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Hitzschlag beim Hund

Hund hängt erschöpft über dem Wassernapf

Vor allem im Sommer passiert es schneller als Du denkst. Beim ausgelassenen Toben in der prallen Sonne bricht Dein Hund plötzlich zusammen oder nach der Rückkehr vom kurzen Einkaufsbummel findest Du ihn bewusstlos und vollkommen überhitzt auf der Rückbank Deines Autos vor. Ein schrecklicher Gedanke, der oft genug zur bitteren Realität wird. Aber keine Panik - in den meisten Fällen lässt sich ein Hitzschlag durch die richtigen Maßnahmen und ein korrektes Verhalten zuverlässig verhindern. Wir sagen Dir, worauf Du achten musst und wie die heiße Jahreszeit für Deinen Hund nicht zur Todesfalle wird.

Hunde im Auto: Hitzschlag vermeiden!

Zu den mit Abstand häufigsten Gründen für Hitzschläge bei Hunden gehört das gedankenlose Zurücklassen des Vierbeiners im Auto. Und damit ist wirklich nicht zu spaßen, denn aus dem gemütlichen Fahrzeug wird selbst bei vermeintlich milden Temperaturen im Handumdrehen ein lebensgefährlicher Glutofen.

Leider können viele Hundebesitzer überhaupt nicht einschätzen, wie sich ein Hund bei Hitze fühlt und vor allen Dingen, wann es für ihn zu heiß ist. Deshalb ist es wichtig, dass Du die Anzeichen und Gefahren kennst.

Sogar bei vergleichsweise moderaten Außentemperaturen ab 20° Celsius kann es in Verbindung mit direkter Sonneneinstrahlung im Auto schon nach kurzer Zeit brüllend heiß werden. Bereits nach 20 Minuten sind rund 40° bis 50° Celsius im Fahrzeuginneren messbar. Auch für uns Menschen ist diese Temperatur schon unerträglich hoch – für Deinen Hund stellt sie eine tödliche Gefahr dar. Das geöffnete Schiebedach oder Fenster bringt in diesem Fall nicht ausreichend Abkühlung! Auch das Parken im Schatten hält nicht lange vor: Verändert die Sonne ihre Position, stehen Teile des Fahrzeugs wieder in der Sonne. Je nachdem wie lange Du abwesend bist, kann sich das Auto schon auf unerträgliche Temperaturen erhitzen.

Bitte führ Dir folgendes vor Augen: Wir Menschen können am ganzen Körper schwitzen, Hunde können das nicht. Die wenigen Schweißdrüsen des Hundes reichen nicht aus, um solch hohe Temperaturen auszugleichen. Die Vierbeiner hecheln, um sich abzukühlen. Allerdings verbrauchen sie durch extremes Hecheln mehr Wasser. Wenn sie dann zwischenzeitlich keine neue Flüssigkeit aufnehmen können, drohen die Fellnasen zu überhitzen, weil lebenswichtige Organe nicht mehr ausreichend durchblutet werden.

So schnell heizt sich Dein Auto auf

20 °C30 °C40 °C

Außentemperatur: 20 °C

Temperatur im Auto:
nach 10 Minuten: 27 °C
nach 30 Minuten: 36 °C
nach 60 Minuten: 46 °C

Icon Glühbirne

VS.-Info:

Das Zurücklassen eines Hundes im Auto gilt als Tierquälerei und ist daher strafbar. Deshalb nimm Deinen Hund, wenn möglich, immer mit, auch wenn Du nur kurz in ein Geschäft musst. Sind dort keine Hunde erlaubt, gibt es vor den Läden oft Anbinde-Möglichkeiten im Schatten und mitunter sogar einen Wassernapf. Falls Du Deinen Hund nicht anbinden oder mitnehmen kannst, verschiebe die Erledigung lieber auf einen Zeitpunkt, an dem Du Deinen Hund kurz zu Hause lassen kannst.

Weitere Ursachen für einen Hitzschlag bei Hunden

Nicht nur im Auto lauert bei hohen Temperaturen die Gefahr eines Hitzschlags auf Deinen Hund. Es gibt auch andere Aufenthaltsorte, Aktivitäten und körperliche Probleme, die das Risiko stark erhöhen.

