung suchen? Hier erfährst du alles, was du über die fleißigen Wühler und den richtigen Umgang mit ihnen wissen solltest und was du tun kannst, wenn Maulwurfshügel deinen Garten „heimsuchen“.

Was sind Maulwürfe und wie leben sie?

Um Maulwürfe besser zu verstehen und zu wissen, was sie überhaupt in deinem Garten tun, solltest du verstehen, wie sie leben und wie du die Tiere zuverlässig erkennst. Deshalb hier erstmal ein paar interessante Fakten zu Maulwürfen.


Körperbau und Organismus

Maulwürfe haben einen „walzenförmigen“ Körper mit weichem, sehr dichtem Fell, das grau, schwarz oder braun sein kann. Ihr Körper ist dabei sehr flexibel und in viele Richtungen biegbar, wodurch sie in ihren unterirdischen Gängen besser zurechtkommen können. Sie erreichen eine Länge von 10 bis 17 Zentimetern und ein Gewicht von 60 bis 120 Gramm. Ihre fünfzehigen Vorderpfoten sind wie Schaufeln geformt und genau wie auch ihr Kopf ideal zum Graben geeignet. Beim Graben können die Tiere das Zwanzigfache ihres Körpergewichts an Erde bewegen. Das kommt nicht von ungefähr, denn die Grabmuskeln machen mehr als die Hälfte der Muskulatur von Maulwürfen aus. Im Untergrund kommt ihnen auch der hohe Hämoglobingehalt ihres Blutes zugute. So sind sie immer gut mit Sauerstoff versorgt.

Weniger beeindruckend sind ihre Augen. Die sind sehr klein und größtenteils mit Fell bedeckt. Sie sind nicht ganz blind, können aber nur Hell und Dunkel unterscheiden. Auch ihre Ohren sind eher klein und verfügen über keine äußeren Ohrmuscheln. Trotzdem haben Maulwürfe ein hervorragendes Gehör. Und auch ihr Geruchssinn ist exzellent. Außerdem besitzen sie Tasthaare, die sogenannten „Vibrissen“, an Schnauze und Schwanz und das sogenannte „Eimersche Organ“ an ihrer Schnauze, das fünfmal mehr Nerven besitzt als die menschliche Hand. So können sie feinste Erschütterungen und Bewegungen ihrer Beutetiere erspüren.


Verhalten und Lebensraum

Wie du dir vielleicht gedacht hast, bewegen sich Maulwürfe vorwiegend unterirdisch. Sie leben dabei einzelgängerisch und setzen sich rabiat gegen Artgenossen zur Wehr, wenn sie nicht gerade in Paarungsabsicht unterwegs sind. Maulwürfe kennen keine Winterruhe und sind das ganze Jahr aktiv, wobei sie alle drei bis fünf Stunden zwischen Aktivität und Ruhe wechseln. Ihre Lebenserwartung beträgt etwa drei bis fünf Jahre. Maulwürfe können übrigens schwimmen, jedoch meiden sie Gewässer und überqueren sie nur in Ausnahmefällen.


Fortpflanzung

Die Paarungszeit der Maulwürfe beginnt Ende Februar und endet ungefähr Anfang April. Um Männchen anzulocken, setzen die Weibchen Gluckslaute und Duftmarken ein. Manchmal kommt es auch in der Paarungszeit zu Revierkämpfen. In dieser Zeit sind Maulwürfe aber nicht nur durch andere Maulwürfe gefährdet, sondern auch durch den Menschen. Denn da sie oberirdisch nach geeigneten Revieren suchen, geraten sie leicht in den Straßenverkehr.

War die Paarung erfolgreich, dauert die Tragezeit etwa vier Wochen, bis drei bis sechs blinde und nackte Maulwurfkinder auf die Welt kommen. Üblicherweise hat ein Maulwurfweibchen zwei solcher Würfe pro Jahr. Wenn die Bedingungen stimmen. Der Nachwuchs wird zwei Monate gesäugt und versorgt und dann von der Mutter vertrieben.


