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EIN WELPE KOMMT INS HAUS
12. Monat: Ein Ausblick auf das
zweite Lebensjahr

Los gehts

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Das erste Jahr im Leben Deines Vierbeiners ist wahrscheinlich wie im Flug vergangen. Ihr habt gemeinsam viele neue Eindrücke und Erfahrungen gesammelt. Du hast ihm geholfen die Welt zu entdecken. Sicherlich gab es Höhen und Tiefen. Vielleicht hattest Du bei der Erziehung Deines Junghundes mit Rückschlägen zu kämpfen. Das ist aber ganz normal. Alles braucht seine Zeit. Jedes Tier hat seine eigene Persönlichkeit und damit auch seine individuelle Lernkurve.

Eine gute Basis für Eure Beziehung ist also gelegt: Euer Team Hund-Mensch funktioniert, von kleinen Ausrutschern abgesehen, schon ganz prima. Im zweiten Lebensjahr verläuft die Entwicklung Deines vierbeinigen Familienzuwachses nicht mehr in ganz so großen Sprüngen. Das bedeutet aber nicht, dass Du die Beine hochlegen kannst. Zusammen mit Deiner Fellnase musst Du die sogenannten Flegeljahre durchstehen.

Ähnlich dem Verhalten eines pubertierenden Teenagers geht es dabei eine gewisse Zeit lang ums Kräftemessen und um die Bestätigung der Frage, wer in Eurer Beziehung den Hut aufhat. Hier sind weiterhin Deine Konsequenz und liebevolle Führung gefragt. Dinge, die Dich fortan auf Trab halten werden, gehören in den Bereich Gesundheit und Pflege Deines Hundes, wie beispielsweise die regelmäßige Parasitenprophylaxe. Oder aber Du denkst bereits über einen Zweithund nach …?

Zecken & Co.

Die Parasitenprophylaxe sollte einen hohen Stellenwert bei der Gesundheitsvorsorge einnehmen, denn Flöhe, Würmer, Zecken und Milben stellen ein Gesundheitsrisiko für Deinen Vierbeiner, aber auch für Dich, dar. So wird empfohlen, alle 3 bis 6 Monate eine Wurmkur durchzuführen. Diese wirkt allerdings nicht prophylaktisch, sie tötet nur bereits vorhandene Würmer. Daher ist ein regelmäßiger Turnus beim Entwurmen sehr wichtig. Alternativ kannst Du auch alle paar Monate eine Kotprobe bei Deinem Tierarzt auf Würmer testen lassen, sodass Dein Hund das Medikament nicht unnötig bekommt. Die heute erhältlichen Wurmmittel sind jedoch gut verträglich und stellen auch bei einer Anwendung auf Verdacht kein Gesundheitsrisiko dar.

Ein Zeckenschutz ist generell von März bis Oktober sinnvoll. Alle 4 bis 6 Wochen sollte er aufgefrischt werden. Es gibt biologische, chemische und medizinische Mittel, die nur über den Tierarzt erhältlich sind. Alle Präparate gibt es in oraler Form oder als solche, die außerhalb des Körpers wirken.

Biologische Mittel, wie Teebaum- oder Lavendelöl, haben zwar eine leichte Wirkung gegen Insekten, zeigen aber kaum Wirksamkeit am Hund. Du müsstest die Fellnase schon darin baden, um tatsächlich einen Effekt zu erzielen.

Chemische Mittel aus dem Tierhandel wie Zeckenhalsbänder oder sogenannte Spot-Ons weisen eine stärkere Wirkung auf. Die Wirkstoffkonzentration und somit auch die Wirksamkeit der vom Tierarzt angebotenen medizinischen Mittel sind aber noch einmal deutlich höher. Allerdings sind die verwendeten, für Zecken tödlichen Substanzen, teils Akarizide (Gifte gegen Spinnentiere) und Biozide (Gifte gegen Organismen), für Tier und Mensch nicht ungefährlich. Während manch ein Hund mit Juckreiz, Haarausfall, Allergien, Haut- und Augenreizungen reagiert, können sie bei empfindlichen Menschen ebenso Allergien erzeugen. Wenn Du ein Mittel nutzt, welches Fisch- oder Bienengifte enthält, solltest Du darauf achten, Deinen Hund nicht in natürlichen Gewässern baden zu lassen.

