Leptospirose bei Hunden

Leptospirose ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die unter anderem bei Hunden vorkommt und unbehandelt sehr gefährlich bis tödlich ist. Die Erkrankung, die auch als „Stuttgarter Hundeseuche“, „Schlammfieber“ oder „Weil’sche Krankheit“ bekannt ist, ist als Zoonose aber auch auf Menschen übertragbar. Der folgende Text gibt Dir als Hundehalter einen Überblick über die Gefahren, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten der Krankheit.
Wie erfolgt die Ansteckung bei Leptospirose?
Verantwortlich für die Infektion ist das Bakterium „Leptospira“. Die Hauptwirte sind Nagetiere wie Feldmäuse oder Ratten, aber auch Wildtiere wie Füchse und Igel sowie Schweine und andere Nutztiere. Sie scheiden den Erreger durch ihren Urin aus. Wenn dieser in kontaminierten Pfützen, anderen stehenden Gewässern, Erde, Futter oder auf bestimmten Gegenständen landet, können sich Hunde leicht infizieren. Dafür reicht es, wenn sie das Bakterium über die Nase, das Maul oder die Genitalien aufnehmen. Auch durch verletzte oder aufgeweichte Haut kann der Keim eindringen.
Aber nicht nur durch den Urin besteht eine Infektionsgefahr. Hunde können Leptospirose auch untereinander beim Deckakt oder durch Speichelkontakt weitergeben, sie bei der Trächtigkeit auf ihre Welpen übertragen oder die Keime durch das Fressen infizierter Beutetiere aufnehmen. Menschen können unter anderem durch Urin, Blut und Gewebe befallener Tiere infiziert werden, sich jedoch nicht untereinander anstecken.
Die Infektion wird dadurch erleichtert, dass Leptospira unter günstigen, warm-feuchten Bedingungen mehrere Wochen und Monate außerhalb eines Wirts überleben kann. Deshalb ist die Gefahr im Spätsommer und den warmen Herbstmonaten am höchsten. Zudem können auch gesunde Hunde Leptospiren in sich tragen und ausscheiden.
Ist der Erreger einmal eingedrungen, verbreitet er sich im gesamten Organismus des Tieres.
Woran erkennt man eine Infektion mit Leptospira-Bakterien?
Die möglichen Symptome einer Leptospirose-Erkrankung sind vielfältig. Neben eher allgemeinen Anzeichen sind vor allem organbezogene Symptome häufig. Auf die folgenden Merkmale solltest Du als Hundehalter achten und, wenn sie auftreten, im Zweifel mit Deinem Hund einen Tierarzt besuchen:
- Fieber und Husten
- Mattigkeit, Apathie, Schwäche, Lustlosigkeit
- Erbrechen, Übelkeit, Appetitlosigkeit, Bauchschmerzen und Durchfall
- Austrocknung und vermehrter Durst
- Hautausschläge
- organbezogene Symptome wie gelbliche oder blasse Schleimhäute, Bindehautentzündung, Schleimhautblutungen, blutiger Urin, Atemnot, neurologische Ausfälle
Im späteren Verlauf sind auch Nierenentzündungen, Leberentzündungen, Bauchspeicheldrüsenentzündungen, akutes Nierenversagen, Hirnhautentzündungen und weitere schwere Organerkrankungen möglich.
Verlaufsformen von Leptospirose
Die Leptospirose kann auf sehr unterschiedliche Art verlaufen, je nach Erregerlast, Immunsystem und Gesundheitszustand des Hundes. Etwa 1,5 % aller befallenen Hunde haben das Glück eines subklinischen Verlaufs. Dabei verursachen die Erreger keine Symptome und werden einfach wieder ausgeschieden. Bei etwa 90 % kommt es zu einem milden Verlauf mit Symptomen, der aber ohne bleibende Folgen wieder abklingt. Die Wahrscheinlichkeit einer solchen harmlosen Infektion steigt deutlich, wenn ein Hund rechtzeitig und angemessen behandelt wird.
