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Epilepsie bei Katzen: Chaos in den Nerven

liegnde graue Katze

Ein epileptischer Anfall bei Katzen kommt wie aus dem Nichts. Von einer Sekunde auf die andere geht es los: wilde Bewegungen, unkontrollierte Zuckungen und Laute, die Ihnen durch Mark und Bein gehen. Ihre Katze wirkt wie ferngesteuert. Das ist eines der typischen Erscheinungsbilder der Epilepsie bei Katzen. Wir sagen Ihnen, wie Sie Epilepsie bei Ihrer Katze erkennen, welche Behandlungen es gibt und was Sie tun können.

6 Dinge, die Sie über Katzen-Epilepsie wissen sollten

  1. Nicht jeder Krampfanfall kommt von einer Epilepsie. Viele andere Erkrankungen können einen epileptischen Anfall auslösen.
  2. Die „echte“ (idiopathische) Epilepsie ist eine Funktionsstörung des Gehirns.
  3. Es gibt keine Methode, um Epilepsie bei Katzen nachzuweisen. Alle anderen Ursachen müssen ausgeschlossen werden. Bis zur Diagnose „idiopathische Epilepsie“ ist es ein langer Weg.
  4. Epileptische Anfälle können z. B. mit Medikamenten eingedämmt werden. Epilepsie ist aber nicht heilbar. Es gibt Fälle von Spontanheilungen, in denen die Epilepsie plötzlich verschwindet.
  5. Katzen können in jedem Alter Krampfanfälle bekommen. Tritt der erste Anfall früh auf, ist die „echte“ Epilepsie wahrscheinlich.
  6. Lang anhaltende und schnell aufeinander folgende Anfälle sind lebensgefährlich (Status epilepticus).

Epilepsie ist ein neurologisches Problem

Bei Epilepsie liegt das Problem in den Nerven, genauer gesagt im Zentralnervensystem (ZNS) der Katze. Sie zählt zu den häufigsten chronischen Erkrankungen des ZNS.

Das ZNS besteht aus Gehirn und Rückenmark und übernimmt nicht nur extrem wichtige, sondern lebensnotwendige Aufgaben. Im ZNS werden zum Beispiel die Muskeln kontrolliert.

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Was passiert bei einem epileptischen Anfall?

Im Gehirn Ihrer Katze entladen sich völlig unkontrolliert sehr viele Nervenzellen gleichzeitig. Innerhalb kürzester Zeit werden es immer mehr und mehr. Das können Sie sich wie einen Domino-Effekt vorstellen.

Zum Vergleich:Auch in einem gesunden Hirn kommt es tagtäglich immer wieder zu „Kurzschlüssen“. Im Unterschied zur Epilepsie-Katze finden sie allerdings nur sehr vereinzelt statt.

So äußert sich Katzen-Epilepsie

Epileptische Anfälle bei Katzen sind extrem unterschiedlich. Manche verlaufen unauffällig, andere sind nicht zu übersehen. Entsprechend vielfältig sind die Anzeichen.

rote Katze liegt auf einer Decke

Ihre Katze

  • wirkt abwesend/wie weggetreten,
  • zittert,
  • zuckt,
  • winselt,
  • schreit,
  • „klappert“ mit den Zähnen,
  • sabbert,
  • verliert Urin oder Kot,
  • kann nicht mehr stehen.

Vermutlich spürt eine Katze, wenn ein Anfall bevorsteht. Leider kann Sie Ihre Katze nicht vorwarnen, wenn es soweit ist. Oft gibt es aber Vorboten von epileptischen Anfällen bei Katzen. Seien Sie besonders aufmerksam, wenn Ihre Katze

  • urplötzlich ihr Verhalten ändert (z. B. ängstlich oder anhänglich ist),
  • ihre Mimik nicht unter Kontrolle hat (Zucken).

Das VS.-Team rät: Bei Sorgen auf zum Tierarzt

Sie vermuten Epilepsie bei Ihrer Katze? Dann sollten Sie nicht zögern, einen Tierarzt aufzusuchen. Die Praxis Ihres Vertrauens ist und bleibt Ihre erste Anlaufstelle. Umso besser, wenn Sie bereits eine Katzenkrankenversicherung abgeschlossen haben. Diese kommt für die Kosten einer Epilepsie bei Katzen auf - insofern die Versicherung rechtzeitig vor Feststellung der Krankheit abgeschlossen wurde.