Du als Hundebesitzer musst selbst abwägen, ob und für welches Mittel Du Dich entscheidest. Die Gefahr für Hunde an Borreliose zu erkranken wird manchmal überschätzt. Sofern Du Dich mit Deinem Hund viel in zeckenreichen Gebieten aufhältst, kommst Du an den kleinen medizinischen Helfern aber wohl nicht vorbei.

Zeckenentfernung leicht gemacht

Ob mit oder ohne Zeckenschutz, Du solltest bei Deinem Hund jeden Abend nach dem Spazierengehen einen Zecken-Check durchführen. Die kleinen Monster saugen sich am liebsten an Kopf, Hals, Brust, in den Kniekehlen sowie im Schritt fest. Für die Zeckenentfernung gibt es verschiedene Hilfsmittel. Neben Zeckenzange, Zeckenkarte, und Pinzette, hat sich auch das Zeckenlasso bewährt. Wichtig ist, die Zecke nicht zu zerdrücken, sonst können die im Parasiten befindlichen Krankheitserreger in den tierischen Organismus gelangen.

Entsorge die Zecke am besten, indem Du sie in einem zusammengefalteten Papier einklappst und dann mit einem festen Gegenstand zerdrückst. Das Ertränken des kleinen Ungeheuers in hochprozentigem Alkohol oder Desinfektionsmittel hat sich ebenfalls als wirkungsvoll erwiesen. Beobachte die Einstichstelle danach genau. Wenn sie anschwillt oder heiß wird, solltest Du einen Tierarzt aufsuchen.

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Die Flegeljahre - oder wenn die Hormone verrücktspielen

Hat Dein Hund die Geschlechtsreife erreicht, ist zwar die Pubertät abgeschlossen, es schließt sich aber nahtlos die Adoleszenz, auch Flegeljahre oder Reifezeit genannt, an. Dieser Zeitabschnitt beschreibt die Entwicklungsphase zwischen der Geschlechtsreife und dem Erwachsensein. Einfach gesagt, der Hund ist zwar schon zeugungsfähig, körperlich, geistig und sozial aber noch lange nicht ausgewachsen. Eigentlich genauso, wie wir es von menschlichen Teenagern her kennen.

Bei unseren Vierbeinern kann diese Entwicklungsphase des Abnabelns von den Eltern und der Entwicklung der eigenen Persönlichkeit sehr unterschiedlich ablaufen: Je nach Rasse erreicht Dein Hund sie zwischen dem 5. und 24. Lebensmonat. Wenn Du eine größere Hunderasse daheim hast, kann es auch länger dauern. Manche sind Spätentwickler: Da nimmt die Jugendentwicklung mehr Zeit in Anspruch und es kann durchaus sein, dass sie ihre geistige und emotionale Reife erst mit 3 bis 4 Jahren erreichen. Ebenso trifft dies bei früh kastrierten Hunden zu.

Grundsätzlich handelt es sich bei den Übergängen von Welpenzeit in die Pubertät und dann in die Adoleszenz um schleichende Prozesse. Man kann nicht genau sagen, wo sich das eine Fenster schließt und das andere öffnet. Aber oft kann man die Veränderung an seinem Hund spüren. Es ist aber kein Muss, dass Dein Vierbeiner diese Phase stark auslebt. Es gibt Tiere, denen man es gar nicht anmerkt und welche, von denen man den Eindruck hat, sie haben komplett ihre gute Erziehung verloren. So kann es vorkommen, dass Dein Vierbeiner von einem Tag auf den anderen nicht mehr auf gelernte Kommandos hört oder beginnt, die Wohnräume zu verschmutzen, obwohl er das als Welpe nicht gemacht hat. Oder, dass der Hund in seiner Welpenzeit mit dem Brustgeschirr keinerlei Schwierigkeiten hatte und plötzlich der Meinung ist, Geschirrtragen sei schrecklich. Gleichzeitig lässt er sich an bestimmten Stellen nicht mehr gerne berühren. Dieses Verhalten entsteht dadurch, dass der Stresshormonspiegel bei allen Säugetieren während der Adoleszenz am höchsten ist. So kann auch die Körperoberfläche in dieser Zeit wesentlich sensibler sein und Berührungen werden dort mit einem Mal anders empfunden.

