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Hundegeburt - alles, was Du wissen muss

Hündin mit ihren Welpen

Eine Geburt bei der eigenen Hündin zu begleiten, ist etwas Wunderschönes, kann aber auch sehr stressig und fordernd sein, vor allem, wenn es zu Komplikationen kommt. Damit dieser besondere Tag der Geburt für Dich, Deinen Hund und die neugeborenen Welpen möglichst angenehm und stressfrei verläuft, haben wir ein paar Tipps für eine gelungene Hundegeburt für Dich zusammengestellt.

Checkliste Hundegeburt: Vorbereitung auf die Geburt der Welpen

Eine Geburt will gut vorbereitet sein. Zwar kannst Du Deinem Hund natürlich nicht das Gebären abnehmen, aber Du kannst dafür sorgen, dass er es so leicht wie möglich hat. Dafür solltest Du Dich in den letzten Tagen und Wochen vor der Geburt um die folgenden Dinge kümmern:

Dem Tierarzt Bescheid geben

Dein Tierarzt sollte auf jeden Fall wissen, wann die glückliche Stunde naht. Zwar findet eine Hundegeburt für gewöhnlich bei Dir zu Hause statt, aber es kann immer sein, dass Du Dich mit Fragen an Deinen Tierarzt wenden musst oder es sogar zu Schwierigkeiten bei der Entbindung kommt. Für diesen Fall solltest Du auch immer eine tierärztliche Notrufnummer zur Hand haben und natürlich eine Möglichkeit, im Notfall schnell zum Tierarzt oder zur Tierklinik zu kommen.

Geburtslager einrichten

Das Wichtigste, was Du für Deine Hündin in der Zeit vor der Geburt tun kannst, ist ihr ein bequemes, kuscheliges Geburtslager herzurichten. Damit solltest Du etwa zwei Wochen vor dem berechneten Geburtstermin beginnen. Als Basis für das Wurflager eignet sich zum Beispiel ein großer Karton. Dieser kann mit Decken, Laken, Bettbezügen oder Handtücher ausgestattet werden, die den Aufenthalt sowohl für Deine Hündin als auch für die neugeborenen Welpen möglichst gemütlich machen. Und die sich, sobald nötig, auch gut austauschen und reinigen lassen. Für die Welpen kannst Du auch eine eigene Wurfkiste bereitstellen, falls sie mal etwas Ruhe vor ihrer Mutter benötigen. Oder falls auch die Mutter eine Ruhepause braucht. Wichtig ist, dass Du Deine Hündin schon vorher an das Geburtslager gewöhnst, sie dort fütterst und Dich mit ihr dort aufhältst. Baue es möglichst in einem angenehm klimatisierten Raum auf, den Deine Hündin mit Sicherheit und positiven Erfahrungen verknüpft und den sie gut kennt.

Hygiene

Nicht nur das Geburtslager, auch die sonstige Umgebung und natürlich Deine Hündin sollten in einem guten hygienischen Zustand sein. Dazu kann – in Absprache mit Deinem Tierarzt - auch eine vorbereitende Wurmkur gehören, um zu verhindern, dass die Parasiten sich auf den Nachwuchs übertragen oder dass die werdende Mutter durch sie geschwächt wird. Noch besser ist dies direkt vor Beginn der Trächtigkeit.

Stabilität

Auch wenn Du sicher aufgeregt bist und alles eben gerade nicht mehr so alltäglich ist, solltest Du Dir das gegenüber Deinem Hund nicht anmerken lassen und vor alle keine unnötigen Veränderungen an Eurem Alltag vornehmen. Deine Hündin wird auch so schon gestresst genug sein und gerade gewohnte Abläufe und Rituale geben ihr nun die ersehnte Sicherheit.

Überwachung des Zustands

Auf das Verhalten sowie auf körperliche Veränderungen Deiner Hündin solltest Du gerade in der letzten Woche vor dem mutmaßlichen Geburtstermin genauestens achtgeben. Unter anderem solltest Du regelmäßig ihre Temperatur (rektal) messen, die Milchproduktion und den Genitalbereich im Auge behalten. Kommt Dir etwas ungewöhnlich vor, frage am besten Deinen Tierarzt um Rat.

Wenn die Geburt der Hundewelpen noch etwas länger hin ist oder Du Dir Gedanken um eine mögliche Trächtigkeit machst, können Dir vielleicht auch unsere Tipps für Läufigkeit bei der Hündin und für die trächtige Hündin weiterhelfen.