Medikamente, Behandlungen, Röntgenuntersuchungen: Tierarztbesuche können selbst ohne Operation schnell kostspielig werden. Möchten Sie sich bestmöglich absichern, achten Sie bei der Tarifwahl darauf, dass die Höchsterstattungssumme sowie der erstattete Satz möglichst hoch sind. In unserem Vergleichsrechner können Sie die Tarife der Uelzener, Agila, Petplan, Helvetia und Allianz direkt miteinander vergleichen.

Weitere Informationen zur Katzenkrankenversicherung


Wie helfen Sie Ihrer Epilepsie-Katze?

So viel Ehrlichkeit muss sein: Wenn es soweit ist, können Sie nicht viel tun. Sie sind ziemlich machtlos, denn Anfälle können Sie nicht aufhalten. Mit dieser Hilflosigkeit müssen Sie leider leben. Das ist auch ein Grund, weshalb epileptische Anfälle bei Katzen so schwer auszuhalten sind.

1. Sorgen Sie für Sicherheit

Räumen Sie alles aus dem Weg, woran sich Ihre Samtpfote während eines Anfalls verletzten könnte. Wenn Sie zur Stelle sind und das Unheil kommen sehen, können Sie direkt eingreifen. Passieren aber Anfälle in Ihrer Abwesenheit, muss alles so sicher wie nur irgendwie möglich sein. Eine abgerissene Kralle ist leider nichts Ungewöhnliches.

Tipp:Versehen Sie gefährliche Möbelkanten mit einem Kantenschutz, den es beispielsweise für Haushalte mit kleineren Kindern gibt.

2. Nehmen Sie Rücksicht und seien Sie nachsichtig

Ein heftiger Anfall kann lange nachwirken. In dieser Zeit ist Ihre Samtpfote immer noch nicht sie selbst. Geben Sie ihr deshalb genug Zeit, zurück ins Hier und Jetzt zu kommen. Vielleicht beruhigt es sie, wenn Sie leise mit ihr sprechen und sie ganz vorsichtig streicheln.

Vergessen Sie aber nicht:Jede Katze mit Epilepsie reagiert anders. Es ist durchaus möglich, dass sie nicht gerade friedlich drauf ist und sich von ihrer bissigen Seite zeigt. Auch Häufchen und Pipiflecken sind möglich.

3. Lassen Sie medizinisch alles abklären

Epileptische Anfälle bei Katzen werden häufig von diagnostizierbaren Erkrankungen ausgelöst. Lassen Sie Ihre Samtpfote deshalb auf Herz und Nieren prüfen. Je schneller das Übel gefunden wird, desto eher beginnt die Behandlung. Bei vielen Krankheiten steigert das die Heilungschancen enorm.

Außerdem gehen Tierärzte davon aus, dass jeder Anfall einen weiteren begünstigt, das Gehirn einer Epilepsie-Katze also anfälliger wird. Je früher eingegriffen wird, desto besser.

Unbedingt machen: Video für Ihren Tierarzt

Auch wenn es schwerfällt: Machen Sie unbedingt ein Video, wenn Sie einen epileptischen Anfall bei Ihrer Katze vermuten. Das fühlt sich nicht richtig an, aber damit tun Sie ihr den größten Gefallen. Die Aufnahme hilft Ihrem Tierarzt, den Anfall einzuschätzen und seinem Ursprung auf die Schliche zu kommen.

Führen Sie Tagebuch über die Anfälle

Genauso wichtig wie Videos ist eine Art Tagebuch, in das Sie die Anfälle Ihrer Samtpfote eintragen. Für Ihren Tierarzt sind diese Angaben Gold wert. Schreiben Sie deshalb auf,

  • wann der Anfall war,
  • wie lange er gedauert hat,
  • was Sie beobachtet haben,
  • ob es davor irgendwas gab, das Ihnen aufgefallen ist.

So könnte Ihr Epilepsie-Tagebuch aussehen

DatumUhrzeitDauerBeobachtungen während des AnfallsBesonderheiten vor dem Anfall
15.04.XX18:10 Uhr2 Min.Zuckungen am ganzen Körper im Liegen, Rollenvorher geschlafen
01.06.XX6:29 Uhr3 Min.Unruhe, Desorientiertheit, Drehungen um die eigene Achse
(Hinterläufe sind in Bewegung), im Kreis laufen
(„Schwanz jagen“), wildes, unkoordiniertes Umherlaufen
keine
Katze und Tierazt mit Handschuhen

Nicht jeder Krampfanfall ist eine Epilepsie

Katzen-Epilepsie macht es Ihnen leider auch bei der Diagnose ziemlich schwer. Denn ein Krampfanfall bedeutet noch lange nicht, dass Ihre Katze tatsächlich an Epilepsie leidet.

