(02041) 77 447 - 44
E-Mail
Hunde-Magazin

Fellpflege beim Hund: So machen Sie es richtig

Pudel oder Labrador, Bobtail oder Dackel: Das Fell unserer Hunde ist unterschiedlich wie Tag und Nacht. Fakt ist jedoch, dass jedes Fell einer gewissen Pflege bedarf. Doch welche Bürste ist für meinen Hund geeignet? Worauf kommt es beim Fellwechsel an? Muss ich meinen Hund regelmäßig baden? Von Kurzhaar über Drahthaar bis Langhaar: Wir sagen Ihnen, worauf Sie bei der Fellpflege Ihres Hundes achten müssen.

Fellpflege beim Hund: Kurz und knapp

  • Fellpflege stärkt die Beziehung zwischen Ihnen und Ihrem Hund
  • Regelmäßiges Bürsten hilft dabei, Hautkrankheiten und Parasiten schneller zu entdecken
  • Während des Fellwechsels sollten Sie Ihren Hund am besten täglich bürsten
  • Kurzhaar, Drahthaar und Langhaar bedürfen unterschiedlicher Fellpflege
  • Baden Sie Ihren Hund nur so oft wie nötig & benutzen Sie - wenn überhaupt - Hundeshampoos.
 
Hunde wird gekämmt

Kämmen, bürsten, baden: Fellpflege 

Mit einer regelmäßigen Fellpflege schlagen Sie gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe. Wenn Sie Ihren Hund regelmäßig kämmen und bürsten, erkennen Sie zum Beispiel (Haut-)Krankheiten schneller. Auch Parasiten wie Milben, Flöhe oder die Zecke bleiben nicht lange unentdeckt. Und wie heißt es doch: Gefahr erkannt, Gefahr gebannt.

Richtiges Bürsten und Kämmen kann zudem die Beziehung zu Ihrem Hund stärken. Wussten Sie, dass viele Hunde es sogar gerne mögen, gebürstet zu werden? Sie empfinden es häufig als Erleichterung, wenn lose Haare entfernt und Knoten im Fell entfernt werden. Ein gepflegtes Fell sieht folglich nicht nur gut aus, es bedeutet auch für Sie und Ihren Hund Lebensqualität.

 

Wie bürste ich das Hundefell am besten? 

Wenn Sie sich an den folgenden Grundregeln orientieren, steht die Fellpflege auf einer soliden Basis:

  1. Sorgen Sie für eine ruhige Atmosphäre. Hektik und Lärm sind jetzt fehl am Platz - immerhin soll Ihr Hund die Fellpflege nicht mit Stress verbinden.
  2. Schaffen Sie einen gemütlichen Platz - zum Beispiel mit der Hundedecke im Wohnzimmer an der Heizung. Legen Sie für sich leise, entspannende Musik auf. So haben Sie beide etwas von der Zeremonie.
  3. Nehmen Sie sich feste Zeiten vor. Wie wäre es zum Beispiel sonntagsnachmittags oder nach dem abendlichen Spaziergang? Dies sind in der Regel gute Zeiten, in denen Hund und Mensch herunterfahren können.
  4. Lob bei der Fellpflege kommt immer gut an! Leckerlis ab und zu können zusätzlich für gute Laune bei bravem Verhalten sorgen.
  5. Legen Sie Pausen ein, wenn Ihr Hund danach verlangt. Nicht immer möchten Fellnasen eine lange Bürstprozedur über sich ergehen lassen.

Auf das Fell kommt es an! 

Wie häufig Sie Ihren Vierbeiner bürsten sollten, ist von Hund zu Hund unterschiedlich. Ebenso wie die Wahl der geeigneten Bürste. In der Regel bedarf das Fell kurzhaariger Hunderassen weniger Pflege als das langhaariger Vierbeiner. Dennoch gibt es auch hier einige Grundsätze zu beachten.

