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Reitbeteiligung: Doppeltes Vergnügen mit geteilten Pflichten

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Viele träumen vom eigenen Pferd. Doch nur ein Bruchteil kann diesen Traum tatsächlich verwirklichen. Die Hürden sind hoch, schließlich ist die Haltung eines Pferdes ausgesprochen zeit- und kostenintensiv.

Während der eine zu wenig Zeit hat, um sich angemessen zu kümmern, fehlen dem anderen die finanziellen Mittel, um den Schritt zu wagen. Gleichzeitig plagen beschäftigte Pferdebesitzer Gewissensbisse, weil ihr Pferd zu wenig umsorgt, bewegt und gefordert wird. Indem sich beide Seiten zusammentun, ergibt sich die Lösung: die Reitbeteiligung bzw. das Pflegepferd.

Richtig umgesetzt kommt das Modell Reitern und Pferden zu Gute. Alle Pflichten und Rechte rund um das Pferd - meist inklusive Kosten - werden geteilt. Damit das Miteinander reibungslos funktioniert und wirklich alle profitieren, gibt es einiges zu beachten. Neben klaren Absprachen und einem ehrlich-respektvollen Umgang spielt auch die Absicherung eine wichtige Rolle. Große Bedeutung kommt dabei der Pferdehaftpflicht zu.

 
Junge Frau sucht Reitbeteiligung

Reitbeteiligung gesucht: Vom Papier-Aushang bis zum Online-Inserat 

Für Pferdehalter ist es durchaus eine Herausforderung, die passende Reitbeteiligung zu finden. Neben zeitlichen und finanziellen Aspekten muss es zwischen Besitzer und Reitbeteiligung vor allem auch zwischenmenschlich passen. Verantwortungsvolle Pferdebesitzer machen sich die Suche nach der richtigen Person alles andere als leicht. Immerhin vertraut der Pferdebesitzer sein Tier einer fremden Person an.

Da das klassische Zeitungsinserat immer stärker an Bedeutung verliert, verlagert sich die Suche wie beim Pferdekauf meist ins Internet. Natürlich können Pferdehalter, die sich auf die Suche nach einer Reitbeteiligung begeben, auch das örtliche Netzwerk eines Reitstalls nutzen. Mund-zu-Mund-Propaganda funktioniert immer und so kann auch der klassische Aushang am schwarzen Brett erfolgreich sein.

Verbreitung über das Internet schafft Aufmerksamkeit

Der große Vorteil des Internets ist seine Reichweite. Auf einschlägigen Portalen können sowohl Angebote als auch Gesuche geschaltet werden. Teilen befreundete User eingestellte Anzeigen über soziale Netzwerke, erfahren noch mehr Menschen von ihnen. Neben Freunden und Bekannten wird mit wenig Aufwand ein weiterer Personenkreis erreicht.

Nur Aufrichtigkeit führt zum Erfolg 

Die Offenheit und Ehrlichkeit, die Pferdehalter von ihrer zukünftigen Reitbeteiligung erwarten, sollten auch ihr eigener Maßstab sein. Das beginnt bereits mit der Anzeige. Niemandem ist geholfen, wenn es wegen mangelnder Informationen oder einer Beschönigung im späteren Verlauf zu Problemen kommt. Ecken und Kanten gehören dazu und müssen unbedingt beim persönlichen Kennenlernen zur Sprache kommen.

Für eine erfolgreiche Suche sollten Pferdebesitzer in ihrer Anzeige auf Folgendes eingehen:

  • Wie häufig und intensiv soll sich die Reitbeteiligung kümmern? Gibt es feste Tage oder ist die Absprache flexibel?
  • Wo steht das Pferd und wie sind Stall und Weiden zu erreichen (z. B. ÖPNV-Anbindung)?
  • Gibt es ein Mindestalter, das die Reitbeteiligung mitbringen muss?
  • Wie viel Euro sollen monatlich beigesteuert werden?
  • Welche Aufgaben rund ums Reiten werden erwartet (Stallarbeit, Fell- und Hufpflege etc.)?
  • Wo soll das Pferd geritten werden (Halle, Platz, Gelände)?
  • Soll ein bestimmter Stil geritten werden?
  • Gibt es Ambitionen (z. B. Teilnahme an Turnieren)?
  • Welche Eigenschaften und Eigenarten zeichnen das Pferd aus?
  • Über welche Charakterzüge, Erfahrungen und Kompetenzen muss die Reitbeteiligung verfügen?
Junge Reiterin

