Pferde im Winter: Wie schütze ich mein Pferd?

Sobald Frost, Eis und Schnee die Landschaft verwandeln und die Pferde draußen auf der Weide stehen, beginnt für Pferd und Halter eine besondere Zeit. Doch frieren Pferde im Winter überhaupt? Worauf kommt es jetzt wirklich an, damit sie gesund durch die kalte Jahreszeit kommen und wann brauchen sie zusätzlichen Schutz?
Frieren Pferde im Winter?
Tatsächlich sind Pferde sehr kälteresistent. Auch wenn ihre Wohlfühltemperatur bei 5 bis 15 Grad Celsius liegt, kommen sie mit Temperaturen um die -15 Grad Celsius zurecht. Ihr dichtes Winterfell, das sich aufstellen kann, bietet ihnen Schutz vor Kälte und hilft ihnen, ihre Körpertemperatur unabhängig von der Umgebungstemperatur zu regulieren. Deshalb macht Pferden eine Schwankung der Temperatur am Tag und in der Nacht auch nichts aus. Auch gelegentliche Regenschauer stören Pferde zunächst nicht, da der Regen an den Haarspitzen entlangläuft und herabtropft. Lediglich bei langanhaltendem, starkem Regen werden Pferde wirklich nass. Vielleicht hast Du schonmal bemerkt, dass Dein nasses Pferd an einem kälteren Tag zittert. Das bedeutet nicht, dass es friert. Es hält sich durch die Muskelkontraktionen warm.
Wenn der Winter Deinem Pferd dennoch zusetzt
Trotz aller Vorsicht lässt es sich nicht immer vermeiden, dass Pferde in der kalten Jahreszeit erkranken. In solchen Fällen können schnell hohe Tierarztkosten entstehen, vor allem dann, wenn mehrere Behandlungen oder spezielle Untersuchungen notwendig werden. Eine Pferdekrankenversicherung schützt Dich vor den finanziellen Risiken und übernimmt je nach Tarif bis zu 100 % der Kosten, unabhängig vom aktuellen GOT-Satz (Gebührenordnung für Tierärzte). So bist Du auch bei unerwarteten Erkrankungen auf der sicheren Seite. Doch welche Leistungen sind eigentlich abgedeckt und welcher Tarif passt zu Dir und Deinem Pferd? Hier siehst Du drei Beispiele, wie eine Pferdekrankenversicherung im Ernstfall unterstützen kann:
- Jahreshöchstentschädigung: 50.000 € (OP-Reha 3.000 €)
- Selbstbeteiligung: keine (OP-Reha 20 % pro Rechnung)
- Vorsorgemaßnahmen (Impfung, Wurmkur): 500 €
587,56 €
(monatlich)
- Jahreshöchstentschädigung: 25.000 €
- Selbstbeteiligung: keine
- Vorsorgemaßnahmen (Impfung, Wurmkur): 500 €
554,82 €
(monatlich)
- Jahreshöchstentschädigung: 50.000 € (OP-Reha 3.000 €)
- Selbstbeteiligung: 500 € pro Versicherungsjahr (OP-Reha 20 % pro Rechnung)
- Vorsorgemaßnahmen (Impfung, Wurmkur): 500 €
465,23 €
(monatlich)
Mache jetzt in unserem Online-Rechner den Vergleich und finden den für Dich und Dein Pferd passenden Tarif:
Sollte ich mein Pferd eindecken?
Eine Decke ist für dein Pferd insbesondere dann sinnvoll, wenn:
- es geschoren ist,
- es schon älter oder gesundheitlich angeschlagen ist,
- das Winterfell besonders dünn ausfällt,
- es oft und lange ohne Unterstand starkem Regen ausgesetzt ist.
In diesen Fällen schützen Stalldecken oder Outdoordecken beim Paddock- oder Offenstallaufenthalt zuverlässig vor Auskühlung. Wer sein Pferd regelmäßig trainiert, deckt es meist schon im Herbst ein. Dadurch entwickelt das Pferd weniger Winterpelz, was das Schwitzen beim Reiten reduziert.
Apropos schwitzen: Nach dem Training ist im Winter eine Abschwitzdecke Pflicht. Spezielle Fleecedecken nehmen den Schweiß auf, transportieren die Feuchtigkeit an die Oberfläche und lassen das Pferd schneller trocknen, so wird das Risiko einer Erkältung beim Pferd deutlich verringert.
