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Kastration bei Hunden - sinnvoll oder nicht?

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Anne Christin Döpping

Anne Christin Döpping    

Petra Kircheis-Orth

Petra Kircheis-Orth    

Jennifer Schoenwald

Jennifer Schoenwald    

Güler Tarhan

Güler Tarhan    

Es gibt kaum ein Thema, das Hundefreunde so kontrovers diskutieren wie die Kastration des geliebten Vierbeiners. Dabei hat jeder Hundeliebhaber individuelle Beweggründe dafür. Dennoch stellt sich Frage: Ist eine Kastration wirklich notwendig?

Wir klären Sie über die Vor- und Nachteile einer Kastration auf. Dabei erfahren Sie unter anderem, was eine Kastration von einer Sterilisation unterscheidet, wie eine Kastration abläuft und mit welchen Nebenwirkungen Sie rechnen können.

 

Was ist eine Kastration?  

Eine Kastration ist ein operativer Eingriff, der unter Vollnarkose durchgeführt wird. Dabei werden Ihrem Hund die Keimdrüsen - also die Hoden bzw. die Eierstöcke - vollständig entfernt. Der Sexualtrieb Ihres Hundes kommt so quasi zum Erliegen. Ein Zurück gibt es nach diesem Eingriff übrigens nicht. Darüber sollten Sie sich vor der Operation im Klaren sein.

Gibt es einen Unterschied zwischen Kastration und Sterilisation? 

Bei der Sterilisation werden im Gegensatz zur Kastration lediglich die keimleitenden Wege durchtrennt, also Samenleiter und Eileiter. Der Sexualtrieb bleibt bestehen, Ihr Hund ist nach dem Eingriff jedoch unfruchtbar. In der Regel wird durch den Tierarzt die Kastration durchgeführt. Eine Sterilisation birgt nämlich vor allem für Hündinnen viele gesundheitliche Risiken.

Pro und Contra der Kastration  

Bevor Sie Ihren Hund kastrieren lassen, sollten Sie die Vor- und Nachteile eines solchen Eingriffs gründlich abwägen. Unsere kleine Pro- und Contra-Liste hilft Ihnen dabei. Ein Gespräch mit Ihrem Tierarzt über die Risiken und Nebenwirkungen, sollten Sie aber dennoch führen.

Icon gut

Die Vorteile der Kastration

Für eine Kastration Ihrer Hündin spricht Folgendes:

  • keine ungewollte Schwangerschaft
  • keine Scheinträchtigkeit
  • Wegfall der Läufigkeit
  • keine Eierstock- oder Gebärmuttertumore
  • geringeres Risiko für Gesäugetumore

Für die Kastration Ihres Rüdens spricht Folgendes:

  • geringeres Risiko für Hoden- oder Prostatakrebs
  • kein hormonbedingter Stress
  • keine sexuell motivierten Verhaltensweisen mehr
Icon schlecht

Die Nachteile der Kastration

Kastrierte Hunde

  • haben einen verlangsamten Stoffwechsel
  • neigen zu Übergewicht
  • neigen zu Bindegewebsschwächen
  • neigen zur Schilddrüsenunterfunktion
  • entwickeln im Alter häufiger eine Harninkontinenz
  • leiden häufiger unter hormonbedingtem Haarausfall an den Flanken
 

Ist die Kastration die Lösung von Verhaltensproblemen?

Viele Hundehalter erhoffen sich von der Kastration Veränderungen im Verhalten ihres Hundes. Allerdings hat eine Kastration ausschließlich positive Auswirkungen auf sexuell motivierte Verhaltensweisen. Die triebbedingte Frustration, der Markierungsdrang und das Umherstreunen entfallen nach einer Kastration meist.

Am Ungehorsam sowie an der fehlenden Leinenführigkeit, Rangordnungsproblemen oder einem rassebedingtem Schutzverhalten Ihres Hundes ändert sich jedoch auch nach dem Eingriff nichts. Hier hilft nur eine professionelle Erziehung.

Wann ist der richtige Zeitpunkt für eine Kastration? 

Auf diese Frage gibt es keine konkrete Antwort. Der Zeitpunkt einer Kastration hängt von vielen Faktoren ab und muss im Einzelfall entschieden werden. Generell gilt: Nur ausgewachsene Hunde sollten kastriert werden. Bei Hunden, die jünger als ein Jahr sind, führen Tierärzte den Eingriff nur ungern durch. Lassen Sie Ihren Vierbeiner bereits vor der Pubertät kastrieren, hat das nicht nur negative Auswirkungen auf seine Entwicklung, sondern auch auf sein Sozialverhalten.

Wichtig ist auch, dass der Eingriff nur bei guter Gesundheit erfolgt. Schließlich handelt es sich um eine Operation, die unter Vollnarkose durchgeführt wird. Vor allem für ältere oder gesundheitlich angeschlagene Hunde könnte die Belastung des Eingriffs zu hoch sein.

Ihre Hündin lassen Sie am besten zwischen zwei Läufigkeiten, also etwa acht bis zehn Wochen nach der letzten Hitze, kastrieren. Über den richtigen Zeitpunkt des Eingriffs sollten Sie natürlich auch mit Ihrem Tierarzt reden, er hilft Ihnen bei der Bestimmung und informiert Sie auch über die Risiken der Operation.