Anzeichen der bevorstehenden Geburt bei Hunden

Es ist natürlich wichtig, zu bemerken, wann der Zeitpunkt für die Geburt gekommen ist. Für die nahende Geburt der Welpen gibt es verschiedene Anzeichen, wie zum Beispiel:

  • Scheidenausfluss, Schwellung oder Belecken Scheide
  • erhöhte Milchproduktion
  • sichtbare Beckenknochen
  • Bewegungen der Föten im Mutterleib
  • plötzliche Verhaltensänderungen (z. B. Unruhe, Anhänglichkeit, Scharren im Wurflager)
  • häufiges Wasserlassen und Kot absetzen
  • Appetitlosigkeit
  • Hecheln
  • geringere Körpertemperatur (37 °C statt 38,5 °C)

Für gewöhnlich solltest Du solche Anzeichen kurz vor dem Ende der Trächtigkeitsphase von zumeist 63 Tagen bemerken. In einigen Fällen kann die Geburt auch erst nach 68 Tagen oder sogar noch etwas später stattfinden. Jedoch empfehlen wir, schon am 65. Tag den Tierarzt aufzusuchen, wenn es noch keine Anzeichen für eine Geburt gibt, um den Zustand Deiner Hündin untersuchen zu lassen.

Phasen der Geburt bei der Hündin

Die Geburt bei Hunden lässt sich grob in drei verschiedene Stadien unterteilen: die Vorbereitungsphase, die Eröffnungsphase und die Austreibungsphase. Als werdende „Hundeoma“ oder als angehender „Hundeopa“ ist es wichtig, diese Phasen zu kennen, um einen normalen Ablauf von Komplikationen unterscheiden zu können.


Vorbereitungsphase

Die Vorbereitungsphase gibt erste Anzeichen für die nahende Geburt. Das sind vor allem bestimmte Verhaltensweisen wie Unruhe, Nahrungsverweigerung, das Lecken der Scheide, aber auch vermehrtes Hecheln ist möglich. Hinzu kommt eine leichte Absenkung der Körpertemperatur. Dauer und Beginn dieser Phase lassen sich nicht exakt vorausberechnen, denn sie sind bei jeder Hündin unterschiedlich und auch nicht jede Hündin muss die genannten Symptome zeigen.


Eröffnungsphase - wenn die Geburt beim Hund beginnt

Auch die Dauer dieses Stadiums ist recht individuell. Je nach Hündin beträgt sie etwa 6 bis 36 Stunden. Dabei setzen die Eröffnungswehen ein, die von außen nicht immer zu erkennen sind. Zudem öffnet sich der Muttermund - was der Eröffnungsphase auch ihren Namen gibt - und der ihn verschließende Schleimpfropf verflüssigt sich und kommt heraus. Darüber hinaus tritt Fruchtwasser aus und die zuvor abgesenkte Körpertemperatur normalisiert sich.


Austreibungsphase - die Welpen kommen

Nun wird es ernst und die eigentliche Geburt der Welpen wird eingeleitet. Dieses wichtige Stadium dauert etwa 3 bis 12 Stunden und ist – nach dem Platzen der äußeren Fruchtblase - von starken Wehen geprägt, bei denen klare Flüssigkeit aus der Scheide Deiner Hündin fließt und schließlich der erste Hundewelpe das Licht der Welt erblickt. Circa 15 Minuten nach der Geburt eines Welpen wird auch der Mutterkuchen (Plazenta) ausgestoßen, der in diesem Zusammenhang auch als „Nachgeburt“ bezeichnet wird. Oft frisst die Hündin diesen, um Nährstoffe zu gewinnen.

Zwischen den einzelnen Welpen ruht sich die Hündin für etwa 20 bis 30 Minuten aus. Die genaue Länge dieser „Atempausen“ kann von Hündin zu Hündin variieren und auch kürzer oder länger ausfallen. Sollten diese Unterbrechungen aber länger dauern, kontaktiere sicherheitshalber Deinen Tierarzt, um Komplikationen auszuschließen. Dasselbe gilt, wenn diese gesamte Austreibungsphase länger als 12 Stunden dauern sollte oder wenn die letzte Nachgeburt auch zwei Stunden nach Geburt des letzten Welpen nicht herausgekommen ist. Bei einem normalen Ablauf der Geburt, wird Deine Hündin ihre Welpen säubern, sie von der sogenannten „Eihaut“ befreien und die Nabelschnur durchbeißen.

Hilfe und Komplikationen während der Geburt

Für gewöhnlich ist menschliches Eingreifen in eine Hundegeburt nicht nötig und kann sogar schädlich sein. Solange alles seinen gewohnten Gang geht, solltest Du also nichts weiter tun, als ruhig zuzusehen, Dich um Hygienemaßnahmen, Wärme und trockene Handtücher zu kümmern und für Notfälle bereitzustehen.

