Vogelkalender: Heimische Vögel im Garten das ganze Jahr beobachten & schützen
Welcher Vogel zwitschert gerade in deinem Garten? In Deutschland gibt es eine faszinierende Vielfalt an heimischen Wildvögeln zu entdecken, vom flinken Rotkehlchen bis zur emsigen Blaumeise. Doch die Vogelwelt verändert sich mit den Jahreszeiten: Während im Frühling der Reviergesang und der Nestbau im Fokus stehen, suchen unsere gefiederten Nachbarn im Winter gezielt nach nahrhaften Futterstellen.
Unser interaktiver Garten-Vogel-Kalender führt dich durch das Jahr. Erfahre Monat für Monat, welche Vögel gerade in deiner Region aktiv sind, woran du sie erkennst und wie du deinen Garten oder Balkon in ein echtes Paradies für Wildvögel verwandelst. Werde zum Natur-Helden und lerne, wie du unsere heimische Artenvielfalt direkt vor deiner Haustür unterstützen kannst.
Vogelwelt im Januar: Überleben im winterlichen Garten
Im Januar kämpfen deine gefiederten Gäste jeden Tag ums Überleben. Kurze Tage und eisige Temperaturen machen die Nahrungssuche für sie zur täglichen Herausforderung. Die Vögel, die du jetzt an den Futterstellen und in geschützten Ecken entdeckst, sind also echte Überlebenskünstler.

Rotkehlchen (Der tapfere Pionier)
Das Rotkehlchen trotzt dem frostigen Januar mit bemerkenswertem Mut. Es verteidigt sein Winterrevier aggressiv gegen alle Artgenossen, auch gegen andere Rotkehlchen. Seine namensgebende orangerote Kehle leuchtet dabei wie ein kleiner Frühlingsbote durch das Januargrau. An milden Tagen kannst du sogar seinen leisen, melancholischen Wintergesang hören.
Garten-Held-Tipp:
Rotkehlchen ernähren sich vornehmlich von tierischer Nahrung. Körner (vor allem harte) sind also nicht ihre erste Wahl. Biete ihnen stattdessen getrocknete Mehlwürmer in einer Schale auf dem Boden oder auf einem niedrigen Tisch an. Auch weiche Beeren werden von den Tieren gerne „gesnackt“.

Buntspecht (Der Zimmermann)
Das unverwechselbare Hämmern des Buntspechts ist im Januar gut zu hören. Mit seinem fleißigen Klopfen „forscht“ er nach Insektenlarven in morschem Holz. Aber auch Futterstellen mit Fettfutter oder Nüssen verschmäht er nicht und revanchiert sich durch eine ansehnliche Optik. Denn sein auffälliges Schwarz-Weiß-Rot-Gefieder macht ihn zu einem der prachtvollsten Wintergäste in deinem Garten.
Garten-Held-Tipp:
Wenn du dem Buntspecht etwas Gutes tun willst, hänge einen Block aus Rinderfett oder einen Meisenknödel an einer Wand oder besser noch direkt an einen Baumstamm auf. Der Buntspecht bevorzugt es, beim Fressen eine senkrechte Fläche vor sich zu haben.

Schwanzmeise (Die Wanderartistin)
Schwanzmeisen sind kleine, aufgeweckte Vögel, die häufig kopfüber von den Ästen hängen und gern in größeren Gruppen unterwegs sind. Sie streifen im Januar in Familienverbänden von bis zu zwanzig Tieren durch unsere Gärten und suchen rastlos nach Insekteneiern und kleinen Larven. Ihr Gastspiel ist dabei meist kurz, turbulent und immer bezaubernd.
Garten-Held-Tipp:
Schwanzmeisen lieben weiches Fettfutter. Um sie glücklich zu machen, hänge Meisenknödel oder Fettfutterspiralen auf. Wenn ein Trupp durch deinen Garten zieht, werden sie dieses Buffet gerne annehmen und bald darauf wieder weiterziehen. Ein tolles Naturschauspiel!
Tipp: Jetzt Futterstelle einrichten und aufrechterhalten
Winterfütterung rettet im Januar Leben. Wichtig: Wenn du einmal mit dem Füttern anfängst, bitte unbedingt bis Ende März weitermachen. Sobald die Vögel mitbekommen haben, dass du etwas anbietest, verlassen sie sich auf deine Futterstelle. Ein gutes Vogelbuffet beinhaltet jetzt eine Mischung aus Energiefutter (Meisenknödel, Sonnenblumenkerne) und eiweißreichen Mehlwürmern, womit du die meisten der jetzt aktiven Vogelarten zufriedenstellen solltest. Reinige die Futterstelle regelmäßig, um die Ausbreitung von Krankheiten zu verhindern.
Vogelwelt im Februar: Erste Frühlingsboten im Wintergarten
Der Februar täuscht noch Winterstille vor. Doch wer genau hinhört, kann die ersten zarten Gesänge des kommenden Frühlings hören. Die Tage werden spürbar länger und unsere Gartenvögel beginnen damit, sich auf die Brutsaison vorzubereiten. Es ist also Zeit, aktiv zu werden: für Vögel und für Vogelfreunde.

