Heizung einstellen – so lassen sich Energiekosten sparen

Im Herbst und Winter wollen wir auf die gemütliche Wärme nicht verzichten. Schließlich gibt es nichts Schöneres, als nach einem kalten Tag nach Hause zu kommen und es sich auf dem Sofa gemütlich zu machen. In diesem Jahr könnte das zu einer teuren Angelegenheit werden. Um Energiekosten zu sparen, solltest du deine Heizung einstellen.
Etwa in 80 % aller Haushalte sind die Heizungen nicht ideal programmiert. Dabei lassen sich einige Schritte zur Optimierung von dir selbst umsetzen. In manchen Fällen ist ein Installateur notwendig, da verschiedene Einstellungen an der Heizungsanlage vorgenommen werden müssen.
Gemütliche Wärme schaffen mit den richtigen Mitteln
In vielen Haushalten werden die Heizkörper einfach auf die Stufe 5 gestellt, um möglichst schnell einen Raum auf die gewünschte Temperatur zu bringen. Dabei geht dieser Schritt in die falsche Richtung. Oftmals werden die Ursachen, warum Räume nicht gleichzeitig eine Wohlfühltemperatur erreichen, außer Acht gelassen. Dabei brauchst du in einem solchen Fall nur ein paar Regeln befolgen, um effizienter heizen zu können:
- Heizung regelmäßig entlüften
- Thermostat auf Stufe 3 (20 Grad) einstellen
- Heizungsrohre dämmen
- an den hydraulischen Abgleich der Heizung denken, damit alle Heizkörper gleichmäßig warm werden
- Heizungsregelung an Tagesbedarf anpassen
- Druckanzeiger am Druckmessgerät kontrollieren
Wenn die Heizung gluckert

Eine der häufigsten Ursachen, falls der Heizkörper nicht richtig an Wärme gewinnt, ist die fehlenden oder unzureichende Entlüftung der Heizkörper. Typische Anzeichen dafür sind entweder gluckernde Geräusche oder eine nur mäßige Erwärmung im oberen Bereich des Heizkörpers. Hier kannst du selbst Abhilfe schaffen. Falls noch nicht vorhanden, besorge dir im Baumarkt einen Heizkörperschlüssel. Dieser hat einen kleinen Aufsatz (in der Regel Sechs-Kant), der sich auf das Thermostatventil aufsetzen lässt. Setze den Schlüssel auf das Ventil und halte ein kleines Gefäß zum Auffangen von austretendem Wasser bereit. Drehe den Schlüssel langsam nach links. Wenn du ein leichtes Zischen hörst, entweicht die Luft. Dann bildet sich ein dünner Wasserstrahl. Drehe nun das Ventil wieder zu. Der Heizkörper ist jetzt entlüftet.
Druck der Heizung überprüfen

Wenn du die Heizung einstellen willst, solltest du einen Blick auf den Druckanzeiger werfen. Dieser ist im Bereich des Wasserkessels angebracht. In der Regel steht dieser im grünen Bereich auf etwa 1 bar. Dieser Druckanzeiger verfügt über einen roten und einen schwarzen Zeiger. Der rote Zeiger zeigt den maximalen Druck an. Wenn zu wenig Wasser im Kessel ist, befindet sich der schwarze Zeiger entweder ganz weit unten oder links. Du kannst das Wasser selbst wieder auffüllen. In der Regel verfügt der Kessel über einen Zugang, auf den sich ein Schlauch aufschrauben lässt. Dieser Zugang verfügt über ein Absperrventil. Dieses darfst du erst öffnen, wenn die Wasserzufuhr zum Kessel steht. Lasse nun das Wasser einfließen. Wenn der schwarze Zeiger den roten Zeiger erreicht, drehe das Ventil zu. Dann schließe die Wasserversorgung und lasse das überschüssige Wasser im Schlauch in einen Eimer oder Abfluss ablaufen.
Unser Tipp: Versicherungsschutz für deine Heizungsanlage
Wusstest du, dass die Heizungsanlage zu den Gebäudebestandteilen gehört und diese damit über die Gebäudeversicherung abgesichert ist? Das gilt nicht nur für Schäden durch Feuer oder Überschwemmung, sondern auch bei Überspannung oder sogar Fehlbedienung der Heizungsanlage. Voraussetzung dafür ist, dass deine Gebäudeversicherung auf dem neuesten Stand ist. Ein Vergleich der Gebäudeversicherung lohnt sich – auch damit kannst du Kosten sparen.
