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Was ist digitaler Nachlass?

Der Begriff digitaler Nachlass (digitales Erbe) bezeichnet die elektronischen Daten einer verstorbenen Person, welche nach ihrem Tod weiter existieren. Zum digitalen Nachlass zählen unter anderem E-Mail-Konten, Profile in sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter, im Internet geführte Bankkonten, Benutzerkonten bei Versandhäusern wie Amazon oder Abonnements für Online-Spiele, Musik- und Filmanbieter.

Doch was geschieht zum Beispiel mit Ihren Online-Abonnements - wie dem Account für den Streaming-Dienst - nach Ihrem Ableben? Hier ist Vorsicht geboten und es besteht unbedingt Bedarf für eine Vorsorge! Diese Abonnements existieren ohne Kündigung weiterhin und dadurch entstehen Kosten für die Hinterbliebenen. Ohne deren Wissen um die Accounts kann ihnen im schlimmsten Fall der Gerichtsvollzieher einen unerwarteten Besuch abstatten!

Eine frühzeitige Vorsorge für das Erbe im Internet ist daher bereits zu Lebzeiten notwendig und wichtig. Wir haben für Sie Tipps, wie Sie zum Beispiel Ihre Passwörter von Online-Plattformen für die Hinterbliebenen sicher hinterlegen (z. B. Zugänge zu E-Mail-Konten) und dafür sorgen, dass keine offenen Rechnungen Konsequenzen haben.

 

Digitaler Nachlass: Diese Daten vererben Sie

Der analoge Nachlass setzt sich zusammen aus Datenträgern wie

  • Festplatten
  • Speicherkarten
  • CDs / DVDs
  • USB-Sticks
  • Smartwatches
  • Smartphones
  • MP3 Player / iPods
  • E-Book-Reader
  • PC / Laptop

mit den darauf gespeicherten digitalen Inhalten wie

  • Bildern (z. B.: .jpg, .gif)
  • Textdokumenten (z. B.: .doc, .txt)
  • Musikdateien (z. B.: .mp3, .wav)
  • Videodateien (z. B.: .mov, .mp4)

Diese und viele weitere Daten zählen zur so genannten Erbmasse. Als Erbmasse bezeichnet man alles, was vom Verstorbenen vererbt wird. Das digitale Erbe umfasst also auch offline gespeicherte Daten. Diese gehen alle in den Besitz der Erben über. Hier dürften in der Regel keine Schwierigkeiten bestehen, an Daten des Verstorbenen zu gelangen, selten sind diese verschlüsselt abgespeichert.

Ganz anders verhält es sich jedoch mit den Daten, die online hinterlassen wurden. Die Verwaltung des digitalen Nachlasses ist für Erben meist sehr umständlich bis gar unmöglich, wenn die Zugänge zu den verschiedenen Online-Konten nicht vorliegen. Je nachdem, wie umfangreich Ihre Online-Aktivitäten ausfallen, können diese Hinterlassenschaften Ihre Hinterbliebenen vor größte Bemühungen stellen:

  • E-Mail-Konten
  • Online-Bankkonten (z. B. PayPal)
  • Facebook-Profile und weitere Nutzerprofile in sozialen Netzwerken (z. B. Twitter, Youtube)
  • online geschlossene Verträge (z. B. Mobilfunkverträge oder Versicherungen)
  • Glücksspiel-Abonnements (z. B. Lotto)
  • Online-Spieleplattformen (z. B. Steam, Origin)
  • Abos bei Filmanbietern (z. B. Netflix oder Sky)
  • Musik-/Filmstreaming-Anbieter (z. B. Spotify)
  • online gespeicherte Daten bei Cloud-Diensten (z. B. Dropbox, Google Drive)
  • Strom- und Gasanbieter
  • Telefon- / Internetanbieter
  • Konten bei Online-Händlern / Auktionshäusern (z. B. eBay oder Amazon)
  • eigene Internetseiten / Blogs

Viele Online-Anbieter lassen Zugriffe Dritter / Hinterbliebener nur durch Zusendung einer Sterbeurkunde zu. Die zuständigen Ämter veranschlagen pro Sterbeurkunde 10 €. Das kann bei vielen Online-Accounts ziemlich kostenintensiv ausfallen. Bei manchen Anbietern reicht jedoch eine Kopie der Sterbeurkunde. Für die genaue Vorgehensweise kontaktieren Sie bitte den betreffenden Onlinedienst.

Paar mit Laptop

Erben kommen heute an digitaler Nachlassverwaltung nicht mehr vorbei

Auf Erben gehen sowohl der Besitz (Vermögen, Sachwerte usw.) als auch alle Rechte und Pflichten des Verstorbenen über. Online-Konten und Verträge existieren weiterhin, bei Online-Portalen abgeschlossene Reisen oder online gekaufte Waren müssen bezahlt werden. Mit dem Tod erlischt nicht automatisch der Vertrag. Nur wer als Erbe von diesen Verträgen weiß, kann die teure Reise oder die Zustellung des Fernsehers noch stornieren, wenn er den Zugang zum entsprechenden Portal hat oder bekommt.