Erlenzeisig (Der Akrobat)
Der Erlenzeisig ist ein kleiner, gelblich-grüner Finkenvogel, der im Februar oft in lebhaften Gruppen durch Gärten zieht. Dabei ist er ein echter Akrobat: Kopfüber hängend klaubt er Samen aus Erlen- und Birkenzäpfchen auf. An Futterstellen ist er eine echte Augenweide. Aber am besten kann man ihn hören. Denn seine hellen „Djüüit"-Rufe verraten ihn schon von weitem.
Garten-Held-Tipp:
Erlenzeisige lieben Ramtillkraut (auch Gingellikraut genannt). Ein Futterautomat, der gut mit den Samen dieser Pflanze gefüllt ist, zieht sie zuverlässig an. So ein Automat ist aber nicht der einzige Weg, die Tiere zufriedenzustellen. Wenn du einen Birken- oder Erlenbaum im Garten hast, solltest du die Zapfen hängen lassen. So kannst du ihnen ohne viel Aufwand einen ihrer Lieblingssnacks anbieten.

Kleiber (Der Kletterprofi)
Der Kleiber ist der einzige Vogel Europas, der kopfüber Baumstämme herunterlaufen kann. Das ist wirklich eine einzigartige Fähigkeit, die ihm Nahrung erschließt, die andere Vögel schnell übersehen. Im Februar ist er laut und territorial und sein pfeifendes „Tjüüi-tjüüi" ist schon von Weitem zu hören. An der Futterstelle verteidigt er seinen Lieblingsplatz energisch gegen alle Konkurrenten.
Garten-Held-Tipp:
Der Kleiber hat eine Vorliebe für fettige Nahrung. Falls du ihm etwas gönnen willst, kannst du ihm ungesalzene Erdnussbutter oder Vogelstreichfett aus dem Tierbedarfshandel auf die Borke oder in Rindenspalten eines alten Baumes streichen. Der Kleiber wird es lieben!

Gimpel (Die schüchterne Schönheit)
Das leuchtend rote Brustgefieder des Gimpelmännchens ist im winterlichen Garten ein ziemlicher Hingucker. Im Februar fressen Gimpel bevorzugt Knospen und Samen von Sträuchern wie der Vogelbeere, dem Flieder und dem Holunder. Die Vögel sind sehr scheu und fast lautlos unterwegs. Lediglich ein sanftes, melancholisches Pfeifen verrät sie, kurz bevor sie schon wieder verschwunden sind. Du musst also genau hinsehen.
Garten-Held-Tipp:
Lass im Winter Samenstände von Stauden wie Sonnenhut, Fenchel oder Distel stehen. Sie sind für Gimpel und viele andere Körnerfresser eine natürliche und äußerst wertvolle Futterquelle. Ein „unaufgeräumter" Garten kommt auch dem Gimpel wie vielen anderen Vögeln und Tieren sehr zugute.
Jetzt schnell Nistkästen reinigen und aufhängen
Februar ist für Vogelfreunde die letzte Gelegenheit, die Nistkästen vor der Brutsaison vorzubereiten. Neue Kästen sollten so bald wie möglich aufgehängt werden. Am besten in zwei bis vier Metern Höhe, regengeschützt, nicht in der direkten Mittagssonne und mit der Einflugöffnung leicht nach unten geneigt. Schon ab Februar nutzen manche Meisen die Kästen als Schlafplatz. Die Brutsaison beginnt schneller, als du vielleicht denkst.
Vogelwelt im März: Der Frühling meldet sich zurück
Der März ist der Monat des Aufbruchs. Die ersten Zugvögel kehren aus ihren Winterquartieren zurück und die Gärten füllen sich aufs Neue mit fröhlichen Vogelstimmen. Für die ist das eine schöne, aber auch stressige Zeit. Denn ein Wettlauf um die besten Reviere und Nistplätze beginnt. Willkommen im Frühling.

Zilpzalp (Der Frühlingsbote)
„Zilp-zalp, zilp-zalp": Wer diesen Ruf hört, weiß: Der Frühling ist da! Der Zilpzalp, der nach seinem einprägsamen Ruf benannt ist, ist einer der ersten Zugvögel, der aus Südeuropa zurückkehrt. Oft kann er schon Mitte März wieder bei uns beobachtet werden. Das unscheinbare, olivgrüne Vögelchen verkündet seinen Ruf unermüdlich von Büschen und niedrigen Ästen aus und kündigt damit das Ende des Winters an.
Garten-Held-Tipp:
Der Zilpzalp baut sein überdachtes Kugelnest bevorzugt in dichtem, bodennahem Bewuchs. Du kannst ihm deshalb sehr helfen, wenn du Brennnesseln, Brombeerranken und sonstiges Unterholz nicht entfernst. Diese wilden Ecken sind hervorragend dafür geeignet, zur Brutstätte des Zilpzalps zu werden.

Buchfink (Der Stimmungsmacher)
Der Buchfink singt im März sein lebhaftes Lied von exponierten Plätzen aus. Dieser helle, energische Gesang mit dem unverwechselbaren Schlussschnörkel ist der Soundtrack unserer Frühlingsgärten. Vor allem Buchfink-Männchen sind mit ihrer blaugrauen Kappe, der rosaroten Brust und den weißen Flügelstreifen jetzt besonders leicht zu entdecken.
Garten-Held-Tipp:
Buchfinken suchen ihre Nahrung hauptsächlich auf dem Boden. Um sie im März zu unterstützen, streue eine Handvoll Hirse oder kleine Getreidekörner flach auf den Rasen oder auf einen Bodenfutterspender.