Ernährung

Maulwürfe ernähren sich ausschließlich von anderen Tieren. Dazu gehören Regenwürmer, Insekten, Insektenlarven, aber auch kleine Wirbeltiere wie Mäuse und Echsen. Pro Jahr fressen sie ungefähr 37 Kilogramm an Beute, was bedeutet, dass sie täglich etwa ihr halbes bis ganzes Körpergewicht zu sich nehmen müssen. Ohne Nahrung können sie nur etwa 10 bis 24 Stunden überleben.

Einige Beutetiere, wie Regenwürmer, werden durch einen Biss bewegungsunfähig gemacht und dann lebendig in Vorratskammern eingelagert.


Natürliche Feinde

Zu den natürlichen Feinden von Maulwürfen gehören Vögel wie Schleiereulen und Graureiher sowie Mäusebussarde und andere Greifvögel. Auch Wildschweine, Füchse, Steinmarder, Wiesel, Maulwiesel und sogar einige Hunde und Katzen haben es auf die Tiere abgesehen. Da Maulwürfe aber meistens im Boden leben, sind sie solchen Beutegreifern zum Glück eher selten ausgeliefert. Hier trifft es vor allem Jungtiere auf Reviersuche.

Nur einige Feinde, wie das Maulwiesel, dringen von Zeit zu Zeit in ihre Gänge ein.

Wie sind Maulwurfhügel aufgebaut?

Maulwurfshügel sind die Tore zu einem weit verzweigten Tunnelsystem, das eine Länge von bis zu zwei Kilometern und eine Fläche von bis zu 6.000 Quadratmetern erreichen kann. Ein typischer Gang ist etwa fünf Zentimeter breit und normalerweise zwischen zehn und 40 Zentimeter tief. Bei Frost kann er auch schon mal eine Tiefe von bis zu einem Meter erreichen.

Die Gänge sind dabei nicht alle gleich, sondern bestimmten Zwecken zugeordnet und teils sogar „möbliert“. So gibt es Jagdgänge und Laufgänge, mit Pflanzenmaterial ausgepolsterte Nestkammern, Vorratskammern und in regelmäßigen Abständen angelegte Belüftungsgänge. Ein besonders großer Maulwurfshügel kennzeichnet die tiefgelegene Schlaf- und Winterkammer, die auch als „Burg“ bezeichnet wird. Einmal angelegte Gänge werden auch von weiteren Maulwurfgenerationen genutzt.

Maulwürfe: Schädlich oder hilfreich für den Garten?

So helfen Maulwürfe Gärtnern

  • Schädlinge reduzieren:
    Die Anwesenheit von Maulwürfen in deinem Garten hat eine Menge positiver Effekte. Dazu gehört etwa, dass die Tiere Schädlinge wie Engerlinge, Schnecken oder Drahtwürmer fressen. Und gelegentlich auch schädliche Nager wie Mäuse und Wühlmäuse. Wühlmäuse halten sich oft sogar komplett von Gärten mit Maulwürfen fern.
  • Bodenverbesserung:
    Maulwürfe lockern den Boden und machen ihn luftiger. Das kommt ganz besonders den Pflanzen und ihren Wurzeln zugute. Außerdem wird so die Wasserdurchlässigkeit des Bodens gefördert und Staunässe verhindert. Auch ist die entstehende, feinkrümelige Aushuberde ideal als Anzucht- und Pflanzerde geeignet.
  • Schaffung von Rückzugsorten:
    In Maulwurftunneln können sich auch nützliche Tiere wie Erdhummeln oder Wildbienen gut zurückziehen.