Heizungen werden nicht gleichmäßig warm
Nicht selten kommt es vor, dass die Heizkörper nicht gleichmäßig warm werden. Damit du die Heizung einstellen kannst, musst du zunächst der Ursache auf den Grund gehen. Dafür gehst du wie folgt vor:
- Heizkessel ausschalten
- Heizkörper abkühlen lassen
- Thermostatventile einige Male auf- und zudrehen
- danach Thermostatventile voll aufdrehen
- Heizungsanlage wieder einschalten
- Zeit messen, wie lange die Heizkörper brauchen, um sich zu erwärmen
Im besten Fall erreichen alle Heizkörper in etwa der gleichen Zeit die gewünschte Temperatur. Wenn einzelne Heizkörper bullig warm werden und andere dagegen nur lauwarme Werte erzielen, dann solltest du deine Heizung einstellen oder durch einen Installateur einstellen lassen. Am Heizkessel kannst du feststellen, dass die Vorlauf- und die Rücklauftemperatur fast gleich sind. Der Vorlauf ist das Rohr, das erhitztes Wasser in die Heizkörper strömen lässt. Der Rücklauf bezeichnet die Rohre, über die das Wasser wieder zum Kessel zurückläuft.
Wenn die Heizkörper nur ungleichmäßig warm werden, musst du als Mieter deinen Vermieter darauf ansprechen. Er steht in der Pflicht, einen Installateur zu beauftragen, damit dieser einen sogenannten hydraulischen Abgleich machen kann. Das gilt natürlich, wenn du Eigentümer der Immobilie bist.
Der Installateur muss für diesen hydraulischen Abgleich den Wärmebedarf der einzelnen Zimmer berechnen und prüfen, wieviel Wasser durch die einzelnen Heizkörper fließen soll. Dabei sind unterschiedliche Faktoren zu berücksichtigen wie die Größe der Räume, die Nutzung, der Umfang der Heizkörper und auch die Dämmung des Gebäudes. Für diesen hydraulischen Abgleich durch eine Fachkraft musst du je nach Bauart der Heizung und dem möglichen Austausch von Bauteilen bis zu 1.500 € einkalkulieren. Allerdings sind diese Kosten in überschaubarer Zeit wieder aufgefangen, da der Stromverbrauch sinkt.
Gibt es Fördermittel für das Einstellen der Heizungsanlage?
Die Heizung einstellen bedeutet, Geld in die Hand zu nehmen. So etwas lässt sich als Laie nicht durchführen. Da sich dadurch jedoch Energiekosten reduzieren lassen, kannst du dafür Fördermittel in Anspruch nehmen. Über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle kannst du per Antrag 15 % dieser Kosten wieder reinholen. Dort findest du auch weitere Fördermöglichkeiten, beispielsweise für den Einbau neuer Heizkörper.
Niedrige Heiztemperatur beim Heizkessel sinnvoll?
Wenn du deine Heizkosten senken möchtest, kann das Herabsetzen der Wassertemperatur im Rücklauf effektiv sein. Die Energie, die bei der Verbrennung von Öl, Gas oder Pellets entsteht, kann besser an das Heizwasser übertragen werden. Damit „verpufft“ weniger Energie durch den Schornstein.
Wenn du einen Brennwertkessel hast, dann bewirkt die niedrige Rücklauftemperatur besonders starke Effekte. Dadurch werden die Verbrennungsgase stark heruntergekühlt. Der Wasserdampf verflüssigt sich wieder, Wärme wird freigesetzt und kann an das Heizwasser abgegeben werden.
Wenn das Zimmer nicht richtig warm wird
Wird dein Wohnzimmer oder das Schlafzimmer nicht richtig warm, obwohl die Heizung richtig eingestellt wurde? Dann können hier noch andere Gründe vorliegen, die du aber relativ einfach beheben kannst:
- Funktioniert das Thermostatventil? Drehe es einfach mehrfach auf und zu. Damit sollte der Wasserdurchfluss verbessert werden. Wenn der Heizkörper nicht warm wird, da kein Wasser strömt, muss der Heizungsinstallateur ran.
- Die Heizung bullert und das Zimmer ist immer noch nicht warm? Die häufigste Ursache ist, dass die Heizung mit Möbeln zugebaut ist. Schon ein Sessel vor der Heizung führt dazu, dass die Wärmestrahlung nicht den ganzen Raum erreicht, sondern sich hinterm Sessel staut.
Wie muss das Thermostat eingestellt werden?