Hausrotschwanz (Der Städter)
Ende März kehrt der Hausrotschwanz aus Südeuropa und Afrika zurück. Das ständig zitternde, rostfarbene Schwänzchen und sein charakteristischer, etwas kratziger Gesang verraten ihn sofort. Er ist ein waschechter Kulturfolger und fühlt sich in Städten pudelwohl, was ihm auch seinen Namen verleiht. Alte Mauern, Dächer, Garagen und Schuppen sind seine beliebtesten Brutplätze.
Garten-Held-Tipp:
Der Hausrotschwanz nutzt gerne „Halbhöhlennistkästen“ mit halboffener oder offener Front. Befestige einen solchen Kasten geschützt unter deinem Dachvorsprung oder an einer Hauswand. Er wird ihn sicher schnell entdecken und dankbar beziehen.
Nistmaterial bereitstellen
Im März beginnt der Nestbau und da können die Vögel in deinem Garten deine Hilfe gut gebrauchen. Hänge ein kleines Netz oder ein Sieb auf und fülle es mit natürlichen Materialien wie Tierhaaren, Moos, kleinen Pflanzenfasern oder Flechten. Aus diesem Fundus können sich die Tiere dann bedienen. Wichtig: Fäden dürfen nur maximal 10 bis 15 cm lang sein. Verwende keine Synthetikfasern und keine Watte! Solche Kunstfasern können für Nestlinge nämlich zur Todesfalle werden. Natürliche Nistmaterialien sind hingegen ein Gewinn für alle brütenden Gartenvögel.
Vogelwelt im April: Die große Rückkehr!
Im April kommt richtig Bewegung in die Vogelwelt. Welle um Welle kehren weitere Zugvögel aus dem Süden zurück und bereichern deinen Garten mit neuen Farben und Gesängen. Der April ist dadurch ein regelrechtes Fest für alle Vogelliebhaber. Er ist aber auch ein wichtiger Monat für den Schutz der ersten Nester.

Nachtigall (Der Meistersänger)
Wenn Mitte April eine unscheinbar braune Drossel aus Afrika zurückkommt und die Nacht mit ihrem Lied erfüllt, kann es nur eine sein: die Nachtigall. Ihr Gesang gilt als der komplexeste und schönste aller europäischen Singvögel. Er ist ein vielfältiges Wechselspiel aus Pfiffen, Trillern und tiefen Tönen. Das Männchen singt so lange, bis das etwas später eintreffende Weibchen von seinen Qualitäten überzeugt ist.
Garten-Held-Tipp:
Nachtigallen brauchen dichte, bodennahe Vegetation, möglichst in der Nähe von Feuchtbereichen. Pflanze für sie einheimische Sträucher wie Schlehe, Hasel oder Hundsrose und lasse sie üppig wachsen. Ein dichter, naturnaher Heckenstreifen ist der beste Nachtigallen-Lebensraum.

Rauchschwalbe (Die Flugakrobatin)
Ende April haben die ersten Rauchschwalben ihren Auftritt. Mit ihrem gegabelten Schwanz und dem rostbraunen Fleck an ihrer Kehle sind sie einfach zu erkennen. Knapp über dem Boden und über Gewässern jagen sie Insekten in halsbrecherischen Flugmanövern. Sie brüten in offenen Ställen, Scheunen und Garagen und sind oftmals auf die Hilfe von uns Menschen angewiesen.
Garten-Held-Tipp:
Rauchschwalben bauen ihr napfförmiges Nest, neben ihrem Speichel, aus Lehm und Schlamm. Lege nach Regenfällen eine kleine Schlammpfütze an, indem du feuchte Erde in einer flachen Wanne sammelst. Das ist für alle lehmsammelnden Schwalben eine enorme Hilfe beim Nestbau.

Stieglitz (Der Städter)
Der Stieglitz, auch Distelfink genannt, ist mit seinem roten Gesicht, der schwarzen Kappe und den leuchtend gelben Flügelstreifen einer der farbenprächtigsten Vögel in unseren Breiten. Im April ist er an Futterplätzen und in blühenden Gärten sehr aktiv. Sein helles, klingelndes Rufen verrät ihn oft schon, bevor man ihn überhaupt sieht.
Garten-Held-Tipp:
Stieglitze lieben Disteln, Karden und andere samenbringende Wildkräuter. Lass eine Ecke des Gartens als Wildkräuter- und Wildblumenwiese wachsen und verzichte dort auf das Mähen. Diese kleine Wildnis wird zum Lieblingsfutterplatz für Stieglitze und viele andere Körnerfresser.
Heckenschnitt in der Brutzeit nur mit Bedacht
Ab April nisten viele Vögel in Hecken und Sträuchern. Größere Rückschnitte sollten jetzt bis nach der Hauptbrutzeit, Ende Juli, warten. Wenn du deine Hecke unbedingt schneiden musst, solltest du vorher vorsichtig ins Innere der Hecke schauen, ob sich bereits ein Nest dort befindet. Das ist nicht nur eine moralische, sondern auch eine rechtliche Frage. Denn das Zerstören bewohnter Nester ist in Deutschland nach Bundesnaturschutzgesetz strafbar und mit hohen Strafen belegt!
Wer zwitschert und brütet im Mai?
Im Mai herrscht Hochbetrieb! Während die einen noch intensiv singen, fliegen andere bereits im Minutentakt Nester an. Entdecke unsere gefiederten Nachbarn im Wonnemonat.

Amsel (Der Frühaufsteher)
Die Amselweibchen brüten oft schon zum zweiten Mal. Die Männchen sitzen auf hohen Punkten (Dächern, Baumspitzen) und singen ihr flötendes Lied, um das Revier zu markieren.
Garten-Held-Tipp:
Amseln suchen ihr Futter am Boden. Lass eine Ecke mit Falllaub liegen. Dort finden sie Würmer und Insekten für ihren Nachwuchs.

Blaumeise (Der flinke Akrobat)
In den Nistkästen piept es jetzt lautstark! Blaumeiseneltern verfüttern im Mai tausende kleine Raupen an ihre Jungen. Man kann sie jetzt wunderbar dabei beobachten, wie sie im Minutentakt in den Nistkasten schlüpfen.
Garten-Held-Tipp:
Biete jetzt eine flache Vogeltränke mit frischem Wasser an. Nach der anstrengenden Fütterung brauchen die Meisen dringend ein Bad zur Gefiederpflege.

