1. Startseite
  2. Pferdeversicherung
  3. Pferdekrankheiten
  4. Überhitzung beim Pferd
 

Pferde im Sommer: So schützt Du Dein Tier vor Überhitzung

Pferd bekommt eine Dusche zur Abkühlung

Der Sommer ist die schönste Jahreszeit für viele Menschen – die meisten genießen es, sich von den wärmenden Sonnenstrahlen verwöhnen zu lassen. Pferde hingegen mögen Hitze und direkte Sonneneinstrahlung gar nicht – im Gegenteil, dies kann bei ihnen schnell zur Überhitzung führen. Erfahre in diesem Beitrag, wie Du einen Hitzschlag beim Pferd erkennst, was im Notfall zu tun ist und wie Du es gar nicht erst so weit kommen lässt.

Woran erkennst Du die Überhitzung des Pferdes?

Eine Überhitzung muss nicht erst bei starker Hitze auftreten. Ein Pferd kann bereits überhitzen, wenn es bei Sonnenschein auf der Weide steht und keine Möglichkeit hat, Schatten aufzusuchen. Noch gefährlicher wird es, wenn sich die Tiere zusätzlich körperlich anstrengen müssen. Folgende Symptome können auftreten:

  • Ausfallerscheinungen
  • taumelnder Gang
  • das Pferd legt sich hin
  • Apathie
  • Leistungsschwäche
  • schnelle Atmung
  • verfärbte Schleimhäute
  • hohe Körpertemperatur
  • Schweißausbrüche
  • Krämpfe

Wenn Dein Pferd nachmittags auf der Weide liegt, hält es nicht unbedingt ein Schläfchen, sondern ist unter Umständen schon ohnmächtig. Vergewissere Dich sofort, wie es Deinem Pferd geht und verständige bei Bedarf den Tierarzt. Hast Du zuvor eine Pferdekrankenversicherung abgeschlossen, musst Du Dir über die Kosten keine Gedanken mehr machen.

Icon Glühbirne

Hitzschlag und Sonnenstich – der Unterschied

Ein Hitzschlag oder eine Überhitzung entsteht durch hohe Temperaturen und betrifft den ganzen Körper. Der Sonnenstich hingegen, der durch Sonnenstrahlen verursacht wird, ist primär auf das Gehirn beschränkt. Die Symptome ähneln sich jedoch stark.

Welche Erstmaßnahmen kann ich bei Überhitzung des Pferdes ergreifen?

Zuerst gilt bei einer offensichtlichen Überhitzung des Pferdes: Verständige vor Einleitung eigener Maßnahmen sofort den Tierarzt. Ein Hitzeschlag beim Pferd ist ein absoluter Notfall!

Als Erste-Hilfe-Maßnahmen bei einer Überhitzung kannst Du Deinem Pferd wie folgt Unterstützung leisten:

  • Zuerst raus aus der Sonne: Führ das Pferd in den Stall oder einen Unterstand, der Schatten spendet. Wickel ihm feuchte Tücher um die Gliedmaßen. Diese dürfen aber nicht eiskalt sein. Eine alte Decke oder ein Bettlaken kannst Du ebenfalls befeuchten und dem Pferd überlegen. Alternativ kannst Du das Pferd auch mit kühlem (nicht eiskaltem!) Wasser abduschen. Beginne mit den Beinen und gehe dann vorsichtig zu Hals und Rumpf über.
  • Kannst Du das Pferd nicht von seinem Platz fortbewegen, so schaffe künstlichen Schatten. Notfalls mit einem Sonnenschirm oder mit einem Helfer, der eine Decke dementsprechend hält.
  • Lass Dein Pferd in dieser Situation auf keinen Fall trinken oder fressen. Die zentralen Störungen des Nervensystems durch die Überhitzung führen zu Einschränkungen beim Schluckreflex. Dadurch kann Dein Pferd Wasser einatmen – in Folge könnte es zu einer Lungenentzündung kommen.

Warum überhitzen Pferden schneller als Menschen?

Anders als wir Menschen haben Pferde einen größeren Anteil an aktiven Muskeln. Bei einem Ausritt kommt es zur Beanspruchung dieser Muskeln. Dadurch beginnt das Pferd zu schwitzen. Normale Außentemperaturen führen dazu, dass das Pferd etwa 20 Liter Schweiß bildet. Bei Hitze oder direkter Sonneneinstrahlung sind es schon 30 Liter Schweiß. Die feucht-warme Umgebungsluft führt aber dazu, dass es nicht zu einer Verdunstungskühle kommt. Der Schweiß rinnt am Pferd herab, es steht damit quasi in einer schwül-warmen Blase.

