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EIN WELPE KOMMT INS HAUS
7. Monat: Wenn das andere
Geschlecht interessant wird

Los gehts

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Etwa zwischen dem 7. und 10. Monat, je nach Rasse, kommt Dein Welpe in die Pubertät. Diese Übergangszeit zum Erwachsensein ist relativ kurz. Während die Hündin die erste Läufigkeit durchlebt und vielleicht anfängt, Konkurrentinnen weg zu beißen, wird ein Rüde voll auf Macho machen.

Es kann sein, dass er nicht nur jede Stelle im Wald markiert, sondern es plötzlich auch auf Jogger und Radfahrer abgesehen hat. Bei beiden, ob Männlein oder Weiblein, kann es zu regelrechtem Trotzverhalten kommen. Alles bereits Erlernte scheint einfach „vergessen“. Für die Erziehung bedeutet das: Du musst rechtzeitig vorbeugen. Schraube das Trainingsniveau etwas zurück und festige dafür bereits gelernte Kommandos.

Kastration - ja oder nein?

Mit Erreichen des Teenageralters ist nun auch der Zeitpunkt gekommen, über eine Kastration Deines Vierbeiners nachzudenken. Kastration bei Hunden ist ein viel und kontrovers diskutiertes Thema. Während die einen sich klar dagegen aussprechen, da sie der Meinung sind, dass in das natürliche Verhalten des Hundes eingegriffen wird, sind andere Hundebesitzer von den positiven Aspekten eines Eingriffs überzeugt.

Die Vorteile einer Kastration: Gerade bei sexuell hyperaktiven Rüden, die sehr unter dem Drang leiden, jedes Weibchen begatten zu müssen, ist der operative Eingriff ein Befreiungsschlag. Bei einem kastrierten Weibchen bleibt die Läufigkeit mit allen Begleiterscheinungen, beispielsweise Scheinschwangerschaften, aus. Auch Krankheiten wie Hodenkrebs beim Rüden, sowie Erkrankungen der Prostata und Brustkrebs bei der Hündin, können mit einer Kastration vorgebeugt werden.

Auf der anderen Seite birgt jede OP natürlich ein Risiko. Gerade bei kleineren Tieren kann es immer zu Komplikationen bei der Narkose kommen. Bei Weibchen großwüchsiger Rassen wie Doggen oder Irish Setter tritt gelegentlich nach der Kastration Inkontinenz auf. Andere Rassen wie Retriever, Cocker oder Beagle haben manchmal nach Entfernung der Hoden bzw. Eierstöcke einen vergrößerten Appetit. Hier muss die Kalorienzufuhr kontrolliert und für ausreichend Bewegung gesorgt werden, sonst besteht die Gefahr von Fettleibigkeit. Während mit der Kastration das Risiko auf Tumore sinkt, kann gleichzeitig das Risiko für die Erkrankung an anderen Krebsarten steigen.

Die „chemische“ Kastration als Test

Manche Hundehalter versprechen sich von einer Kastration ihres Rüden unerwünschte Verhaltensweisen wie vermehrtes Aufreiten, ständiges Schnuppern an Urinmarkierungen oder tagelanges, liebeskrankes Gejaule in den Griff zu bekommen. Um herauszufinden, ob das Verhalten Deiner Fellnase tatsächlich auf Hormone zurückzuführen ist, gibt es die Möglichkeit, mithilfe eines Chipimplantats für sechs bis zwölf Monate die Wirkung einer Kastration auf Deinen Rüden zu imitieren.