Mauersegler (Der Sommerbote)
Sie sind die letzten, die kommen: Erst Anfang Mai kehren die „Sicheln der Lüfte“ zurück. Man hört ihre schrillen „Sriii“-Rufe, wenn sie in Gruppen um die Häuser jagen. Sie landen fast nie und verbringen fast ihr ganzes Leben im Flug.
Garten-Held-Tipp:
Mauersegler sind extrem standorttreu. Wenn du alte Gebäude sanierst, achte darauf, die Nistnischen unter den Dachpfannen zu erhalten oder spezielle Mauerseglerkästen anzubringen.
Vorsicht beim Heckenschnitt!
Im Mai ist Hauptbrutzeit. Bitte verzichte auf starke Rückschnitte an Hecken und Sträuchern, um die gut versteckten Nester nicht freizulegen oder zu zerstören. Ein vorsichtiger Formschnitt ist erlaubt, aber ein Blick ins Innere der Hecke ist jetzt Pflicht!
Vogelwelt im Juni: Tipps zur Beobachtung heimischer Gartenbesucher
Im Juni wird es trubelig! Die Jungvögel verlassen ihre Nester und die Suche nach Wasser wird bei steigenden Temperaturen überlebenswichtig. Entdecke die gefiederten Gäste im Juni.

Haussperling (Der gesellige Nachbar)
Spatzen sind im Juni besonders aktiv. Die Jungtiere sitzen oft in Gruppen in den Hecken und fordern mit lautem tschilpen Futter ein. Man kann sie jetzt wunderbar bei ihren gemeinsamen „Staubbädern“ beobachten.
Garten-Held-Tipp:
Spatzen lieben Gesellschaft. Biete ihnen eine „Spatzen-Villa“ (Reihennistkasten) an und schaffe eine trockene Stelle mit feinem Sand für ihr tägliches Staubbad gegen Parasiten.

Kohlmeise (Der schlaue Hungerstiller)
Kohlmeisen sind im Juni wahre Insektenjäger. Um ihre hungrige Brut satt zu bekommen, sammeln sie unzählige Raupen und Blattläuse von deinen Gartenpflanzen. Sie sind die natürliche „Schädlingsbekämpfung“ in deinem Garten.
Garten-Held-Tipp:
Unterstütze die Meisen, indem du auf Insektizide verzichtest. Ein naturnaher Garten mit heimischen Pflanzen bietet ihnen genau die Nahrung, die sie für die Aufzucht ihrer Jungen brauchen.

Star (Der schillernde Akrobat)
Im Juni ziehen Stare oft schon in großen, lautstarken Trupps durch die Gärten. Sie lieben Kirschen und Beeren, sind aber auch am Rasen auf der Suche nach Schnakenlarven. Ihr Gefieder glänzt jetzt besonders prächtig im Sonnenlicht.
Garten-Held-Tipp:
Stare baden leidenschaftlich gerne. Eine etwas größere, flache Wasserschale im Garten wird im Juni zum sozialen Mittelpunkt für ganze Staren-Familien.
Wasser ist jetzt überlebenswichtig!
Mit den steigenden Temperaturen im Juni finden Vögel immer weniger natürliche Wasserstellen. Eine saubere Vogeltränke rettet jetzt Leben. Wichtig: Tausche das Wasser täglich aus und reinige die Schale kurz, um die Ausbreitung von Krankheiten zu verhindern.
Vogelwelt im Juli: Jungvögel und erste Aufbrüche
Im Juli haben viele Jungvögel das Nest verlassen und versuchen sich noch unbeholfen an den ersten Flügen ihres Lebens. Gleichzeitig beginnen manche Zugvögel schon jetzt damit, sich auf den langen Weg nach Süden vorzubereiten. Der Hochsommer ist eine Zeit des Übergangs: voller faszinierender Beobachtungen direkt vor deiner Haustür.

Mehlschwalbe (Die Hausbewohnerin)
Mehlschwalben brüten oft zweimal im Jahr und im Juli füttern viele Elternpaare noch ihre zweite Brut. Ihr weißer Bürzel (Rückenfleck) und das weiße Bauchgefieder unterscheiden sie klar von der verwandten Rauchschwalbe. Ihre hungrigen Jungen rufen unüberhörbar aus ihren halbkugelförmigen Lehmnestern, die sie vor allem an Hausfassaden errichten, und prägen damit das Bild der sommerlichen Vogelwelt.
Garten-Held-Tipp:
Mehlschwalben-Nester stehen unter Naturschutz und dürfen nicht einfach auf eigene Faust entfernt werden. Selbst dann nicht, wenn ein Gebäude renoviert oder saniert werden muss. Wenn du eine Erneuerung deines Hauses planst, informiere dich deshalb vorher bei Umweltverbänden wie dem NABU und bei den zuständigen Behörden über erforderliche Schutzmaßnahmen.

Goldammer (Der Sommerkomponist)
„Wie-wie-wie-hab-ich-dich-lieb": So ungefähr klingt der Gesang der Goldammer für manches Ohr. Während die Weibchen etwas seltener anzutreffen sind, suchen die leuchtend gelben und im Juli sehr territorialen Männchen förmlich das Rampenlicht. Sie sitzen gerne auf exponierten „Bühnen“ wie Zaunpfählen oder Baumwipfeln und schmettern ihren eintönigen, aber charakteristischen Sommersong.
Garten-Held-Tipp:
Goldammern sind Hecken- und Feldrandbrüter. Ein naturnaher Gartenrand mit Hecke, offenen Flächen und Wildkräutern ist ihr idealer Lebensraum. Wenn du eine Ecke deines Gartens bis Ende Juli nicht mähst, kannst du ihnen helfen, ihr Brutgebiet zu schützen.