Vitamine halten Dein Pferd gesund
Mit Vitaminen und Nährstoffen unterstützt Du das Immunsystem Deines Pferdes und hilfst ihm, sich warmzuhalten. Was in der kalten Jahreszeit alles auf den Speiseplan Deines Lieblings sollte, erfährst Du unter Fütterung des Pferdes. Achte außerdem stets darauf, dass die Trinkmöglichkeiten in der Box und auf dem Paddock nicht zugefroren sind. Dein Pferd sollte jederzeit Zugang zu frischem Wasser haben, auch wenn es im Winter in der Regel weniger trinkt als im Sommer.
Ausreiten im Winter: das musst Du beachten
Ein Ausritt durch die frostige Landschaft, die an ein Winterwunderland erinnert, ist ein besonderes Erlebnis. Allerdings musst Du einige Dinge beachten, bevor Du Dich aufs Pferd schwingst:
Richtiger Hufbeschlag
Pferde ohne Hufbeschlag - Barhufer - können sich auch im Schnee gut bewegen. Hat Dein Pferd jedoch einen Eisenbeschlag, besteht nicht nur die Gefahr, dass sie rutschen. Der Schnee könnte sich zwischen den Eisen sammeln, Eisklumpen bilden und Dein Pferd zum Stolpern bringen. Und das nicht nur beim Ausreiten, sondern auch auf dem Paddock. Deshalb solltest Du über einen speziellen Winterbeschlag nachdenken, der diesem sogenannten „Aufstollen“ entgegenwirkt. Hufgrips, auch Schneegrips genannt, sind ein häufiger Winterbeschlag fürs Pferd. Dabei handelt es sich um hufeisenförmige Gummieinlagen, die der Hufschmied zwischen Huf und Eisen anbringt. An der Innenseite des Hufeisens sitzt eine bei jedem Schritt mitfedernde Wulst, die verhindert, dass sich beim Laufen Schnee festsetzt.
Hufpflege im Winter
Streusalz, feuchte Böden und Schnee – gerade im Winter ist die tägliche Hufpflege wichtig. Viele Hufschmiede raten dazu, die Hufe mit speziellem Hufbalsam zu pflegen, der dem Horn keine Feuchtigkeit entzieht. Wichtig ist auch, die Hufe gründlich auszukratzen und von Schlamm zu befreien, bevor das Pferd wieder in die Box kommt. Sonst besteht die Gefahr, dass sich Bakterien bilden. Tipps, wie Du die Hufe Deines Pferdes richtig pflegst: Hufpflege
Meide unbekannte Wege
Auch wenn Dein Pferd einen Winterbeschlag hat, meide bei Schnee und Frost vorsichtshalber unbekannte oder abseits gelegene Wege und Gelände. Zu groß ist die Gefahr, dass ihr Hindernisse oder gefrorene Pfützen nicht erkennt und ausrutscht. Wenn möglich, sollte das Pferd in frischen Schnee treten und keine alten Spuren benutzen. Diese könnten glatt sein. Wenn Du unsicher bist, verzichte lieber auf einen Ausritt und führe Dein Pferd spazieren.
Unser Tipp: Kommt es trotz aller Vorsicht mal zu einem Sturz, Dein Pferd verletzt sich und muss sogar operiert werden, schützt Dich eine Pferde-OP-Versicherung vor den hohen Kosten.
Zieh Dich warm an
Natürlich solltest auch Du Dich vor frostigen Temperaturen schützen. Bei einem Ausritt im Winter steht viel Schritt reiten auf dem Programm – da kann es schnell kalt werden. Zu Deiner Standardausrüstung gehören:
- Thermo-Reitstiefel
- dicke Socken
- Ohrenwärmer für den Reithelm
- Thermo-Reithandschuhe
- Reithosen und Reitjacken, die schneeabweisend sind
Fazit
Pferde kommen mit winterlicher Kälte meist gut zurecht. Nur alte, kranke oder geschorene Tiere brauchen zum Schutz eine Decke. Mit der richtigen Pflege, passender Ausrüstung und ein wenig Aufmerksamkeit kannst Du Dein Pferd auch im Winter sicher reiten und gemeinsam die verschneite Jahreszeit genießen.