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Teil 7/15: Prophylaxe
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7. Die häufigsten Parasiten: vorbeugen, erkennen, handeln

Hund wälzt sich auf der Wiese

Die Parasitenprophylaxe sollte einen hohen Stellenwert bei der Gesundheitsvorsorge einnehmen, denn Flöhe, Würmer, Zecken und Milben stellen ein Gesundheitsrisiko für deinen Vierbeiner, aber auch für dich dar.

Würmer

So wird empfohlen, alle 3 bis 6 Monate eine Wurmkur durchzuführen. Diese wirkt allerdings nicht prophylaktisch, sie tötet nur bereits vorhandene Würmer. Daher ist ein regelmäßiger Turnus beim Entwurmen sehr wichtig. Die heute erhältlichen Wurmmittel sind gut verträglich und stellen auch bei einer Anwendung auf Verdacht kein Gesundheitsrisiko dar.

Flöhe

Flöhe können jeden Hund treffen. Wenn du einen Floh-Verdacht hast, weil dein Hund etwa Juckreiz, entzündete oder gereizte Hautstellen oder Haarausfall aufweist, dann kämme ihn mit einem Flohkamm gegen die Wuchsrichtung. Anschließend klopfst du den Kamm auf einem feuchten Tuch aus. Sind schwarz-braune Teilchen zu erkennen, zerdrücke sie auf dem feuchten Tuch. Färben sich Partikel rotbraun oder bildet sich ein roter Ring um den Krümel, dann handelt es sich dabei um den Flohkot, den die Flöhe ausscheiden.

Bei einem schwachen Befall können Spot-on-Präparate oder Flohpuder helfen. Zusätzlich solltest du immer eine Wurmkur bei deinem Hund vornehmen, weil Flöhe Würmer übertragen können.

Denk immer daran, auch die Umgebung wie den Schlafplatz mit Antiflohspray zu behandeln. So haben die Flöhe keine Chance, sich weiter einzunisten. Denn nur etwa 5 % der Flöhe befinden sich auf dem Hund. 95 % dagegen in der direkten Umgebung. Bei besonders hartnäckigem Flohbefall ist der Tierarztbesuch notwendig.

Zecken

Als Hundehalter sind Zecken für dich vom Frühjahr bis in den Herbst hinein ein akutes Thema. Leider hinterlassen vollgesaugte Zecken nicht nur heftigen Juckreiz. Im schlechtesten Fall übertragen sie gefährliche Krankheiten.

Die Zeckenentfernung

Entfernung einer Zecke im Nacken des Hundes

Zecken bevorzugen dünnhäutige und gefäßreiche Körperpartien. Sehr beliebt ist daher unter anderem der Kopfbereich des Hundes. Zum Entfernen gibt es verschiedene Werkzeuge. Probiere einfach aus, mit welchem Hilfsmittel du am besten zurechtkommst. Zum Beispiel mit dem Zeckenlasso, bei dem du eine Schlinge möglichst hautnah um die Zecke legst und sie anschließend herausziehst. Du kannst aber auch eine Zeckenpinzette, einen Zeckenhaken oder einer Zeckenkarte verwenden.

Am sichersten gehst du vor, wenn du die Zecke hautnah und langsam herausziehst. Achte außerdem darauf, den Körper der Zecke nicht zu quetschen. Dies erhöht das Risiko, dass Erreger in die Wunde gelangen. Tabu sind auch aggressive Mittel wie Alkohol, Öl oder Klebstoff, um die Zecke zu entfernen. Auch sie erhöhen das Risiko, dass Erreger ins Blut des Hundes geraten.

Beobachte deinen Hund nach der Entfernung des Übeltäters genau. Gibt es Verhaltensauffälligkeiten, die auf Beschwerden hindeuten oder weist die betroffene Hautstelle Rötungen auf? Suche bei Krankheitsanzeichen deinen Tierarzt auf.