Gartengrasmücke (Der verborgene Sänger)
Die Gartengrasmücke ist im Juli ebenfalls in unseren Gärten unterwegs, aber nur schwer zu entdecken. Sie ist ein schlichter, graubrauner Vogel, der tief in der Hecke bleibt und selten ins Freie kommt. Ihr Gesang aber ist umso eindrucksvoller: ein langes, melodiöses Schnattern, das oft mit dem Lied der Mönchsgrasmücke verwechselt wird. Am besten kann man sie noch dabei beobachten, wie sie ihren Nachwuchs versorgen und dazu eilig in ihr Nest hinein- und wieder herausschlüpfen.
Garten-Held-Tipp:
Dichte, einheimische Hecken aus Weißdorn, Schlehe und Holunder sind die optimale Heimat für die Gartengrasmücke. Je üppiger die Hecke ist, desto besser. Schneide deine Hecken darum frühestens Ende Juli. Damit schützt du nicht nur diese Art, sondern viele andere Heckenbrüter gleich mit.
Jungvögel bitte liegen lassen!
Im Juli kommt es häufig vor, dass du vermeintlich hilflose Jungvögel auf dem Boden oder in niedrigen Büschen entdeckst. Der Impuls, hier zu helfen, ist verständlich. Doch Vorsicht: Die meisten brauchen keine Hilfe! Sie sind flügge und haben ihr Nest gerade erst verlassen. Trotzdem werden sie auch dort unten noch von ihren Eltern gefüttert und beschützt. Wer so einen „Ästling" (also einen noch nicht vollständig flugfähigen Jungvogel) aufhebt, trennt ihn unnötigerweise von seinen Eltern. Lieber solltest du ihn erstmal beobachten, Abstand halten und Hunde sowie Katzen von der Stelle fernhalten. Nur wenn der Jungvogel offensichtlich verletzt ist oder nachweislich allein bleibt, ist Hilfe angebracht.
Vogelwelt im August: Abschied und Aufbruch
Der August ist ein Monat stiller Veränderungen. Die Gesänge verstummen nach und nach, die Schwalben sammeln sich auf Stromleitungen und mehr und mehr Zugvögel machen sich auf die lange Reise nach Süden. Es ist Zeit, langsam Abschied vom Hochsommer zu nehmen und gleichzeitig für den Herbst vorzusorgen.

Grünfink (Der Kraftprotz)
Der Grünfink ist im August ein sehr aktiver Gast an Futterstellen und in fruchttragenden Sträuchern. Sein kräftiger Schnabel knackt mühelos auch harte Kerne. Das gelblich-grüne Gefieder des Männchens und sein surrendes „Djüüü"-Rufen machen ihn leicht erkennbar. Im August frisst er mit besonders gutem Appetit, um Reserven für den Herbst aufzubauen.
Garten-Held-Tipp:
Pflanze am besten schon im Frühling ein paar Sonnenblumen in deinem Garten. Wenn die Blüten im August reif sind, werden sie zur beliebten natürlichen Futterbar für Grünfinken, Stieglitze und Kohlmeisen. Einfacher und effektiver kann Vogelschutz kaum sein.

Gartenrotschwanz (Stilvoller Jäger)
Der Gartenrotschwanz ist nicht nur dem Namen nach ein Gartenbewohner. Jetzt ist er noch gut zu beobachten, macht sich aber schon bald nach Westafrika auf. Gerade das Männchen ist ein schöner Anblick mit seiner schwarzen Kehle, der weißen Stirn und dem leuchtend rostfarbenen, zitternden Schwanz. Der Gartenrotschwanz liebt Insekten. Entdeckt er eines, erhebt er sich zu einem blitzschnellen Jagdausflug.
Garten-Held-Tipp:
Der Gartenrotschwanz brütet in mittlerer Höhe. Alte Obstbäume mit natürlichen Höhlungen und spezielle Halbhöhlennistkästen sind deshalb für ihn ideal. Wenn du im August einen solche Kasten aufhängst, hast du gute Chancen, dass er im nächsten Frühling bezogen wird.

Mönchsgrasmücke (Der letzte Sommersänger)
Die Mönchsgrasmücke gilt mit ihrem klaren, flötenden Gesang als einer der besten heimischen Sänger. Im August ist das Männchen noch gelegentlich aus den Hecken zu hören, bevor es im September seine Reise gen Süden antritt. Jedoch gilt das nicht für alle Mönchsgrasmücken. Manche dieser Vögel überwintern aufgrund des Klimawandels inzwischen auch in den milden Teilen Mitteleuropas.
Garten-Held-Tipp:
Mönchsgrasmücken lieben Beeren! Holunder-, Hartriegel- und Ligusterbeeren sind ihre Lieblingsnahrung. Pflanze einheimische beerentragende Sträucher – sie sind nicht nur für die Mönchsgrasmücke, sondern für alle ziehenden Vögel eine wichtige Energiequelle auf dem Zug.
Tipp: Zeit für die Nistkästen-Kontrolle
Nach der letzten Brut im August ist ein guter Zeitpunkt für eine erste Bestandsaufnahme deiner Nistkästen, sofern du denn welche aufgestellt hast. Entferne dabei das alte Nestmaterial mit Handschuhen. Darin können sich leicht Parasiten wie Vogelflöhe und Milben festsetzen. Reinige den Kasten mit heißem Wasser ohne Chemie. Eine zweite, gründliche Reinigung im Februar rundet die Pflege vor der neuen Brutsaison ab.
Vogelwelt im September: Auf nach Süden!
Im September bricht Aufregung in der Vogelgemeinde aus, denn nun beginnt die herbstliche Hauptzugzeit. Millionen von Vögeln machen sich jetzt auf den Weg nach Süden, und viele rasten dabei auch kurz in unseren Gärten. Gleichzeitig treffen die ersten Wintergäste aus dem Norden ein. Wer jetzt aufmerksam hinschaut, erlebt Vogelzug hautnah!