Auch das Glückshormon Dopamin nimmt in den Flegeljahren Einfluss auf das Verhalten des Junghundes. Dies ist mit gesteigerter Neugier verbunden. Zu den Folgen gehört, dass es Deinem Freund auf vier Pfoten schwerer fällt, von Dingen abzulassen, die ihm wichtig und lohnenswert erscheinen – will sagen, er gehorcht nicht mehr so zuverlässig wie früher. Deine Fellnase ist schwieriger einzuschätzen und zu kontrollieren, reagiert emotionaler, wirkt auf seine Bezugspersonen unkonzentrierter und gereizter als sonst. Ein weiteres Kennzeichen der Flegeljahre kann ein verändertes Verhalten auf längst bekannte Reize sein. Trennungsstress kann auf einmal wieder zur Herausforderung für eine Familie werden, obwohl man dachte, der junge Hund hätte das Alleinbleiben schon bestens gelernt.

Bei Rüden ist es besonders schwierig, sie kämpfen nicht nur mit den Flegeljahren, sondern auch mit der Geschlechtsreife. Vorher vielleicht handzahm in der Waldspaziergang-Gruppe, entwickeln sie sich von einem Tag auf den anderen in einen hormongeschüttelten, laut bellenden, rauflustigen Macho, der anderen zeigen will, wer der Boss ist. Du solltest dieses Verhalten nicht überbewerten und soweit es geht ignorieren. Wie eigentlich immer in der Hundeerziehung ist jetzt Konsequenz gefragt. Und eins ist immer ganz wichtig: ruhig bleiben!

Zweithund - ja oder nein?

In vielen deutschen Haushalten leben mindestens zwei Hunde. Es ist doch auch eine schöne Vorstellung: zwei harmonisch miteinander herumtollende Vierbeiner. Beste Freunde, die durch dick und dünn gehen. Die sich auch einfach nur miteinander beschäftigen, wenn der Mensch einmal keine Zeit hat.

Ein Rudel ist in unserer Vorstellung der Inbegriff artgerechter Haltung. Bevor diese Vorstellung allerdings in die Realität umgesetzt werden kann, gibt es doch einiges im Vorhinein zu bedenken. Nur weil uns die Idee eines Zweithundes gefällt, muss das nicht bedeuten, dass dies auch unsere Fellnase begeistern wird. Es gilt also erst einmal zu schauen, ob Dein Vierbeiner sich über Gesellschaft freuen würde. Wie verhält sich Dein Hund im Beisein anderer Hunde? Etwa beim Gassi gehen oder wenn sie zu Dir zu

Besuch kommen? Ist er freudig oder eher ein zurückhaltender, reservierter Zeitgenosse, der sich selbst genug zu sein scheint? Wie verhält er sich gegenüber Welpen? Nur weil Dein Hund sich auf der Hundewiese wunderbar mit allen versteht und herumtollt, bedeutet das nicht automatisch, dass er sich auch zu Hause einen Partner wünscht. Bei so manchem Vierbeiner kann die konkurrenzbedingte Eifersucht oder die Neigung zur Frustration sehr ausgeprägt sein, während sie bei anderen Hunden hingegen gar nicht präsent ist. Es ist eine Kombination aus der Persönlichkeit Deines Vierbeiners mit seiner sozialen Entwicklung sowie der Art und Weise, wie Du die beiden Tiere zusammenführst und ihre Beziehung zueinander förderst. Du solltest auf jeden Fall vor der Zweithundeanschaffung eine ausgeglichene und gefestigte Beziehung zu Deinem Ersthund haben.

Alles mal zwei – auch die Kosten

Du hast festgestellt, dass Dein Vierbeiner sich durchaus über tierische Gesellschaft freuen würde. Nun musst Du für Dich selbst einige Formalien klären. Bleibt mit einem Zweithund ausreichend Zeit für Deinen Ersthund? Er darf nicht zu kurz kommen und muss die gleiche Aufmerksamkeit wie vorher erhalten. Falls Du Dich erneut für einen Welpen entscheidest, bedenke, dass ein junger Hund am Anfang sehr viel mehr Zuwendung benötigt und noch erzogen werden muss. Also geht das bekannte Spiel mit der Stubenreinheit von vorne los. Hast Du wirklich genug zeitliche Ressourcen?