Die Medizin unterscheidet 3 verschiedene Formen. Nur eine davon ist die „echte“ Epilepsie. Nicht immer lässt sich rausfinden, wo genau das Problem liegt.

Unecht heißt nicht, dass es keine Anfälle gibt. Die sind definitiv da. Die „unechte“ Epilepsie ist allerdings die Folge einer anderen Erkrankung, die sich durch Anfälle bemerkbar macht und deshalb wie eine Katzen-Epilepsie aussieht. Zuerst muss der Tierarzt herausfinden, ob es einen Auslöser gibt, der außerhalb vom Zentralnervensystem liegt.

„Unechte“ Epilepsie bei Katzen

1. Reaktive Epilepsie

Zur reaktiven Epilepsie gehören Anfälle, die nicht im Zentralnervensystem ausgelöst werden. Das Problem sitzt also nicht im Gehirn. Solche Anfälle entstehen beispielsweise durch Vergiftungen, Störungen im Elektrolythaushalt oder Herz- und Leberkrankheiten.


2. Symptomatische Epilepsie

Bei dieser Form steht fest: Der Auslöser steckt im ZNS. Symptomatisch bedeutet, dass die Ursache gefunden wird. Der Krampfanfall ist ein Symptom, das auf ein Problem hindeutet. Ausgelöst werden können solche Anfälle zum Beispiel durch Stoffwechselstörungen, Tumore und Hirnentzündungen.

Verantwortlich sein können unter anderem Toxoplasmose, die Feline Infektiöse Peritonitis (FIP) und die Feline Hippocampus-Nekrose. Auch akute oder länger zurückliegende Verletzungen des Gehirns (Schädel-Hirn-Traumata genannt) können Anfälle auslösen.

„Echte“ Epilepsie bei Katzen

Idiopathische Epilepsie

Wenn von „echter“ Epilepsie die Rede ist, sprechen Tiermediziner von idiopathischer Epilepsie. Die Bedeutung des Begriffs ist vor allem eins: nichtssagend!

Idiopathisch sagt im Fachjargon nämlich nichts anderes aus, als dass die genaue Ursache noch nicht aufgedeckt wurde oder anders gesagt: Die Forschung steht mit leeren Händen da. Da es Mediziner bislang nicht anders erklären können, gehen sie bei Katzen und anderen Lebewesen mit Epilepsie von einer Funktionsstörung des Gehirns aus.

Auf die „richtige“ Epilepsie bei Katzen ist ein Tierarzt also erst dann gestoßen, wenn er buchstäblich mit seinem Latein am Ende ist und sonst nichts finden konnte.

Bei idiopathischer Epilepsie gehen Experten übrigens davon aus, dass die Veranlagung eine große Rolle spielt. Das ist der Grund dafür, weshalb Sie sie manchmal auch unter der Bezeichnung „genetische Epilepsie“ finden.

Im Unterschied zu Hunden werden epileptische Anfälle bei Katzen meistens von anderen Krankheiten bedingt. Haben Sie eine Epilepsie-Katze, ist die Wahrscheinlichkeit also hoch, dass es sich um eine „unechte“ Epilepsie handelt.

Fokale und generalisierte Epilepsie bei Katzen

Das Fiese an der Katzen-Epilepsie: Sie ist nicht nur von jetzt auf gleich da, sondern sie hat auch sehr viele Gesichter. Ein epileptischer Anfall heißt nicht immer extreme Zuckungen. So kommt es vor, dass ein leichter Krampfanfall bei Katzen gar nicht erkannt wird, sondern für die üblichen wilden 5 Minuten gehalten wird.

Deshalb: Haben Sie ein ungutes Gefühl, weil Ihnen das Verhalten Ihrer Samtpfote merkwürdig vorkommt, sehen Sie genau hin und erzählen Sie Ihrem Tierarzt davon. Lieber einmal zu oft als einmal zu wenig aufmerksam sein. Stellen Sie nach den „verrückten 5 Minuten“ einen unbändigen Hunger bei Ihrer Samtpfote fest, spricht auch das für einen schwachen Anfall.

