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Natürliches Leben für Wohnungskatzen

Katze schläft auf dem Kratzbaum

Sie rennen nicht hinter lebendigen Mäuschen her und den Vögeln draußen können sie auch nichts anhaben. Wohnungskatzen können viele Dinge nicht machen, die ihre Artgenossen als Freigänger draußen erleben. Dennoch ist es möglich, ein natürliches Leben für Wohnungskatzen zu schaffen.

Es kommt vor allem darauf an, ob deine Katze noch quasi Kleinkind ist und das Leben draußen noch gar nicht kennengelernt hat oder ob sie als Freigänger zu dir kommt. Katzen lernen schnell, sie passen sich an. Für junge Katzen ist es definitiv einfacher, sich an das Revier Wohnung zu gewöhnen. Daher legen wir in unserem Blogbeitrag den Fokus auf die Wohnungskatzen und nicht auf den Freigänger, der zur Wohnungskatze umerzogen wird.

Wohnung kontra Freigang

Das natürliche Leben von Katzen spielt sich draußen ab. Allerdings lauern dort auch mehr Gefahren als in der Wohnung. In den eigenen vier Wänden gibt es keine Autos, Hunde oder Füchse, die deiner Katze gefährlich werden können. Viele Katzenfreunde haben ihren Stubentiger durch Unfälle außerhalb der Wohnung verloren. Da liegt der Gedanke nahe, es bei einem neuen Sofalöwen anders zu machen. Welche Dinge musst du für ein natürliches Leben für Wohnungskatzen berücksichtigen?

  1. Deine Katzen benötigen ausreichend Kletter- und Kratzmöglichkeiten.
  2. Ein gleichaltriger Partner und ausreichend Spielzeug bieten eine Menge Abwechslung und Beschäftigung.
  3. Schaffe Beobachtungsplätze, damit deine Katze ungehindert "fernsehen" kann.
  4. Natürliche Geruchsquellen schaffen mit Materialien von draußen.
  5. Stell ausreichend Katzenklos bereit. Immer eine Toilette mehr, als Katzen im Haushalt.
  6. Schaffe Rückzugsorte.

Die Wohnung als Katzenlebensraum zu gestalten ist also nicht mit einem hohen Aufwand verbunden, sondern mit wenigen Handgriffen und Anschaffungen möglich. Vor allem Katzen in der Stadt sind so womöglich besser aufgehoben, als draußen - ohne vorhandene Grünbereiche und Jagdreviere - herumzustreifen.

Wie kannst du die Wohnung katzengerecht gestalten?

Katzen lieben es zu klettern, zu beobachten und auch mal ihre Krallen einzusetzen. Natürliches Leben für Wohnungskatzen kannst du also fördern, indem du ausreichend Kletterbäume und Kratzbäume bereitstellst. Kletterbäume bieten deiner Katze den Vorteil, dass sie von dort oben alles im Blick haben. Katzen lieben es, aus erhöhten Positionen ihr Umfeld zu beobachten und dann in einem geeigneten Moment auf die vermeintliche Beute loszugehen. Daneben bietet der Kletterbaum auch Sicherheit gegen Feinde. Gut, die dürfte es in deiner Wohnung nicht geben, aber der Instinkt von Katzen lässt sich nicht so ohne Weiteres ausschalten.

Der Kletterbaum sollte neben einer Möglichkeit zum Schlafen auch kleine Höhlen bereithalten, in die sich deine Katze zurückziehen kann. Du könntest sogar mehrere Kletterbäume in deiner Wohnung miteinander verbinden, indem du Regalbretter an der Wand zwischen den Kletterbäumen anbringst. So kann deine Katze zwischen den Kletterbäumen quasi hin und her pendeln.