Nicht selten stellen Hausbewohner das Thermostat auf die Stufe 5, um vermeintlich schnell den Raum aufzuwärmen. Das ist jedoch ein Irrglaube, denn die Heizung wird dadurch nicht schneller warm. Die Heizung selbst heizt mit einer höheren Temperatur. Dadurch geht viel Energie verloren. Das bedeuten die Zahlen auf dem Thermostatregler:
- Sternchen: ca. 5 Grad Celsius
- Stufe 1: ca. 12 Grad Celsius
- Stufe 2: ca. 16 Grad Celsius
- Stufe 3: ca. 20 Grad Celsius
- Stufe 4: ca. 24 Grad Celsius
- Stufe 5: ca. 28 Grad Celsius
Die ideale Raumtemperatur liegt im Haus je nach Raum zwischen 18 und 24° C. Manchmal liegt die Wohlfühltemperatur auch mal ein bisschen höher. Für die einzelnen Räume empfehlen Experten diese Temperaturen:
- Badezimmer: Stufe 4, 24 Grad Celsius
- Schlafzimmer: Stufe 2,5, 18 Grad Celsius
- Küche: Stufe 2,5, 18 Grad Celsius
- Wohnzimmer: Stufe 3, 20 Grad Celsius
- Kinderzimmer: Stufe 2,5, 18 Grad Celsius
Kannst du mit der Nachtabsenkung sparen?
Beim Thema Heizung einstellen musst du dich auch mit der Nachtabsenkung befassen. Die Nachtabsenkung ist eine Einstellung der Heizung, mit der die Raumtemperatur um etwa drei Grad Celsius gesenkt wird. Dabei reduzierst du die Vorlauftemperatur zur gewünschten Nachtzeit um etwa fünf bis acht Grad Celsius. Da macht vor allen in Altbauten Sinn: Diese speichern die erzeugte Wärme wesentlich schlechter und damit geht bei einem durchgehenden Heizbetrieb zu viel Energie verloren.
Übrigens, die Nachtabsenkung bezieht sich nicht allein auf Nachtzeiten. Du kannst eine Nachtabsenkung durchaus auch auf Tageszeiten ausweiten, wenn du arbeitsbedingt nicht zu Hause bist. Mit diesen Maßnahmen lassen sich ungefähr 7 bis 9 % an Heizkosten sparen. Von dieser Einsparung profitierst du auch dann, wenn du am Morgen oder nach dem Heimkommen von der Arbeit mehr Energie aufwenden musst, um die gewünschte Temperatur zu erreichen.
Schimmel durch falsches Heizen vermeiden
Energiesparen ist die eine Seite, Schimmelbildung die andere. Dazu kann es nämlich kommen, wenn du aufgrund kräftiger Sparmaßnahmen einfach zu wenig heizt. Du darfst also beim Einstellen der Raumtemperaturen nicht über den sogenannten Taupunkt hinausgehen. Dieser Taupunkt beschreibt den Zustand, wenn durch die Kombination von Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit die Kondensation der Luftfeuchte beginnt. Ab bestimmten Temperaturen verflüssigt sich quasi die Luftfeuchtigkeit, sodass Kondenswasser entsteht. Das wiederum führt massiv zur Schimmelbildung.
Beispiele für Taupunkte:
Raumtemperatur 20° Cund Luftfeuchtigkeit 60 %: Taupunkt bei 12° C
Raumtemperatur 18° C und Luftfeuchtigkeit 60 %: Taupunkt bei 10° C
Sinkt die Raumtemperatur durch eine falsche Einstellung der Heizung unter den Taupunkt, ist die Gefahr der Schimmelbildung geben. Vor allem Schlafräume können davon nachts betroffen sein, da durch die Ausatemluft viel Feuchtigkeit entsteht. Diese setzt sich bei gleichzeitig niedriger Raumtemperatur auf Oberflächen wie Fensterlaibungen oder die Mauer unterhalb der Fensterbank ab.
Als Faustregel gilt:
Die Raumtemperatur nicht unter 16 Grad Celsius absenken.
Daher ist neben einer ausreichend dimensionierten Raumtemperatur auch ein regelmäßiges Stoßlüften wichtig. Das sollte etwa dreimal täglich für fünf Minuten erfolgen. Dabei sollten möglichst gegenüberliegende Fenster geöffnet werden, um eine gewissen Luftbewegung zu erzeugen. Dauerhaft auf Kipp stehende Fenster sind kontraproduktiv, da nach kurzer Zeit mehr Feuchtigkeit, vor allem im Winter, von außen nach innen gelangt, als abgeführt wird. Da nützt es auch nichts, wenn du die Heizung einstellst, aber durch das Lüftungsverhalten quasi dagegen arbeitest.
Unser Fazit
Viele Haushalte haben nicht auf Anhieb die Möglichkeit, energiesparende bauliche Maßnahmen vorzunehmen. Eine Fassadendämmung oder eine neue Heizung schlagen schnell mit fünfstelligen Kosten zu Buche. Leichter ist es hingegen, die Heizung einzustellen, damit du hier bereits erste Sparpotenziale nutzen kannst. Immerhin lassen sich bis zu 15 % Heizkosten im Jahr einsparen.