Mediziner unterscheiden zwei Grundformen der Epilepsie bei Katzen: die fokale und die generalisierte Epilepsie. Sie sagt aus, wie stark das Gehirn der Katze während eines Anfalls betroffen ist.

Gehirnhälfte Katze Schema

1. fokale/partielle Epilepsie: eine Hirnhälfte

Ganz einfach ausgedrückt wirkt ein fokaler epileptischer Anfall harmloser, denn er ist weniger auffällig.

Katzengehirn Schema

2. generalisierte Epilepsie: beide Hirnhälften

Ein generalisierter Anfall ist dagegen nicht zu übersehen, da er mit unkontrollierten, oft beängstigenden Bewegungen auf sich aufmerksam macht.


Übrigens gibt es kein Entweder-oder: Ein Anfall kann zunächst in einer Gehirnhälfte beginnen und sich dann auf beide ausbreiten. Katzen mit Epilepsie leiden meist an generalisierten Anfällen. Viel seltener haben Katzen mit Epilepsie fokale Anfälle.

Natürlich unterscheiden Tierärzte noch viele weitere Formen und Phasen der Epilepsie bei Katzen, aber an dieser Stelle würde das zu weit führen.

Was wird untersucht?

rote Katze wird untersucht

Im Prinzip muss der Tierarzt alles abklopfen, was geht. Jede Information ist wichtig. Standards sind:

  • Vor- und Familiengeschichte
  • Allgemeinzustand
  • Blut
  • Urin/Kot
  • Nervensystem inklusive Hirnströme und Liquor (Gehirn- und Rückenmarksflüssigkeit)
  • das Körperinnere (durch bildgebende Verfahren wie Röntgen, MRT, CT)

Wie viele Untersuchungen gemacht werden müssen, kann Ihnen natürlich niemand voraussagen. Ihr Tierarzt weiß schließlich nicht, ob und wann er auf etwas stößt.

Die Erfahrung zeigt, dass epileptische Anfälle bei Katzen in den allermeisten Fällen eine nachweisbare Ursache haben. Deshalb sollten alle Untersuchungsmöglichkeiten durchgezogen werden. Bleiben Sie also hartnäckig!

Elektroenzephalografie (EEG)

Wenn Sie sich ein bisschen mit der Epilepsie bei Menschen befasst haben, fragen Sie sich bestimmt, warum die Elektroenzephalografie (EEG) Ihnen keine Gewissheit über Ihre Katze bringt. Eine berechtigte Frage! Immerhin ist die EEG ist ein bewährtes Mittel aus der Humanmedizin.

Sie können sie sich wie die Elektrokardiografie (EKG) vorstellen. Das, was im Herz bzw. im Gehirn passiert, wird durch eine Kurve abgebildet. Die EEG misst die elektrische Aktivität des Gehirns und gibt durch die aufgezeichneten Kurven Aufschluss über Abweichungen. Für die Messung werden Elektroden an der Kopfhaut angebracht.

Als Ergänzung anderer Untersuchungen liefert sie wichtige Hinweise für die Diagnose menschlicher Epilepsie. Trotzdem ist es nur eins von vielen Puzzleteilen. Ein negativer EEG-Befund heißt noch lange nicht, dass es keine Epilepsie ist.

Die gute Nachricht: Die EEG kommt auch bei Tieren zum Einsatz. Für Ihre Katze ist diese Messung schmerzfrei und völlig ohne Risiko. In der Tiermedizin ist die Aussagekraft der Elektroenzephalografie allerdings umstritten. Das liegt zum einen an anatomischen Unterschieden zwischen Mensch und Katze.

Ein weiteres Problem: Zu viel Bewegung verfälscht das Ergebnis. Katzen müssen für die Aufzeichnung ihrer Hirnströme deshalb sediert werden. Aber auch das wirkt sich auf den Befund aus, wodurch die Interpretation der Ergebnisse schwierig ist.

Erkenntnisse lassen sich nicht 1:1 übertragen

In vielen Dingen kann die Tiermedizin von der Humanmedizin lernen. Trotzdem ist Vorsicht angesagt: Bei Epilepsie lässt sich nicht alles vom Menschen auf die Katze übertragen.

Wie wird Epilepsie bei Katzen behandelt?

Fangen wir damit an: Was ist überhaupt das Ziel der Behandlung? Heilbar ist Epilepsie nicht. Deswegen geht es darum, das Ausmaß und die Anzahl der Krampfanfälle so stark wie möglich zu verringern. Das Ziel: in Sachen Lebensqualität das Beste für Ihre Samtpfote und Sie rausholen.