Pflichten und Rechte festlegen: Reitbeteiligungsvertrag abschließen 

Ist die Entscheidung getroffen und die Wahl auf einen Kandidaten gefallen, sollte schriftlich vereinbart werden, was mündlich besprochen wurde. Selbstverständlich ist niemand dazu verpflichtet, einen Vertrag abzuschließen. Trotzdem ist eine schriftliche Vereinbarung empfehlenswert.

Ein schriftlicher Vertrag gibt Sicherheit

Ein Reitbeteiligungsvertrag kann schon allein die simple Funktion einer Gedächtnisstütze erfüllen. Gerade wenn es um bestimmte Details geht, ist es für beide Seiten hilfreich und praktisch, die Vereinbarungen bei Bedarf nachzulesen zu können. So kommen im Alltag keine Unsicherheiten oder Missverständnisse auf.

Da es nicht nur um eine große Verantwortung, sondern meist auch um regelmäßige Geldzahlungen geht, vermittelt ein schriftlicher Vertrag nicht zuletzt auch ein besseres Gefühl als eine mündliche Absprache, denn er ist verbindlich. Beim Aufsetzen einer schriftlichen Vereinbarung bieten Musterverträge Orientierung. Wichtig bei minderjährigen Reitbeteiligungen: Die Erziehungsberechtigten müssen unterzeichnen. So können Pferdehalter sichergehen, dass die Eltern einverstanden sind.

Pferdehaftpflicht: Versicherungsschutz für Pferdebesitzer und Reitbeteiligung 

Ob mit oder ohne Reitbeteiligung: Jeder Pferdebesitzer sollte eine Pferdehaftpflichtversicherung haben. Im Alltag kann einiges schiefgehen. Der Ausbruch aus der Koppel ist nur eines von vielen Beispielen. Für die Haftungsfrage spielt es keine Rolle, ob der entsprechende Pferdebesitzer Schuld am Vorfall hat, in den sein Pferd verwickelt ist. Er muss noch nicht einmal selbst dabei gewesen sein. Durch die sogenannte Gefährdungshaftung trägt der Pferdehalter grundsätzlich die Verantwortung für Schäden, die sein Pferd bei anderen Personen verursacht.

Tipp Hintergrund: Was unterscheidet einen Fremd-/Gastreiter von einer Reitbeteiligung?

Versicherungstechnisch macht es häufig einen Unterschied, ob sich jemand als Fremd-/Gastreiter oder als Reitbeteiligung um ein Pferd kümmert. Ein Fremd- bzw. Gastreiter ist kurzfristig im Einsatz. Er sorgt einmalig oder unregelmäßig für ein Pferd und tut dies unentgeltlich. Im Unterschied dazu reitet, pflegt und versorgt eine Reitbeteiligung ihr Pflegepferd regelmäßig - häufig mit einer finanziellen Beteiligung.

 

Reitbeteiligung in die Pferdehaftpflichtversicherung einschließen 

Versicherte Pferdehalter müssen sich dank ihrer Pferdehaftpflicht über finanzielle Folgen eines Haftpflichtschadens keine Sorgen machen. Mit einer Reitbeteiligung aber verändert sich diese Ausgangssituation. Mit der zusätzlichen Person, die sich regelmäßig um das Pferd kümmert, gibt es zwei weitere Arten von Schäden, die auftreten können:

  1. Fall 1: Fremdschaden der Reitbeteiligung
    Das Pflegepferd verursacht einer Person einen Schaden, während es sich in der Obhut der Reitbeteiligung befindet. Beispiel: Während eines Ausrittes geht das Pferd durch und beschädigt ein parkendes Auto, das repariert werden muss.
  2. Fall 2: Eigenschaden der Reitbeteiligung
    Das Pflegepferd fügt der Reitbeteiligung einen Schaden zu. Beispiel: Das Pferd erschrickt und wirft die Reitbeteiligung ab. Diese muss aufgrund eines Knochenbruchs längerfristig behandelt werden.

