(02041) 77 447 - 44
E-Mail
Hunde-Magazin

Mobbing unter Hunden: Wenn aus Spaß Ernst wird

Mobbing unter Hunden: Haben Sie das schon erlebt? Was eben noch Spiel war, wird plötzlich zu einer wilden Hetzjagd. Alle gegen einen. Und Ihr Hund? Einmal Opfer, immer Opfer? Oder immer Täter? Greifen Sie jetzt nicht ein, kann das Konsequenzen für das ganze Leben Ihres Partners auf vier Pfoten haben.

 

Hunde-Mobbing: Kurz und knapp

  • Ein Streit zwischen zwei Hunden ist noch kein Mobbing.
  • Erst wenn mindestens zwei Hunde Ihren Vierbeiner regelmäßig aufs Korn nehmen, sprechen wir von Mobbing.
  • Hunde können beim Mobben Mitläufer und Anführersein.
  • Sofortiges Eingreifenaller Herrchen und Frauchen muss die Eskalation beenden.
  • Eine Hatz auf einen anderen Hund löst ein Überlegenheitsgefühl aus.Das müssen Sie als Rudelführer unmittelbar unterbinden - ohne Geschrei oder Härte.

Hunde müssen Sozialverhalten lernen  

Wie alle Hundehalter wünschen auch Sie sich sicherlich, dass Ihr Welpe zu einem gut sozialisierten freundlichen Hund heranwächst. Sie stecken viel Herzblut in die richtige Erziehung. Welpenschule, Hundeschule, Begleithundeprüfung - das komplette Programm.

Trotzdem ist nicht jeder fremde Hund direkt sein bester Freund und das Benehmen Ihres Hundes lässt bei mancher Begegnung zu wünschen übrig. Zum normalen Sozialverhalten Ihrer Fellnase gehört auch mal ein Kräftemessen oder Grenzen abstecken. Aber nicht jedes Jagen und zu Boden werfen ist gleich Mobbing.

Von Mobbing oder Bullying spricht man erst, wenn sich mindestens zwei Hunde gegen einen einzelnen gezielt und mit System zusammen tun, um ihn zu attackieren und zu unterdrücken. Diese Situation wiederholt sich bei jedem Zusammentreffen erneut.

Voll der Proll auf der Hundewiese? - Von Tätern und Opfern 

Hunde kämpfen

Beim normalen Spiel haben alle Hunde Spaß miteinander. Jeder ist mal Jäger oder Gejagter. Die Atmosphäre ist entspannt und stressfrei. Plötzlich kippt die Situation, das Spiel heizt sich zu sehr auf. Die ganze Meute hetzt hinter einem einzelnen her, um ihn fertig zu machen, und Ihr Hund ist der Rädelsführer.

Sie stehen entsetzt daneben und fragen sich, wie es dazu kommen konnte. Ihr sonst so friedlicher Vierbeiner zeigt sich von einer Seite, die Sie so noch nie gesehen haben. Er sucht sich sein Opfer aus und fixiert es. Knurrend, zähnefletschend attackiert er das vermeintlich schwächste Glied in der Hundegruppe. Er weicht auch nicht zurück, obwohl der Andere sich schon längst untergeordnet hat, zeigt keine sonst im Spiel übliche Rücksichtnahme.

Oder Ihr Hund ist der Mitläufer, der sich von der Gruppendynamik anstecken lässt und mitmacht. Dabei war der Opfer-Hund gestern bei einem Spaziergang zu zweit noch sein bester Freund.

Oder aber ist Ihrer das Mobbing-Opfer, das von seinen Kollegen als Spielzeug oder Beute missbraucht wird? Er steht total unter Stress, zieht die Rute ein, jault, schnappt um sich und versucht der wilden Jagd zu entkommen. Als Erstes wird er bei Ihnen als seiner Vertrauensperson Schutz suchen. Er drückt sich an Sie und versucht, sich zwischen Ihren Beinen zu verstecken. Nun ist es an Ihnen, ihn vor der Meute zu beschützen und sich für ihn einzusetzen.

Hilfe tut Not statt „das regelt sich schon“  
Egal, ob Täter oder Opfer: Greifen Sie bei Mobbing nicht sofort ein, hat das einen falschen Lerneffekt für alle Beteiligten. Es beeinflusst außerdem das zukünftige Sozialverhalten Ihres Hundes.