Grauschnäpper (Der stille Lauerjäger)
Das Gefieder des Grauschnäppers ist von schlichtem Graubraun. Dafür ist sein Jagdverhalten faszinierend. Er lauert regungslos auf einem Ast oder Zaunpfahl, schießt blitzschnell los, schnappt sich ein leckeres Insekt aus der Luft und kehrt exakt auf denselben Ansitz zurück. Im September machen viele Grauschnäpper auf ihrem Zug Station in unseren Gärten. Wenn du ihn beobachten willst, musst du aber leise sein. Sonst verschreckst du ihn.
Garten-Held-Tipp:
Grauschnäpper brauchen Sitzwarten mit guter Übersicht, wie Äste, Zaunpfähle oder Rankgerüste. Ein naturnaher Garten mit Wildblumenwiese und vielen Fluginsekten ist sein optimales Jagdrevier. So kann er Kraft für seine Reise tanken.

Trauerschnäpper (Ein eleganter Gast)
Insbesondere Trauerschnäpper-Männchen gehören zu den auffälligsten Durchzüglern im September, da ihr kontrastreiches schwarz-weißes „Trauerkleid“ aus der Masse heraussticht. Bei der Jagd geht er ähnlich vor wie sein Cousin, der Grauschnäpper, und genau wie er, tummelt er sich im September in unseren Gärten, um sich auf seiner Flugroute von Nordeuropa nach Westafrika etwas auszuruhen. Im Vergleich zum Grauschnäpper ist er aber noch rastloser.
Garten-Held-Tipp:
Trauerschnäpper nehmen gerne Nistkästen mit einer Einflugöffnung von 32 bis 34 mm an. Ein solcher Kasten, jetzt im September aufgehängt, hat bis zum nächsten Frühling Zeit, zu „verwittern", und wird dann vielleicht zum neuen Zuhause eines Trauerschnäpperpaares.

Wacholderdrossel (Der nordische Besucher)
Ende September tauchen bei uns die ersten Wacholderdrosseln aus Skandinavien und Nordrussland auf. Ihr lautes, schnatterndes „Tschak-tschak-tschak" läutet symbolisch den Beginn des Herbstes ein. In kleinen Gruppen fallen die hungrigen Vögel nun gierig über Beeren, Falläpfel und Birnen her. Mit der grauen Kopfpartie, dem rostfarbenen Rücken und dem hell-gefleckten Bauch sind sie gut zu erkennen.
Garten-Held-Tipp:
Lass Fallobst im September in deinem Garten liegen! Besonders Birnen und Äpfel. Für Wacholderdrosseln, aber auch für Amseln und Rotdrosseln sind diese überreifen Früchte jetzt eine wichtige Nahrungsquelle. Aber nicht nur Fallobst ist hilfreich. Auch Obst, das noch an den Bäumen hängt, wird gerne genutzt.
Info: Bitte nicht aufräumen!
Im September ist „Unordnung“ im Garten das Beste, was du für Zugvögel tun kannst. Je naturnaher dein Garten ist, desto besser für die Tiere. Lass also Beeren und Früchte hängen, Fallobst liegen und Samenstände stehen. All das ist willkommene Nahrung und bietet Schutz für durchziehende Vögel.
Vogelwelt im Oktober: Drosselzeit und Herbstfarben
Oktober ist der Monat der Drosseln! Aus Nordeuropa und Sibirien strömen Hunderttausende dieser Vögel durch Deutschland. Viele bleiben als Wintergäste, andere ziehen weiter nach Südwesteuropa und Afrika und nutzen dabei oft die Gelegenheit, in unseren Gärten eine kleine Pause einzulegen.

Rotdrossel (Besucher aus dem Norden)
Die Rotdrossel kommt im Oktober aus Skandinavien und Island zu uns. Mit ihrem weißlichen Augenstreif und dem markanten rotbraunen Flankenfleck ist sie klar von der Singdrossel zu unterscheiden. Sie zieht oft nachts und rastet tagsüber auf feuchten Wiesen und in Obstgärten. Nicht selten zieht sie in gemischten Trupps gemeinsam mit Wacholderdrosseln.
Garten-Held-Tipp:
Hänge im Oktober Apfelscheiben an Äste oder lege sie auf den Boden. Nicht nur Rotdrosseln, sondern auch Wacholderdrosseln, Amseln und sogar durchziehende Mönchsgrasmücken werden sich über das schmackhafte Zusatzfutter freuen.

Singdrossel (Die Öffnungskünstlerin)
Die deutlichsten Erkennungszeichen der Singdrossel sind ihr brauner Rücken und die schwarz gefleckte, cremefarbene Unterseite. Im Oktober zieht sie durch unsere Gärten und sucht nach Würmern, Schnecken und Beeren. Dabei besitzt sie ein besonderes Talent: Sie schlägt Schnecken auf Steinen auf, um ihr Gehäuse zu knacken. Den Stein, den sie dafür verwendet, nennt man auch „Amboss".
Garten-Held-Tipp:
Ein feuchter, lockerer Gartenbereich mit kurzem Rasen schafft beste Bedingungen für die Singdrossel und ihre Nahrungssuche. Zudem kannst du dann auf Schneckengift oder ähnliche Chemie verzichten. Denn Singdrosseln und andere Drosseln regulieren die Schneckenpopulation in dieser Jahreszeit ganz natürlich.

