Was kostet ein Pferd im Monat?

Frau führt ein Pferd

Viele junge Mädchen träumen davon, ein Pferd oder ein Pony zu besitzen. Für die Eltern stellt sich in diesem Fall die Frage: Wie teuer ist ein Pferd? Welche Kosten für ein Pferd fallen künftig an? Denn mit der Anschaffung allein ist es ja nicht getan.

Neben dem einmaligen Betrag für den Pferdekauf kommt es monatlich zu einer Reihe von wiederkehrenden Haltungskosten und Ausgaben, die Sie sorgfältig einkalkulieren müssen, damit Sie dauerhaft in der Lage sind, das Pferd zu versorgen und zu unterhalten. Welche Kosten fallen bei einem Pferd an?

Wohin mit dem Pferd?

Das ist der erste Gedanke, der bei den Kosten für ein Pferd bereits enorm ins Gewicht fällt. Längst nicht jede Familie hat entweder ausreichend eigene Weidefläche oder einen befreundeten Landwirt an der Hand, bei dem das Pferd kosten günstig auf die Weide kann. Vor allem in größeren Städten gibt es kaum Möglichkeiten, das Pferd in der Nähe unterzubringen. Es muss also eine Unterstellmöglichkeit her. Welche Möglichkeiten gibt es dabei?

Einerseits kann das Pferd in einer Pferdepension unterkommen, andererseits ist auch die Pacht eines geeigneten Grundstückes möglich. Allerdings gibt es dabei eine Menge Punkte abzuwägen. Eine eigene Weide oder ein eigener Stall ist auf den ersten Blick eine gute Idee, spart aber nicht unbedingt Kosten.

Vorteile der Pferdepension:

  • Arbeiten wie Füttern können übernommen werden
  • Ausmisten erfolgt nach Absprache mit dem Stallbetreiber
  • Andere Pferde sind vor Ort – gut für das Sozialverhalten des eigenen Pferdes

Aufwand beim Betrieb einer eigenen Weide:

  • Wasser- und Stromversorgung regeln
  • Zaun errichten
  • Mistentsorgung, Heuanlieferung und Heulagerung organisieren

Es mag für Selbstversorger zwar etwas preiswerter sein, wiegt aber nicht den Zeitaufwand auf, der Ihnen im Stall oder der Pferdepension quasi abgenommen wird. Kalkulieren Sie daher je nach Angebot für die Unterbringung 200 Euro bis 400 Euro im Monat ein. Das hängt auch von der Lage des Stalls ab. Die genannten Kosten treffen am ehesten auf ländliche Gegenden oder das Umland größerer Städte zu. Bewegen wir uns aber im unmittelbaren Umfeld von Hamburg oder München kommen da locker bis zu 600 Euro zusammen. Das ist teilweise mehr Stallmiete, als manche Menschen für eine Mietwohnung bezahlen.

Pferd in Reithalle

Letztendlich hängt es auch davon ab, ob die Pferdepension noch zusätzliche Extras bietet. Sind neben ausreichenden Weideflächen auch noch Winterpaddocks vorhanden? Werden durch das Personal der Pension zusätzliche Arbeiten durchgeführt? Sind in den Stallkosten womöglich bereits Pauschalen für Wurmkuren enthalten? Verfügt die Pferdepension über eine Reithalle, die Sie regelmäßig nutzen können? Oder verfügt sie sogar über einen Turnierplatz, der mit Flutlicht ausgeleuchtet ist? Je nach Zusatzleistung fallen die Kosten für ein eigenes Pferd entsprechend hoch aus. Alternativ können Sie Ihr Pferd auch in einem Offenstall unterbringen. Hier fallen die Unterbringungskosten vergleichsweise niedrig aus – das hängt aber auch davon ab, welche Leistungen Sie selber erbringen.