So schaden Maulwürfe deinem Garten

  • Ästhetik und Hindernisse:
    Machen wir uns nichts vor, Maulwurfshügel sind keine wirkliche Zier für den Garten. Noch dazu sind sie potenzielle Stolperfallen und erschweren Gartenarbeiten wie Rasenmähen.
  • Pflanzenschäden:
    Da Maulwürfe sich räuberisch ernähren, haben sie es zwar nicht direkt auf deine Pflanzen abgesehen, aber schaden können sie ihnen leider dennoch. Denn ihre Erdhügel können Beete und Rasen beschädigen und eine Nachsaat nötig machen. Zudem können die Gänge, wenn sie von Maulwürfen verlassen werden, zu perfekten Unterschlüpfen für Wühlmäuse werden, die deinen Pflanzen direkt schaden.
  • Gefahr für Nützlinge:
    Leider fressen Maulwürfe mit Vorliebe auch Nützlinge wie Regenwürmer, was sich auf lange Sicht negativ auf die Bodenqualität auswirken kann.

Wie kannst du Erdhügel von Maulwürfen und Wühlmäusen unterscheiden?

Maulwürfe sind nicht die einzigen Säugetiere, die sich im Erdreich bewegen. Auch Wühlmäuse sind dort anzutreffen und können ebenfalls Gänge und Hügel bauen. Da Wühlmäuse eine wirkliche Bedrohung für deine Pflanzen sind, ist es wichtig, zu wissen, welche dieser Tierarten sich bei dir aufhält. Auch weil der Maulwurf unter Artenschutz steht, die Wühlmaus jedoch nicht. Zum Glück gibt es einige Unterscheidungsmerkmale, wenn man weiß, worauf man achten muss.

UnterschiedMaulwurfWühlmaus
Hügelformvulkanartigflach, unregelmäßig, oft halbmondförmig
Hügelvorkommengleichmäßig entlang des Gangsystemsunregelmäßig, oft in Gruppen
Eingangkein sichtbares Lochseitliches Loch/Eingang sichtbar
Gängehochovalbreitoval
Innenlebensauberenthält Wurzelreste
Jahreszeitganzjährig, besonders Frühjahr/Herbsthäufig Herbst/Winter

Wenn du dir unsicher bist, kannst du die sogenannte „Verwühlprobe“ anwenden und den Gang vorsichtig öffnen. Warte dann ab und schaue, ob er am nächsten Tag wieder verschlossen wurde. In diesem Fall handelt es sich um den Gang einer Wühlmaus.

Icon: Paragraphenzeichen

Maulwürfe im Garten bekämpfen: Das ist verboten

Falls dich die Anwesenheit von Maulwürfen in deinem Garten stört, stellt sich natürlich unweigerlich die Frage, wie du sie wieder loswirst. Das ist aber nicht so einfach, denn die Tiere stehen schon seit den späten Achtzigerjahren unter sehr strengem Artenschutz. Folgende Methoden zur Bekämpfung der Tiere sind deswegen ausdrücklich verboten und werden je nach Bundesland mit Bußgeldern zwischen 5.000 und 65.000 € geahndet. In schweren Fällen sind auch Freiheitsstrafen möglich.

  • Tiere töten:
    Ein absolutes No-Go ist es, den Tieren bewusst zu schaden oder sie gar zu töten. Ganz egal, ob mit Totfallen, Giftködern, Gas oder durch das Fluten ihrer Gänge mit Wasser. Davon solltest du also in jedem Fall Abstand nehmen. Das ist nicht nur verboten, sondern auch Tierquälerei.
  • Tiere einfangen:
    Fast genauso schlimm und ebenfalls unter Strafe gestellt ist das lebende Einfangen der Tiere. Das hat ebenfalls seine Gründe. Denn viele Maulwürfe sterben auch in Lebendfallen an Stress und Nahrungsmangel.
  • Wohnräume zerstören:
    Ebenfalls klar untersagt ist es, die Gänge von Maulwürfen oder sonstige Fortpflanzungs-, Brut- und Ruhestätten zu zerstören.

Maulwürfe vertreiben: Tier- und umweltfreundliche Methoden

Zum Glück gibt es andere, legale und tierfreundlichere Arten, Maulwürfe aus deinem Garten zu bekommen. Das Vergrämen, also Vertreiben der Tiere, ist nämlich grundsätzlich erlaubt.