Wintergoldhähnchen (Der flinke Winzling)
Das Wintergoldhähnchen wiegt gerade einmal 5 bis 6 Gramm und ist der kleinste Vogel in ganz Europa. Trotzdem ist es ein echter Überlebenskünstler. Im Oktober kommt es aus Nordeuropa und Skandinavien zu uns und durchsucht unermüdlich Nadelbäume nach winzigen Insekten und Spinneneiern. Auch wenn dieser Vogel durch seine Größe und seine Schnelligkeit nicht leicht zu entdecken ist, fällt zumindest das Männchen durch sein leuchtend goldgelbes Scheitelband auf.
Garten-Held-Tipp:
Wintergoldhähnchen sind auf dichte Nadelbäume und Hecken als Rückzugs- und Schlafplatz angewiesen. Eine Fichte, Eibe oder Thuja im Garten ist für sie im Herbst und Winter ein echter Lebensretter. Richtest du eine Futterstelle für sie ein, solltest du diese versteckt anlegen und mit Zweigen abdecken. So fühlen die Tiere sich sicherer.
Jetzt ist der richtige Zeitpunkt für die Wintervorbereitung!
Oktober ist der ideale Monat, um die Vogelfütterung für den Winter vorzubereiten. Baue oder kaufe ein Futterhäuschen und stelle es an einem geschützten Platz auf, den vor allem Katzen nicht gut erreichen können. Starte die Fütterung bei den ersten dauerhaft kälteren Tagen und führe sie dann konsequent bis in den März durch. Wenn du noch mehr tun willst, kannst du auch Nistkästen als Winterquartiere für die Vögel anbringen.
Vogelwelt im November: Wintervögel beziehen ihre Stammplätze
Im November ziehen sich die letzten, späten Zugvögel zurück und unsere treuen Wintergäste beziehen ihre gemütlichen Rückzugsorte. An der Futterstelle wird es nun täglich bunter und voller. Wer seinen Garten jetzt, kurz vor dem Beginn des Winters, vogelfreundlich gestaltet, macht einen echten Unterschied für das Überleben unserer gefiederten Nachbarn.

Zaunkönig (Klein, aber laut)
Kaum zu glauben, aber wahr: Der Zaunkönig ist einer der lautesten Vögel Europas. Zumindest gemessen an seiner geringen Körpergröße. Das winzige, rotbraune Energiebündel mit dem stets aufgestellten Stummelschwanz durchsucht im November unermüdlich jeden Busch, jede Wurzellücke und jeden Komposthaufen nach Insekten und Spinnen. Sobald die Blätter fallen, ist er plötzlich überall zu entdecken. Und sein kraftvoller Gesang an milden Novembertagen ist eine echte Überraschung.
Garten-Held-Tipp:
Der Zaunkönig braucht keine Futterstelle, denn er sucht seine Nahrung ausschließlich selbst. Was ihm aber hilft, sind dichte, bodennahe Strukturen wie Reisighaufen, Laubhaufen und Holzstapel, in denen er Insekten findet und in denen er sich bei Frost verstecken kann. Ein naturnaher Garten ist also ein königliches Geschenk an den kleinen Gartenherrscher.

Feldsperling (Scheu und bedroht)
Der Feldsperling taucht im November immer wieder in Hecken oder an Futterstellen in deinem Garten auf und weist sich durch seinen schwarzen Wangenfleck und die kastanienbraune „Kappe“ aus. Anders als der Haussperling, mit dem er verwandt ist, ist er deutlich scheuer gegenüber Menschen und lebt in kleinen Vogelgruppen. In vielen Regionen Deutschlands kommt der Feldsperling leider immer seltener vor.
Garten-Held-Tipp:
Der Feldsperling nutzt Nistkästen (Einflugöffnung: etwa 32 mm Durchmesser), die du jetzt im November gut aufhängen kannst. Bis zum Frühjahr haben die Kästen dann Zeit, zu „verwittern" und von den Vögeln angenommen zu werden. Falls du dem Feldsperling sonst noch etwas Gutes tun möchtest, kannst du auf Hirse und Getreidekörner zurückgreifen.

Tannenmeise(Die Vorratshalterin)
Auch die kleine Tannenmeise ist im November ein emsiger Gast in nadelholzreichen Gärten und Parks. Erkennbar ist sie an ihrem charakteristischen weißen Nackenfleck und ihrem hohen, feinen „Tsi-tsi“, das für Winterstimmung im Garten sorgt. Sie ist eine Meisterin des Hortens. Sie versteckt zum Beispiel Futterkörner in Rindenspalten, im Moos und unter Blättern und findet sie sogar Wochen später zuverlässig wieder.
Garten-Held-Tipp:
Tannenmeisen lieben fettreiche Samen wie Kiefernkerne und Sonnenblumenkerne. Sie kommen aber auch gut mit Meisenknödeln zurecht. Als Rückzugsorte und Futterplätze bevorzugen die Tiere, insbesondere Nadelbäume.
Vögel richtig füttern im Spätherbst
Im November kannst du bereits mit der Fütterung deiner geflügelten Gartengäste starten. Hier gilt aber Qualität statt Quantität! Finger weg von salziger Nahrung und erst recht von Küchenabfällen. Zudem benötigen verschiedene Vögelarten auch unterschiedliche Futtertypen. Sperlinge und Finken stehen auf Sonnenblumenkerne und Körner, Meisen und Spechte auf Meisenknödel und Rotkehlchen und Drosseln wollen am liebsten Mehlwürmer. Unabhängig vom angebotenen Futter solltest du die Futterstelle regelmäßig saubermachen. Und auch im nahenden Winter brauchen die Vögel in deinem Garten frische und nicht gefrorene Wasserquellen. Hier kann eine eisfreie Vogeltränke sehr helfen.
Vogelwelt im Dezember: Winterzauber am Futterhaus
Im Dezember, wenn die Temperaturen merklich sinken, versammeln sich unsere Wintervögel täglich am Futterhaus. Die Natur schläft, aber das Vogelleben ist noch im vollen Gange. Der Dezember ist darum die schönste Zeit für entspannte Vogelbeobachtung direkt vom Wohnzimmer aus. Aber auch für eine kurze Rückschau auf ein Jahr voller gefiederter Begegnungen.

