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Kolik beim Pferd: Auf diese Symptome sollten Sie achten

Ihr Pferd ist unruhig, schwitzt und wälzt sich in seiner Box hin und her: Oh nein, eine Kolik! Für Pferdebesitzer eine Hiobsbotschaft. Denn die krampfartigen Bauchschmerzen können für das Pferd lebensgefährlich werden. Leider jedoch sind Magen-Darm-Probleme bei den großen Herdentieren weit verbreitet. Fast jedes Pferd hat in seinem Leben einmal Probleme mit der Verdauung.

Eine Kolik wird häufig durch Krankheiten im Magen-Darm-Bereich ausgelöst. Doch was genau ist eine Kolik? Welche Symptome gibt es? Muss mein Pferd operiert werden? Zahlt die Pferde-OP-Versicherung die Kolik-OP? Wir geben Ihnen die Antworten auf diese und viele weitere Fragen.

Was ist eine Kolik?

Bei einer Kolik hat Ihr Pferd krampfartige Schmerzen im Bauchbereich. Die Kolik selbst ist keine eigenständige Krankheit. Sie ist vielmehr ein Symptom dafür, dass etwas nicht stimmt. Die Auslöser für die Schmerzattacken sind vielfältig und reichen von harmlosen Blähungen bis zum gefährlichen Darmverschluss.

Häufige Ursachen für eine Kolik sind:

  • ein verdrehter oder verklemmter Darm
  • ein Darmverschluss
  • ein zu voller Magen
  • Magengeschwüre
  • starke Blähungen
  • Verstopfungen

Doch wie kommt es zu den Magen-Darm-Problemen? Die Auslöser dafür können beinahe überall angesiedelt sein. Hier die häufigsten Verursacher:

  • Zahnprobleme
  • Parasiten
  • Infektionen
  • gynäkologische Probleme
  • Tumore
  • Thrombosen
  • Bewegungsmangel
  • Stress
  • Sandablagerungen im Darm (z. B. durch Fütterung auf sandigem Grund)
  • zu viel oder falsches Futter
  • verdorbenes und gärendes Futter

Wie erkennen Sie eine Kolik?

Welche Symptome das Pferd zeigt, hängt von der Stärke der Schmerzen ab, die das Pferd empfindet. Allerdings bedeutet dies nicht, dass bei geringen Schmerzen nicht etwas Ernsthaftes dahintersteckt. Bereits leichte Koliken können schon Anzeichen für eine schwere Darmerkrankung sein. Umgekehrt ist es genauso möglich, dass Ihr Pferd nur leichte Darmkrämpfe hat und dabei schwere Kolik-Symptome auftreten.

Geringe Schmerzen

Im Anfangsstadium und bei noch verhältnismäßig leichten Schmerzen, legt sich Ihr Pferd zu Zeiten hin, die für das Tier eher ungewöhnlich sind. Es streckt seinen Hals im Stehen, schaut immer wieder in Richtung des Bauches und versucht, mit den Hufen gegen den Bauch zu treten. Es frisst kaum und uriniert vermehrt. Die Schmerzen treten nicht dauerhaft auf, sondern immer wieder phasenweise.

Starke Schmerzen

Diese Symptome erkennen Sie sofort. Das Pferd wirft sich auf den Boden, es wälzt sich hin und her oder versucht es zumindest. Es schwitzt stark und ist ziemlich unruhig. Nimmt das Pferd eine Art Hunde-Sitzstellung ein, so kann es zu einer Darmverstopfung oder einer Darmdrehung gekommen sein.

Die Symptome im Überblick:

  • Ihr Pferd frisst kaum oder gar nicht.
  • Es liegt viel, erstarrt oder wälzt sich hin und her.
  • Das Pferd guckt auf seinen Bauch, versucht eventuell sogar danach zu treten.
  • Starke Schweißausbrüche können ebenfalls auf eine Kolik hindeuten.
  • Ihr Pferd verhält sich entweder ungewohnt ruhig oder - im Gegenteil - es ist unruhig, scharrt mit den Vorder- und Hinterbeinen, atmet schnell, ist nervös.
  • Es flehmt vermehrt.
  • Es hat Probleme mit dem Darm und kämpft mit Verstopfung oder auch plötzlichem Durchfall.