An schwül-warmen Tagen überhitzen Pferde zehnmal so schnell wie wir Menschen. Schon 15 bis 20 Minuten Training mit mäßiger Intensität reichen aus, um die Körpertemperatur auf ein gefährliches Maß hochzupuschen. Diese liegt im Normalzustand bei 37 bis 38 Grad. Steigt die Körpertemperatur auf 41 Grad, so liegt die Temperatur der Muskeln schon bei 43 Grad. Es kommt zur Zersetzung der körpereigenen Proteine und im weiteren Verlauf zur Überhitzung.

Welche Folgen kann eine Überhitzung bei Pferden haben?

Wenn die natürlichen Kühlmechanismen versagen, steigt die Körpertemperatur an und die Zersetzung der körpereigenen Proteine beginnt. Daher ist es wichtig, diesen Überhitzungsprozess so schnell wie möglich zu unterbrechen. Ansonsten reagiert der Organismus des Pferdes mit Blutdruckabfall, Nierenversagen und Koliken. Hinzu kommt, dass Dein Pferd bei einer Überhitzung viele Elektrolyte verliert. Diese sind aber wichtig für die Aufrechterhaltung des Zellstoffwechsels. Durch den Verlust der Elektrolyte verliert Dein Pferd außerdem Mineralstoffe. Diese kannst Du nicht einfach durch Wasser wieder auffüllen. Neben den zuvor beschriebenen Reaktionen des Organismus kommt es beim Verlust der Elektrolyten zusätzlich zu Muskelkrämpfen, Nervenschädigungen und auch Herzrhythmusstörungen. Alles in allem kann eine Überhitzung bei Deinem Pferd im Extremfall tödlich enden!

Tschüss, Tierarztkosten!

Pferdekrankenversicherungen im Vergleich.

Jetzt vergleichen
Junge Frau streichelt ihr Pferd

Wie kannst Du eine Überhitzung Deines Pferdes vermeiden?

  • Stell auf der Weide die durchgehende Wasserversorgung sicher.
  • Vermeide Ausritte in der Mittagssonne oder in der prallen Hitze.
  • Hat die Weide genug Schatten und Unterstellmöglichkeiten? Falls nicht, lass Dein Pferd tagsüber im Stall und stelle es nachts auf die Wiese.
  • Fliegendecken schützen zwar vor lästigen Plagegeistern, bilden aber auch das Risiko eines Hitzestaus.
  • Sind erste Kreislaufprobleme zu erkennen: Hol Dein Pferd aus der Sonne und bring es in den Schatten. Führ es im Schritt und wasch das Pferd kühl ab.
  • Falls Du Dein Pferd abspritzt: Die Wassertemperatur darf maximal zehn Grad unterhalb der Außentemperatur liegen. Eiskaltes Wasser kann zu einem Schock führen. Es reicht nicht, wenn Du nur mal kurz die Beine abspritzt. Dadurch erwärmt sich der Körper. Du musst Dein Pferd vollständig mit Wasser benetzen.
  • Du kannst Deinem Pferd durch spezielle Ergänzungsfuttermittel zusätzlich Elektrolyte zufügen. Das reguliert den körpereigenen Salzhaushalt bei starkem Schwitzen.

Es ist natürlich für Dich nicht immer einfach, alle diese Maßnahmen im Rahmen des üblichen Tagesablaufes selbst zu bewerkstelligen. Achte daher darauf, dass der Betreiber des Stalls, in dem Du Dein Pferd untergestellt hast, ein Auge darauf hat, die Überhitzung der in Obhut genommenen Pferde zu vermeiden.

Hinweis: Mit unserem Beitrag möchten wir allgemeine Informationen und erste Hinweise zu einer Überhitzung bei Pferden liefern. Er soll nicht der eigenmächtigen Diagnose, Behandlung und Medikation Deines Tieres dienen und keinesfalls den tierärztlichen Rat ersetzen.

Einwilligung zu Cookies & Daten

Auf dieser Website nutzen wir Cookies und vergleichbare Funktionen zur Verarbeitung von Endgeräteinformationen und personenbezogenen Daten. Die Verarbeitung dient der Einbindung von Inhalten, externen Diensten und Elementen Dritter, der statistischen Analyse/Messung, personalisierten Werbung sowie der Einbindung sozialer Medien. Je nach Funktion werden dabei Daten an Dritte weitergegeben und von diesen verarbeitet. Diese Einwilligung ist freiwillig, für die Nutzung unserer Website nicht erforderlich und kann jederzeit widerrufen werden.
Weitere Informationen unter Datenschutz.