Hunderassen wie Labrador, Beagle oder Mops haben in der Regel ein kurzes, glattes Fell. Dafür bieten sich zum Beispiel folgende Pflegeutensilien und -werkzeuge an:

  • eine weiche Noppenbürste
  • ein spezieller Grooming-/Striegelhandschuh
  • ein Kamm mit abgerundeten Spitzen für längere Haarpartien
  • eine Naturhaarbürste mit weichen Borsten

Der Handschuh bietet den Vorteil, dass Sie Ihren Hund mit Streicheleinheiten versorgen, während Sie gleichzeitig lose Haare, Hautschuppen und Verschmutzungen aus dem Fell herausstreichen. Und wie wir alle wissen: Hunde lieben Streicheleinheiten! Sollten noch Reste im Fell hängen bleiben, können Sie diese mit einer weichen Naturhaarbürste entfernen. So wird das Haar schön glänzend.

Bitte benutzen Sie bei Kurzhaar-Hunden keine scharfzinkigen Kämme oder Bürsten mit zu langen und harten Borsten. Dies ist bei dem kurzen Fell unnötig und kann die Haut Ihres Hundes schädigen. Gerade kurzhaarige Hunde neigen häufig zu empfindlicher Haut.

Im Normalfall reicht es, wenn Sie Ihren kurzhaarigen Hund ein- bis zweimal pro Woche bürsten. Natürlich kann nach Bedarf oder auch Laune öfter gepflegt werden. Ihre Bindung zum Hund wird damit immer gestärkt.

Das Fell von Rauhaardackeln, Schnauzern und Terriern sollten Sie regelmäßig fachmännisch trimmen lassen. Es ist so drahtig, dass abgestorbene Haare häufig inklusive Wurzel steckenbleiben und nicht abgeworfen werden können. Das juckt Ihren Hund gewaltig. Spätestens wenn sich Ihr Hund übermäßig kratzt oder an Gegenständen scheuert, wissen Sie, es wird wieder Zeit für einen Besuch beim Hundefriseur, dem Groomer. In der Regel ist dies 2 bis 6 Mal pro Jahr der Fall. Zwischenzeitlich können Sie Ihren Hund durch regelmäßiges Bürsten unterstützen.

Zum Bürsten Ihres Rauhaars empfehlen sich diese Werkzeuge:

  • ein spezieller Grooming-/Striegelhandschuh (nach dem Trimmen)
  • eine Naturhaarbürste
  • ein Kamm mit abgerundeten Spitzen für längere Haarpartien

Achtung: Einen rauhaarigen Hund sollten Sie nicht scheren lassen. Darunter leidet die Fellstruktur und im Anschluss eventuell auch die Gesundheit Ihres Vierbeiners. Kahle Stellen können entstehen und die Schutzfunktion für die Haut ist dahin. So ist zum Beispiel das Fell nicht mehr wasserabweisend.

Entgegen der weitverbreiteten Meinung ist Trimmen für gesunde Hunde nicht schmerzhaft. Vielmehr empfindet er die Entfernung der vielen Haare als Erleichterung. Wurde Ihr Hund jedoch bereits geschoren und besitzt nun ein weicheres Fell, das schneller verknotet, ist Trimmen für ihn meist nicht mehr geeignet.

Ihr Hund hat lange Haare? Dann sollten Sie diese - je nach Fellbeschaffenheit - am besten täglich pflegen. Nun ist leider nicht immer die Zeit vorhanden, Ihren Hund eine Stunde pro Tag gründlich zu bürsten. Da Sie Verknotungen oder gar Verfilzungen später meist nicht mehr ohne Schmerzen wegbekommen, sollten Sie diese Stellen täglich kämmen:

  • Kopf
  • Fang
  • Achselbereich
  • Genitalbereich

Folgende Utensilien sind dabei nützlich:

  • Kamm oder Striegel
  • Natur- oder Drahtbürste (Bürsten aus Kunststoff sind eher ungünstig. Sie neigen dazu, sich elektrisch auszuladen. Und bestimmt möchten weder Sie noch Ihr Hund während der Fellpflege ständig „einen gewischt“ bekommen.)
  • Fellschere oder Schermaschine zur regelmäßigen Kürzung der Haare, wie z. B. an den Genitalien
  • eventuell Unterwollbürste oder Entfilzungsharke (bei starker Unterwolle)

