Gebäudeversicherung: Solar
Eine Solaranlage auf dem Dach zu installieren, ist in vielen Fällen eine gute Investition, aber ohne ausreichenden Versicherungsschutz ist es auch riskant. Was du versicherungstechnisch beachten musst, wen du bei Neuinstallationen informieren musst und welcher Versicherungsschutz Sinn ergibt, erklären wir dir hier.
Solaranlage: ökologisch, kostensparend und manchmal verpflichtend

Die Nutzung von Solartechnologie wie Photovoltaik- und Solarthermie-Anlagen wird immer beliebter. Das liegt zum einen am gestiegenen Umwelt- und Klimabewusstsein, aber auch am Preisbewusstsein. Denn nicht zuletzt durch die Energiekrise und die saftigen Strom- und Heiz-Rechnungen im Zuge des Ukraine-Kriegs erscheint Selbstversorgung nicht ohne Grund zunehmend attraktiv.
Zudem machen staatliche Förderungen und Vergünstigungen die Installation einer Solaranlage auf dem Haus, der Wohnung oder dem Bürogebäude schmackhaft:
- Für Photovoltaikanlagen ab einer Leistung bis zu 30 Kilowatt gibt es seit diesem Jahr (2023) Steuererleichterungen
- Für Neuanschaffungen der Anlagen entfällt die Umsatzsteuer
- Erträge aus Anlagen sind künftig steuerfrei. Egal, ob der erzeugte Strom selbst genutzt oder ins Netz eingespeist wird
- Solarstrom aus Photovoltaikanlagen wird seit Mitte 2022 noch höher vergütet
- Manche Länder und Kommunen gewähren zusätzliche Vergünstigungen
Auch die Politik wird bei diesem Thema aktiv und so bestehen in Schleswig-Holstein, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen bereits Formen einer Solarpflicht, die auch für Berlin, Hamburg, Rheinland-Pfalz, Niedersachsen, Bayern und Hessen geplant ist.
Je nach Bundesland gilt diese Pflicht für alle Dächer, für Dächer von Wohngebäuden oder nur für Garagen entweder bei Neubauten oder auch bei bestehenden Gebäuden. Da sich die Bestimmungen und Gesetzeslagen hier häufig ändern, solltest du dich auf jeden Fall über die aktuell geltenden Regelungen in deinem Bundesland informieren. Die Tendenz geht jedenfalls zu einer immer umfassenderen Solarpflicht, weswegen es eine gute Idee ist, schon frühzeitig auf diese Technologie zu setzen, auch wenn (noch) keine Pflicht dazu besteht.
Solarthermie und Photovoltaik: Auch versicherungstechnisch ein Unterschied
Obwohl beides alltagssprachlich gern unter dem Begriff „Solarenergie“ zusammengefasst wird, besteht ein gravierender Unterschied zwischen Photovoltaik und Solarthermie. Während die deutlich effizienteren (Wirkungsgrad bis zu 90 %) und teureren PV-Anlagen der Stromerzeugung für den Eigengebrauch und die Netzeinspeisung dienen, ermöglicht eine Solarthermie-Anlage (Wirkungsgrad ca. 20 %) die Bereitstellung von warmem Wasser.
Ein Unterschied besteht aber nicht nur in Nutzen und Effizienz, sondern auch beim Versicherungsschutz. Denn Solarthermie-Anlagen werden von den meisten Gebäudeversicherungen bereits von Haus aus abgedeckt und diese kommen für Unwetterschäden auf, was für diese Anlagen in der Regel völlig ausreichend ist. Hast du noch keine Gebäudeversicherung abgeschlossen, würden wir dir dringend empfehlen dies zu tun.