Wichtig: Auch wenn die Symptome zunächst nicht so gravierend erscheinen - ziehen Sie in allen Fällen sofort den Tierarzt hinzu. Zum einen hat Ihr Pferd bereits jetzt Schmerzen, zum anderen kann sich die Kolik schnell verschlimmern und der Verlauf kann sogar tödlich enden. Je früher Sie die Symptome erkennen und der Tierarzt helfen kann, umso besser sind die Chancen, dass eventuell eine OP noch abgewendet werden kann.

Unser VS.-Tipp: Eine Kolik-OP kann bis zu 10.000 € kosten. Nicht nur die OP selbst ist teuer, sondern auch die Kosten für die Nachbehandlung summieren sich schnell zu einem stolzen Sümmchen. Die Sorge um Ihr Pferd kann Ihnen leider niemand abnehmen, gegen die finanziellen Sorgen schützt Sie jedoch eine Pferde-OP-Versicherung. Hier finden Sie alle Tarife der Pferde-OP-Versicherung, die es derzeit auf dem deutschen Markt gibt, im Vergleich.

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Pferdebesitzer berichten von ihren Kolik-Erfahrungen

Marion H. aus E. erinnert sich noch genau: „Mein Haffi hat schon öfter leichte Koliken gehabt. Wie alle Haflinger frisst er halt gern und viel. Meist gingen die Beschwerden aber mit ein wenig Bewegung wieder von alleine weg. Doch vor ein paar Monaten kam ich zum Stall, da stand er ganz hinten in der Ecke, mit dem Po an der Wand. Ich habe direkt gemerkt, da stimmt was nicht. Er war total unruhig und hat sich ständig nach hinten gedreht. Ich habe dann erstmal direkt meine Stallnachbarin gerufen. Ihr Pferd hatte nämlich auch mal so ähnliche Symptome und hat das nicht überlebt. Die kam dann auch und meinte direkt, das sieht aus wie eine schlimme Kolik. Ich soll lieber sofort den Tierarzt anrufen und solange bis er kommt, mein Pferd herumführen.

Zum Glück hat der Tierarzt nur knapp 20 Minuten gebraucht. Aber die haben mir gereicht. Ich war fertig mit den Nerven. Der Tierarzt hat mein Pferd untersucht und ihm eine Spritze gegeben. Doch er meinte, ich soll es lieber direkt in die Tierklinik bringen. Gut, dass ich das gemacht habe. Die haben gesagt, ohne OP hätte es schlecht für meinen Haffi ausgesehen. Bei ihm war wohl die Bauchwand gerissen und der Dünndarm hat sich in dem Riss eingeklemmt. Zum Glück konnten die das in der Klinik operieren, ohne was vom Darm wegzunehmen. Die OP war aber trotzdem ganz schön teuer. Mit allem Drum und Dran fast 7.000 €. Ich musste schon schlucken. Trotzdem bin ich froh, dass ich das gemacht habe. Mittlerweile hat er alles gut überstanden. Auch die Narbe am Bauch sieht gut aus.“

Ihre Freundin Yvonne P. aus E. erzählt: „Meine Stute ist letztes Jahr an einer Darmverschlingung gestorben. Wir haben viel zu lange gewartet, bis wir den Tierarzt gerufen haben. Ich vermisse sie schrecklich und mache mir auch oft noch Vorwürfe. Zum Glück habe ich noch mein Shetlandpony, das heitert mich immer auf. Hätte sie Anzeichen für eine Kolik, würde ich den Tierarzt jetzt lieber immer direkt rufen. Und wenn sie operiert werden muss, zahlt das die Operations-Versicherung, die ich für mein Pferd abgeschlossen habe. Denn ein paar Tausend Euro für eine Kolik-OP kann ich mir nicht so einfach leisten.“

Warum sind Magen und Darm beim Pferd so empfindlich?

Infografik: Magen- und Darmtrakt des Pferdes

Anatomisch betrachtet ist der Verdauungstrakt des Pferdes ungewöhnlich. Pferde können nicht brechen. Fressen sie zu schnell oder viel zu viel, ist der Magen schnell gefüllt. Denn der Magen eines Pferdes ist gar nicht so groß. Zum Vergleich: Ein menschlicher Magen fasst rund 2,5 Liter, ein Ponymagen circa 8 Liter, der eines Pferdes 15 Liter.

Ein weiterer Risikofaktor beim Pferd ist der Darm. Dieser ist beinahe 30 Meter lang, hat aber dennoch verhältnismäßig viel Bewegungsspielraum und kann sich daher schnell einmal verdrehen oder verschieben. Ist das Pferd erkrankt oder gestresst, schlägt ihm halt vieles direkt auf den Darm - ähnlich wie bei uns Menschen.

