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Das Equine Cushing Syndrom (ECS) - wenn die Hormone beim Pferd verrücktspielen

Krankes Pferd liegt auf der Wiese

Die Diagnose „Equines Chushing Syndrom“, verkürzt ECS oder auch nur „Cushing“ genannt, ist für die meisten Pferdehalter ein Schock. Verständlicherweise, denn die Krankheit, die auch unter dem Begriff PPID (Pituitary pars intermedia dysfunction) bekannt ist, gilt als unheilbar. Meist bedeutet sie umfangreiche Veränderungen, etwa bei der Fütterung und beim Training.

Auslöser ist eine Störung des Hormonhaushalts, die direkten Einfluss auf das Immunsystem des betroffenen Pferdes hat. Die Abwehrkräfte werden dadurch geschwächt, was beispielsweise eine erhöhte Infektanfälligkeit, Fellveränderungen oder Apathie zur Folge hat. Wir erläutern Dir, was zum ECS bei Pferden führen kann, für welche Tiere ein besonderes Risiko besteht, wie Therapien aussehen und welche vorbeugenden Maßnahmen es gibt.

Am besten Vorsorge betreiben - auch gegen hohe Tierarztkosten

Um Dein Pferd vor Cushing und dessen schwerwiegenden Folgen zu schützen, solltest Du für seine Gesundheit vorsorgen. Dazu gehören ideale Haltungsbedingungen, ausreichende Beschäftigung sowie eine individuell an die Bewegung angepasste hochwertige Fütterung. Für beste Gesundheit und ein langes, glückliches Pferdeleben braucht es natürlich außerdem Deine uneingeschränkte Liebe. Regelmäßige Tierarztuntersuchungen dürfen aber ebenfalls nicht fehlen. Nur so lassen sich alarmierende Veränderungen rechtzeitig feststellen und gezielt behandeln. Damit dieser wichtige Aspekt jedoch nicht durch hohe Tierarztkosten zur finanziellen Falle für Dich wird, sorgst Du am besten mit einer Pferdekrankenversicherung vor. Diese zahlt sich gleich doppelt aus. 1.: Durch eine exzellente Gesundheitsbetreuung Deines Pferdes und 2.: Durch die Schonung Deines Budgets. Informiere Dich doch am besten gleich mal über die Angebote:

Was ist das Equine Cushing Syndrom?

Der Name der Krankheit klingt kompliziert: Dem „Equinen Cushing Syndrom“ bei Pferden – kurz ECS bzw. Cushing – liegt eine hormonelle Störung zugrunde. Auslöser ist eine Fehlfunktion der Hirnhangdrüse, Hypophyse genannt. Diese ist wesentlich an der Steuerung des Hormonhaushalts beteiligt. Es kommt zu einer Hormon-Überproduktion, unter anderem von Kortisol. Durch die vermehrte Ausschüttung dieses Stresshormons steigt der Blutzuckerspiegel an.

Der Körper des betroffenen Pferdes befindet sich dadurch in gewisser Weise permanent in Alarmbereitschaft. Die Folge: Die körpereigenen Abwehrkräfte der am ECS-erkrankten Pferde werden schwächer und das Infektrisiko steigt automatisch.

Was löst die hormonelle Störung überhaupt aus?


Ursachen von Cushing

Die Frage, woher die für das ECS verantwortliche hormonelle Fehlfunktion rührt, ist bis heute nicht ausreichend erforscht. Tierärzte vermuten allerdings, dass ein gutartiger Tumor im Bereich der Hypophyse dahintersteckt. Doch warum entsteht dieser? Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Cushing bei Pferden in freier Wildbahn nicht vorkommt. Die Vermutung liegt also nahe, dass die Erkrankung mit den Haltungsbedingungen von gezüchteten Pferden in Zusammenhang steht. Tatsächlich leiden mehr als 20 % aller über 15-jährigen domestizierten Pferde und Ponys an Cushing. Eine Reihe von Tieren entwickelt das Syndrom bereits ab 7 Jahren. Neben dem Alter fallen in Studienergebnissen zu ECS folgende Aspekte ins Auge:

Übergewicht - Die erkrankten Tiere bringen oft zu viel auf die Waage.

Bewegungsmangel - Ein Großteil von am ECS erkrankten Pferden wird zu wenig bewegt.

Schlechtes Verhältnis von Futter und Bewegung - Das Futter enthält zu viele Kohlenhydrate (auch in Form von Zucker), die durch Bewegungsmangel nicht in Energie umgewandelt werden können.

Überbelastung - Einige „Cushing“-Pferde werden auch über das normale Maß hinaus trainiert und somit körperlich überfordert.

Stress: Auch psychische Anspannung, ausgelöst z. B. durch schlechte Stallbedingungen, scheint im Zusammenhang mit dem ECS zu stehen.

Wichtig ist es, Veränderungen und Auffälligkeiten möglichst früh zu erkennen und rasch darauf zu reagieren.

Anzeichen von Cushing erkennen

Gerade in der frühen Phase ist es für den Laien oft schwer, Cushing-Anzeichen von denen anderer Pferdeerkrankungen zu unterscheiden. Eines der häufigsten und dabei sehr deutlichen Symptome kann sich durch ein auffälliges Fell bemerkbar machen. In der folgenden Liste fassen wir dieses und andere typische Anzeichen für das Equine Cushing Syndrom für Dich zusammen:

  • Das Fell wirkt zottelig.
  • Beim Fellwechsel lösen sich die alten Haare schlechter als üblich, die neuen wachsen länger und gelockt nach.
  • Es treten vermehrt Hufrehe auf.
  • Dein Pferd wirkt müde, schlapp und lethargisch.
  • Es zeigen sich Fettablagerungen am Körper.
  • Muskeln bauen sich ab, erkennbar vor allem Rückenbereich.
  • Dein Pferd hat starken Durst, trinkt mehr als üblich und lässt vermehrt Wasser.
  • Es schwitzt auffällig stark.
  • Wunden heilen schlechter als früher.
  • Dein Pferd bekommt häufig Infekte.
  • Es entwickeln sich Hufgeschwüre.
  • Dein Pferd erkrankt an Diabetes. Möchtest Du mehr über Diabetes bei Pferden erfahren?