Denn zumindest bei etwa 16 % aller Geburten bei Hunden ist menschliche Hilfe notwendig. Dann nämlich kommt es zu einer auch als „Dystokie“ bezeichneten Geburtsstörung, bei der die Welpen nicht auf die Welt kommen können. Auch kann es sein, dass es ungewöhnliche lange Pausen zwischen den Geburten gibt oder die Hündin sich nicht um die Säuberung ihrer Welpen kümmert.

Eine dann notwendige Unterstützung kann in weniger gravierenden Fällen durch Dich selbst - dann jedoch unbedingt unter telefonischer Begleitung des Tierarztes - oder direkt als Geburtshilfe durch den Tierarzt erfolgen. Zu den Maßnahmen, die im Ernstfall notwendig werden könnten, gehören unter anderem:

  • Säubern und Abreiben der Welpen
  • Durchtrennen der Nabelschnur
  • Entfernung der Fruchtblase
  • Röntgen und / oder Ultraschall
  • gynäkologische Untersuchung
  • Korrektur von Fehllagen der Welpen in der Gebärmutter
  • Kaiserschnitt
  • Messung von Blut- und Vitalwerten
  • Anregung der Wehentätigkeit
Icon Glühbirne

Beim Hund die Wehen fördern: helfen Hausmittel?

Wenn Du bei der Geburt mitfieberst, mit Deiner in den Wehen liegenden Hündin mitleidest und die Welpen einfach nicht auf die Welt kommen wollen, ist es verständlich, dass Du gerne nachhelfen willst. Jedoch solltest Du auf keinen Fall die im Netz kursierenden wehenfördernden Hausmittel wie Kaffee, schwarzen Tee oder Zimtaufgüsse verwenden. Denn diese Stoffe können allesamt schädlich für den Organismus Deiner Hündin sein. Rufe lieber Deinen Tierarzt an und lass Dich dort beraten. Immerhin willst Du Deine Hündin ja nicht mitten in der kritischen Phase der Geburt schwächen oder gar vergiften.

Wann muss ich einen Tierarzt rufen?

Tierarzt unterstützt die Geburt des Hundes

Grundsätzlich ist bei jeder auftretenden Geburtsstörung die Unterstützung eines Veterinärs erforderlich. Zu den Anzeichen, dass tierärztliche Hilfe notwendig ist, gehören:

  • Wehenschwäche
  • lange Pausen zwischen Geburten (ab 2 Stunden oder ab 30 Minuten bei starkem Pressen der Hündin)
  • Temperaturanstieg ohne Beginn der Geburt
  • grüner Ausfluss oder Fruchtwasserabgang ohne Welpengeburt
  • die Nachgeburt kommt nicht heraus
  • Krampfanfälle, Unterzuckerung oder schlechtes Allgemeinbefinden der Hündin

Generell solltest Du bei jedem Verdacht auf eine Komplikation den Tierarzt rufen. Es gibt aber auch Fälle, in denen eine tierärztliche Betreuung während des gesamten Geburtsvorgangs unumgänglich ist. Etwa falls eine Hündin bei der Geburt krank oder fettleibig ist, einen zu kleinen Geburtskanal hat oder einer Rasse mit großem Kopf (z.B. Mops oder Bulldogge) angehört. Auch wenn sich nur ein Welpe im Mutterleib befindet („Einfrüchtigkeit“) kann es zu Schwierigkeiten bei der Geburt kommen. Für den Fall, dass Du bei einer Hundegeburt tierärztliche Hilfe benötigst, solltest Du am besten eine Hundekrankenversicherung abschließen. Die kostet viel weniger als Du denkst und bewahrt Dich vor hohen Tierarztkosten.

Geburt beim Hund: was übernehmen die Versicherungen?

Je nachdem wie kompliziert eine Geburt ist und wie stark der Tierarzt eingreifen muss, kann das auch mit erheblichen Kosten einhergehen. Wird zum Beispiel ein Kaiserschnitt notwendig, kann allein dieser bis zu 480 € kosten. Leider übernimmt nicht jede Hundekrankenversicherung solche Kosten. Ob Deine Versicherung sie trägt oder ob Du gegebenenfalls wechseln müsstest, siehst Du in der folgenden Übersicht:

Tierarztkosten werden übernommen, wenn die Geburt vom Tierarzt unterstützt werden muss oder ein Kaiserschnitt notwendig wird.

Im Tarif Premium sind die Kosten für die Geburtshilfe, den Kaiserschnitt und Trächtigkeitsuntersuchungen versichert.

balunos leistet im Tarif Silber bis zu 500 € bei einem Kaiserschnitt, im Tarif Gold gibt es keine Höchstgrenze. Voraussetzung ist jedoch, dass dabei die Hündin sterilisiert wird.