Hinzu kommen noch die Fahrtkosten, wenn der Stall etwas außerhalb liegt. Bei einer Entfernung von 20 Kilometer für den Weg dorthin fallen allein für Spritkosten etwa 30 Cent je Kilometer an. Macht pro Stallbesuch grob vier bis fünf Euro. Im Monat kommen da also auch rund 80 bis 100 Euro zusammen. Nicht zu vergessen unter Umständen noch die Miete für einen Pferdeanhänger, wenn Sie mal zu einem Turnier fahren.

Der Versicherungsschutz – wie viel müssen Sie für ein Pferd im Monat bezahlen?

Zu den wiederkehrenden Kosten für ein Pferd gehört ganz klar die Pferdehaftpflicht. Diese schützt Sie vor den finanziellen Folgen von Schadensersatzansprüchen, falls Ihr Pferd mal etwas kaputt macht. Oder im schlimmsten Fall sogar jemanden mit einem Tritt verletzt. Es gibt zwar keine Versicherungspflicht, es ist allerdings aus finanzieller Sicht schon gewagt, ohne Versicherungsschutz ein Pferd zu halten. Diese kostet je nach Anbieter etwa sieben bis zwölf Euro im Monat. Das ist im Vergleich zu allen anderen Kosten für ein Pferd sehr günstig.

VS.-Tipp: Achten Sie bei der Pferdehaftpflicht auf eine möglichst hohe Versicherungssumme. Denn Sie haften für alle Schäden, die Ihr Pferd verursacht.

Was kostet die Gesunderhaltung des Pferdes

Hufschmied, Tierarzt, regelmäßige Impfungen oder Wurmkuren – das sind alles Kosten für ein Pferd, die Sie im monatlichen Budget fest mit einplanen müssen. Wenn der Hufschmied alle zwei Monate kommt, falle dafür zwischen 50 Euro und 100 Euro an. Daneben sind regelmäßige Impfungen empfehlenswert. Dazu gehört der Schutz gegen Krankheiten wie Tetanus oder Grippe. In der Regel erfolgen die Impfungen halbjährlich. Bei Kosten von bis zu 150 Euro je Impftermin müssen Sie etwa 25 Euro bis 30 Euro im Monat dafür zurücklegen. Ob eine regelmäßige Wurmkur erforderlich ist, hängt von Ihnen ab. Manche Stallbesitzer lassen bei den untergestellten Pferden regelmäßig anlassunabhängige Wurmkuren durchführen. Diese liegen vierteljährlich bei etwa 15 Euro je Wurmkur. Ob das aber sinnvoll ist, steht auf einem anderen Blatt. Denkbar ist auch die selektive Wurmkur, die nur zur Anwendung kommt, wenn dafür tatsächlich auch ein Anlass gegeben ist.

Beim Tierarzt: Wie hoch fallen die Kosten für ein Pferd aus?

Das hängt vom Gesundheitszustand des Pferdes ab. Lassen wir mal die Wurmkuren, Impfungen oder Vorsorgeuntersuchen außen vor, kommt es auf die Erkrankung an, wie hoch die Tierarztkosten ausfallen können. Dazu haben wir mal ein paar Beispiele gesammelt:

  • Kolikoperation je nach Schwere der Kolik: zwischen 3.000 Euro und 10.000 Euro
  • Entfernung eines Backenzahnes: 2.500 Euro
  • Operation des Griffelbeines: 3.000 Euro
  • Versorgung einer Schnittverletzung: 1.600 Euro
  • Medikamente beim Cushing-Syndrom: 60 Euro bis 120 Euro monatlich
  • Pilz- oder Hauterkrankungen: 150 Euro bis 200 Euro im Monat

Dazu kommen noch die Kosten für den Zahnarzt. Der sollte mindestens einmal im Jahr nach dem Gebiss des Pferdes schauen. Gesunde Zähne sind unverzichtbar für eine einwandfreie Verarbeitung des Futters. Dafür müssen Sie rund 130 Euro einkalkulieren.