  • Toben, Spielen und lange Spaziergänge: Dein Hund macht sich keine Gedanken darüber, ob es eine gute Idee ist, sich bei der Gluthitze körperlich zu verausgaben. Immerhin macht es ihm auch bei 25, 30 oder 40 Grad noch Spaß, mit Dir unterwegs zu sein und mit anderen Hunden zu interagieren. Deshalb musst Du als Halter ein wachsames Auge auf ihn und seinen Gesundheitszustand haben. Halte immer frisches Wasser bereit, bevorzuge Wege oder Hundewiesen im Schatten, verlagere Eure Aktivitäten in die späten Abend- oder frühen Morgenstunden und halte sie an heißen Tagen eher kurz, damit sich Dein Hund erholen kann. Auch solltest Du Dich sofort mit Deinem Hund auf den Weg nach Hause (oder gegebenenfalls zum Tierarzt) machen, wenn Du den Eindruck bekommst, dass es ihm nicht gut geht.
  • Sonnenbäder: Viele Hunde lieben es, ihren Bauch in der Sonne zu wärmen und das schöne Wetter zu genießen. Doch nicht jeder Hund erkennt den richtigen Zeitpunkt, um sich in den Schatten zurückzuziehen. Nicht nur beim Rennen auf der Hundewiese, sondern auch beim gemeinsamen Entspannen im Garten oder auf der Terrasse ist also Vorsicht geboten. Achte darauf, dass Dein Hund nicht zu lange am Stück in der Sonne bleibt und versorge ihn immer mit frischem Wasser.
  • Schlecht belüftete Räume: Ähnlich fatal wie ein aufgeheiztes Auto können sich Hundehütten auf die Gesundheit Deines Tieres auswirken. Auch eine schlecht belüftete Dachwohnung oder ein anderer, unzureichend klimatisierter Raum ist kein Ort, an dem man seinen Hund in der warmen Jahreszeit lange allein lassen sollte.
  • Körperliche Einschränkungen: Einige Hunde leiden unter einem erhöhten Risiko für Hitzschläge. Neben Welpen, alten, dickfelligen und übergewichtigen Hunden, betrifft das vor allem Hunde, deren Atemwege zuchtbedingt verkümmert oder eingeschränkt sind. Dazu gehören etwa Möpse oder Bulldoggen. Da diese Rassen schon bei niedrigeren Temperaturen zum Röcheln und zur Kurzatmigkeit leiden, ist es leicht vorstellbar, wie sehr sie bei sommerlichen Temperaturen zu kämpfen haben. Wenn Du einen solchen Hund besitzt, solltest Du ihn also unter gar keinen Umständen der Hitze ausliefern. Nicht einmal für kurze Zeit.
  • Kranke Hunde: Ähnlich kritisch ist die Lage bei Hunden, die unter Infektionen und anderen Erkrankungen leiden, die ihren Organismus zusätzlich belasten. Ein Hitzschlag kann hier schnell zum Todesstoß werden. Halte Deine armen Patienten also besser von der Sonne fern.
  • Maulkörbe: Auch wenn sie in manchen Fällen leider nötig sind, kann ein Maulkorb Deinem Hund in der Hitze ziemlich zu schaffen machen. Ziehe ihn ihm also besser nicht in der Wohnung an, vermeide Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln (wo dieser oft vorgeschrieben ist) und halte Spaziergänge bei maulkorbpflichtigen Hunden möglichst kurz oder verlege sie auf kühlere Stunden des Tages.

Symptome eines Hitzschlags bei Hunden

Die Symptome eines Hitzschlags bei Hunden sind vielfältig und können sich schnell verschlimmern, je länger das Tier der Hitze ausgesetzt ist. Zu den häufigsten Anzeichen gehören:

  • starkes Hecheln
  • übermäßiger Speichelfluss
  • Schwäche, Schwindel, Hinfallen
  • Erbrechen

Solltest Du eines dieser Symptome bei Deinem Hund bemerken, solltest Du ihn sofort aus der Hitze herausholen und am besten einen Tierarzt kontaktieren. Wenn Du zuvor eine Hundekrankenversicherung abgeschlossen hast, muss das nicht einmal teuer für Dich werden.