Praktisch ist es, wenn der Kletterbaum gleichzeitig auch als Kratzbaum fungiert. Das ist für eine artgerechte Katzenhaltung sogar ganz sinnvoll. Der Grund dafür ist relativ einfach und mit dem Revierverhalten deiner Katzen zu begründen: Katzen kratzen nämlich gerne an rauen Oberflächen. Dabei sondern sie über die Drüsen unter ihren Krallen ein Sekret aus, das eine Art Duftmarke darstellt. Sie markieren damit ihr Revier. Neben den Kratzbäumen kannst du auch noch an verschiedenen Stellen Kratzbretter mit geeigneten Oberflächenmaterialien anbringen. Du solltest dir immer eins vor Augen halten: Schaffst du nicht genug Kratzmöglichkeiten, sucht sich deine Katze diese selber aus. Dann wird garantiert deine Tapete oder das Sofa dran glauben müssen.

Wie leben Wohnungskatzen natürlich?

Es ist natürlich schwierig, der Wohnungskatze ein gleichwertiges Revier zu schaffen, so wie sie es draußen vorfinden kann. Katzen, die draußen herumstreifen, haben nun einmal mehr Bewegung und mehr Abwechslung. Dafür allerdings hast du selber weniger von deinem Stubentiger. Wenn er die Freiheit schätzt, kommt er nur ab und zu mal gucken, was sein Mensch macht und ob der Fressnapf ausreichend gefüllt ist. Wohnungskatzen glücklich zu machen, ist also nicht ganz einfach.

Katzen haben nun einmal einen ausgeprägten Spiel- und Jagdtrieb und der will natürlich auch ausgefüllt werden. Neben der Gestaltung deiner Wohnung mit Kratzbäumen und Klettermöglichkeiten kommen Spielzeuge in Betracht, die katzengerecht sind und auch Abwechslung für Katzen schaffen. Dabei gibt es Spielzeug, das jede Menge Beschäftigung bietet und auch Dinge, die langweilig oder sogar gefährlich sind.

Am besten geeignet sind Spielzeuge wie

  • eine Katzenangel, die stabil genug ist, um die Fangattacken deiner Katze dauerhaft zu überstehen.
  • Fummelbretter zur Förderung der Intelligenz und Motorik.
  • Katzentunnel zum Versteckspiel und Beobachten.
  • Stoffmäuse, die nicht bei der ersten Jagd auseinanderfallen.
  • Duftkissen oder Katzenminze, zum Entdecken von Gerüchen.

Die beste Möglichkeit, deiner Katze Beschäftigung zu verschaffen, ist ein gleichwertiger Partner. Mit anderen Worten: Eine zweite Katze in deinem Haushalt sorgt dafür, dass sich beide Katze gegenseitig beschäftigen können - einfach durch herumjagen, toben, spielen und vieles mehr. Dabei ist aber wichtig, dass beide Katzen etwa im gleichen Alter sind. Ein Katzensenior wird mit einem neuen Haushaltsmitglied Probleme haben, wenn dieser erheblich jünger und wilder ist.

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Freigängerkatzen haben die Eigenschaft, dass sie regelmäßig an Bäumen und Sträuchern entlang streichen, um überschüssige und lose Haare loszuwerden. Stubentiger, die nicht nach draußen kommen, erledigen das über ihre Fellpflege und das regelmäßige Lecken. Dadurch nehmen sie Haare mit der Zunge auf und verschlucken diese. Es kann also passieren, dass deine Katze Haarknäuel erbricht. Das ist nicht weiter tragisch. Problematisch wird es erst dann, wenn Haarknäuel zu einem Darmverschluss führen. Daher musst du deine Katze regelmäßiger bürsten, um lose Haare zu entfernen. Gleichzeitig kannst du für deine Katze Katzengras bereitstellen. Dieses knabbert deine Katze gerne und es löst Erbrechen aus.

Fernsehen für die Katz?

Natürliches Leben für Wohnungskatzen lässt sich mit ein wenig Fantasie simulieren. Freigängerkatzen suchen draußen oft Plätze auf, von denen aus sie ihr Umfeld beobachten können. Das muss nicht immer mit der Jagd auf Mäuse oder Vögel enden, nein, manchmal wollen sie einfach nur beobachten. Solche Katzenreviere in der Wohnung lassen sich natürlich einfach gestalten.