Perfekt läuft es, wenn dank Therapie gar keine Anfälle mehr auftreten. Ob das realistisch ist, hängt vom Patienten ab. Bei häufigen und heftigen Anfällen kann auch schon die Senkung der Anfälle um mehr als die Hälfte als riesiger Erfolg verbucht werden.

Weg 1: Antiepileptika

Antiepileptika sind verschreibungspflichtige Medikamente, die epileptische Anfälle abschwächen und im besten Fall komplett unterdrücken. Für die Therapie werden bei Katzen mit Epilepsie verschiedene Mittel eingesetzt.

Übrigens: In Deutschland gibt es aktuell keine Antiepileptika, die speziell für Katzen zugelassen sind. Das bedeutet, dass Tierärzte Epilepsie-Medikamente, die für Hunde entwickelt wurden, Katzen verschreiben. Offiziell heißt das Umwidmen.

Sehr häufig kommt Phenobarbital zum Einsatz, das in die Kategorie Betäubungsmittel fällt. Dabei dass die Nervenzellen „träger“ werden und ihre Entladung eingeschränkt oder aufgehalten wird.

Ein Beruhigungsmittel hinterlässt meistens Spuren. Neben Schläfrigkeit und Antriebslosigkeit sind auch größerer Hunger und Durst als anfängliche Nebenwirkungen normal. Da aber auch ernsthafte Probleme nicht ausgeschlossen werden können, müssen Sie das Blut Ihrer Epilepsie-Katze regelmäßig checken lassen.

Gut organisiert sein ist alles

Entscheiden Sie sich zusammen mit Ihrem Tierarzt für ein Antiepileptikum, sind Ihre Organisation und Disziplin gefragt. Sie müssen Ihrer Katze das Medikament nämlich immer zum selben Zeitpunkt geben und dürfen das auf keinen Fall schleifen lassen.

Ganz wichtig: Finger weg von Alleingängen! Sind Sie unzufrieden mit der Wirksamkeit der Antiepileptika, sprechen Sie immer zuerst mit Ihrem Tierarzt. Sie dürfen die Therapie nicht einfach von heute auf morgen abbrechen, denn damit riskieren Sie schlimme Anfälle bei Ihrer Samtpfote.

Tipp: Stellen Sie sich in Ihrem Smartphone einen Alarm ein, damit Sie Ihrer Katze das Antiepilektikum immer zur richtigen Zeit geben.

Weg 2: Homöopathie gegen Katzen-Epilepsie

Homöopathische Mittel kommen vor allem dann zum Einsatz, wenn Antiepileptika entweder keinen Erfolg bringen oder aber schlimme Nebenwirkungen für die Epilepsie-Katze haben. In der Therapie mit Homöopathie gibt es verschiedene Herangehensweisen, um gegen epileptische Anfälle bei Katzen zu kämpfen.

Übrigens: Schulmedizin und homöopathische Behandlung schließen sich nicht aus. Für eine zweigleisige Therapie suchen Sie sich am besten einen klassisch ausgebildeten Tierarzt, der auch homöopathisch behandelt.

So oder so gilt: Alle anderen Erkrankungen müssen vom Tisch sein, bevor die idiopathische Epilepsie behandelt wird.

Weg 3: Fütterung von MCT-Fetten

Auch eine spezielle Ernährung brachte bereits Therapieerfolge. Die Rede ist von sogenannten MCT-Fetten, die auch mittelkettige Triglyceride genannt werden. Das sind gesättigte Fettsäuren, die unter anderem in Kokosöl und Butter enthalten sind.

Das Prinzip ist denkbar einfach: Das geschmacks- und geruchsneutrale Öl-Präparat wird ins Futter gemischt. Die richtige Menge lassen Sie sich vorher von einem spezialisierten Tierarzt berechnen. MCT-Fette sind ein großer Hoffnungsträger, die Forschung steht auf diesem Gebiet allerdings noch am Anfang.

Häufige Fragen zur Epilepsie

Stirbt eine Epilepsie-Katze früher?

Darauf gibt es kein klares Ja oder Nein. Epileptische Anfälle verkürzen nicht automatisch die Lebenserwartung einer Katze. Wie alt Ihre Epilepsie-Katze wird, hängt vor allem davon ab, woher die Anfälle kommen, wie stark sie sind und wie gut sie behandelt werden können.