Nicht jeder Hund hat jedoch dieses Glück. Zum einen gibt es den chronischen Verlauf der Krankheit, der zu schleichenden Organschäden führt, zum anderen kann es zu einem subakuten oder akuten Verlauf mit schweren Symptomen oder sogar zu einem perakuten Verlauf kommen, bei dem das Tier binnen kürzester Zeit verstirbt.
Wie erkennt der Tierarzt eine Leptospiren-Infektion?
Am Anfang der Diagnose von Leptospirose steht die Anamnese. Ein umfangreiches Erstgespräch zum Verhalten, dem Allgemeinbefinden, den Aufenthaltsorten und möglichen Symptomen des Tieres. Hierbei macht sich der Tierarzt ein Bild und identifiziert mögliche Infektionswege Deines Hundes.
Als Nächstes muss Dein Tierarzt den Erreger oder Anzeichen einer Infektion nachweisen. Das geht am besten über eine Blutuntersuchung. Zusätzlich kann auch ein Urintest durchgeführt werden. Beim Bluttest wird unter anderem auf Signale wie erhöhte weiße Blutkörperchen, einen Mangel an Blutplättchen oder erhöhte Leberwerte geachtet. Um die Leptospiren direkt nachzuweisen, kann auch ein PCR-Test zum Einsatz kommen, der Bakterien-DNA aufspürt oder ein Antikörper-Test (Serologischer Test), der Antikörper gegen das Bakterium erkennt. Daneben gibt es aber noch diverse andere Verfahren. Bei negativen Testergebnissen werden die Tests oft nach zwei bis drei Wochen noch einmal wiederholt, um ganz sicherzugehen.
Um festzustellen, ob Schäden an Organen aufgetreten sind, wird womöglich auch eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt.
Wenn eine Leptospirose diagnostiziert wird, aber auch bei anderen Erkrankungen Deines Hundes, hilft Dir eine Hundekrankenversicherung. Falls Du sie rechtzeitig abgeschlossen hast, übernimmt sie einen Großteil oder sogar die volle Höhe der Tierarztkosten. Dadurch kannst Du Deinem Hund immer die Behandlung ermöglichen, die er braucht.
Leptospirose behandeln
Da Leptospirose eine bakterielle Erkrankung ist, gehören insbesondere Antibiotika zu den Mitteln der Wahl. Diese wird zweistufig durchgeführt, sodass der Tierarzt erst die Vermehrung und Ausscheidung der Leptospiren unterbindet und sie in einem zweiten Schritt in den Organen bekämpft. Für beide Stufen gibt es verschiedene Wirkstoffklassen. Bei leichteren Verläufen genügt diese medikamentöse Behandlung zumeist für eine Heilung.
Abhängig von den Schäden, die die Krankheit im Körper des Hundes verursacht hat, werden jedoch auch weitere Behandlungsschritte notwendig. Zum Beispiel kann Dein Tierarzt dann eine Infusionstherapie einleiten, eine Bluttransfusion durchführen und weitere Medikamente, beispielsweise zur Leberfunktionsunterstützung, verabreichen. Bei schwerem Nierenversagen kann auch eine Dialyse vonnöten sein. Im Falle von Lungenschäden ist womöglich eine externe Sauerstoffgabe beziehungsweise Beatmung notwendig.
Unsere Tarifempfehlungen für die Leptospirose-Behandlung
Um die Behandlungskosten bei Leptospirose zu senken, empfehlen wir den Abschluss einer Hundekrankenversicherung. Die folgenden Tarife, die unsere Tierversicherungsexperten für Dich ausgewählt haben, bieten Dir einen verlässlichen Schutz für Deinen Hund. Egal ob bei Heilbehandlungen, Diagnosen oder Operationen.
