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Hilfe, mein Hund hat Krebs! Was ist zu beachten?

Kranker Hund liegt unter der Decke

Wenn der Hund an Krebs erkrankt, ist das ein riesiger Schock! Doch je früher das Leiden festgestellt wird, desto größer ist die Chance, das Leben Deines Vierbeiners zu retten. Wir verraten Dir wichtige Warnzeichen und schildern, was im Ernstfall zu tun ist.

Seltsame Symptome beim Hund - was ist los mit Carlo?

Der siebenjährige Labradorrüde Carlo benimmt sich seltsam. Der an sich temperamentvolle, bewegungsfreudige Hund macht keine Anstalten, das Haus zu verlassen. Dabei ist er doch eigentlich für jede Gassirunde zu haben! Überhaupt wirkt er schon seit Tagen auffallend ruhig, fast apathisch. Sein Lieblingsfutter, das er normalerweise in weniger als fünf Minuten verputzt, hat er heute nicht mal angerührt. Und auch sein Gummi-Spieltier, das er häufig im Maul herumträgt, es wild durch die Luft schleudert und wieder auffängt, lässt er links liegen. Aus großen Augen schaut er sein Frauchen Anna nur fragend an und rollt sich dann müde in sein Hundebett.

Was fehlt ihm? So wie Anna geht es vielen Hundehalterinnen und -haltern, wenn sich ihr Vierbeiner anders als gewohnt verhält. Als Ursache für Carlos Schlappheit und Appetitlosigkeit stellt sich wenig später glücklicherweise nur ein harmloser Infekt heraus. Mitunter kann hinter derartigen Veränderungen aber auch eine ernsthafte Erkrankung stecken. Zum Beispiel ein bösartiger Tumor.

Zehn interessante Fakten, Hintergründe und nützliche Hinweise zu dem wichtigen Thema Krebs bei Hunden haben wir hier für Dich zusammengestellt.

Zivilisationskrankheit Krebs

Krebs gilt mittlerweile auch bei Hunden als Zivilisationskrankheit. Schätzungen zufolge leidet jede vierte Fellnase in ihrem Leben einmal daran und laut Studien versterben etwa 50 Prozent der Hunde über zehn Jahr an einem Krebsleiden.

Die Gründe dafür sind vielfältig und reichen von genetischer Veranlagung über schädliche Umwelteinflüsse bis hin zu Bewegungsmangel und einer unausgewogenen Fütterung. Außerdem steigt mit zunehmendem Alter das Krebsrisiko beim Hund – eine weitere Gefahr für unsere aufgrund der guten Versorgung immer betagter werdenden Haustiere.

Wie entsteht eigentlich Krebs bei Hunden?

Die Ursache steckt in den Genen. Bis zu 4.000 davon mutieren tagtäglich im Körper eines Hundes. Normalerweise spürt das Immunsystem die entarteten Zellen direkt auf und zerstört diese. Manchmal jedoch überlisten sie die körpereigene Abwehr und nisten sich im Organismus ein. Die Folge: Gut- oder bösartige Zellhaufen, kleine Tumore, entstehen. Die bösartigen vermehren sich unkontrolliert, wachsen in Nachbargewebe ein, zerstören gesunde Zellen und bilden Tochtergeschwülste, sogenannte Metastasen.

Die häufigsten Krebsarten beim Hund

Hund hat keinen Appetit

Wenn Hunde Krebs bekommen, ist am häufigsten ihr größtes Organ, die Haut, betroffen. Mehr dazu findest Du hier: Hautkrebs bei Hunden

Aber auch andere körperliche Bereiche sind bei unseren besten Freunden besonders gefährdet. Dazu zählen der Verdauungstrakt, das Gesäuge sowie der Harn- und Geschlechtsapparat. Verbreitet sind ebenfalls Geschwulste des Lymph- und Immunsystems, der Hormondrüsen sowie Krebs im Mund- und Rachenraum.

Regelmäßig zum tierärztlichen Check-up!

Um eine Erkrankung möglichst früh erkennen und behandeln zu können, sind regelmäßige Vorsorgetermine beim Tierarzt unverzichtbar. Die anfallenden Kosten deckt eine Hundekrankenversicherung ab. Für Hunde bis zehn Jahre lautet die Empfehlung, mindestens eine Routineuntersuchung pro Jahr, spätestens ab zwölf Jahren sollten die Kontrollen jährlich zweimal oder häufiger erfolgen. Achte außerdem auf ungewöhnliche Veränderungen Deines Vierbeiners als mögliche Hinweise.

Der amerikanische Krebsspezialist Dr. Michael Lucroy hat dafür diese 10-Punkte-Liste mit Warnzeichen erstellt:

Die zehn häufigsten Anzeichen für Krebs beim Hund

  • Schwellungen oder Knoten, die nicht mehr verschwinden oder wachsen
  • Gewichtsverlust
  • Appetitlosigkeit
  • Bewegungsunlust, abnehmende Kondition
  • Steifheit, anhaltende Lahmheit
  • schlecht heilende Wunden
  • Probleme beim Schlucken und Kauen von Nahrung
  • Blutungen oder andere Ausscheidungen aus Körperöffnungen
  • erschwerte Atmung, außerdem Probleme beim Absetzen von Kot und Urin
  • unangenehmer Geruch

Die Diagnosestellung

Stellst Du bei Deinem felligen Freund eins oder mehrere dieser Anzeichen fest, zögere nicht, Dir schnell beim Tierarzt Gewissheit darüber zu verschaffen. Nach der klinischen Untersuchung stehen für die Diagnose verschiedene bildgebende Verfahren zur Auswahl, etwa Röntgen in verschiedenen Ebenen, Ultraschall oder Magnetresonanztomographie.