Tipps: So helfen Sie Ihrem Pferd bei einer Kolik

Der erste Schritt ist getan: Sie haben den Tierarzt informiert. Dieser ist nun auf dem Weg zu Ihnen. Jetzt heißt es warten, aber auch die Wartezeit richtig nutzen. Mit diesen Tipps helfen Sie nicht nur Ihrem Pferd, sondern auch sich selbst, die Warterei zu überbrücken. Denn egal, wie schnell der Tierarzt bei Ihnen ist, es wird Ihnen ewig vorkommen.

Mit diesen Tipps helfen Sie Ihrem Pferd bei einer Kolik:

  • Bleiben Sie ruhig. Auch wenn es schwerfällt: Ihr Tier ist bereits gestresst genug, versuchen Sie daher, die Ruhe zu bewahren.
  • Geben Sie Ihrem Pferd kein Futter. Auch nicht, um es zu beruhigen. Entfernen Sie jegliches Fressen aus der Umgebung.
  • Führen Sie Ihr Pferd herum. Aber wirklich nur im Schritt, langsam und gemächlich. Achten Sie darauf, dass Sie möglichst dort laufen, wo es keine Hindernisse gibt. Wirft sich Ihr Pferd plötzlich auf den Boden, sollte genug Platz für Sie beide sein.
  • Erlauben Sie Ihrem Pferd, sich zu wälzen. Hat Ihr Pferd das Bedürfnis, sich wälzen zu müssen, dann lassen Sie es.
  • Decken Sie Ihr Pferd ab. Schwitzt Ihr Pferd stark, decken Sie es zu. Nicht, dass es sich zusätzlich noch verkühlt.

Für alle Tipps gilt: Nur durchführen, wenn es möglich ist. Achten Sie darauf, sich nicht selbst in Gefahr zu bringen, denn die Schmerzen können leider selbst das friedlichste Pferd austreten lassen.

Welche Maßnahmen trifft der Tierarzt?

Je nach Ausmaß der Kolik wird der Tierarzt Ihr Pferd unterschiedlich behandeln. Dazu muss eine genaue Diagnose durchgeführt werden:

  • Wie verhält sich das Pferd?
  • Welche Symptome sind zu erkennen?
  • Hat das Pferd erhöhte Temperatur, erhöhten Puls, beschleunigte Atmung?
  • Wann hat Ihr Pferd zuletzt geäppelt?
  • Anamnese: Welche Vorgeschichte hat das Pferd? Dazu zählt:
    - Welche Vorerkrankungen hat das Pferd?
    - Wann wurde das Pferd zuletzt entwurmt?
    - Was hat es gefressen?

Zu den wichtigsten Hilfsmitteln des Tierarztes zählt hierbei unter anderem das Stethoskop. Mit diesem kann er den Bauch abhören und feststellen, ob zum Beispiel der Darm verdächtige Geräusche macht. Häufig folgt zudem eine rektale Untersuchung, bei der der Tierarzt seinen Arm in das Pferd einführt und so einen großen Teil der Bauchhöhle von innen ertasten kann.

Die oben beschriebenen Diagnosemethoden hängen stark vom Verhalten des Pferdes ab. Ein Pferd mit leichten Symptomen kann einfacher untersucht werden, als ein Pferd mit sehr starken Symptomen. Hier ist es gut möglich, dass das Pferd direkt in eine Tierklinik gebracht werden muss, um keine wertvolle Zeit zu verlieren.

So hilft der Tierarzt bei einer Kolik

Der Tierarzt stellt eine Magenüberladung fest.
Geht der Tierarzt davon aus, dass Fressen an der Kolik Schuld ist und noch kein Darmverschluss vorliegt, versucht er es zunächst mit einer Magen-Schlund-Sonde. Durch diese Sonde kann der Mageninhalt, sofern dieser flüssig ist, direkt abgeführt werden. Ist der Mageninhalt hingegen fester, muss der Tierarzt über die Sonde Flüssigkeit hinzuführen, um den Mageninhalt aufzuweichen.

