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Neuropathische Drüsenmagenerweiterung bei Papageien

ein Graupapagei knabbert an einer Karotte

Lange Zeit verlief die neuropathische Drüsenmagendilatation bei den betroffenen Papageien tödlich. Die genaue Ursache steht bis heute nicht eindeutig fest, Forschungsergebnisse aus dem Jahr 2008 legen jedoch die Vermutung nahe, dass das Bornavirus der Auslöser ist. Wie sich die Krankheit äußert und welche Behandlungsmöglichkeiten der infizierten Vögel infrage kommen, schildern wir Dir im Beitrag.

Was ist die neuropathische Drüsenmagendilatation?

Bei der neuropathischen Drüsenmagendilation oder kurz PDD (für Proventricular Dilatation Disease) handelt es um eine Erkrankung des Nervensystems und des Magen-Darm-Traktes bei Papageien. Vermutlicher Auslöser ist das Bornavirus.

Derzeit sind sieben verschiedene Virusstämme bekannt. Diese treten nicht nur bei Papageien, sondern auch bei anderen Vögeln wie z. B. Kanarienvögeln auf. Je nach Vogelart zeigen sich Unterschiede bei der Infektionsanfälligkeit und dem Krankheitsverlauf. Besonders häufig betroffen sind anscheinend zum Beispiel Nymphensittiche, obschon sie kaum Krankheitssymptome entwickeln. Ganz im Gegenteil zu Aras, Amazonen, Graupapageien, Kakadus und Edelpapageien, die es besonders schwer erwischt.

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Die neuropathische Drüsenmagendilatation ist nur eine von verschiedenen Krankheiten, die Deinen Papageien plagen kann. Damit in einem solchen Fall häufige Tierarztbesuche, Untersuchungen, Medikamente und mehr Dich als Halter nicht finanziell belasten und Deinen Geldbeutel plagen, sorgst Du am besten mit einer Papageienkrankenversicherung vor. Schon zu günstigen Beiträgen kannst Du damit teure Tierarztkosten abfedern und auf zahlreiche wertvolle Leistungen setzen. Überzeuge Dich am besten gleich selbst und schaue mal rein:

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Verlauf und Symptome der neuropathischen Drüsenmagendilatation

Bei Graupapageien, Kakadus und anderen Großpapageien sind drei verschiedene Verlaufsformen zu beobachten. Die erste wird durch eine Lähmung und schwerwiegende Beeinträchtigung ihres Verdauungstraktes bestimmt. Zu den Symptomen dieser Variante zählen:

  • Erbrechen
  • unverdaute Körner im Kot
  • Abmagerung der Papageien, trotz häufig gesteigertem Appetit und vermehrter Nahrungsaufnahme
  • Röntgenaufnahmen zeigen oft eine Erweiterung des Drüsenmagens, der an Muskelspannung verliert und ausleiert

Bei einer zweiten Verlaufsform kommt es zu Störungen des zentralen Nervensystems. Zitteranfälle an Flügeln oder Zehen sind dabei nicht selten. Schließlich gibt es noch eine dritte Variante, bei der trotz nachgewiesener Infektion keinerlei Beschwerden auftreten.

Woran es liegt, dass mal schwere, mal weniger schwere Verläufe auftreten, ist in der Tiermedizin bis heute noch unklar. Rätselhaft ist bislang auch, wie es zur Übertragung von Vogel zu Vogel kommt. Beobachtungen zeigen auf jeden Fall: Wenn ein Vogel den Erreger in sich trägt, müssen sich Partnertiere nicht zwangsläufig kurzfristig anstecken. Manchmal erfolgt die Infektion erst nach mehreren Jahren. Bei der Neuanschaffung eines Papageis solltest Du diesen daher dringend auf den Erreger untersuchen lassen.