Hitzschlag beim Hund: Mögliche Spätfolgen

Falls ein Hund nach Auftreten der ersten Symptome keine tierärztliche Behandlung und auch keine Erste-Hilfe durch den Halter oder durch Passanten erhält, kommt es schließlich zu einem völligen Kreislaufkollaps, gefolgt von Bewusstlosigkeit, Koma und schließlich dem Tod des Hundes. Selbst, wenn der Hund in diesem Stadium noch gerettet werden kann, sind Spätfolgen nicht auszuschließen. Dazu gehören etwa:

  • Neurologische Schäden (z.B. regelmäßige Krampfanfälle, Koordinationsstörungen oder Verhaltensstörungen)
  • Muskelschäden
  • Herzprobleme wie Herzrhythmusstörungen oder Herzinsuffizienz
  • Organschäden (z.B. an den Nieren)
  • Bleibende Beeinträchtigungen der Atemwege
  • Psychische Folgen, wie Angst vor sonnigen und heißen Orten oder vor dem Auto

Hitzschlag beim Hund: Erste-Hilfe leisten, aber richtig

Damit es gar nicht erst so weit kommt, ist es wichtig zu wissen, die Du bei Deinem eigenen oder auch bei fremden Vierbeinern im Notfall Erste-Hilfe leisten kannst. Folgende Tipps solltest Du beachten, wenn der Hund noch bei Bewusstsein ist:

  • Bringe den Hund sofort aus der Hitze und lege ihn für mindestens 30 Minuten in den Schatten.
  • Beginne dann damit, den Hund mit nasskalten Umschlägen abzukühlen. Arbeite Dich dabei von den Pfoten über die Beine, das Hinterteil und den Rücken bis zum Nacken hoch. Das Wichtigste hierbei ist eine langsame Abkühlung. Ganz wichtig: KEIN kaltes Wasser über den Hund gießen, da sonst der Kreislauf des Tieres extrem belastet wird! Wenn Dein Hund zum Beispiel im Garten oder auf der Gassirunde überhitzt ist, kannst Du ihn auch ins Bad bringen und langsam und vorsichtig in der Badewanne oder Dusche abkühlen.
  • Biete dem Hund lauwarmes (nicht kaltes!) Wasser zu trinken an und lass ihn so viel er möchte trinken. Das Hinzugeben von (etwas!) Salz, kann helfen, die verlorenen Elektrolyte zu ersetzen. Gib dem Hund nur Wasser, wenn er bei Bewusstsein ist.
  • Danach muss zeitnah der Transport in einem gekühlten Auto zum Tierarzt erfolgen. Du kannst ihn auch während der Fahrt weiter zusätzlich mit nassen Handtüchern abkühlen. Die Behandlung beim Arzt besteht meist aus Infusionen, Medikamenten und eventuell auch Sauerstoffzufuhr.
  • Messe die Körpertemperatur Deines Hundes. Sie sollte zwischen 38 und 39,5 Grad Celsius liegen. Unterbrich die Kühlung vorerst, wenn seine Temperatur in diesem Bereich angelangt ist.

Tipp: Ruf vorher schon in der Tierarztpraxis an, damit sich die Ärzte auf einen Notfall einstellen können und einsatzbereit sind bei Deiner Ankunft. Wenn Du für Deinen vierbeinigen Liebling eine Hundekrankenversicherung besitzt, bist Du abgesichert und die anfallenden Kosten sind gedeckt.

Sollte der Vierbeiner nicht mehr bei Bewusstsein sein, gehst Du ähnlich wie bei der Ersten-Hilfe beim Menschen vor:

  • Leg den Hund in die rechte Seitenlage, damit das Herz entlastet wird.
  • Überstreck Hals und Kopf, damit die Zunge nicht die Luftröhre blockieren kann.
  • Sobald der Hund atmet, kühl ihn mit einem feuchten Handtuch oder einer Decke.
  • Wenn die Fellnase nicht atmet, solltest Du nachsehen, ob Erbrochenes die Zunge bzw. die Atmung behindert. In diesem Fall musst Du die Zunge zur Seite schieben. Atmet der Vierbeiner danach immer noch nicht, solltest Du umgehend mit der Herzmassage beginnen. Achte auf den Druck, dieser ist selbstverständlich an die Größe des Hundes anzupassen.
Hund sitzt bei der Sommerhitze im Auto

Ist die Rettung eines überhitzten Hundes durch Passanten erlaubt?