Photovoltaik-Anlagen hingegen wirken sich durch ihre Installation wertsteigernd auf ein Gebäude aus. Das ist zwar für dich als Besitzer der Immobilie zunächst erfreulich, kann aber auch bedeuten, dass das Gebäude nun unterversichert ist. Um das zu verhindern, solltest du deine Gebäudeversicherung über die Installation der PV-Anlage informieren und dafür sorgen, dass der Versicherungsschutz dem neuen Wert angeglichen wird. Damit ist deine wertvolle Investition in Energieunabhängigkeit zumindest adäquat vor Schäden durch z. B. Feuer, Wasser, Sturm, Blitz und Hagel geschützt. Besteht noch keine Gebäudeversicherung, so ist diese - nicht nur, aber auch im Sinne deiner Photovoltaik-Anlage - praktisch obligatorisch. Wir haben die besten Angebote für dich gegenübergestellt:
Photovoltaikversicherung
Ich habe eine Photovoltaikanlage installiert: Was jetzt?
Die Installation deiner PV-Anlage musst du deiner Gebäudeversicherung mitteilen. Gerne können unsere Versicherungsexperten dich dabei aber kostenlos beraten und unterstützen. Wende dich einfach an einen Ansprechpartner aus unserem Team. Du erreichst uns zum Beispiel unter der Nummer: (02041) 77 447 - 44 oder über unser Kontaktformular. Außerdem könntest du unseren Vergleichsrechner nutzen, falls du auf der Suche nach der besten Photovoltaikversicherung bist.
Ob darüber hinaus noch Meldungen notwendig sind, hängt von deinem Objekt und seinem Standort ab. In den meisten Fällen ist eine Genehmigung durch die Baubehörden nicht nötig. Um sicherzugehen, solltest du dich jedoch in der Bauordnung deines Bundeslandes informieren. Bei Gebäuden mit Denkmalschutz ist zudem die Denkmalbehörde anzuhören. Diese wird aber höchstwahrscheinlich die Genehmigung erteilen, falls das Objekt durch die Installation optisch nicht zu sehr beeinträchtigt wird.
Ist eine PV-Versicherung sinnvoll?
Auch wenn die Gebäudeversicherung bereits diverse Risiken berücksichtigt, ist es klug, den Versicherungsschutz noch zu erweitern. Über den Abschluss einer Photovoltaikversicherung lassen sich nämlich noch eine Reihe zusätzlicher und nicht unwahrscheinlicher Risiken absichern. So werden etwa die Kosten für den Austausch eines Solarmoduls übernommen, inklusive Materialkosten sowie der Aufwände für den Ausbau des alten und den Einbau des neuen Moduls. Selbst wenn dieser Austausch aufgrund technischer Neuerungen nicht mehr so einfach möglich ist, übernehmen viele Versicherungen den Mehraufwand. Auch Fehler bei der Montage sind auf diese Weise abgedeckt.
Zudem sind nicht nur die Solarmodule selbst, sondern auch die dazugehörigen Leitungen vor Tierbissen und Unwetterschäden geschützt und auch vor Verdienstausfällen bist du mit einer PV-Versicherung bestens abgesichert. Falls du über deine Photovoltaik-Anlage nämlich Strom ins Netz einspeist und dies durch Schäden an der Anlage nicht mehr möglich ist, ersetzt deine Versicherung dir je nach gewähltem Tarif den entstehenden Vergütungsausfall. Der Abschluss einer Photovoltaikversicherung lohnt sich also in jedem Fall, wenn du bei Schäden nicht auf Kosten und Verlusten sitzenbleiben willst.
Welche Gebäudeversicherungen sind die besten für die Nutzung von Photovoltaik-Anlagen?
In dieser Tabelle haben wir für dich die aus unserer Sicht vorteilhaftesten Angebote mit ihren Tarifen und Leistungen zusammengestellt. Die angegebenen Werte sind Beispielwerte zur besseren Vergleichbarkeit und basieren hierbei auf einer Anlage mit 15.000 € Anschaffungswert und einer Leistung von 10 kWp (Kilowatt-Peak, also Höchstleistung der Anlage).
| Gesellschaft | Jahresbeitrag | SB | Nutzungsausfall | Preissteigerung Fortschritt | Wallbox inkl. |
|---|---|---|---|---|---|
| 58,80 € | 250 € | 180 Tage | 30 % | separate Bantragung | |