Der Tierarzt erkennt erste Anzeichen einer Verstopfung.
Ist die Verstopfung noch nicht weit vorangeschritten, kommen entkrampfende Medikamente sowie Glaubersalz oder Paraffinöl zum Einsatz. Der Einlauf mit Öl soll die verklumpten Nahrungsreste im Darm lösen und abführen. Danach darf das Pferd für ein bis zwei Tage nichts fressen, damit sich der Darm in Ruhe leeren kann. Führen diese Maßnahmen nicht zum Erfolg, muss ein operativer Eingriff erfolgen. Fohlen erhalten häufig eine Wurmkur, da auch Parasiten eine Verstopfung verursachen können.

Der Tierarzt vermutet Blähungen als Auslöser für die Kolik.
In den meisten Fällen helfen hier bereits entspannende Medikamente sowie ein Mittel gegen die Blähungen. Auch leichte Bewegung ist förderlich, um die Darmwinde zu lösen und ihnen den Weg nach außen zu erleichtern. Achtung: Auch wenn es sich harmlos anhört, kann die sogenannte Gaskolik schnell gefährlich werden. Wollen die Gase einfach nicht raus, bläht sich der Darm weiter auf und droht zu platzen. Bevor es dazu kommt, muss operiert werden. Der Darm wird angeschnitten oder punktiert, so dass die Darmwinde entweichen können.

Der Tierarzt diagnostiziert einen Darmverschluss oder eine Darmverschlingung.
Jetzt wird es ernst. Der Darm hat sich verdreht oder ist so abgeknickt, dass nichts mehr hindurch kann. Weder Nahrungsbrei noch Gase. Alles staut sich an, der Brei vergammelt und es kommen immer mehr Gase hinzu. Gleichzeitig wird die Blutzufuhr an der betroffenen Stelle gestoppt - der Darm droht abzusterben. Bei der Diagnose Darmverschlingung wird so gut wie immer operiert. Der Darm muss schnellstmöglich wieder in die korrekte Lage gebracht werden, sonst droht Lebensgefahr für das Pferd. Je schneller operiert wird, umso größer ist zudem die Chance, den Darm komplett erhalten zu können.

Kolik-OP: ja oder nein?

Bei unproblematischen Fällen reicht eine Versorgung durch den Tierarzt vor Ort. Bei problematischen oder unsicheren Fällen muss das Pferd in die Tierklinik, wo weiterführende Untersuchungen durchgeführt und im Notfall direkt operiert werden kann. Operiert werden muss auch dann, wenn eine andere ernste organische Erkrankung Auslöser der Kolik ist - selbst wenn die Schmerzen zunächst gestoppt werden konnten.

Eine OP ist häufig die einzige Hilfe für das Pferd. Zum Glück sind die Überlebenschancen laut Dr. Bianca Christine Schwarz bei einer Kolik-OP hoch: „80 bis 90 Prozent überleben“, so die Leiterin der Abteilung Innere Medizin an der Pferdeklinik Altforweiler (Saarbrücken). Sie betont außerdem: „Das verbleibende Risiko ist in Kauf zu nehmen, da es bei den meisten Kolikoperationen keine Alternative gibt.“

Wie läuft eine Kolik-OP ab?

Im Normalfall sollen auch tierische Patienten vor einer Operation für einen gewissen Zeitraum nichts mehr essen. Eine Kolik-OP ist jedoch meist kein Normal-, sondern ein Notfall. Viel Zeit für die richtige Vorbereitung bleibt selten. Sobald Ihr Pferd in der Tierklinik eintrifft, geht es Schlag auf Schlag. Noch kurz ein paar Untersuchungen, wenn Zeit bleibt auch ein Ultraschall, und schon wird das Pferd für die Operation fertig gemacht.