Eine zytologische Untersuchung kann zudem Aufschluss darüber geben, ob ein Tumor gut- oder bösartig ist. Der Tiermediziner entnimmt dafür Proben durch Feinnadelaspiration oder Biopsie. Übrigens: Eine Narkose ist dafür in den meisten Fällen nicht vonnöten.

Mischlings-Hund der die Pfote hebt

Tschüss, Tierarztkosten!

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Die individuell beste Behandlung

Bestätigt sich ein Krebsverdacht bei deinem Hund, ist das erst mal eine niederschmetternde Nachricht. Jedoch hat in den vergangenen Jahrzehnten die Krebstherapie auch in der Veterinärmedizin beachtliche Fortschritte gemacht.

Eine Hundekrankenversicherung deckt einen wesentlichen Teil der entstehenden Behandlungskosten ab. Von speziellen Medikamenten über Chemo- und Strahlentherapie bis hin zur chirurgischen Entfernung des Tumors stehen hier heute zahlreiche unterschiedliche Therapien zur Verfügung. Immer an erster Stelle: der tierische Patient und dessen Lebensqualität!

Dafür ist es wichtig, neben der medizinischen Prognose auch persönlich auf Dein Tier einzugehen. Wäge in jedem Fall vorher ab: Wie sind die Heilungschancen? Ist mein Hund für eine Operation unter (Voll)Narkose vielleicht schon zu alt oder zu schwach? Oberstes Ziel sollte in jedem Fall sein, dem Tier Leiden zu ersparen.

Vielleicht kommt für Deinen Schützling auch Physiotherapie in Frage? Sanfte Massagen können Stress und Schmerzen lindern. Lass Dir am besten ein paar geeignete einfache Knettechniken und -griffe vom Physiotherapeuten zeigen, sodass Du deinem Schatz auch zuhause jederzeit zu mehr Entspannung und Wohlbefinden verhelfen kannst.

Keine zusätzlichen Sorgen

Zu den aufwühlenden Gefühlen, die mit einer Krebserkrankung des Hundes einhergehen, kommen auch finanzielle Überlegungen. Wie teuer sind Tierarztbesuche, Medikamente, spezielle Untersuchungen und Therapien? Kann ich mir das überhaupt leisten?

„Die Kosten können sich von Fall zu Fall stark unterscheiden“, weiß Tierärztin Astrid Behr, Pressesprecherin beim Bundesverband Praktizierender Tierärzte e.V. (bpt) aus Erfahrung. Das hängt damit zusammen, dass es so viele unterschiedliche Tumorerkrankungen bei Hunden und eine entsprechend große Anzahl verschiedener Behandlungsmöglichkeiten gibt. „Jedes erkrankte Tier benötigt eine individuelle Krebstherapie. Diese kann mal weniger aufwendig sein, manchmal auch sehr umfangreiche und intensive Maßnahmen erfordern“, fügt die Expertin hinzu.

Gedanken an unter Umständen größere finanzielle Aufwendungen sind in der ohnehin schon sehr angespannten Situation mit einem schwer kranken Tier zusätzlich belastend. Verschiedene Versicherer bieten jedoch schon seit Jahren eine Hundekrankenversicherung an, über die ein Großteil der entstehenden Kosten abgedeckt wird. Eine spürbare Entlastung, denn so können sich Hundehalter*innen ganz auf die Unterstützung und Genesung ihres Vierbeiners konzentrieren.

Wenn nichts mehr hilft

Manchmal ist es traurige Gewissheit: Keine Therapie schlägt mehr an. Der Vierbeiner wird immer schwächer, plagt sich mit schlimmen Schmerzen, und sein Leben ist nur noch eine Qual. Dann ist der Moment gekommen, zu überlegen, ob es für dein geliebtes Tier nicht am besten wäre, es von seinen Leiden zu erlösen.

Die Entscheidung, ein Tier einschläfern zu lassen und „über die Regenbogenbrücke“ zu schicken, fällt unglaublich schwer, aber es ist auch eine Entscheidung aus Liebe.

Eine gesunde Basis schaffen

Der Gedanke, dass die geliebte Fellnase an Krebs erkranken und an den Folgen versterben kann, macht betroffen. Wer wünscht sich nicht, dass der Kumpel auf vier Pfoten niemals Krebs bekäme?! Aber lassen sich bösartige Tumore überhaupt durch eine bestimmte Prophylaxe verhindern?

Dazu Tierärztin Astrid Behr: „Pauschale Maßnahme-Empfehlungen zur Vorbeugung gibt es nicht. Eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung, die Vermeidung von Übergewicht und regelmäßige Tierarztbesuche sind dennoch wichtige Voraussetzungen für ein gesundes Hundeleben.“

Du hast noch mehr Fragen zu diesem oder einem anderen tierischen Gesundheitsthema? Du benötigst individuellen Rat zu Deinem Tier?

Bringt Deine Fellnase vielleicht zu viel auf die Waage? Dann kann Dir unser Blog-Beitrag Hund zu dick wichtige Erkenntnisse liefern. Außerdem findest Du jede Menge Tipps, wie Du Deinem felligen Freud beim gesunden Abnehmen helfen kannst. Übrigens: Im Blog gibt es regelmäßig spannende Neuigkeiten und Tipps für Deinen geliebten Vierbeiner zu entdecken!

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