Diagnose der neuropathischen Drüsenmagendilatation und Vermeidung von Ansteckung

Zur Feststellung der Erkrankung kann der vogelkundige Tierarzt auf verschiedene Verfahren zurückgreifen. Das Virus selbst lässt sich in den Ausscheidungen des Vogels über eine sogenannte Tupferprobe nachweisen. Eine Blutprobe gibt Aufschluss darüber, ob der Körper bereits Antikörper gebildet hat. Um, gerade bei neuangeschafften Tieren, ganz sicher zu gehen, ist eine doppelte Testung ratsam: Entweder durch eine Tupferprobe und parallel dazu eine Blutprobe oder indem zwei Blutproben im Abstand von sechs Wochen genommen werden. Nach Ablauf dieser Zeit sollten sich spätestens Antikörper gebildet haben.

Angenommen, ein Neuzugang hat sich einen Tag vor seinem Einzug ins neue Zuhause angesteckt, müsste der Antikörper-Bluttest sechs Wochen später positiv sein. Während dieser Zeit sollte Du den neu angeschafften Vogel von den anderen Tieren getrennt in Quarantäne unterbringen. Nur so kannst Du ausschließen, dass er andere Vögel anstecken oder sich selbst neu infizieren könnte.


Behandlung der neuropathischen Drüsenmagendilatation

Früher bedeutete die Diagnose der neuropathischen Drüsenmagendilation meist das Todesurteil für den erkrankten Vogel. Das muss heute nicht mehr sein. Zwar gibt es bislang keine Heilung und auch keinen zugelassenen Impfstoff, aber die Symptome lassen sich gut behandeln. Bei einem optimalen Therapieverlauf leben die betroffenen Vögel noch einige Jahre, ohne nennenswerte Beeinträchtigung ihres Wohlbefindens. Die Therapie setzt dabei an unterschiedlichen Stellen an.


Vermeidung von Stress

Tatsächlich treten viele Symptome erst in angespannten Situationen auf. Damit es erst gar nicht so weit kommt, gilt es also Stressfaktoren wie häufige Volieren-Umzüge oder das Zusammenleben mit einem unverträglichen Partnervogel zu vermeiden oder zumindest stark einzuschränken.


Ernährungsumstellung

Auch eine Anpassung der Ernährung auf leicht verdauliche Kost gehört mit zum Behandlungsplan. Bewährt hat sich unter anderem der Einsatz von Papageien-Aufzuchtbreis und Pellets anstelle von Körnermischungen.


Medikamentengabe

Bei der Medikamentengabe hat sich in den vergangenen Jahren einiges verändert. Früher kamen spezielle entzündungshemmende Medikamente zur Behandlung betroffener Nerven zum Einsatz. Diese hatten jedoch bei dauerhafter Gabe teils erhebliche Nebenwirkungen wie Nierenschädigung oder die Bildung von Magengeschwüren. Um die Entzündungsreaktion, bewirkt durch das Immunsystem, von vornherein zu umzugehen, werden heute Medikamente (genauer Ciclosporin) verabreicht, die diese Reaktion der körpereigenen Abwehr gezielt unterdrücken. Da die Borna-Infektion an sich das Immunsystem schon massiv schwächt, hat dessen gezielte Unterdrückung durch Medikamente keinen weiteren Einfluss auf die Häufigkeit von Folgeerkrankungen wie z. B. bakterielle Infekte.


Allgemein sorgfältige Beobachtung

Durch Bakterien, Pilze oder andere Erreger ausgelöste Zweiterkrankungen können beim infizierten Papageien jederzeit auftreten. Um diese frühzeitig behandeln zu können, solltest Du erkrankte Vögel besonders sorgfältig beobachten.

Prognose neuropathische Drüsenmagendilatation

Ein Vogel mit der Diagnose „neuropathische Drüsenmagendilatation“ wird leider nicht geheilt werden können. Zeitlebens wird er viel Aufmerksamkeit verlangen, sowohl vom Tierarzt als auch vom Besitzer. Aber eine frühzeitige Diagnose und moderne, ganzheitliche Behandlungswege ermöglichen ein fast normales Leben.

Hinweis: Mit unserem Beitrag möchten wir allgemeine Informationen und erste Hinweise zur neuropathischen Drüsenmagendilation beim Papagei oder Sittich liefern. Er soll nicht der eigenmächtigen Diagnose, Behandlung und Medikation Deines Vogels dienen und keinesfalls die fachkundige Untersuchung und Therapie durch Deinen Tierarzt ersetzen.

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