In der Regel treten solche Erkrankungen und Verletzungen unerwartet auf. Viele Pferdefreunde haben nicht das notwendige Budget, um die Tierarztkosten entsprechend auf einen Schlag zu bezahlen. Alternativ gibt es die Möglichkeit, das Kostenrisiko von Operationen über eine Pferde-OP-Versicherung abzudecken. Diese liegt von den Kosten für ein fünfjähriges Pferd bei etwa 7 Euro bis 28 Euro – je nach Anbieter.

Wie sieht es mit den monatlichen Futterkosten aus?

Monatliche Kosten für den Stall beinhalten in der Regel bereits das Futter für Ihr Pferd. Heu kostet etwa 10 Euro je 100 Kilogramm. Davon frisst das Pferd 10 bis 15 Kilogramm. Macht im Monat bis zu 450 Kilogramm, also rund 45 Euro. Die sind aber, wie bereits beschrieben, mit den Unterbringungskosten abgegolten. Was aber dazukommt, ist Zusatzfutter, Mineralfutter, Möhren und andere Ergänzungen zum Speiseplan des Pferdes. Für Mineralfutter können Sie rund 10 Euro im Monat veranschlagen. Beim Kraftfutter liegt es an der Futterart. Hier kommen Kosten zwischen 50 Cent und 2 Euro zusammen – je Kilo Kraftfutter.

Da jedes Pferd einen anderen Bedarf hat, haben wir mal eine Beispielrechnung für ein Pferd vorgenommen, das täglich wenige Stunden im Beritt ist und nicht als Arbeitstier gehalten wird. Zwischen 500 Gramm und 1 Kilogramm Kraftfutter fallen hier an je 100 Kilogramm Körpergewicht. Das macht etwa 3 bis 6 Kilogramm täglich. Ein Sack Kraftfutter (20 Kilogramm) kostet je nach Hersteller 10 bis 25 Euro. Entsprechend summieren sich auch dafür die monatlichen Kosten. Prüfen Sie ruhig, ob im Einstellvertrag die Kosten für das Kraftfutter unter Umständen schon mit enthalten sind.

Zusätzliche laufende Kosten für ein Pferd

Wer sich zu ersten Mal mit einem Pferd beschäftigt, benötigt in vielen Fällen Reitunterricht. Dieser ist auch nicht umsonst. Es kommt immer auf die Anzahl der Reitstunden und den Kosten des Trainers an, wie hoch dafür die monatlichen Kosten ausfallen. Das variiert grob zwischen 50 Euro und 300 Euro.

Ebenso ist eine vernünftige Ausrüstung notwendig. Angefangen vom Sattel bis hin zur Gerte, Reithosen, Stiefel, Reitkappe oder Sicherheitswesten, Pferdedecke, Kälteschutz im Winter: Für die Neubeschaffung und Ersatzbeschaffung sollten Sie im Jahr ein Budget von 300 Euro dafür ansetzen.

So setzen sich die Kosten für ein Pferd im Jahr zusammen

Neben den einmaligen Anschaffungskosten fallen also unterschiedliche Kosten regelmäßig an. Hier müssen Sie großzügig kalkulieren, damit jederzeit ein kleines finanzielles Polster übrig bleibt, wenn mal etwas Unvorhergesehenes passiert. Dabei handelt es sich um durchschnittliche Kosten, die je nach Anspruch oder auch Region variieren können:

  • Stallmiete: 3.600 Euro
  • Hufschmied: 450 Euro
  • Impfungen: 300 Euro
  • Zusatzfutter: 300 Euro
  • Reitstunden: 360 Euro
  • Reitzubehör: 300 Euro
  • Pferdehaftpflicht: 100 Euro
  • Pferde-OP-Versicherung: 300 Euro

Das entspricht durchschnittlich jährlichen Kosten von 5.710 Euro, die Kosten für ein Pferd im Monat betragen etwa 475 Euro.

Abonnieren Sie jetzt unseren VS.-Newsletter rund um das Pferd:

Pferd auf der WeideWir freuen uns über Ihren Kommentar – schreiben Sie uns. Das VS.-Team hilft Ihnen gerne weiter.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.