Der Opfer-Hund: gezwickt, gepackt, herumgezerrt

Ist Ihr Hund das Mobbing-Opfer und Sie wollen ihm helfen, fordern Sie die anderen Hundebesitzer auf, ihre Vierbeiner zurückzurufen, damit sich alle Gemüter wieder beruhigen können. Äußerungen wie „da müssen die durch, das klären die schon untereinander“ müssen Sie entschieden entgegentreten. Es klärt sich nichts von alleine! Nur mit Ihrem Eingreifen verhindern Sie, dass sich das Verhaltensmuster festigt und Ihr Hund das Vertrauen in Ihre Freundschaft verliert. Sie schützen ihn davor, verletzt und gebissen zu werden oder auf seiner panischen Flucht kopflos vors nächste Auto zu laufen.

Außerdem zieht dadurch der gemobbte Hund Rückschlüsse, die sein Verhalten massiv beeinträchtigen:

  • Ihm wird in bedrohlichen Situationen nicht geholfen.
  • Bestimmte Rassen oder Hunde bestimmter Größe sind für ihn generell Feinde.
  • Das Sozialverhalten leidet, da andere Hunde für ihn subjektiv eine Gefahr darstellen.

Handeln Sie nicht und Ihre Fellnase wird regelmäßig von anderen gemobbt, können sich seine schlechten Erfahrungen auf seinen Umgang mit anderen Hunden auswirken. Vorher ein aufgeschlossenes freundliches Kerlchen, verbellt er möglicherweise jeden Hund, der sich ihm auch nur nähert und wirkt insgesamt aggressiv.

Welche Anzeichen für Mobbing gibt es bei Hunden? 

Hunde mobben natürlich nicht bewusst wie Menschen, schießen sich aber auf einen anderen Artgenossen ein. Das können Sie am Verhalten Ihres Lieblings sehen:

  • Hunde, die andere Artgenossen mobben, fixieren diese bereits im Vorfeld.
  • In der Regel sind vom Mobbing Hunde betroffen, die sich in Rasse, Charakter und Temperament von Ihrem Hund unterscheiden.
  • Ein betroffener Hund wird im Regelfall von den anderen Vierbeinern eingekreist, angesprungen, verbellt, gezwickt und im Extremfall auch gebissen.
  • Beim gemobbten Hund sind Stresssymptome auffällig wie geweitete Pupillen, hecheln, winseln, wildes Schnappen und auch Beschwichtigungssignale.
 

Mobbing unter Hunden: Auch Täter brauchen Hilfe 

Anders als ein unterlegenes Tier lässt sich ein Täter-Hund nicht so einfach aus der Gruppe abrufen. Denn bei der Hatz werden Glückshormone ausgeschüttet und er empfindet ein Überlegenheitsgefühl. Diesen Rausch möchte er immer wieder erleben. Zeigen Sie ihm keine Grenzen auf und tolerieren sein Verhalten, wird er immer wieder versuchen, andere Hunde zu tyrannisieren. Er entwickelt sich zu einem problematischen Weggefährten, den man ständig an der Leine halten muss.

Reagiert er auf Ihr Abrufen nicht, schreiten Sie ohne Geschrei und Härte ein, packen Sie ihn und leinen ihn an. Nur so kann Ruhe einkehren und Sie zeigen ihm als Rudelführer, dass sein Verhalten nicht in Ordnung ist. Helfen Sie ihm aus dieser Situation heraus zukommen, denn er ist weder böse noch missraten, sondern muss nur lernen, sich im Spiel zurückzunehmen und seine Impulse zu kontrollieren.

Wiederholungsgefahr bei Hunden 

Gehen Sie als Halter des Hundes nicht auf das Mobbing ein, so kann das bei Ihrem Hund folgende Lerneffekte auslösen:

  • Er kann problemlos andere Hunde tyrannisieren
  • Wenn Sie als Halter nicht einschreiten, ist es für ihn wie ein Spiel

Generell sind soziale Kontakte für Ihren Hund wichtig. Er soll ja kein Einzelgänger werden. Sind Sie nicht sicher, wie Sie Ihrem Hund am besten helfen können, ist vielleicht der Gang zur Hundeschule eine gute Alternative. Außerdem können Sie zukünftige Mobbing-Situationen vermeiden, indem Sie Ihre Hundebegegnungen gezielt steuern und ihm nur Spielpartner aussuchen, die zu ihm hinsichtlich Größe, Charakter und Spielverhalten passen.

Sie befinden sich hier:
  1. Startseite
  2. Magazin
  3. Hund
  4. Mobbing unter Hunden