Kosten werden übernommen, wenn die Geburt durch den Tierarzt begleitet werden muss. Dazu gehören auch die Vorsorgemaßnahmen. Der Kaiserschnitt ist von den Kosten her versichert, wenn dieser wegen Komplikationen bei der Geburt erforderlich ist. Die Kostenübernahme rund um die Geburt erfolgt einmalig für die Hündin.

Wenn die Geburt aus medizinischen Gründen vom Tierarzt begleitet werden muss, sind diese Kosten versichert.

Keine Kostenübernahme für tierärztliche Maßnahmen rund um die Geburt oder Trächtigkeit.

Die tierärztliche Begleitung beim Kaiserschnitt ist versichert, sofern dieser bedingt durch Geburtskomplikationen notwendig wird. Weitere Maßnahmen rund um die Geburt oder Trächtigkeit sind nicht versichert.

Der Kaiserschnitt ist dann versichert, wenn Geburtskomplikationen auftreten. Alle anderen Behandlungen während der Trächtigkeit und der Geburtsphase sind nicht versichert.

Keine Übernahmen von Kosten rund um die Trächtigkeit und die Geburt.

Im Tarif Premium erfolgt eine einmalige Kostenübernahme bei Trächtigkeitsuntersuchungen, tierärztlich erforderlicher Geburtshilfe und bei einem Kaiserschnitt.

Keine Übernahme von Kosten, die in Zusammenhang mit der Trächtigkeit oder der Geburt durch eine tierärztliche Behandlung auftreten können.

Keine Kostenübernahme für Behandlungen rund um die Trächtigkeit, Geburt oder bei einem Kaiserschnitt. Diese Einschränkungen gelten nicht, wenn eine Zuchthündin versichert ist.

Tschüss, Tierarztkosten!

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Jundes Pärchin sitzt mit dem Hund auf der Couch

Nach der Geburt

Jetzt wo es endlich geschafft ist, hat sich die stolze Mutter etwas Ruhe und Pflege verdient. Als verantwortungsvoller Hundehalter solltest Du Deine tapfere Hündin nach der Geburt aufpäppeln und ihr jetzt unbedingt energiereiches, aber gut verdauliches Futter und frisches Wasser geben, damit sie ihre Kräfte zurückgewinnen und ihre Reserven auffüllen kann. Die braucht sie um so mehr, da sie jetzt damit beginnt, ihre Welpen zu säugen und sich um sie zu kümmern. Wollen die Welpen nicht so recht an den Zitzen saugen oder finden diese nicht, kannst Du versuchen, sie etwas zu animieren und sie an die Zitzen zu legen. Hilft das nicht, solltest Du Deinem Tierarzt Bescheid geben. Dasselbe gilt, falls Deine Hündin kein Interesse an ihren Welpen zeigt.

Geht alles seinen normalen Gang, ist es jetzt an der Zeit, noch einmal für frische Handtücher oder Decken zu sorgen. Generell sollte das Lager der Hündin auch nach der Geburt weiter regelmäßig gereinigt werden. Ansonsten braucht Deine Hündin nach der anstrengenden Geburt erst einmal viel Ruhe, Erholung und Zeit mit ihren Welpen. Selbstverständlich musst Du mit Deiner Hündin auch nach der Geburt Gassi gehen. Verzichte aber bei Spaziergängen fürs Erste auf zu viel Aktivität und große Runden.

Über den Scheidenausfluss wird in den Stunden nach der Geburt die Gebärmutter von Nachgeburtsresten gereinigt. Auch sollte sich der Muttermund schließen und sich die Gebärmutter langsam zurückbilden. Der Scheidenausfluss verändert sich dabei für gewöhnlich von grünlich über trübrot bis hin zu klarem Schleim.

Die frisch geborenen Welpen sollten nun langsam an Gewicht zulegen (wiege sie am besten regelmäßig). Normal ist eine tägliche Gewichtszunahme um etwa zehn Prozent des Körpergewichtes. Jetzt ist auch der richtige Zeitpunkt, um mit Deinem Tierarzt über Wurmkuren und die erste Impfung der Kleinen zu reden. Vor allem jedoch solltest Du Dich gemeinsam mit Deiner Hündin über den süßen, tapsigen Nachwuchs freuen.

Hinweis: Mit unserem Beitrag möchten wir allgemeine Informationen und Hinweise zur Geburt bei Hunden liefern. Er soll nicht die fachkundige Untersuchung, Beratung und Therapie durch Deinen Tierarzt ersetzen. Wir empfehlen in jedem Fall dringend eine Absprache mit Deinem Tierarzt.
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