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Weiderisiko in der Pferdehaftpflicht

Es kommt nicht selten vor, dass Pferde aus der Koppel ausbrechen. Verursachen die Tiere dabei einen Schaden, haften die jeweiligen Pferdehalter. Dabei ist es nebensächlich, ob die Pferde bei einem Gewitter in Panik geraten sind oder das Gatter absichtlich geöffnet wurde. Mit der Weidehaltung kommt ein nicht zu unterschätzendes Risiko auf den Halter des Pferdes zu, das daher auch von der Pferdehaftpflicht abgedeckt werden sollte.

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Schaute man sich vor einiger Zeit die Bedingungen der Versicherungsgesellschaften an, fiel auf, dass einige genau vorschrieben, wie der Weidezaun beschaffen sein muss, damit der Versicherungsschutz für das Pferd gegeben ist. Heutzutage sieht die Mehrheit der Gesellschaften aber von solchen Auflagen ab. Bei all unseren Anbietern ist das Weiderisiko in der Pferdehaftpflicht abgedeckt, unabhängig davon, wie die Zaunbeschaffenheit ist. Es wird erst einmal davon ausgegangen, dass die Umfriedung pferdegerecht und sicher ist. Halten Sie sich hierfür an die Vorgaben der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN), sind Sie grundsätzlich auf der sicheren Seite.

Wie der perfekte Weidezaun auszusehen hat

Pferde vor dem Zaun

Zwar gibt es keine DIN-Vorschriften für den Standard-Pferdezaun, jedoch Empfehlungen von der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN). So empfiehlt sie, dass die Einzäunung so beschaffen sein muss, „dass größtmögliche Sicherheit für Tier und Mensch gewährleistet ist. Dabei sind die arttypischen Verhaltensweisen des Pferdes als Fluchttier und die Besonderheiten seines Gesichtsfeldes zu berücksichtigen.“

Die Einzäunung soll also für das Pferd gut zu sehen sein, stabil und möglichst ausbruchsicher sein. Geeignete Materialien sind zum Beispiel Holz, Metallrohre oder auch eine Elektrobandeinzäunung. Weiter sind besondere Kriterien zu beachten, wenn es um die Zaunausführung geht, wie beispielsweise die Beweidungsform (ganzjährig, zeitweise), Rasse und Geschlecht der Pferde und vor allem auch Art, Lage und Größe der Weide oder ob ein größeres Weiderisiko durch Verkehrsnähe besteht. So müsste eine an der Bundesstraße gelegene Weide mit Pferden besonders hohe Anforderungen aufweisen, um ihre Schutzfunktion zu erfüllen.

 

Folgende Richtwerte sollen für die Außenzaunausführung eingehalten werden:

  • Zaunhöhe über Grund: 0,75 x Widerristhöhe (i. d. R. 1/3 des Pfahls im Boden)
  • Pfahlabstand: 260 - max. 500 Zentimeter, je nach Zaunmaterial
  • Querabgrenzung: mindestens 2 - 4 je nach Risikobereich (außer Portionsweiden)
  • Höhe der ersten Querabgrenzung über Grund: 40-70 cm (bei Fohlen, kleinen Ponys und Kaltblütern ggf. entsprechend angepasst)
  • Abstand der weiteren Querabgrenzungen: je 40-70 cm in Abhängigkeit von der Zaunhöhe (bei Fohlen, kleinen Ponys und Kaltblütern ggf. entsprechend angepasst)
  • Elektrogeräte: Impulsgeräte (mind. 2 000 bis max. 10 000 Volt, max. 5 Joule Impulsenergie, mit VDE-, GSE- oder DLG-Prüfsiegel)

Eine Umzäunung mit Stacheldraht ist nicht erlaubt

Im Jahr 2014 hat das Bundesverwaltungsgericht festgelegt: Einen Zaun aus Stacheldraht dürfen die Betreiber einer Weide nicht verwenden. Hier gibt es natürlich wieder die Ausnahme: Ist im Abstand von mehr als 50 Zentimeter ein weniger verletzungsträchtige Absperrung vorhanden, dann darf ein Stacheldrahtzaun von außen vorhanden sein.