  1. Kolik-OP - die Narkose:
    Ihr Pferd wird narkotisiert und mithilfe einer Decke sanft zu Boden geführt. An der Decke befinden sich Tragegurte. Diese werden von einer Art Kran gegriffen und das Pferd mitsamt der Decke auf den Behandlungstisch gehoben. Das Pferd liegt auf dem Rücken. Ein Gummischlauch in der Luftröhre sorgt für die notwendige Beatmung während der OP. Die Stelle des Bauchs, die eröffnet wird, wird rasiert und gründlich desinfiziert. Der Rest des Bauches wird mit sterilen Tüchern abgedeckt.
  2. Die OP:
    Der operierende Tierarzt durchtrennt zunächst Haut- und Muskelschicht sowie das Bauchfell. Nun hat der Chirurg einen guten Blick auf die Organe und kann sie abtasten. Ist eine Darmverschlingung Schuld an der Kolik, wird der gesamte Darm nach außen gelegt und in Ordnung gebracht. Ist ein Teil des Darms abgestorben, wird dieser operativ entfernt. Bei einer Gasansammlung wird der Darm angeschnitten, um die Gase entweichen zu lassen. Nach der Beseitigung der Ursache, wird der Darm wieder in das Pferd zurückverlegt. Während der gesamten Prozedur wird der Darm mit steriler Kochsalzlösung feucht gehalten. Nun folgt der letzte Schritt: die Naht, genauer gesagt die Nähte. Denn der Bauch wird in mehreren Schichten geschlossen. Die größte Sorgfalt liegt auf der Schließung der Muskelschicht. Hält die dortige Naht nicht, kann der Darm durch die Bauchwand brechen.
  3. Nach der Kolik-OP:
    Meist hat das Pferd nach rund zwei bis drei Stunden die Prozedur überstanden. Bis es wieder ganz aus der Narkose erwacht, bleibt es in einer Aufwachbox. Danach darf es in eine normale Box umziehen, bleibt jedoch zur Beobachtung in der Tierklinik. Ist nach ein bis zwei Wochen alles gut überstanden, darf es zurück in seinen eigenen Stall. In der Regel werden selbstauflösende Fäden genutzt. Wenn nicht, sollte der Tierarzt diese nach rund zwei Wochen ziehen.

Wie gefährlich ist eine Kolik-OP?

Natürlich ist eine Operation bei Pferden nie ohne Risiko. Gerade die Vollnarkose birgt Risiken, da Ihr Pferd durch die Kolik bereits am Ende seiner Kräfte ist. Doch in schweren Fällen gibt es keine Alternative. Ohne chirurgischen Eingriff würden die Pferde sterben. Bei einer rechtzeitigen Operation sind die Überlebenschancen mit 80 bis 90 Prozent hingegen sehr hoch.

Wie teuer ist eine Kolik-OP?

Eine Kolik kann viele Ursachen haben. Ebenso vielfältig sind auch die Eingriffe. In manchen Fällen reichen eine Magenentleerung und krampflösende Medikamente aus. In anderen Fällen muss während der Kolik-OP jedoch sogar ein Stück vom (Blind-)Darm oder vom Magen entfernt werden. Hier einige Kostenbeispiele für Eingriffe bei einer Kolik, die so auf Ihrer Tierarztrechnungen auftauchen können.

Behandlung1-facher Satz2-facher Satz3-facher Satz4-facher Satz
Untersuchung inkl. Beratung19,24 €38,48 €57,72 €76,96 €
Rektale Untersuchung22,46 €44,92 €67,38 €89,84 €
Injektion, intravenös7,71 €15,42 €23,13 €30,84 €
Inhalationsnarkose, Intubationsnarkose Pferd64,14 € Z128,28 €192,42 €256,56 €
Gastroskopie192,42 €384,84 €577,26 €769,68 €
Darmresektion, Pferd641,36 €1.282,72 €1.924,08 €2.565,44 €
Caecumresektion, Pferd641,36 €1.282,72 €1.924,08 €2.565,44 €
Magenresektion, Pferd641,36 €1.282,72 €1.924,08 €2.565,44 €
GOT = Gebührenordnung der Tierärzte Stand 2020, alle Angaben ohne Gewähr
Bitte beachten Sie: Beim Notdiensteinsatz kommt noch eine zusätzliche Gebühr in Höhe von 58,00 € obendrauf.

Die Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) gibt vor, wie viel eine Tierarztleistung mindestens kosten muss bzw. höchstens kosten darf. Diese Gebührenordnung ist auch für Ihren Tierarzt bindend. Je nach Zeitpunkt und Schwere des Eingriffs kann der 1- bis 4-fache Satz erhoben werden. Die angegebenen Preise sind Nettopreise. Mit auf der Tierarztrechnung stehen also noch:

  • die Mehrwertsteuer
  • die Kosten für Medikamente
  • die Kosten für die Verbrauchsmaterialien
  • die Kosten für Nachuntersuchungen
  • die Beiträge für die Unterbringung des Pferdes in der Tierklinik (22,46 € pro Tag ohne Behandlung und ohne Futterkosten)
  • eventuell Wegegeld, wenn der Tierarzt für Nachuntersuchungen zum Stall kommt

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Wie können Sie einer Kolik verbeugen?