Dazu eignen sich am besten Fensterbänke. Sie sind quasi wie ein Fernseher für deine Katze und dein Liebling kann stundenlang beobachten, was sich draußen so alles tut. Dafür kannst du eine Fensterbank auch ein wenig abpolstern, sodass deine Katze dort gleichzeitig ein Nickerchen machen kann. Sie kann also gleichzeitig dösen und mit einem Auge ihr Umfeld beobachten. Achte aber darauf, dass das Fenster selber Sicherheit gegen das sogenannte Kippfenstersyndrom bietet und deine Katze nicht durch das auf Kipp stehende Fenster entwischen kann. Das kann im schlimmsten Fall tödlich enden.

Katzenklo macht die Katze froh

So ganz Unrecht hatte Helge Schneider in den 1990er Jahren mit seinem skurrilen Song „Katzenklo“ nicht. Nichts ist der Katze wichtiger als ein sauberes Katzenklo. Freigängerkatzen können ihre Hinterlassenschaften an unbeobachteten Stellen verbuddeln, ohne dass sie dabei mit den Hinterlassenschaften anderer Tiere in Kontakt kommen. Das muss natürlich in deiner Wohnung auch möglich sein. Lebensraum für Katzen zu gestalten, heißt auch für ausreichend Hygiene zu sorgen. Dazu gehört ein Katzenklo ohne Deckel, an einer unbeobachteten Stelle, das auch regelmäßig gereinigt wird. Wenn du mehrere Katzen hast, dann solltest du grundsätzlich ein Katzenklo mehr haben als Katzen bei dir leben. So ist gewährleistet, dass immer mal ein sauberes Klo in Reserve vorhanden ist. Ansonsten suchen sich deine Katzen selber Stellen aus, wo sie sich lösen können und das wird für dich dann recht unangenehm. Wunder dich dann nicht, wenn der Wäschekorb mal als Ausweichquartier für das Katzenklo missbraucht wird.

Natürliches Leben für Wohnungskatzen schaffen mit Rückzugsorten

Toben und Spielen macht irgendwann müde und da ist ein Päuschen ganz angenehm. Eine katzengerechte Wohnung bietet verschiedene Rückzugsorte. Dabei ist deiner Katze vor allem eines wichtig: Sie will sich dort relativ unauffällig zurückziehen und gleichzeitig die Möglichkeit zum Beobachten haben. Dafür bieten sich Kletterbäume an, die auch eine kleine Höhle enthalten. Wenn du deiner Katze viel Freiraum innerhalb deiner Wohnung geben möchtest, dann bietet sich dafür auch ein Fach im Kleiderschrank an, das du mit Tüchern oder einer kleinen Decke auslegen kannst. Achte nur darauf, dass dieser Schrank immer zugänglich ist und nicht versehentlich verschlossen wird.

Möglich ist natürlich auch, dass du mit ein oder zwei Kartons selber kleine Höhlen bastelst. Das geht relativ einfach, indem du einfach einen großen Karton nimmst, dort ein Loch hineinschneidest und an einem ruhigen Ort im Haus oder deiner Wohnung aufstellst. Wichtig dabei ist, dass dieser Standort mit Bedacht ausgesucht wird. Wenn deine Katze diese Kartons als Rückzugsort akzeptiert, dann solltest du einen Stellungswechsel vermeiden. Die Ruheplätze oder Höhlen in der Natur wechseln ja auch nicht ihren Standort.

Die Haltung von Katzen in der Wohnung setzt natürlich ein bisschen Fantasie voraus. Wenn du dich mit dem Gedanken befasst, eine oder mehrere Katzen zu beschaffen und als Wohnungskatzen zu halten, dann ist ein artgerechtes Revier wichtig, damit deine Katze auch zufrieden ist.