Viele online abgeschlossene Verträge sind Abonnements, zum Beispiel für Musik-/Filmanbieter oder Glücksspiele. Sie verlängern sich ohne fristgerechte Kündigung meist automatisch und verursachen weiterhin Kosten. Diese Kosten werden vererbt. Ohne Vorsorge des Verstorbenen müssen Erben eigenständig herausfinden, welche kostenpflichtigen Verträge existieren und beendet werden sollten.

 

Statistisch gesehen verstirbt ungefähr alle 3 Minuten ein Facebook-User in Deutschland, ohne vorher seinen digitalen Nachlass geregelt zu haben!
Quelle: Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz

Diagramm digitaler Nachlass

Digitales Erbe im Bewusstsein der Bevölkerung

Obwohl heute fast jeder ein E-Mail-Konto besitzt, sehr viele Menschen online Bankgeschäfte tätigen und regelmäßig in sozialen Netzwerken wie Facebook unterwegs sind, gehen Internetnutzer größtenteils völlig sorglos mit dem Thema digitaler Nachlass um. Sie wissen auch nicht, was mit ihren Daten im Internet geschieht, wenn sie sterben.

Eine von YouGov Deutschland AG im Auftrag der DEVK Versicherungen durchgeführte Umfrage ergab, dass sich neun von zehn Befragten noch nicht um ihren digitalen Nachlass gekümmert haben. Wenn es um die Priorisierung geht, zeigt sich, dass die Zugänge zum Online-Banking mit großem Abstand (mehr als 70 %) zu den wichtigsten Hinterlassenschaften zählen. Erst danach wurden E-Mail-Konten, eigene Internetseiten oder Cloud Computing (Speicherung von Daten über das Internet) genannt.

Weit mehr als 50 % würden ihr digitales Erbe nur ihrer Familie anvertrauen. Ein Beleg dafür, dass Menschen sich sehr wohl im Klaren darüber sind, dass es sehr wichtige und sensible Daten sind, die sie in elektronischer Form hinterlassen.

Tipps für Erben: Digitalen Nachlass regeln und verwalten

Für Sie als Angehörige oder Erben haben wir Tipps für den Fall, dass Sie einen digitalen Nachlass verwalten müssen. Ihre Familie für das Thema zu sensibilisieren und auch zur Vorsorge anzuregen, ist sehr sinnvoll. Eine Vorsorge ist besonders wichtig, da die Rechtslage für Online-Konten nicht immer klar geregelt ist.

Tipp 1: Zugang zum E-Mail-Konto ist wichtig

Das E-Mail-Konto ist das Zentrum der Online-Aktivitäten. Hierhin kommen die Rechnungen für Online-Käufe, Bestätigungen, Zahlungsaufforderungen, Abonnements und weitere Verträge. Nur hier sehen Sie, welche Online-Konten der Verstorbene angelegt hat und welche gekündigt werden sollten.

Wenn Sie keine Zugangsdaten haben, schauen Sie auf dem Rechner, ob die verstorbene Person ein E-Mail-Programm wie Outlook oder Thunderbird für die Verwaltung und Bearbeitung der Mailkonten benutzt hat. Dann könnten Sie ohne Passwort auf die E-Mails zugreifen.

Falls das E-Mail-Konto nur über die Webseite des Anbieters genutzt wurde, sollten Sie den Anbieter zeitnah kontaktieren und um Hilfe bitten. Manche E-Mail Anbieter gewähren Erben nach Zusendung des Erbscheins Zugriff.

Sie sollten sich darüber im Klaren sein, dass der Zugang zum E-Mail-Konto des Verstorbenen äußerst persönliche und sensible Daten offenbaren kann. Ziehen Sie im Zweifelsfall weitere Hilfe für eine Vorabsichtung zu Rate.

Tipp 2: Passwörter und andere Zugangsdaten finden

Suchen Sie nach Passwörtern und weiteren Zugangsdaten des Verstorbenen auf dem PC, Notebook, Tablet oder Smartphone. Vielleicht sind diese Daten noch im Browser in den temporären Dateien (den so genannten „temporary files“) gespeichert, wenn der Verstorbene beim Surfen keinen privaten Modus nutzte oder der Cache nicht gelöscht wurde.

Hat die verstorbene Person einen Passwort-Manager genutzt, also ein Programm, in dem alle genutzten Passwörter gespeichert sind, müssen Sie nur das eine Master-Passwort für den Passwort-Manager herausfinden.

Tipp 3: Ordner und Mappen des Verstorbenen sichten

Suchen Sie nach Papieren, Mappen und Ordnern, in denen der Verstorbene seine verschiedenen Online-Profile festgehalten haben könnte - als eigene Gedankenstütze oder vorsorglich für seine Nachlassverwalter. Bestenfalls finden Sie eine Auflistung mit den vorhandenen Nutzerprofilen inklusive der Zugangsdaten zu den einzelnen Konten.