Tipp: Suche deinen Hund nach dem Spaziergang bzw. spätestens abends immer nach Zecken ab, um Krankheiten zu verhindern. Je kürzer die Zecke in der Haut steckt, desto besser.

Zeckenprophylaxe - Chemie vs. Natur

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Zecken vorbeugend abzuschrecken bzw. ihnen beim Blutsaugen den Garaus zu machen.

Spot-on
So gibt es eine Vielzahl chemischer Mittel, die Hunde vor dem Befall durch Zecken schützen sollen. Sehr beliebt und wirkungsvoll sind sogenannte Spot-on-Präparate. Diese tropfst du deinem Hund auf die Haut im Nackenbereich, von dem aus sie sich nach und nach über das Fell verteilen. Aus Schutzgründen darf die Stelle, an der die Substanz aufgetragen wird, nicht für den Hund erreichbar sein. Sonst bestünde die Gefahr, dass er das Anti-Zecken-Mittel ableckt.

Meist dauert der Zeckenschutz über 4-6 Wochen hinweg an und muss anschließend wieder aufgefrischt werden. Durch die Anwendung der Spot-on-Präparate werden Zecken entweder direkt abgehalten oder sie sterben spätestens beim Blutsaugen ab. So wird das Risiko einer Übertragung von Erregern verringert.

Kokosöl
Als natürliches Anti-Zecken-Mittel hat sich bei vielen Hundehaltern das Kokosöl bewährt. Seine abschreckende Wirkung auf Zecken führen Wissenschaftler auf die im Kokosöl enthaltene Laurinsäure zurück. Empfehlung: Verteile eine der Größe deines Hundes angemessene Menge Kokosöl (erbsen- bis walnussgroß) auf den Körperstellen, die besonders vom Zeckenbefall gefährdet sind (Beine, Bauch, Kopf, Hals, Nacken, Ohren). Als Zeitpunkt der Anwendung eignen sich die Minuten vor einem Spaziergang. So kann das Öl gut einwirken und die Wahrscheinlichkeit ist geringer, dass dein Hund die eingecremten Stellen ableckt.

Nach einer täglichen Anwendung über zwei bis drei Wochen hinweg kannst du die Häufigkeit stetig verringern, sodass eine Anwendung alle vier bis sechs Wochen genügen sollte.

Impfungen

Der Hund wird geimpft

Ist dein Hund älter als eineinhalb Jahre, hat er die Grundimmunisierung bereits erfolgreich hinter sich. Diese wurde in seinen ersten 4 Lebensmonaten vorgenommen und im besten Fall mit circa 15 Monaten noch einmal erneuert. Wie sieht es aber mit den Auffrisch-Impfungen aus? Welche sind wann fällig?

 

Von Staupe, Hepatitis und Parvovirose

Manche Impfungen halten ein Hundeleben lang, andere mehrere Jahre - so zeigt es das Impfschema des Weltverbands für Kleintierärzte. Dazu zählen auch die Impfstoffe gegen Staupe, Hepatitis und Parvovirose. Drei wirklich gefährliche Infektionskrankheiten, gegen die dein Hund im Welpenalter immunisiert worden sein sollte. Ob Mensch, Katze oder Hund - alle Säugetiere haben Immungedächtniszellen. Das bedeutet, dass jährliches Nachimpfen völlig unnötig ist. Vielmehr können ständige Wiederholungsimpfungen den Körper belasten und die Gefahr auf Krebsgeschwüre an der Einstichstelle erhöhen. Erschwerend hinzukommt: Der Impfschutz wird dabei nicht erhöht.

Richtest du dich nach den Impf-Leitlinien der Ständigen Impfkommission für Veterinärmedizin (StIKo Vet), reicht eine Auffrisch-Impfung alle drei Jahre locker aus. Um sicher zu gehen, ob die Impfung auch wirklich nötig ist, bieten einige Tierärzte einen Impftiter-Schnelltest. Mit einer einfachen Blutentnahme bei deinem Hund lässt sich erkennen, ob er noch genug Antikörper gegen den jeweiligen Erreger aufweist. Ist das der Fall, muss nicht nachgeimpft werden. Die Titer-Bestimmung kannst du beim jährlichen Gesundheitscheck beim Tierarzt vornehmen lassen. Für deine Tierarztbesuche kann eine Hundekrankenversicherung sinnvoll sein. Sie übernimmt die Impfkosten oder die Titerbestimmung meist bis zu einem bestimmten Betrag pro Jahr.

