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Kastration bei Papageien

zwei Papageien berühren sich mit ihren Schnäbeln

Kastration bei Papageien - macht das überhaupt Sinn? Wir kennen den Eingriff von Hunden, Katzen, Pferden oder auch Kaninchen, wo er relativ risikofrei verläuft und in der Regel zurecht als effektives Mittel zur Geburtenkontrolle bei unseren Haustieren gilt. Doch trifft das auch auf die Kastration bei Vögeln wie Papageien und Sittichen zu oder gelten hier andere Grundsätze? In unserem Artikel klären wir diese Frage und sagen Dir außerdem, wie Du die Operation - wenn sie denn nötig wird - auch ohne großen finanziellen Aufwand stemmen kannst.

Papageien kastrieren - notwendig oder schädlich?

Anders als bei Säugetieren, wo es sich bei Kastration und Sterilisation besonders bei Männchen um kleine und leichte Eingriffe handelt, die aber auch bei Weibchen relativ problemlos vorgenommen werden können, ist die Operation bei Papageien ungleich aufwändiger und auch riskanter. Um die Hoden oder Eierstöcke des Tieres zu erreichen, muss die Flanke aufgeschnitten und zwei Rippen durchtrennt werden. Bei Männchen muss dies sogar beidseitig geschehen. Die Risiken einer solchen Operation sind entsprechend hoch bis hin zum Verbluten des behandelten Tieres. Die Erholungs- und Heilungsphase ist sehr lang und Langzeitfolgen wie Verbrennungen, Vernarbungen oder Aspergillus-Granulome sind dabei nicht selten. Zudem kommt es nach der Operation oft zu Schwierigkeiten bei der Resozialisierung mit anderen Papageien.

Aus all diesen Gründen gelten Kastration und Sterilisation bei Papageien in den meisten Fällen als Tierquälerei und Verstümmelung und sind nach §6 des deutschen Tierschutzgesetzes strengstens verboten, falls keine medizinische Notwendigkeit vorliegt. Leider werden sie von dennoch manchmal zur Fortpflanzungskontrolle eingesetzt.

Fortpflanzung verhindern ohne Kastration

Eine ungewollte Fortpflanzung kann auch ohne Kastration ganz schmerz- und risikofrei verhindert oder zumindest erschwert werden. Dafür gibt es eine Reihe von Methoden. Zum Beispiel sollte kein Material zum Bau für Bruthöhlen in der Voliere vorhanden sein und auch keine Orte, die als solche genutzt werden können. Kontrolliere das Zuhause Deiner Vögel unbedingt auf diese Kriterien. Auch können gelegte Eier schnell aus der Voliere entfernt werden, wenn man diese vor der Befruchtung bemerkt. Ein nicht zu üppiges und energiereiches Nahrungsangebot dämpft die Fortpflanzungslust ebenfalls. Eine gute Alternative besteht auch darin, Steineier oder Gipseier aus dem Zoohandel zu verwenden und in der Voliere zu platzieren, die dann zumeist als Ei-Ersatz akzeptiert werden. So können Deine Papageien ihr Sexualverhalten ausleben, ohne dass das Risiko einer Vermehrung besteht. Die einfachste Methode ist aber natürlich die ausschließliche Haltung von Männchen oder Weibchen.

Wann eine Kastration bei Papageien und anderen Vögeln nötig ist

Dennoch gibt es Fälle, in denen eine Kastration bei Papageien leider unumgänglich ist. Dies ist immer dann der Fall, wenn der Tierarzt Krankheiten wie chronischen Kloakenvorfall, Eierstockzysten, Eierstocktumore oder Hodenkrebs bei einem Tier diagnostiziert. Hier kann eine Kastration mitunter als Therapie infrage kommen. Ähnliches gilt bei chronischer Legenot und exzessivem, lebensbedrohlichem Eierlegen. Für solche Fälle sind im Tierschutzgesetz Ausnahmen zum Kastrationsverbot festgelegt (§6(1)1a und §6(1)5). Doch auch bei solchen Befunden muss der Tierarzt - und auch Du als Halter - aufgrund des hohen Risikos gut abwägen, ob der therapeutische Nutzen die Gefahren überwiegt und etwa eine hormonelle Therapie als Alternative nicht in Frage kommt. In diesem Fall kannst Du die Kosten für den komplizierten Eingriff reduzieren, indem Du schon frühzeitig eine Papageien-OP-Versicherung abschließt. Diese springt selbstverständlich auch bei anderen wichtigen Operationen ein.

Ist die Kastration ein Mittel gegen aggressives Verhalten?

Neben der Fortpflanzungskontrolle versprechen sich manche Halter von einer Kastration ihrer Papageien auch die Behebung von aggressivem Verhalten oder ähnlichen Verhaltensstörungen. Dies kann kurzfristig sogar erfolgreich sein, jedoch kehrt die Aggression bei den meisten kastrierten Tieren nach einiger Zeit wieder zurück. Davon abgesehen ist die Durchführung der Kastration zur Verhaltenskorrektur ohnehin ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz. Als Halter eines verhaltensgestörten Papageis musst Du deshalb aber nicht verzweifeln. Denn es gibt auch andere Methoden, um Aggressionen und Verhaltensauffälligkeiten bei Papageien beizukommen.


Alternative zur Papageien-Kastration bei Verhaltensproblemen

Statt einer Kastration sollte man die wirklichen Ursachen von Verhaltensproblemen bekämpfen. Das fängt schon damit an, dass Fehlprägungen bei der Aufzucht vermieden werden sollten. Aber auch später lässt sich durch eine Resozialisierung, die Änderung der Haltungsbedingungen, eine verbesserte Volieren-Ausstattung, eine Ernährungsanpassung oder eine Neuzusammensetzung der Gruppe eine Menge bewirken. Idealerweise solltest Du hierzu Deinen Tierarzt befragen und einen erfahrenen Vogeltrainer hinzuziehen. Die goldene Regel lautet nämlich „Trainieren statt kastrieren“.

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Papagei sitzt auf der Schulter einer Frau

Kastration beim Papagei - wann übernimmt die Versicherung und wie viel kostet es?

Mit einer Papageienoperationsversicherung sind die Kosten für medizinisch notwendige Kastrationen und Sterilisationen bei Papageien und Sittichen bereits ab einem Alter von 4 Jahren abgedeckt. Je nach gewähltem Tarif bezahlst Du dann keinen einzigen Cent für die Operation. Alternativ gibt es aber auch Tarife mit einer Selbstbeteiligung in Höhe von 100 €, 200 € oder 500 € mit entsprechend geringeren Versicherungsbeiträgen.

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