Die Ursachen einer Kolik bei Ihrem Pferd sind vielfältig. Nicht immer können Sie einer Kolik vorbeugen. Da jedoch der Magen-Darm-Bereich eine große Rolle spielt, können Sie mit ein paar Vorsorgemaßnahmen eine gute Grundlage für eine gesunde Verdauung schaffen. Neigt Ihr Pferd zu Blähungen? Dann seien Sie besonders vorsichtig.

Tipps für die Fütterung, damit eine Kolik gar nicht erst auftritt:

  • Im Frühjahr langsam anweiden. Stellen Sie Ihr Pferd nicht direkt ganztägig auf die Weide. Gerade das junge, frische Gras gärt im Magen Ihres Pferdes.
  • Gut wäre es, wenn Sie die Weide in kleinere Bereiche unterteilen können, sodass nicht die gesamte Weide zum Fressen einlädt.
  • Stehen Obstbäume auf der Wiese? Tragen diese und verlieren Fallobst, sollten Sie Ihr Pferd davon fernhalten. Sonst frisst es zu viel davon - immerhin liebt es Obst.
  • Lassen Sie Ihr Pferd erst mittags auf die Grasfläche. Der Zucker-/Fruktangehalt im Gras, der Gase auslösen kann, ist morgens am höchsten. Bei Sonneneinstrahlung nimmt er ab.
  • Ihr Pferd sollte nicht hungrig auf die Weide. Am besten hat es vorher schon Raufutter bekommen.
  • Generell sollte stets ausreichend Heu und Stroh zur Verfügung stehen. Raufutter regt die Verdauung an und hilft somit, Gasen vorzubeugen. Als Alternative können Sie auf Raufutterersatz zurückgreifen, wie zum Beispiel Heucobs.
  • Im Gegenzug müssen Sie bei der Zufütterung jedoch auch das Gras von der Weide mitberechnen. Ein Pferd kann auf einer grünen Wiese rund 3 bis 5 Kilo Gras pro Stunde zu sich nehmen. Frisches Gras besteht jedoch hauptsächlich aus Wasser, sodass von den 3 bis 5 Kilo nur circa 400 bis 800 Gramm als „Futter“ anzurechnen sind.
  • Geben Sie Ihrem Pferd nicht zu viele Leckereien. Auch wenn Ihr Pferd Obst und süßes Gemüse liebt, sollte es dieses nur in Maßen und auch nicht täglich bekommen. Äpfel und Birnen sind hier besser geeignet als Steinobst, wie zum Beispiel Kirschen. Pferdeleckerlis sollten Sie nur zur Belohnung verteilen.
  • Auch Kraftfutter sollte nicht im Übermaß gefüttert werden. Als Faustregel für die Höchstmenge gilt: Ein Gramm Stärke pro Kilogramm Körpergewicht pro Mahlzeit.
  • Achten Sie darauf, dass das Futter nicht bereits angegoren oder verschimmelt ist.
  • Wechseln Sie nicht plötzlich das Futter des Pferdes. Gewöhnen Sie den Magen-Darm-Trakt langsam an neue Ernährungsweisen - im besten Fall geschieht dies in Absprache mit dem Tierarzt.
  • Mash kann die Verdauung Ihres Pferdes unterstützen. Geben Sie es Ihrem Pferd daher ruhig regelmäßig.

Weitere Tipps zur Vorbeugung:

  • Bewegung ist für eine gesunde Verdauung unerlässlich. Achten Sie daher darauf, dass sich Ihr Pferd genug und regelmäßig bewegt. So kommt die Darmmotorik in Gang.
  • Reiten Sie nicht direkt nach der Fütterung. Dann droht eine Verstopfung.
  • Achten Sie zudem darauf, dass Ihr Pferd genügend trinkt. Die Wassertränke sollte regelmäßig gereinigt werden, damit keine Futterreste, die ins Wasser gelangt sind, dort vergammeln oder sich Bakterien bilden.
  • Musste Ihr Pferd Antibiotika nehmen? Diese können die Darmflora schädigen, da sie auch die guten Bakterien zerstören. Sprechen Sie mit Ihrem Tierarzt, wie Sie den Darm am besten wieder sanieren können.
  • Pferde sind Sensibelchen und geraten manchmal recht schnell unter Stress. Dieser schadet nicht nur den Nerven Ihres Pferdes, sondern dadurch meist auch der Verdauung.