Steckt beispielsweise Krebs hinter den Krampfanfällen, ist das eine völlig andere Geschichte als eine „echte“ Katzen-Epilepsie, die der Tierarzt mit Medikamenten in den Griff bekommt. Natürlich sind die Langzeitfolgen von chemischen Mitteln nicht zu unterschätzen. Trotzdem kann eine Samtpfote mit Epilepsie ein normales Alter erreichen.

Gibt es SUDEP bei Katzen?

SUDEP steht für „sudden unexpected death in epilepsy“. Ein plötzlicher, überraschender Tod von Epilepsie-Patienten. Solche Fälle sind nicht nur bei Menschen, sondern auch bei Hunden bekannt. Über SUDEP-Fälle bei Katzen lässt sich bislang nichts finden. Leider heißt das natürlich noch lange nicht, dass es sie nicht gibt.

Bisher konnten Mediziner noch nicht endgültig klären, warum es zum plötzlichen Tod der Epileptiker kommt. Es besteht der Verdacht, dass Patienten mit sehr heftigen epileptischen Anfällen besonders gefährdet sind. Sie sollten mal von SUDEP gehört haben, aber deshalb nicht in ständiger Angst um Ihre Katze leben. Sicher ist: Eine engmaschige Kontrolle der Anfälle ist in jeder Hinsicht die beste Vorbeugung.

Zahlt die Katzenkrankenversicherung bei Epilepsie?

Wissen Sie schon vor Abschluss Ihrer Katzenkrankenversicherung über die Epilepsie Bescheid oder besteht zumindest der Verdacht, sieht es leider schlecht aus. Sie müssen davon ausgehen, dass der Versicherung das Risiko zu hoch ist. Das heißt natürlich nicht, dass Sie es nicht versuchen können. Zu viel Hoffnung sollten Sie sich aber nicht machen.

Ganz anders sieht es aber aus, wenn Sie schon vor längerer Zeit eine Katzenkrankenversicherung abgeschlossen haben. Dann übernimmt Ihre Versicherung die Rechnungen im Rahmen Ihres Tarifs. Aber Achtung: Bei Erkrankungen wie Epilepsie kann die Wartezeit länger sein. Werfen Sie deshalb unbedingt einen Blick in die Bedingungen, wenn Sie Ihre Versicherung erst vor kurzem abgeschlossen haben.

Was ist ein Status epilepticus?

Kurze epileptische Anfälle bei Katzen sind definitiv kein Grund für einen Notruf, denn sie hören von alleine auf. Sofort reagieren müssen Sie, wenn der Krampfanfall länger als 5 Minuten dauert oder einzelne Anfälle so schnell aufeinander folgen, dass Ihre Samtpfote zwischendrin nicht mehr richtig zu sich kommt.

Ein Status epilepticus ist verdammt gefährlich und kann ohne das Eingreifen des Tierarztes tödlich enden. Er muss den Anfall mithilfe von Medikamenten unterbrechen. Wenden Sie sich unbedingt an Ihren Tierarzt, wenn Ihre Katze 2 oder mehr Anfälle innerhalb eines Tages hat (Cluster). Solche Serien-Anfälle können einen Status epilepticus ankündigen.

Kann ich Freigänger mit Epilepsie aus dem Haus lassen?

Fest steht: Bekommt Ihre Freigänger-Katze einen Anfall während sie die Nachbarschaft unsicher macht, kann es echt gefährlich werden. Vor allem wenn Autos im Spiel sind.

Letztendlich müssen Sie die Entscheidung treffen, ob Sie Ihre Katze mit Epilepsie rauslassen oder nicht. Solange Sie nicht wissen, wie häufig und heftig die Anfälle auftreten, ist vorläufiger Hausarrest die sicherste Option. Haben Sie die Katzen-Epilepsie gut in den Griff bekommen, sollten Sie Ihrer Samtpfote Ihre Freiheit zurückgeben. Klar, draußen ist das Risiko größer. Dafür steigt mit dem Freigang aber auch die Lebensqualität.

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Sichern Sie Ihre Katzen am besten so früh wie möglich mit einer Katzenkrankenversicherung ab - bevor es zu einem Notfall oder einer chronischen Erkrankung kommt. Die Versicherung übernimmt die Tierarztkosten bei Krankheit und Operationen. So sind Sie im Ernstfall finanziell gut geschützt. Vergleichen Sie jetzt die Angebote der Katzenkrankenversicherungen schnell und einfach in unserem Online-Tarifrechner.