Misteldrossel (Die Sturmreiterin)
Die Misteldrossel ist die größte heimische Drossel und tritt entsprechend selbstbewusst auf. Ihr Spitzname „Sturmreiterin" kommt daher, dass sie als einziger Vogel auch bei stürmischem, nassem Winterwetter von exponierten Baumwipfeln aus ihr Lied singt. Im Dezember verteidigt sie Mistel- und Stechpalmenbüsche, die sie als ihre persönlichen Beeren-Vorratskammern betrachtet, gegen alle anderen Vögel. Stürmisch ist aber auch ihr „Mundwerk“: Ihr lautes, polterndes Schimpfen verrät sie sofort.
Garten-Held-Tipp:
Pflanze einheimische beerentragende Bäume und Sträucher wie Stechpalme, Eibe oder Weißdorn. Diese Pflanzen sind im Dezember für Misteldrosseln eine unverzichtbare Nahrungsquelle. Wer eine Mistel im Garten duldet, tut der Misteldrossel einen ganz besonders großen Gefallen.

Seidenschwanz (Der arktische Stargast)
Der Seidenschwanz ist der glamouröseste Wintergast aus dem hohen Norden. Mit seiner auffälligen Haube, dem schwarz-gelb-roten Flügelmuster und dem charakteristischen seidigen Schwanzband ist er unverwechselbar. Er kommt nicht jedes Jahr zu uns. Nur wenn die Beerenernte in Sibirien und Skandinavien schlecht ausfällt, bricht er in großen Schwärmen nach Mitteleuropa auf. Solche „Invasionsjahre" sind für Vogelbeobachter ein echtes Highlight.
Garten-Held-Tipp:
Seidenschwänze sind völlig vernarrt in Beeren. Ganz oben auf der Speisekarte stehen Vogelbeeren, Zieräpfel und Mistelbeeren. Wer einen Vogelbeerbaum oder alte Zieräpfel im Garten hat, sollte die Früchte unbedingt hängen lassen. In einem Invasionsjahr ist er ein wahrer Festschmaus für Seidenschwänze. Dabei kann ein einzelner Baum innerhalb von Minuten von einem Trupp dieser Vögel leer gefressen werden.

Kernbeißer (Der stille Kraftprotz)
Der Kernbeißer ist ein scheuer, aber imposanter Wintergast, der seinen Namen nicht zu Unrecht trägt. Sein massiver, kegelförmiger Schnabel ist der stärkste unter allen heimischen Singvögeln. Er kann Kirschkerne mit einer Kraft von bis zu 50 Kilogramm knacken. Aber auch sein gedrungener Körper, der große Kopf und das rotbraun-schwarze Gefieder sind sehr auffällig. Der Kernbeißer kommt leise, frisst schnell und ist oft schon wieder weg, bevor man richtig hingeschaut hat.
Garten-Held-Tipp:
Kernbeißer lieben Kirsch-, Hainbuchen- und Hagebuttenfrüchte sowie Sonnenblumenkerne. Lege das Futter auf eine bodennahe Futterschale an einem ruhigen Standort. Kernbeißer sind sehr scheu und meiden belebte Futterstellen. Aber die Mühe der Standortsuche lohnt sich. Die Tiere sind wirklich ein toller Anblick.
Tipp: Vögel zählen und dem NABU melden
Der Dezember ist der Jahresabschluss und damit der ideale Monat zum Innehalten und Beobachten. Führe ein kleines Vogeltagebuch mit deinen Beobachtungen. Zum Beispiel, welche Arten deine Futterplätze besuchen und wie viele Individuen gleichzeitig vorbeikommen. Das ist nicht nur für dich interessant. Denn Anfang Januar findet jedes Jahr die bundesweite „Stunde der Wintervögel" statt, ausgerufen vom Naturschutzbund „NABU“. Hier kannst du deine Beobachtungen einsenden und damit zur nationalen Vogelforschung beitragen. Das hilft letztlich auch den Tieren und ihrem Schutz.

Zeig uns deine gefiederten Nachbarn!
Wir freuen uns über jedes Foto von der mutigen Blaumeise an der Tränke, dem singenden Rotkehlchen auf dem Zaun oder einem seltenen Gast an deiner Futterstelle. Zeig uns die bunte Vielfalt in deinem Garten und inspiriere andere Tierfreunde mit deinen Aufnahmen.
- Foto machen:
Halte die Kamera bereit, wenn es bei dir im Garten zwitschert, und knipse ein Foto oder drehe ein kurzes Video von deinem gefiederten Besucher. - Teilen & Markieren:
Poste deinen Schnappschuss auf Instagram oder Facebook und verlinke uns mit @tierliebeplus. - Inspiration ernten:
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