Die gute Nachricht: Bei Pferdehaftpflichtversicherungen ist es mittlerweile üblich, Reitbeteiligungen in den Versicherungsschutz einschließen zu können. Ob dies beim jeweiligen Tarif möglich ist, steht in unserem Vergleichsrechner in den Tarifdetails unter dem Punkt „Versicherungsumfang“.

Auf Details achten: Fremd- und Eigenschäden der Reitbeteiligung

Dass die Reitbeteiligung grundsätzlich mitversichert ist, sagt noch nichts darüber aus, welche Arten von Schäden konkret abgedeckt sind. Als selbstverständlich gilt die Absicherung der gesetzlichen Haftpflicht der Reitbeteiligung. Das bedeutet: Passiert in Anwesenheit der Reitbeteiligung ein Vorfall, bei dem das Pflegepferd eine Person verletzt oder fremdes Eigentum beschädigt, kommt die Pferdehaftpflicht des Besitzers für den Schadensersatz auf (Fall 1). Ohne Pferdehaftpflicht müsste der Pferdehalter die Kosten eines solchen Schadens selbst bezahlen.

Um bei allen weiteren Leistungen im Kontext der Reitbeteiligung (Fall 2) auf Nummer sicher zu gehen, sollten Pferdehalter einen Blick in die Versicherungsbedingungen werfen. Dort ist nachzulesen, wie die Absicherung der Reitbeteiligung geregelt ist. Alle Bedingungen der angebotenen Tarife stehen als PDF-Download in unserem Vergleichsrechner unter „Sonstiges/Bedingungen“ zur Verfügung.

Idealerweise sind neben den Eigenschäden der Reitbeteiligung auch damit einhergehende Regressansprüche von Krankenversicherung, Arbeitgeber etc. eingeschlossen. Bei Unsicherheiten hilft unser Beratungsteam gerne weiter.

Tipp Gut zu wissen: Reiterunfallversicherung 

Für Pferdehalter bietet sich eine Reiterunfallversicherung an. Im Unterschied zu einer allgemeinen Unfallversicherung, die für alle Lebensbereiche gültig ist, beschränkt sich die Reiterunfallversicherung ausschließlich auf Unfälle, die im Umgang mit dem Pferd passieren. Der große Vorteil: Als Pferdebesitzer können Sie in Ihre Versicherung auch alle weiteren Personen einschließen, die sich um Ihr Pferd kümmern. So erhalten auch Reitbeteiligungen Leistungen, wenn es zu einem Unfall kommt.

 

Pferdehaftpflicht im Vergleich - auch inkl. Reitbeteiligung 

Nutzen Sie jetzt unseren Vergleichsrechner zur Pferdehaftpflichtversicherung. Dieser zeigt Ihnen genau auf, ob und wie eine Reitbeteiligung eingeschlossen ist. Sie können auf der Ergebnisseite angeben, ob Sie den Einschluss einer Reitbeteiligung wünschen. Einige Versicherungsgesellschaften bestehen dabei auf die Angabe der Namen der Reitbeteiligungen.
Hinweis: Familienmitglieder in häuslicher Gemeinschaft z.B. Geschwister können laut Bedingungen keine Reitbeteiligung sein, da Schäden an diesen immer als Eigenschäden nicht versichert sind. Passiert jedoch beim Reiten durch ein Familienmitglied ein Schaden an einer fremden Sache oder Person z.B. das Pferd beschädigt ein parkendes Auto, ist der Versicherungsschutz eingeschlossen

Vergleichen Sie Ihren Beitrag zur Pferdehaftpflicht inkl. Reitbeteiligung:

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