Ablauf der Kastration bei Hunden 

Vor einer Kastration wird Ihr Vierbeiner gründlich untersucht. Operiert wird er nur, wenn er gesund ist. Für den Eingriff benötigt der Tierarzt je nach Methode etwa 30 Minuten.

Bei Rüden besteht die Kastration meist aus folgenden Schritten:

  1. Verabreichung des Narkosemittels (Injektion oder Inhalation)
  2. Rasur und Desinfektion des Intimbereichs
  3. Entfernung der Hoden aus dem Hodensack (Orchidektomie) oder Entfernung von Hoden und Hodensack (Skrotektomie)
  4. Vernähen der Wunde

Bei Hündinnen besteht die Kastration in der Regel aus folgenden Schritten:

  1. Verabreichung des Narkosemittels (Injektion oder Inhalation)
  2. Rasur und Säuberung des Intimbereichs
  3. Entfernung der Eierstöcke (Ovarioektomie) oder Entfernung der Eierstöcke und der Gebärmutter (Ovariohysterektomie)
  4. Vernähen der Wunde

Nach der Operation erholt sich Ihr Vierbeiner beim Arzt zunächst von der Narkose. Am Nachmittag können Sie Ihre Fellnase abholen. Ihr Tierarzt wird Ihnen vermutlich ein Antibiotikum zur Vermeidung von Infektionen und möglicherweise auch Schmerzmittel mitgeben. Nach 10 bis 14 Tagen werden die Fäden gezogen. Bis dahin darf Ihr Vierbeiner nicht an der Wunde lecken. Mithilfe einer Halskrause oder eines speziellen Hundeshirts können Sie dies verhindern.

Maßnahmen zur Minimierung von Komplikationen 

Damit vor und nach der Operation keine Komplikationen auftreten, sollten Sie sich unbedingt an die Anweisungen Ihres Tierarztes halten.

Regeln, die Sie vor der Operation einhalten sollten:

  • Bringen Sie Ihren Hund am OP-Termin nüchtern zum Arzt.
  • Die letzte Fütterung vor der Operation muss mindestens 12 Stunden zurückliegen.
  • Geben Sie Ihrem Hund am OP-Tag nichts zu trinken.
  • Gehen Sie vor der Operation noch einmal mit Ihm Gassi.
  • Verzichten Sie auf lange Spaziergänge.
  • Lassen Sie Ihren Hund nicht springen.
  • Vermeiden Sie, dass er an der Wunde leckt.
  • Kontrollieren Sie die Wunde täglich.

Was kostet eine Kastration bei Hunden?  

Die Kosten für eine Kastration variieren stark. Je nach Tierarzt, Dauer und Schwierigkeitsgrad der Operation sowie der gewählten Methode gibt es deutliche Preisunterschiede. Der Tierarzt kann den Gebührensatz selbst festlegen. In der Regel wird der einfache- oder zweifache zu Grund gelegt. Ist es ein Notfall oder besonders schwer OP, kann auch der dreifache GOT-Satz abgerechnet werden. Die Höhe des Satzes sollen Sie vorab mit Ihrem Tierarzt abklären.

Übersicht der Kosten für eine Kastration beim Hund:

Behandlung 1-facher Satz 2-facher Satz 3-facher Satz
Allgemeine Untersuchung 13,47 € 26,94 € 40,41 €
Injektionsnarkose 19,24 € 38,48 € 57,72 €
Kastration 51,31 € 102,62 € 153,93 €
Injektion 5,77 € 11,54 € 17,31 €
Summe 89,79 € 179,58 € 269,37 €
Mehrwertsteuer (19%) 17,06 € 34,12 € 51,18 €
Gesamt 106,85 € 213,70 € 320,55 €

Übersicht der Kosten für eine Kastration bei einer Hündin:

Behandlung 1-facher Satz 2-facher Satz 3-facher Satz
Allgemeine Untersuchung 13,47 € 26,94 € 40,41 €
Injektionsnarkose 19,24 € 38,48 € 57,72 €
Kastration 160,34 € 320,68 € 481,02 €
Injektion 5,77 € 11,54 € 17,31 €
Summe 198,82 € 397,64 € 596,46 €
Mehrwertsteuer (19%) 37,78 € 75,55 € 113,33 €
Gesamt 236,60 € 473,19 € 709,79 €
GOT = Gebührenordnung der Tierärzte Stand 2017

Es gibt derzeit zwei Versicherungsgesellschaften zur Hundekrankenversicherungen und Hunde-OP-Versicherungen, die einen Zuschuss auch zur nicht medizinisch notwendigen Kastration zahlen:

  • Helvetia Komfort: 200 Euro bei Hündinnen und 100 Euro bei Rüden
  • Uelzener: 75 Euro bei Hündinnen und 50 Euro bei Rüden

Der Helvetia Tarif Komfort übernimmt somit einen großen Anteil der Kosten. Die übrigen Hundekranken-Versicherer wie AGILA, Allianz, Gothaer und Petplan leisten nur bei medizinisch notwendiger Kastration z.B. bei einer Gebärmutterentzündung.

Ein Fazit zur Kastration bei Hunden 

Ist die Kastration Ihres Vierbeiners medizinisch nicht unbedingt notwendig, sollten Sie das Für und Wider gründlich abwägen. Schließlich gibt es nach einem solchen Eingriff kein Zurück mehr. Und selbst solch ein Routineeingriff birgt gewisse Risiken. Besprechen Sie mit Ihrem Tierarzt daher auch mögliche Alternativen zur Kastration.

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