Tollwut

Die Tollwut-Impfung ist in jedem Fall nötig, wenn du mit deinem Hund ins Ausland reisen möchtest. Für das Restrisiko, dass dein Vierbeiner mit einem tollwutinfizierten Import-Hund in Kontakt kommt, ist ein Impfschutz jedoch auch innerhalb Deutschlands sinnvoll. Denn falls der nicht anzunehmende Fall eintrifft, dass dein nicht gültig gegen Tollwut geimpftes Tier Kontakt zu einem tollwutinfizierten Importwelpen hat, würde das nach deutschem Gesetz den Tod deines Hundes bedeuten. Da es sich hierbei um einen sehr unwahrscheinlichen Fall handelt, muss jeder Hundehalter abwägen, ob er die alle drei Jahre nötige Tollwut-Impfung vornehmen lässt.

Nachimpfung

  • alle 3 Jahre: Nachimpfung von Staupe, Hepatitis und Parvovirose
  • bei Bedarf: alle 3 Jahre Tollwut nachimpfen
  • bei Bedarf: jährlich Leptospirose nachimpfen

Die Leptospirose-Impfung - ein schwieriger Fall

Viele Hunde erkranken trotz Impfung an Leptospirose, einer Infektionskrankheit, die von Bakterien verursacht wird. Es gibt über 200 Leptospiren-Stämme, der aktuelle Impfstoff schützt nur gegen vier von ihnen. Auch steht die Impfung im Verdacht, Impfschäden beim Hund auszulösen. Und wird die Erkrankung früh genug entdeckt, ist sie gut mit Antibiotika therapierbar. Kritische Hundehalter lehnen die Impfung deshalb ab.

Jetzt kommt das große „Aber“: Eine verschleppte oder zu spät erkannte Leptospirose kann tödlich verlaufen. Und die Krankheit ist auf Menschen übertragbar. Es liegt also in deinem Ermessen, ob du zumindest den Teilschutz für deinen Vierbeiner haben möchtest. Dann kommst du um eine jährliche Auffrisch-Impfung nicht herum.

Borreliose-, Leishmaniose-, Babesiose- und Zwingerhusten-Impfungen

Die Impfung gegen Zwingerhusten ist empfehlenswert, wenn dein Hund viel Kontakt mit anderen Hunden hat, etwa bei Ausstellungen, in Hundeschulen oder Hundepensionen.

Dadurch kann ein höheres Infektionsrisiko bestehen. Eigentlich ist Zwingerhusten bei gut genährten und gehaltenen Hunden nicht lebensgefährlich. Somit handelt es sich um keine Muss-Impfung.

Die durch einen Zeckenbiss übertragene Borreliose soll durch eine Impfung vermieden werden können. Aber: Die Borreliose-Impfstoffe sollen genauso nebenwirkungsreich sein wie die Leptospirose-Impfung. Achte also stattdessen lieber auf einen guten Zeckenschutz.

Babesiose wird von Zecken übertragen, die mit einzelligen Parasiten, den Babesien, infiziert sind. Bei der Babesiose-Impfung steht die Frage im Raum, ob sie wirklich schützt. Diese Frage stellt sich ebenso bei der Leishmaniose-Impfung. Diese Impfung macht nur Sinn, wenn du mit deinem Hund in Länder verreist, wo Leishmaniose, eine über Sandmücken übertragbare Hundekrankheit, vorkommt. Und auch dann wird empfohlen weitere Schutzmaßnahmen zu ergreifen, wie etwa ein speziell imprägniertes Hundehalsband.

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