Tipp 4: Als Hilfe hinzuziehen: Digitaler Nachlassverwalter

Professionelle digitale Nachlassverwalter und Bestatter kümmern sich um die digitalen Hinterlassenschaften und bereinigen das Internet, zum Teil mit so genannten „Online-Schutzpaketen“. Sie kündigen Verträge und fordern im Sinne der Erbansprüche der Erben vorhandene Guthaben von Anbietern wie PayPal oder Amazon an. Hier sollten Sie bedenken: Dieser Service hat seinen Preis. Je nach Größenordnung berechnet ein professioneller Nachlassverwalter schnell bis zu 250 €. Zudem gelangen die sensiblen, sehr persönlichen Daten in die Hände Dritter.

 

Wichtig: Einige Dienste wie WEB.de oder GMX löschen das Konto automatisch nach einer Inaktivität von einigen Monaten. Erben können so wichtige Daten entgehen. Daher wird dringend angeraten, möglichst zeitnah zu handeln!

Mann mit Smartphone

Frühe Vorsorge erleichtert die digitale Nachlassverwaltung für Ihre Angehörigen

Viele online getätigte Geschäfte und Verträge (Versandhandel, Versicherungen etc.) existieren ausnahmslos in digitaler Form. Etwaige Erben sollten unbedingt Zugriff darauf erhalten. Darüber hinaus geht es um Ihr Vermächtnis im Internet.

Was soll zum Beispiel mit Ihrem Facebook-Account geschehen? Sicherlich wollen Sie nicht, dass nach Ihrem Ableben in Ihrem Namen automatisierte Nachrichten (Geburtstagserinnerungen usw.) an Ihre Facebook-Freunde versendet werden. Stellen Sie mit Ihrem letzten Willen zu gespeicherten Daten sicher, dass Ihr Andenken in sozialen Medien wie gewünscht ausfällt. Die Ewigkeit im Netz ist garantiert, Ihre Daten bleiben bestehen, auch wenn Sie verstorben sind!

Hinzu kommt, dass die meisten Online-Anbieter einen Zugriff auf einen Account selbst von Verwandten nur selten zulassen, wenn man die Zugangsdaten nicht besitzt. Das kann im schlimmsten Fall für die Hinterbliebenen richtig teuer werden und die sowieso schon Trauernden mehr als unnötig seelisch belasten.

Auch geben wir zu bedenken, dass bei vielen Anbietern von digitalen

  • Ton- oder Videoaufnahmen (z. B. Amazon oder iTunes)
  • Software / Spielen (z. B. Steam, Origin oder Uplay)
  • Dokumenten / Büchern (z. B. Amazon)

man lediglich die Lizenz zur Nutzung der angebotenen Daten kauft - genannt DRM - Digital Rights Management (Digitale Rechteverwaltung). Eine Übertragung dieser Nutzungslizenzen ist bisher nicht vorgesehen.

Des Großvaters Platten- oder Büchersammlung kann man materiell erben, im digitalen Bereich ist das so in der Form nicht ohne weiteres möglich. Ohne Zugang zum entsprechenden Account können Hinterbliebene mit einer noch so teuren und umfangreichen Musiksammlung nichts anfangen. Ihnen bleibt lediglich das geerbte Abspielgerät. Sorgen Sie daher unbedingt vor.

Die folgenden Punkte geben Ihnen eine Übersicht, welche Schritte in der digitalen Nachlassvorsorge sinnvoll sind:

  • Erstellen Sie eine Anleitung, was mit Ihren Online-Konten geschehen soll. Hinterlegen Sie E-Mail-Adressen, Nutzernamen und Passwörter sicher auf einem verschlüsselten USB-Stick, in einem geschützten Ordner auf dem PC oder in einer Vorsorge-Mappe an einem sicheren Ort. Die Daten sollten Sie für jedes Konto und jeden genutzten Internetdienst einzeln auflisten und bei einer Änderung entsprechend aktualisieren! Informieren Sie auch eine Vertrauensperson.
  • Sie können in Ihrem Testament den Punkt „digitaler Nachlass“ aufnehmen. Hier sollten Sie die Zugangsdaten zu Ihren Nutzerkonten (Login-Namen, Kennwörter, Sicherheitsfragen usw.) notieren und konkret festlegen, was mit Ihrem digitalen Nachlass geschehen soll.
  • Alternativ oder zusätzlich können Sie in einer Vorsorgevollmacht festlegen, wer Ihre digitalen Hinterlassenschaften pflegen soll. Die Vollmacht muss handschriftlich verfasst werden, mit Datum und Unterschrift versehen. Als Bedingung muss zudem „über den Tod hinaus“ enthalten sein. Anschließend sollte das Schriftstück einer Vertrauensperson übergeben werden. Wenn Sie digitale Zeitschriften im Abonnement erhalten oder kostenpflichtige Online-Dienste wie Videoportale nutzen, sollten Sie das notieren. Diese können dann von Erben gekündigt werden.
  • Auch Ihre Endgeräte (Smartphone, Tablet, PC usw.) und die darauf gespeicherten Daten sollten Sie einer Vertrauensperson zuordnen. Diese sollte mit dem Umgang der Geräte vertraut sein.

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