Ja! Entdeckst Du einen Hund im fremden Fahrzeug, der unter der Hitze im Auto leidet, darfst Du Maßnahmen ergreifen, um das Leben des eingeschlossenen Tieres zu retten. Allerdings ist es ganz wichtig, dass Du die Notlage richtig einschätzt und Dir einen oder mehrere Zeugen für den Vorfall suchst. Versuch den Besitzer ausfindig zu machen (z.B. Ausruf im Supermarkt oder Kaufhaus), warte und alarmiere gleichzeitig die Polizei/Feuerwehr. Notiere Namen und Anschrift des Zeugen und dokumentiere die Situation mit Deinem Smartphone, sodass auch wichtige Details wie das Kennzeichen festgehalten werden. Sollte niemand rechtzeitig eintreffen und die Situation für den Vierbeiner brenzlig werden, kannst Du selbst entscheiden, ob Du Dich traust, die Scheibe einzuschlagen. Selbstverständlich solltest Du versuchen, den Schaden gering zu halten und damit rechnen, dass Du eine Anzeige wegen Sachbeschädigung erhalten könntest. Diese kann allerdings bei Vorliegen eines entschuldigenden Notstands straflos bleiben. Es wird von Fall zu Fall entschieden.

Eine telefonische Beratung bietet auch die Tierrettungsleitstelle im Notfall. Der 24-Stunden-Notruf ist unter: 0700 – 95295295 (12 Cent/Min.) zu erreichen. Hier erhältst Du Hilfe zu allen Fragen im Ernstfall und Auskunft darüber, welcher Tierarzt sich in unmittelbarer Nähe befindet.

Diese Tipps sollten Dir helfen, mit einer tierischen Notsituation umgehen zu können und dem Vierbeiner eine Abkühlung zu ermöglichen. Ganz egal, ob es Deinen eigenen Vierbeiner betrifft, der überhitzt oder Du einem fremden Hund helfen musst.

Hinweis: Mit unserem Beitrag möchten wir allgemeine Informationen und erste Hinweise zum Hitzschlag beim Hund liefern. Er soll nicht der eigenmächtigen Diagnose, Behandlung und Medikation Deines Hundes dienen und keinesfalls die fachkundige Untersuchung und Therapie durch Deinen Tierarzt ersetzen.

Häufige Fragen zum Hitzschlag bei Hunden

Gibt es Spätfolgen durch einen Hitzschlag bei Hunden?

Leider ja. Vor allem durch einen zu spät bemerkten und behandelten Hitzschlag können Langzeitschäden am Gehirn und an anderen Organen, aber auch psychische Traumata bei einem Hund entstehen. Es ist in jedem Fall besser, zu verhindern, dass es überhaupt zu einem Hitzschlag kommt.

Sind Sonnenstich und Hitzschlag beim Hund dasselbe?

Nein. Zwischen beiden Phänomenen gibt es trotz ein paar Gemeinsamkeiten bei den Symptomen zwei zentrale Unterschiede. Ein Hitzschlag betrifft den gesamten Körper, während ein Sonnenstich sich nur auf den Kopf und das Gehirn auswirkt. Zudem kann ein Hitzschlag auch ohne direkte Sonneneinstrahlung erfolgen, während die Sonneneinwirkung beim Sonnenstich eine wichtige Rolle spielt. Gefährlich sind aber beide.

Welche Hunderassen sind besonders anfällig für Hitzschläge?

Insbesondere Hunde mit Kurzschnäuzigkeit (Brachizephalie), wie Möpse, Bordeauxdoggen oder französische Bulldoggen sind sehr anfällig für Hitzschläge. Aber auch für Hunde mit langem oder dichtem Fell (wie Pudel oder Chow-Chow) und viel Unterwolle oder mit kleinen, flachen Köpfen (z.B. Galgos und einige andere Windhundrassen) kann die Hitze schnell lebensgefährlich werden. Umgekehrt bedeutet das aber nicht, dass andere Rassen immun gegen die Hitze sind. Sind sie lediglich etwas weniger anfällig und sollten trotzdem gut vor Überhitzung geschützt werden.

Wie lange dauert ein Hitzschlag bei einem Hund?

Wie lange es dauert, bis sich ein Hund von einem Hitzschlag erholt, hängt stark davon ab, wie lange er der Hitze ausgesetzt war und wie sein körperlicher Allgemeinzustand ist. In der Regel sollte ein Hund nach 30-60 Minuten langsamer Abkühlung wieder auf den Beinen sein. Jedoch ist es immer zu empfehlen, ihn sofort von einem Tierarzt gründlich untersuchen und behandeln zu lassen, um Spätfolgen zu vermeiden. Außerdem sollte der Hund nach dieser Erholungsphase nicht direkt wieder der Hitze ausgesetzt werden.

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