Die finanzielle Belastung darf nicht außer Acht gelassen werden. Zwei Hunde bedeuten auch eine doppelte finanzielle Belastung. Doppelte Hundesteuer, Futter und Tierarztkosten sind nicht zu unterschätzende Posten, die regelmäßig anfallen. Zwei Hunde benötigen auch mehr Platz bei Dir zu Hause.

Der Ersthund soll mitentscheiden, wer mit ihm das Körbchen teilen darf

Wenn Du Dich dazu entschlossen hast, einen zweiten Hund ins Haus zu holen, wird es Dir sicherlich wichtig sein, dass Deine alteingesessene Fellnase und der Neuzugang gute Freunde werden. Daher sind einige Vorüberlegungen angebracht:

Willst Du eher einen Welpen oder einem Tier aus dem Tierheim ein schönes Zuhause geben? Männlein oder Weiblein? Rüde und Rüde kann Rangordnungskämpfe auslösen, wenn der Welpe in die Pubertät kommt. Zwei Hündinnen bedeutet oft mehr Zickenkrieg. Aber eine Regel ist das nicht. Es gibt kein Erfolgsrezept für die perfekte Kombination. Bei der Zusammensetzung Welpe und älterer Hund kann es sein, dass der Welpe sich mehr am anderen Hund orientiert als an Dir. Er kopiert alles vom erwachsenen Hund, auch die Unarten. Wenn Du schon ein älteres Semester zu Hause hast, kann ein dazugekommener Welpe als eine Art Jungbrunnen für den älteren fungieren. Es kann aber auch sein, dass der Kleine dem älteren Tier auf die Nerven geht. Wenn Du Dich für eine bestimmte Rasse interessierst, informiere Dich vorab, ob diese von ihrem Naturell her zum schon vorhandenen Tier passt. Falls Du Dir den Zweithund bei einem Züchter aussuchst, kann er Dir bei der Wahl helfen. Er kennt seine Tiere ja am besten. Kurz: Es ist wichtig, dass die Hunde von ihrem Wesen her zueinander passen.

Tipps für eine erfolgreiche Zusammenführung:

  • Das erste Treffen der beiden Vierbeiner sollte am besten auf neutralem Boden wie einem Park stattfinden. Gib den beiden viel Zeit, um sich kennenzulernen.
  • Unternimm mindestens einen gemeinsamen Spaziergang mit den Hunden. Achte verstärkt auf die kommunikativen, sowie kooperativen Fähigkeiten der beiden Vierbeiner.
  • Ignorieren die Tiere sich, ist Vorsicht angesagt. Freunde fürs Leben werden sie wahrscheinlich nicht. Laufen sie nebeneinander her, schauen sich wiederholt an oder spielen gar miteinander, liegen die Karten für ein glückliches Ende gut.

Kluges Sozialmanagement des Halters ist gefragt

Für Dich als Halter ist es wichtig zu erkennen, wann ein Eingreifen in das Geschehen ratsam und wann es besser ist, die beiden Vierbeiner die Sache unter sich ausmachen zu lassen. Du musst viel Gespür für soziale Brennpunkte entwickeln. Und die Tiere ihrem Bedürfnis nach auch differenziert behandeln. Während der eine Hund einen höheren Kuschelbedarf hat, will der andere vielleicht mehr spielen. Wenn Du beiden Tieren gerecht wirst, trägst Du elementar zu einer harmonischen Beziehung der beiden bei.

Es kann immer passieren, dass die Hunde sich einfach nicht verstehen. Wenn es im schlimmsten Fall einmal gar nicht passt, ist ein Ende mit Schrecken, also die Trennung von dem dazugekommenen Tier besser, als die Vierbeiner einem dauerhaften Stresszustand auszusetzen. Du brauchst Deinem Hund gegenüber auch kein schlechtes Gewissen haben, wenn Du ihm keinen Spielgefährten ermöglichen kannst. Wenn Du Dich genug um ihn kümmerst, hat er alles, was er braucht.

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