- Höchstentschädigung / Jahr: 1. Versicherungsjahr: 10.000 €, im 2. Versicherungsjahr 15.000 €, ab dem 3. Versicherungsjahr: unbegrenzt
- Selbstbeteiligung: 20 % je Schadensfall
- Erstattungssatz nach Gebührenordnung der Tierärzte (1 bis 4-facher Satz): 4-facher Satz
- Vorsorgemaßnahmen (Impfung, Wurmkur): 70 € pro Vers.-Jahr
51,00 €
(monatlich)
- Höchstentschädigung / Jahr: unbegrenzt
- Selbstbeteiligung: 250 €
- Erstattungssatz nach Gebührenordnung der Tierärzte (1 bis 4-facher Satz): 4-facher Satz
- Vorsorgemaßnahmen (Impfung, Wurmkur): 100 € jährlich (z. B.: Impfungen, Wurmkuren, Zahnprophylaxe, Floh- und Zeckenmittel)
67,76 €
(monatlich)
- Höchstentschädigung / Jahr: unbegrenzt
- Selbstbeteiligung: 250 €
- Erstattungssatz nach Gebührenordnung der Tierärzte (1 bis 4-facher Satz): 4-facher Satz
- Vorsorgemaßnahmen (Impfung, Wurmkur): 250 € pro Versicherungsjahr (inkl. Impfungen, Parasitenmittel und prophylaktische Blutchecks)
84,49 €
(monatlich)
Weitere Tarife kannst Du ganz einfach in unserem Online-Versicherungsvergleich finden und gegenüberstellen.
Jetzt vergleichenWie beugt man einer Leptospirose-Erkrankung bei Hunden vor?
Entscheidend für die Verhinderung einer schweren Infektion ist die Impfung Deines Hundes. Auch sie kann eine Ansteckung nicht grundsätzlich verhindern. Aber sie kann lebensrettend sein, da schwerere Verläufe unwahrscheinlich werden und außerdem die Erregerausscheidung und damit die Ansteckungsgefahr für andere Tiere oder Menschen verringert wird. Die Grundimmunisierung sollte hier mit zwei Impfungen in der 8. und 12. Lebenswoche beginnen und dann regelmäßig in Absprache mit dem Tierarzt aufgefrischt werden. In der Regel muss das jährlich oder sogar noch häufiger geschehen, um einen wirksamen Schutz aufzubauen. Die Impfung ist dabei auch für Hunde notwendig, die die Krankheit bereits durchgestanden haben.
Darüber hinaus solltest Du verhindern, dass Dein Hund in Kontakt mit möglichen Infektionsquellen kommt. Also stehenden Gewässern wie Pfützen oder Tümpeln. Zudem solltest Du Hundeklos, Futterplätze, Trinkschalen und Schlafstellen immer gut desinfizieren und sauber halten.
Wie gut sind die Heilungschancen bei Leptospirose?
Die Prognose für die Krankheit hängt entscheidend davon ab, ob sie behandelt wird. Bei unbehandelten Hunden liegt die Mortalitätsrate bei 20 bis 50 %. Bei rechtzeitiger Behandlung hingegen überleben bis zu 90 % der erkrankten Tiere. Im Falle von leichten Verläufen ist die Genesung für gewöhnlich vollständig und der Hund kann sein Leben danach vollkommen normal weiterführen. Trotzdem sollten regelmäßige Nachkontrollen durchgeführt werden.
Bei schweren Verläufen sieht es leider etwas anders aus. Hier sind zum Beispiel chronische Nierenschäden oder andere dauerhafte Organschäden möglich.
Für Jungtiere unter 6 Monaten und für Hunde mit einem geschwächten Immunsystem sind die Genesungsaussichten auch eher schlecht.
Hinweis: Mit unserem Beitrag möchten wir allgemeine Informationen und erste Hinweise zu Leptospirose bei Hunden liefern. Er soll nicht der eigenmächtigen Diagnose, Behandlung und Medikation Deines Hundes dienen und keinesfalls die fachkundige Untersuchung und Therapie durch Deinen Tierarzt ersetzen.