Beachte bitte, dass die beschriebenen Symptome teils auch einfach auf ein fortgeschrittenes Alter Deines Pferdes zurückzuführen sein könnten. Genaue Gewissheit verschaffen kannst Du Dir im Zweifelsfall durch den Tierarzt. Dieser wird vermutlich bei einem konkreten Cushing-Verdacht einen besonderen Bluttest bei Deinem Pferd durchführen, um den Hormonspiegel zu prüfen. Zeigt sich eine Auffälligkeit des adrenokortikotropen Hormons oder kurz ACTH, das für eine schädliche Kortisol-Überproduktion verantwortlich ist, gilt die Cushing-Diagnose als relativ sicher.

Den Kopf hängen lassen musst Du in diesem Fall jedoch nicht. Auch wenn das ECS als unheilbar gilt, heißt es nicht, dass Dein Pferd daran versterben wird – zumindest nicht, wenn Du frühzeitig etwas dagegen unternimmst. Mit gezielten Maßnahmen und Medikamenten kann die hormonelle Erkrankung nämlich gut therapiert und die Auswirkungen in Schach gehalten werden.

Equines Cushing Syndrom behandeln

In der tierärztlichen Therapie des Equinen Cushing Syndroms steht ein Mittel mit dem Wirkstoff Pergolid im Mittelpunkt. Mit diesem kann die erhöhte Hormonausschüttung reguliert werden. Meist tritt die erhoffte Wirkung schon nach wenigen Tagen ein und die Beschwerden bessern sich.

Für einen dauerhaften und optimalen Behandlungserfolg sind jedoch engmaschige Kontrollen durch den Tierarzt erforderlich. Der Grund: Bei vielen Pferden schwankt der Wirkstoffbedarf mit der Zeit und die Dosis muss immer wieder angepasst werden. Um darauf kurzfristig reagieren zu können, sind regelmäßige Blutuntersuchungen empfehlenswert.

Die medikamentöse Behandlung kannst Du als Halter übrigens noch durch andere gezielte Maßnahmen unterstützen. Dafür ist insbesondere bei den Themen Fütterung und Bewegung Dein Einsatz gefragt. Außerdem gilt es, auf mögliche Stressfaktoren beim Pferd zu achten.

Weil Dir Dein Pferd wichtig ist

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Anpassungen im Alltag für „Cushing“-Pferde

Wer als Pferdehalter mit der Diagnose Cushing konfrontiert wird, muss lernen, den Alltag seines verbeinigen Freundes an die neue Realität anzupassen. Spezielle Maßnahmen wie diese können dabei helfen:

Fütterungsplan
Stelle Dein Pferd in Absprache mit dem Tierarzt um auf eine stärke- und zuckerarme Diät zugunsten von mehr Raufutter. Weniger Kohlenhydrate zu füttern, ist wichtig, um den Blutzuckerspiegel stabil zu halten.

Trainingsplan
Achte auf eine regelmäßige leichte Bewegung Deines Pferdes. Damit förderst Du seinen Muskelaufbau hältst das Gewicht unter Kontrolle.

Stallmanagement
Auch im Stall kannst Du einiges tun, um der Gesundheit Deines Pferdes auf die Sprünge zu helfen. Wie sieht es zum Beispiel mit einem harmonischen Umfeld aus? Wichtig für das Wohlbefinden Deines Pferdes ist, dass es sich mit den vierbeinigen „Nachbarn“ in den angrenzenden Boxen oder den Kumpels auf der Koppel gut versteht. Auch eine sorgsame Stallhygiene ist ausschlaggebend für die Gesundheit Deines Lieblings. Damit lässt sich das Risiko für Infektionen reduzieren.


Tipps zum Stress-Senken

Vor allem Stress als „Gesundheitsfeind“ wird bei Pferdehaltern oft unterschätzt. Dabei ist dieser gerade bei Tieren, die am ESC leiden, teils erheblich. Zur Stressreduktion bieten sich unter anderem sanfte Massagen an. Mithilfe von einfühlsamen, knetenden Berührungen lassen sich Verspannungen lösen und das Wohlbefinden des Pferdes wird gesteigert. Auch mit gezielten Entspannungsübungen lässt sich eine Menge erreichen. Ein Training, das bewusst auf Entspannung und Vertrauen aufbaut, stärkt die Bindung zwischen Ross und Reiter und reduziert Stress.

Alles in allem stellt Cushing zweifellos eine Herausforderung für Pferd und Halter dar. Mit Unterstützung des Tierarztes, angepassten Haltungsbedingungen und speziellen Alltagsroutinen können Pferdehalter ihren treuen Gefährten jedoch problemlos ein glückliches und erfülltes Leben ermöglichen.

Hinweis: Mit unserem Beitrag möchten wir allgemeine Informationen und erste Hinweise zum Equinen Cushing Syndrom / Cushing bei Pferden liefern. Er soll nicht der eigenmächtigen Diagnose, Behandlung und Medikation Deines Pferdes dienen und keinesfalls die fachkundige Untersuchung und Therapie durch Deinen Tierarzt ersetzen. Bereits bei einem ersten Verdacht auf Cushing bei Deinem Pferd empfehlen wir Dir, dringend einen Tierarzt zu kontaktieren.

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