Das Einsetzen unter die Haut im Nacken des Tieres geschieht sehr schnell und ist nur mäßig schmerzhaft, sodass keine Narkose erforderlich ist. Der Chip enthält den Wirkstoff Deslorelin, den er kontinuierlich in niedriger Dosis in den Körper Deines Hundes abgibt und ihm vorgaukelt, es gäbe genug Geschlechtshormone. Dies führt dazu, dass die Hoden die Hormonproduktion einstellen. Hierdurch kommt es zu einer vorübergehenden Unfruchtbarkeit. Die oben beschriebenen für Rüden typischen Verhaltensweisen werden weitgehend durch das Geschlechtshormon Testosteron beeinflusst. Als positiver Aspekt wird oft beobachtet, dass Rüden nach einer Kastration deutlich entspannter im Umgang sind. Das Implantat auf Zeit ist daher vielleicht eine sinnvolle Möglichkeit dies auszutesten.

Unerwünschtes Verhalten, das auf andere Auslöser zurückzuführen ist (also z.B. Futterneid, fehlerhafte Erziehung oder territoriale Aggression), wird durch den Chip allerdings nicht beeinflusst! Solche negativen Verhaltensweisen sind meist „erlernt“ und können Deinem Hund nur durch Training abgewöhnt werden.

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Deine Verantwortung als Hundehalter

Nichtsdestotrotz entscheiden sich heutzutage viele Hundehalter gegen eine Kastration. Vor allem, wenn es keine medizinische Notwendigkeit für einen Eingriff gibt. Wenn der Rüde nicht außerordentlich an „Liebeskrankheit“ leidet und die Hündin keine körperlichen Beschwerden während der Läufigkeit hat, ist ein Eingriff auch nicht notwendig. Letztendlich musst Du ganz allein entscheiden, was der richtige Weg für Deinen Vierbeiner ist.

Wenn Du Dich gegen eine Kastration entscheidest, bringt das natürlich eine gewisse Verantwortung mit sich. Während der Läufigkeit sollte die Hündin immer an der Leine gehen und möglichst fern von Rüden und anderen Hunden gehalten werden. In dieser Zeit kann sie auch andere Weibchen anders wahrnehmen, eventuell sogar aggressiv reagieren. Lass Deine Hundedame also besser nicht im Freilauf spielen. Ebenso wenig sollte eine Hündin unbeaufsichtigt im Garten herumtollen dürfen. Denn Rüden sind sehr einfallsreich, um zu ihrer Herzdame zu gelangen.

Zwar putzen sich viele Weibchen während der Blutung häufig und ausgiebig, es kann aber trotzdem passieren, dass sie vereinzelt Tropfen in der Wohnung verlieren. Wenn Du einen Fliesenboden hast, kannst Du diese schnell und einfach wegwischen. Schwieriger wird es bei einem Teppichboden. Um solche Missgeschicke auf Teppich oder Sofa zu vermeiden, kannst Du Deiner Hündin sicherheitshalber ein Schutzhöschen anziehen. Du musst sie aber vorher langsam daran gewöhnen. Unliebsame Kleidungsstücke werden sonst vom Hund schneller wieder abgestreift als Du reagieren kannst.

Der Altersfaktor

Auch beim richtigen Zeitpunkt für die Kastration scheiden sich die Geister. Wenn Du Dich für eine Operation Deines Tieres entscheidest, musst Du Deinen Liebling gut beobachten, denn der richtige Moment ist auch hier wieder individuell. So ist bei einer Hündin nicht nur auf das Alter zu achten, sondern auch ihr Zyklus ist relevant. Kastriert werden sollte frühestens zwei Monate nach der ersten Läufigkeit.

Ob bei Männlein oder Weiblein: Ein zu frühes Kastrieren ist ein großer Einschnitt in die geistige Entwicklung Deines Vierbeiners. Von Wachstumsstörungen oder -verzögerungen über Anfälligkeit für Skeletterkrankungen bis hin zu Verhaltensstörungen kann alles auftreten. Oft zeigt sich bei Tieren, die zu früh kastriert worden sind, ein

sehr kindliches, verspieltes Verhalten bis ins hohe Alter. Manche Hundehalter finden dieses Verhalten erstrebenswert. Für das Tier selbst ist dies aber kein wünschenswerter Zustand. Bitte am besten Deinen Tierarzt um seine Einschätzung.

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