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Die Herkunft eines Tieres spielt bei Versicherern keine Rolle

Geschäftsführer Ralf Becker und seine Ayka auf einer Wiese

FOCUS Tierdoktor
VS.-Geschäftsführer Ralf Becker im Interview

Tiere aus dem Tierheim haben meist eine Vorgeschichte. Auf eine finanzielle Absicherung müssen Besitzer von Heimtieren jedoch nicht verzichten. Unser VS.-Geschäftsführer Ralf Becker erklärt im Interview mit dem FOCUS, welcher Schutz sich für Adoptiv-Tiere eignet und worauf es dabei ankommt.
(FOCUS TIERDoktor, Ausgabe November 2020)

FOCUS Tierdoktor:
Herr Becker, müssen Halter, die ein Tier aus dem Tierheim oder Ausland aufnehmen, mit Schwierigkeiten beim Abschluss einer Krankenversicherung rechnen?

Ralf Becker:
Nein. Sowohl für die Krankenversicherung als auch für eine OP-Versicherung muss der Halter vor Vertragsabschluss einen Fragebogen ausfüllen. Natürlich ist bei einem Tierheim-Tier die medizinische Vorgeschichte nicht genau bekannt. Dann antwortet der Besitzer eben nach bestem Wissen und Gewissen. Im Zweifelsfall trägt er „unbekannt“ ein. Der Versicherer kann eine Zahlung im Ernstfall aufgrund dieser Unwissenheit nicht verweigern.


FOCUS Tierdoktor:
Oft haben diese Adoptiv-Tiere ja schon einige Jahre auf dem Buckel. Spielt das eine Rolle?

Ralf Becker:
Durchaus. Je früher ich ein Tier versichere, desto günstiger wird die monatliche Prämie. Denn dann kann der Versicherer diese über einen längeren Zeitraum strecken. Im Prinzip ist das wie bei einer privaten Krankenversicherung beim Menschen.


FOCUS Tierdoktor:
Gibt es Altersgrenzen?

Ralf Becker:
Hundewelpen können frühestens mit zwei Monaten versichert werden. Einige Versicherer nehmen Hunde über acht Jahren nicht mehr auf, andere ab zehn. Hier gilt es zu vergleichen.


FOCUS Tierdoktor:
Oft haben diese Adoptiv-Tiere ja schon einige Jahre auf dem Buckel. Spielt das eine Rolle?

Ralf Becker:
Durchaus. Je früher ich ein Tier versichere, desto günstiger wird die monatliche Prämie. Denn dann kann der Versicherer diese über einen längeren Zeitraum strecken. Im Prinzip ist das wie bei einer privaten Krankenversicherung beim Menschen.


FOCUS Tierdoktor:
Was ist der Unterschied zwischen einer Kranken- und einer OP-Versicherung?

Ralf Becker:
Die Krankenversicherung deckt wie beim Menschen alles ab: ambulante Untersuchungen, Vorsorge, Impfungen und so weiter. Die OP-Versicherung greift nur bei chirurgischen Eingriffen. Bei Katzen sind das oft Zahn- oder Nierenoperationen. Bei Hunden handelt es sich oft um Magendrehungen, Hüft-OPs oder um das Entfernen von Tumoren.


FOCUS Tierdoktor:
Und mit welchen Beiträgen müssen Halter rechnen?

Ralf Becker:
Eine Vollkrankenversicherung kostet für einen dreijährigen Hund zwischen 30 und 100 Euro im Monat. Bei der reinen OP-Versicherung werden im Monat 14 bis 20 Euro fällig. Mit steigendem Eintrittsalter erhöht sich die Monatsprämie alle drei Jahre um fünf Euro. Für Katzen sind die Versicherungen gut 30 Prozent günstiger.


FOCUS Tierdoktor:
Gehört eine Kastration zu den versicherten OPs?

Ralf Becker:
Wenn sie medizinisch notwendig ist, ja. Ansonsten, nein. Aber einige Versicherer gewähren dann Zuschüsse zwischen 25 und 55 Euro.


FOCUS Tierdoktor:
Wie sieht es mit der Haftpflichtversicherung für Tiere mit Vorgeschichte aus?

Ralf Becker:
Katzen sind wie Kleintiere mit der privaten Haftpflichtversicherung abgedeckt. Sie brauchen keine eigene, Hunde hingegen schon.


FOCUS Tierdoktor:
Alle Hunde?

Ralf Becker:
Das kommt auf das Bundesland an. In einigen ist die private Haftpflicht für alle vorgeschrieben, in anderen für Hunde ab einer gewissen Höhe oder Kilozahl. Mecklenburg-Vorpommern hat gar keine gesetzliche Regelung.


FOCUS Tierdoktor:
Nach welchen Kriterien werden die Prämien berechnet?

Ralf Becker:
Nach der Rasse und dem Alter des Halters. Jeder Versicherer hat seine eigene Rassenstatistik. Einige Rassen gelten als größeres Risiko für Beißvorfälle. Manche schließen Listenhunde aus, andere verlangen nur höhere Prämien. Eine gute Hundehaftpflicht erhalten Sie ab etwa 40 Euro im Jahr.


FOCUS Tierdoktor:
Also kein Malus für Heimtiere?

Ralf Becker:
Nein, ein Tier aus dem Heim gilt nicht als unbekanntes Risiko. Weder das Alter noch die Herkunft spielen bei der Berechnung eine Rolle.


FOCUS Tierdoktor:
Welche Schadensfälle werden häufiger gemeldet?

Ralf Becker:
Meist geht es um Sachschäden: Ein Hund hat etwas runtergerissen oder ist hochgesprungen und hat jemandem den Mantel ruiniert. Schäden wie zerkratztes Laminat, das dem Vermieter erstattet werden muss, kommen oft vor. Und Rangeleien zwischen Hunden, bei denen ein Besitzer die Tierarztrechnung des anderen übernehmen muss. Bissvorfälle gegenüber Menschen sind seltener, dafür aber deutlich teurer.