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Teil 4/15: Erziehungstipps
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Der Hund geht neben dem Herrchen
  1. Früh übt sich:
    Die Erziehung deines Hundes beginnt am Tag seines Einzugs. Es ist wichtig, dass dein Vierbeiner von Anfang an mit sanfter Konsequenz erfährt, was er darf und was nicht. Dazu gehört beispielsweise, deinen Welpen zur Stubenreinheit zu erziehen oder deinem Hund klarzumachen, dass er kein Essen vom Tisch bekommt. Nur so kannst du ein harmonisches Zusammenleben von Tier und Mensch erreichen.
  2. Rangordnung festlegen:
    In deinem Mensch-Hund-Gespann bist du der Rudelführer. Eine gewisse Autorität ist unerlässlich. Als Hundebesitzer solltest du mit einem ausgeglichenen Mix aus Verständnis und Strenge konsequent auf die Befolgung deines Willens achten. Zur Motivation deines Vierbeiners steht positive Verstärkung in Form von Lob an erster Stelle.
  3. Konsequent sein:
    Du stellst die Regeln auf. Und dein Vierbeiner wird diese nur akzeptieren, wenn du ihm demonstrierst, dass es dir ernst ist. Konsequenz ist das A und O. Auch wenn es noch so schwerfällt, musst du die Dinge, die du beschließt, auch bis zum Ende durchziehen. Tust du es nicht, kann das negative Folgen nach sich ziehen. Hast du deinem Hund etwa verboten, in deinem Bett zu schlafen und du lässt es dann doch einmal zu, wird er in Zukunft natürlich austesten wollen, ob es nicht wieder klappt. Da sind Konflikte vorprogrammiert.
  4. Stimmlage und Körpersprache:
    Deine Stimme und dein Körper sind die Werkzeuge, wenn du mit deinem Hund arbeitest. Achte auf deine Stimmlage: Wenn du deinem Vierbeiner einen Befehl erteilst (entschlossener Tonfall), ihn lobst (zufriedener Tonfall) oder ihn tadelst (unzufriedener Tonfall). Stimme und Körpersprache sollten dasselbe aussagen, deshalb ist eine entsprechende Handbewegung, zum Beispiel ein ausgestreckter Zeigefinger bei „Sitz“, zu jedem Befehl zu empfehlen. Halte dich bei den Befehlen kurz und knapp.

    Tipp: So kannst du deinem Hund „Sitz“ beibringen: Stelle dich mit etwas Futter in der Hand vor ihm auf. Führe die Hand nun langsam über den Kopf deines Vierbeiners. Er wird sich nun automatisch hinsetzen, damit er das Leckerchen nicht aus dem Blick verliert. Nutz diesen Moment und lass das Kommando „Sitz“ mit dem von dir beschlossenen Sichtzeichen erfolgen. Direkt im Anschluss gibst du ihm die Leckerei. Wiederhole diesen Ablauf einige Male. Nach einigen Wiederholungen wird sich dein Vierbeiner bei „Sitz“ in Erwartung auf eine Leckerei von sich aus setzen.
  5. Lob und Tadel:
    Bei der Hundeerziehung arbeitest du mit positiven und negativen Verstärkungen - gewünschtes Verhalten wird belohnt, unerwünschtes Verhalten wird ignoriert. Belohnen sollte hierbei nicht ausschließlich über Leckerlis geschehen. Du kannst deinem Vierbeiner auch anders etwas Gutes tun. Vielleicht freut er sich über Lob oder Streicheleinheiten ja genauso wie über ein Leckerli. Was sich eignet, wirst du mit etwas Geduld herausfinden. Das Wort „bestrafen“ solltest du gänzlich aus deinem Wortschatz streichen. Tut dein Hund etwas, das dir missfällt, ist der sinnvollste Weg, sein Fehlverhalten nicht zu beachten oder in manchen Fällen forsch die Stimme einzusetzen.
  6. Ruheplatz:
    Mach dir gleich zu Beginn Gedanken, wo dein Hund liegen darf bzw. wo nicht. Wenn du ihn von Anfang an im Bett schlafen lässt, wirst du ihm das so schnell nicht wieder abgewöhnen können. Keine gute Ausgangssituation. Richte ihm deshalb einen eigenen Ruheplatz in der Nähe seiner Menschen ein. Dies gilt insbesondere auch für die Nacht.
  7. An der Leine:
    Nicht der Hund führt den Menschen Gassi, sondern umgekehrt. Hast du einen schon älteren Hund bei dir aufgenommen, der nicht gut leinenführig ist oder Fehler bei der Erziehung deines Hundes im Welpenalter gemacht, ist eine Umerziehung nötig. Natürlich erfordert es viel mehr Geduld, einem erwachsenen Tier, das eventuell sogar schlechte Erfahrungen gemacht hat, das Gehen an der Leine beizubringen.

    Tipp: So lernt dein Hund die Leinenführigkeit: Wähle eine etwa 1 Meter lange Leine mit Hakenverschluss, der sich in den Halsband- oder Brustgeschirr-Ring einklinken lässt. Befestige die Leine am Halsband und ermuntere deinen Hund durch Klopfen auf den Oberschenkel und ein aufforderndes „bei Fuß“ zum Gehen. Stürmt er vorwärts, bleib stehen und halte leicht dagegen. Mach deinen Vierbeiner kurz auf dich aufmerksam und ändere danndie Laufrichtung. Sollte das nichts helfen, kannst du versuchen, ihn mit einem Spielzeug zum Gehen zu bewegen. Schlagen alle deine Versuche fehl, macht es Sinn, einen Hundetrainer zu Rate zu ziehen. Meist liegt das Problem in kleinen Durchführungsfehlern, die mit professioneller Hilfe schnell behoben werden können.
  8. Allein bleiben will gelernt sein:
    Jeder Hund sollte eine gewisse Zeit allein bleiben können. Mehr als vier Stunden sollten es aber nicht sein. Das Alleinbleib-Training mit einem ausgewachsenen Hund ist natürlich wesentlich schwieriger als mit einem Welpen.

    Tipp: Viele Hunde, die an das Alleinsein nicht gewöhnt sind, haben mit der Zeit eine Trennungsangst ihrer Bezugsperson gegenüber entwickelt. Diese kannst du nur mit extrem viel Geduld, Konsequenz und Verständnis in den Griff bekommen. So weiß dein Hund normalweise ganz genau, dass du das Haus verlassen wirst, wenn du Schuhe und Jacke anziehst und nach dem Schlüssel greifst. Gegen diesen „Schlüsselreiz“ gilt es deinen Hund abzustumpfen.

    Das bedeutet, dass du dich über einen längeren Zeitraum quasi mehrmals am Tag ausgehbereit machst, ohne dabei tatsächlich das Haus zu verlassen. Die Befürchtungen deines Hundes, dass du ihn allein lässt, werden also nicht erfüllt. Beachte: Kein Kommentar und keine Belohnung beim Gehen und Zurückkommen - das gilt auch, wenn du später wirklich das Haus verlässt. Was du aber tun kannst: Lass ihm ein Spielzeug für deine Abwesenheit da, mit dem er sich beschäftigen kann. Irgendwann wird es deinen Vierbeiner gar nicht mehr beeindrucken, wenn du deine Schuhe anziehst. Jetzt beginne die Wohnung tatsächlich jeweils für einige Sekunden zu verlassen. Steigere die Zeit deiner Abwesenheit langsam.