| 65,45 € | ohne | 12 Monate | versichert | ||
PV | 69,02 € | 150 € | versichert | ||
Solarprotect | 69,02 € | ohne | 6 Monate | versichert | |
SUNsmart | 77,35 € | ohne | 6 Monate | versichert | |
(Waldenburger) | 83,30 € | 150 € | 6 Monate | versichert | |
Exklusiv | 88,06 € | ohne | 12 Monate | versichert | |
Plus | 88,20 € | ohne | 360 Tage | 30 % | separate Bantragung |
SUNmaXX | 89,25 € | ohne | 12 Monate | versichert | |
solaris protect | 119,00 € | ohne | 6 Monate | 20 % | versichert |
Beachte bitte, dass die angegebenen Beiträge noch variieren können, falls du dich z.B. dazu entscheidest, den Ertragsausfall deiner Anlage mitzuversichern. Alle Tarife und Details zu den Versicherungen findest du in unserem Vergleichsrechner.
Häufige Fragen zur Gebäudeversicherung - Solar
Macht es Sinn, zusätzlich eine Betreiberhaftpflicht für meine Photovoltaikanlage abzuschließen?
Das ist auf jeden Fall empfehlenswert. Mit einer solchen Betreiberhaftpflicht hast du vorgesorgt, falls Sachschäden z. B. bei der Einspeisung des von deiner Anlage erzeugten Stroms ins allgemeine Stromnetz entstehen, bist aber auch im Falle von Personenschäden (etwa durch Glassplitter oder elektrischen Schlag) abgesichert. Eine Betreiberhaftpflicht brauchst du auch nicht separat abzuschließen, sondern kannst sie einfach als Zusatzoption beim Abschluss einer Photovoltaikversicherung miteinschließen.
Genügt es, den Wert der Anlage in den Gebäudewert einzubeziehen oder müssen Verträge angepasst, neue Verträge geschlossen oder sonst etwas beachtet werden?
Je nach Tarif kann deine Photovoltaikanlage problemlos in die Gebäudeversicherung integriert werden. Mittlerweile gelten Anlagen zur Gewinnung von erneuerbaren Energien in vielen Tarifen als versichert. Das gilt zum Beispiel auch für eine Luftwärmepumpe.
Damit du jedoch auf Nummer sicher gehen kannst, solltest du mit uns Kontakt aufnehmen, damit wir die Sachlage für deine Anlage und deinen Tarif prüfen können, denn nicht jeder Versicherer bietet diese Möglichkeit an. Oft sind auch Anpassungen am bisherigen Tarif erforderlich. Hier beraten wir dich gerne und prüfen auch für dich, wann sich aus finanzieller Perspektive eher eine separate PV-Versicherung lohnt.
Darf ich als Mieter eigenmächtig eine Solaranlage installieren und versichern?
Da hier in die Bausubstanz eingegriffen wird, kann dies leider nur der Hauseigentümer machen. Du kannst die Installation aber natürlich bei deinem Vermieter anregen und ihm die Vorteile darlegen. Zeigt sich dein Vermieter nicht bereit, eine Anlage auf dem Dach anzubringen, kannst du mit ihm aber beispielsweise auch die Einrichtung einer Balkon-Solaranlage auf dem Balkon deiner Mietwohnung absprechen.
Was ist als Wohnungseigentümer bei der Installation und Versicherung einer Solaranlage zu beachten?
Als Wohnungseigentümer und Mitglied einer Wohnungseigentümergemeinschaft kannst du nicht ohne Absprache mit den anderen Parteien die Installation einer Solaranlage veranlassen. Hierfür ist ein mehrheitlicher Beschluss der WEG obligatorisch. Wurde dieser gefasst, müssen sich nach WEG-Recht alle Eigentümer an den Kosten der Installation beteiligen.
Deine Ansprechpartner

Anne Christin
Döpping
(02041) 77 44 7 - 50

Katja
Janzen
(02041) 77 44 7 - 57

Petra
Kircheis-Orth
(02041) 77 44 7 - 52

Sandra
Manfrost
(02041) 77 44 7 - 53

Heidi
Petendorf
(02041) 77 447 - 54

Bettina
Spallek
(02041) 77 447 - 55

Manfred
Weiblen
(02041) 77 44 7 - 56