Fazit zur Kolik

Eine Kolik löst beim Pferd Schmerzen, beim Besitzer Angst und Schrecken aus. Denn die Bauchschmerzen können gefährlich enden. Zum Glück steigen die Überlebenschancen, wenn das Pferd schnell tierärztlich untersucht und dementsprechend behandelt wird. Während in leichten Fällen eine entkrampfende Spritze und leichte Bewegung Wunder bewirken, hilft in schweren Fällen meist nur noch eine Operation. Damit es gar nicht erst so weit kommt, sollten Sie die Symptome bei Ihrem Pferd nicht auf die leichte Schulter nehmen und rechtzeitig den Tierarzt zu Hilfe holen oder - bei schweren Symptomen - direkt selbst in die Tierklinik fahren.

FAQ

Was ist eine Magenüberladung beim Pferd?

Viele Ursachen führen dazu, dass der Magen-Darm des Pferdes verrücktspielt. Einer der häufigsten Auslöser der Kolik ist jedoch die Magenüberladung. Diese entsteht hauptsächlich aus diesen beiden Gründen:

  1. Das Pferd hat sich überfressen. Hier spielt nicht unbedingt die Menge des Futters eine Rolle, sondern auch dessen Beschaffenheit. Gerade bei Nahrung, die quillt oder gärt ist das Unglück schnell geschehen. Das Futter nimmt an Volumen zu, es bilden sich eventuell zusätzlich Gase und schon dehnt sich der Magen übermäßig aus. Dies ist nicht nur schmerzhaft, sondern der Magen kann dadurch sogar Schaden nehmen und zum Beispiel reißen (Magenruptur). Wir Menschen würden uns in dieser Situation erbrechen, um die Last loszuwerden, doch das Pferd kann es nicht.
    Die Gase sorgen jedoch nicht nur im Magen für Ärger. Es kann auch sein, dass sie in den Darm vordringen oder sich erst dort bilden und so Schmerzen und Komplikationen verursachen. Zu den Lebensmitteln, die häufig für Gasprobleme sorgen, zählen unter anderem: frisch gemähtes Gras, frisches Obst und frisches Brot.
  2. Der Darm ist verstopft, verdreht oder sogar verschlossen. Der Mageninhalt kann also nicht wie gewohnt in den Darm weiterwandern, sondern steckt sozusagen im Magen oder auch bereits im oberen Darmbereich fest. Jetzt herrscht nicht nur Gefahr für den Darm, sondern auch der Magen droht zu reißen - es kommt zu einer gefährlichen Kolik. Die übermäßige Gasansammlung wird auch als Meteorismus bezeichnet.

Bei einer Magenüberladung hilft meist nur der Tierarzt. Mehr Infos finden Sie hier: So hilft der Tierarzt bei einer Kolik

Ist zu viel Gras ungesund für mein Pferd?

Wenn sie könnten, würden Pferde den ganzen Tag frisches Gras fressen. Doch zu viel Gras kann nicht nur dick machen, sondern auch Verdauungsprobleme auslösen. Hier finden Sie Tipps für die Fütterung.

Gibt es eine Kolik-Versicherung?

Eine Versicherung speziell für die Kosten, die durch eine Kolik entstehen, gibt es so nicht. Allerdings sind die Operationen, die leicht mehrere Tausend Euro kosten können, in jeder Pferdekranken- und Pferde-OP-Versicherung enthalten. Mehr Infos finden Sie hier: Pferde-OP-Versicherung.

Pferde-OP-Versicherung - finanzieller Schutz für die Kolik-OP

Eine Kolik-OP ist oft der letzte Schritt, um Ihr Pferd zu retten. Doch so hart es klingt: Die Entscheidung für oder gegen eine Kolik-OP ist bisweilen auch eine Frage des Geldes. Denn die Kosten liegen bei mehreren Tausend Euro. Eine Pferde-OP-Versicherung bietet Ihnen Schutz vor den finanziellen Folgen der teuren Kolik-OP - und das schon ab 6,78 € im Monat. Vergleichen Sie hier die Tarife der Pferde-OP-Versicherung.

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Wer schreibt hier?

Mit seiner Erfahrung aus 27 Jahren als freier Versicherungsmakler, hilft Ralf Becker Kunden bei der Suche nach einer passenden Versicherung. Als Experte für Pferdeversicherung ist der passionierter Reiter ganz nah am Thema.
Ralf Becker

 

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