Präventive Maßnahmen

Icon Gitter

Wenn du einen Rasen neu anlegst, kannst du dir mit Maulwurfgitter oder Maulwurfvlies helfen, das den Tieren horizontal den Weg versperrt. Auch eine vertikale Maulwurfsperre, die du in den Boden eingräbst, kann helfen. Dies kannst du auch in einen fertigen Rasen einsetzen, solange noch keine Maulwürfe bei dir aktiv sind. Willst du vor allem bestimmte Pflanzen schützen, helfen auch Hochbeete. Eine weitere Methode wäre, Stroh und Laub von deinem Rasen zu entfernen. Der lockt Regenwürmer an, die eine beliebte Beute von Maulwürfen sind. Wenn du diesen Anreiz für ihre Beutetiere entfernst, breiten sich auch Maulwürfe nicht so schnell bei dir aus. Jedoch sind Regenwürmer andererseits auch wichtig für die Bodengesundheit.


Gerüche verwenden

Icon Knoblauch

Es gibt eine Reihe von Aromen, die Maulwürfen nicht gerade schmecken. Dazu zählen Knoblauch, Zwiebeln, Essig, ätherische Pflanzenöle (zum Beispiel Zitrone, Bergamotte, Orange, Eukalyptus oder Lavendel) oder Kaffeesatz. Auch saure Milch, Buttermilch, Brennnesseljauche und Holunder sind geeignet. Wenn du Hunde oder Katzen hast, kannst du auch ihren Urin oder ihre Haare zum Vertreiben einsetzen. Wichtig ist es, alle Geruchsquellen gleichmäßig in den Gängen zu verteilen. Ob in einem Lappen, als Granulat oder auf ein Holzstück geträufelt. Dabei sollten die Gänge etwas abgedeckt werden, damit der Geruch auch einziehen kann. Frische die Gerüche wöchentlich auf. Du brauchst hier mitunter einen langen Atem.


Mit Geräuschen vertreiben

Icon Geräusche

Auch bestimmte Geräusche können helfen, Maulwürfe aus deinem Garten zu vertreiben. Hierzu gibt es eine Reihe von Methoden. So kannst du etwa eine Flasche schräg oder mit dem Hals nach oben in den Boden stecken. Der Wind erzeugt dann Vibrationen im Gangsystem, die die Maulwürfe stören. Genauso geeignet sind Klangspiele, Blechdosen an Eisenstangen oder Holzpfähle im Boden, gegen die du regelmäßig klopfst. Außerdem gibt es im Handel auch einen speziellen Ultraschall-Maulwurfschreck mit Bewegungssensor und häufig Solarbetrieb, den du auch präventiv einsetzen kannst. Am einfachsten ist es aber, wenn du auf ganz normale Alltagsgeräusche setzt. Etwa indem du regelmäßig den Rasen mähst oder wenn du Hunde und Kinder in deinem Garten toben lässt. Der Lärm und die Erschütterungen können Maulwürfe ebenfalls vergrämen.


Natürliche Feinde fördern

Icon Katze

Ein wilder Naturgarten mit Wildblumenwiese, unaufgeräumten Ecken, Laubhaufen, Steinhaufen, Hecken und angebrachten Ansitzstangen kann natürliche Feinde des Maulwurfs wie Greifvögel anlocken. Zusätzlich können auch Freigänger-Katzen oder Hunde den Tieren Angst einjagen.

Sobald du die Maulwürfe erfolgreich vertrieben hast, solltest du ihre Gänge mit Erde verschließen und glätten. Die Maulwurfhügel kannst du abtragen und die fruchtbare Erde weiterverwenden.

Tiere und Pflanzen schützen lernen: Unser Ratgeber

Nicht alle Tiere schaffen Probleme im eigenen Garten. Viele von ihnen sind sehr nützlich und benötigen unsere Hilfe. In unserem Ratgeber erfährst du, wie du Igeln, Wildbienen, Eichhörnchen und vielen anderen Tieren helfen kannst, und bekommst weitere wichtige Tipps zur naturnahen Gartengestaltung. Jetzt entdecken:
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