Sind alle Werkzeuge griffbereit, kann es direkt losgehen:

  • Kämmen Sie als erstes mit einem Kamm oder einem Striegel lose Haare heraus.
  • Schneiden Sie Verfilzungen, die nicht herausgebürstet werden können, mit der Schere oder Schermaschine vorsichtig ab. Hier gilt immer: Ist die Verfilzung nicht ohne Gefahr zu entfernen, wenden Sie sich an einen Hundefriseur. Dies könnte zum Beispiel der Fall sein, wenn sich die Verfilzung in Augennähe befindet.
  • Hat sich wegen einer Verfilzung an der Haut bereits eine Entzündung gebildet, suchen Sie bitte umgehend einen Tierarzt auf.
  • Kämmen Sie anschließend das komplette Fell mit einer harten Bürste (Natur- oder Drahtbürste) gründlich mit dem Strich durch.
  • Kürzen Sie Haare an besonderen Stellen bei Bedarf mit der Fellschere (Augen, Genitalien).

Fellwechsel beim Hund 

Im Frühling und Herbst ist Ihre Unterstützung besonders gefragt: Der Fellwechsel beim Hund steht an. Je nach Rasse verliert Ihr Vierbeiner nun vermehrt Haare. So wird beispielsweise im Herbst bei vielen Hundearten das dünne Sommerfell durch das dickere Winter- und Unterfell ersetzt. Im Frühling ist es entsprechend andersherum. Dann meldet der Hundekörper: „Es wird zu warm, Winterfell abwerfen.“ Da das Winterfell dichter ist, haart Ihr Hund im Frühjahr noch intensiver als im Herbst. Übrigens: Ist der Winter besonders mild, kann es sogar sein, dass Ihr Hund bereits ab Dezember viel Fell verliert.

Bürsten, bürsten, bürsten - in der Fellwechselsaison

Obwohl der Fellwechsel automatisch geschieht, bedeutet er für viele Hunde Stress und sie leiden unter verstärktem Juckreiz. Die ausfallenden Haare bleiben oft im Fell hängen und lassen es schnell verknoten und verfilzen. Nehmen Sie sich also ausreichend Zeit für Ihren Vierbeiner und bürsten Sie ihn noch häufiger als üblich. Durch das Bürsten wird die Haut vermehrt durchblutet, und die losen Haare werden entfernt. Das erleichtert dem Hund den Fellwechsel, da sich das Fell besser lösen kann.

Achten Sie auch darauf, dass sich Ihr Hund nicht ständig kratzt. Durch häufiges Kratzen können sich Ekzeme bilden. Beobachten Sie die Haut des Vierbeiners, vor allem an kahlen Stellen. Der Fellwechsel schlaucht Ihren Hund und er benötigt jede Menge Energie. Hilfreich kann es sein, wenn Sie seinem Futter mehr Eiweiß als üblich beimengen. Zum Beispiel in Form von magerem Fleisch oder Magerquark.

Hunde wird gebadet

Wie bade ich meinen Hund richtig? 

Das Wichtigste vorweg: Shampoos oder Seife für den Menschen sind schädlich für die Haut Ihres Hundes! Er benötigt immer ein spezielles Hundeshampoo.

Baden Sie Ihren Hund zudem nicht ohne Anlass. Grundsätzlich gilt der Leitspruch: So oft wie nötig, aber so selten wie möglich! 2-3 Badedurchgänge pro Jahr sollten in der Regel völlig ausreichen. Wälzt sich Ihr Hund jedoch mit Vorliebe in übel riechenden Dingen, kommen Sie an einem Bad natürlich nicht vorbei. Um einer starken Verfilzung Herr zu werden, brauchen Hunde mit pflegeintensivem Fell öfter ein Pflegebad.

 

Ein Bad steht an - worauf muss ich achten?