Die Weidengröße ist auch relevant

Beim Punkt Weidegang ist die Haftungsfrage oft nicht eindeutig. Vieles ist Ermessenssache des zuständigen Gerichts. So ist nicht nur ein ordnungsgemäßer Weidezaun wichtig, um einen Versicherungsschutz zu haben, der Bundesgerichtshof hat 2009 bekannt gegeben, dass für die erforderliche Hütesicherheit auch die Auswahl einer entsprechend großen Weide zählt. Das lässt sich so erklären, dass der Herdeninstinkt der Pferde durch die Weidehaltung geweckt wird. Entsteht Panik, kann es zu einem gemeinsamen Fluchtverhalten kommen. Bei einer ausreichend großen Weide ist das meist kein Problem, weil die Pferde sich auslaufen können. Ist die Weide aber zu klein für das Pferd, kann das dazu führen, dass die Tiere sich nicht beim Weidegang abreagieren können und so vielleicht schneller durch den Zaun brechen.

Hinzu kommt, dass sich in mehreren Regionen Wölfe neu ansiedeln. Zwar nehmen die meisten Pferde diese Raubtiere eher als graue Hunde wahr. Kommt es aber zu einer Attacke auf einer Weide durch einen Wolf, gerät natürlich die ganze Herde in Panik.

Warum die Pferdehaftpflicht inklusive Weiderisiko unerlässlich ist

Schadensbeispiel 1

Das eigene Pferd muss nicht einmal direkt an einem Schaden beteiligt gewesen sein. Für eine gemeinschaftliche Haftung aller Pferdehalter reicht schon das herdentypische Verhalten eines Pferdes aus. Vor Jahren hat hier der Bundesgerichtshof eine Entscheidung gefällt. Von fünf ausgebüxten Ponys hat eines einen Radfahrer umgeworfen, so dass dieser eine Querschnittslähmung davon trug. Am Ende mussten die fünf Pferdefreunde mit ihren Versicherungen für den Schadensersatzanspruch über 430.000 Euro einstehen. Die Begründung: Die Haltung von Pferden ist gleichzeitig eine legale Haltung einer Gefahrenquelle in der Öffentlichkeit. Daher greift hier eine besondere Form der Haftung, die sogenannte „Gefährdungshaftung“. Das bedeutet, dass ein Pferdehalter schon allein aus der Haltung des Tieres heraus haftbar gemacht werden kann.

Schadensbeispiel 2

Zwei Pferde befinden sich auf einer Koppel und es kommt zu einer Rangelei. Dabei zieht sich eines der Pferde Verletzungen zu. In der Vergangenheit haben die Versicherer die Kosten für die Behandlung des betroffenen Pferdes zur Hälfte übernommen. Dabei lag immer die Vermutung zu Grunde, dass beide Pferde an der Rangelei beteiligt waren. Mittlerweile stellt sich die Rechtslage anders dar: Einen Schaden müssen die Versicherungen zu 100 Prozent übernehmen. Ausnahme: Der Besitzer des Pferdes, das keine Verletzungen davon getragen hat, kann beweisen, dass das verletzte Pferd die Rangelei ausgelöst hat. Dieser Nachweis dürfte allerdings für die Versicherung schwierig zu führen sein.

Schadensbeispiel 3

Anders sieht es aus bei mehr als zwei Pferden auf der Weide. Wird eines der Tiere verletzt und es ist nicht auszumachen, welches Pferd der Verursacher ist, kann es passieren, dass der Halter des verletzten Pferdes einen gesamtschuldnerischen Haftungsanspruch gegenüber allen Eigentümern der Pferde hat. Das bedeutet: Alle beteiligten Pferdehalter werden zur Kasse gebeten und ihre Versicherungen müssen den Schaden übernehmen. Allein schon aus diesem Grund macht es Sinn, dass das eigene Pferd über eine Pferdehaftpflichtversicherung verfügt.

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