Manchmal kommt Ihr Hund jedoch nicht um ein Bad herum. Spätestens, wenn er sich in Aas oder Kot gewälzt hat, kommt die Stunde der Wahrheit. Ist Ihr Hund ein richtiger „See-Hund“ und liebt jede Form von Wasser? Dann werden Sie wahrscheinlich kaum Probleme haben, ihn zu einem Bad zu überreden. Kann Ihr Hund der Prozedur jedoch nichts Positives abgewinnen, benötigen Sie vor allem eins: Geduld. Nehmen Sie sich Zeit und bereiten Sie sich entsprechend vor. Der folgende Leitfaden soll Ihnen dabei helfen, Ihren Hund entspannter zu baden:

  • Alle nötigen Utensilien wie Hundeshampoo, Handtücher und auch Leckerlis sollten im Vorfeld griffbereit sein. Dinge zu suchen, während der nasse Hund unbeobachtet im Wasser steht und seinem Bewegungsdrang nachgehen möchte, ist sicherlich keine gute Idee.
  • Legen Sie eine rutschfeste Matte in die Wanne, denn Ihr Vierbeiner soll auf der glatten Oberfläche ja nicht ausrutschen.
  • Ziehen Sie sich Kleidung an, die nass und schmutzig werden darf. Denn das wird ganz sicher passieren.
  • Legen Sie ein Handtuch über den Rand der Wanne, um Spritzwasser abzufangen.
  • Lassen Sie etwas handwarmes Wasser in die Wanne, bevor der Hund hineingesetzt wird. Prüfen Sie die Temperatur sorgfältig. Ist das Wasser zu warm, tut es Ihrem Hund weh, schädigt seine Haut oder verursacht Kreislaufprobleme.
  • Hat Ihr Hund Angst vor fließendem Wasser (z. B. aus dem Duschkopf), nutzen Sie einen Becher oder kleinen Eimer zum Übergießen. Auch hier bitte handwarmes Wasser benutzen, um das Hundeshampoo aus dem Fell zu spülen!
  • Ist die Fellwäsche erledigt, geht es ans Abtrocknen. Mit den restlichen Handtüchern den Hund bedecken und trocken rubbeln. Bei langhaarigen Hunden nicht zu stark abrubbeln, sonst können Knoten im Fell entstehen. Und nicht vergessen: Ein nasser Hund schüttelt sich. Immer!

Achtung:
Hunde mit kurzem Fell sollten Sie nur im Notfall baden. Ihre Haut ist häufig sehr empfindlich und kann durch ein Bad in der Wanne austrocknen und geschädigt werden. Sollten Sie nicht um ein Bad herumkommen, nutzen Sie zunächst nur lauwarmes Wasser. Hundeshampoo wirklich nur, wenn es nicht anders geht.

Ein Fazit zur Fellpflege 

Um die Haarstruktur und die Haut des Vierbeiners nicht unnötig zu reizen, verwenden Sie bitte immer eine Bürste, die optimal auf das Fell Ihres Hundes abgestimmt ist. Wenn Sie unsicher sind, welche Bürste zum Haarkleid passt, lassen Sie sich in einem Hundefachgeschäft beraten. Beobachten Sie zudem die Reaktion Ihres Hundes. Scheint ihm die Prozedur grundlegend unangenehm zu sein, sollten Sie auf ein anderes Bürsten-Modell umsteigen.

Wie häufig Sie Ihren Hund kämmen, bürsten oder baden, liegt ganz in Ihrem eigenen Ermessen. Jeder Hund und jedes Fell ist anders. In bestimmten Phasen, wie zum Beispiel während des Fellwechsels, ist er jedoch vermehrt auf Ihre Unterstützung angewiesen. Denken Sie daher bitte immer daran, dass es bei der Fellpflege nicht allein um die Optik Ihres Hundes geht, sondern auch um dessen Wohlergehen und Gesundheit.

Sie befinden sich hier:
  1. Startseite
  2. Magazin
  3. Hund
  4. Fellpflege beim Hund