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Hundegesetze: Das sind die wichtigsten Vorschriften für Hundehalter

Hund in der Bibliothek

Als Hundehalter trägst Du eine große Verantwortung. Du musst Dich nicht nur um Deinen Vierbeiner kümmern, sondern Dich auch an zahlreiche Vorschriften halten. Doch welche Regeln und Pflichten gibt es für Hundebesitzer eigentlich?

Was das angeht, sind viele Hundehalter verunsichert. Kein Wunder, ein allgemeingültiges Hundegesetz für ganz Deutschland gibt es nämlich nicht. Jedes Bundesland macht seine eigenen Regeln. Hinzu kommen teilweise weitere Vorschriften in den einzelnen Gemeinden. Doch keine Sorge! Wir bringen für Dich Licht in die Angelegenheit und erklären Dir die wichtigsten Rechte und Pflichten eines Hundebesitzers.

1. Hunde sind steuerpflichtig

Hältst Du einen Hund, musst Du ihn beim Steueramt anmelden und eine Hundesteuer für ihn zahlen. Die Höhe der Steuer legen die Städte und Gemeinden fest. Einen einheitlichen Steuersatz gibt es also nicht. Ausführliche Informationen zu dem Thema und die Höhe des Steuersatzes in Deinem Wohnort findest Du hier: Hundesteuer.

2. Hunde müssen gekennzeichnet werden

Bei der Kennzeichnungspflicht für Hunde herrscht in Deutschlands alles andere als Einigkeit. Mit Sachsen gibt es derzeit nur ein einziges Bundesland, in dem kein einziger Vierbeiner zwingend gekennzeichnet werden muss. Du möchtest wissen, ob Du Deinen Hund chippen lassen musst? Kein Problem, wähle einfach Dein Bundesland aus und schon werden Dir die dort geltenden Regelungen angezeigt.

VS.-Info: Möchtest Du mit Deinem Hund innerhalb der EU verreisen, musst Du ihn auf jeden Fall chippen lassen.

3. Hundebesitzer haften für ihre Vierbeiner

Fügt Dein Hund einem anderen Tier oder Menschen Schaden zu, musst Du als Halter Schadensersatz leisten. So steht es im Gesetz. Schützen kannst Du Dich vor solchen Schadensersatzforderungen mit einer Hundehaftpflicht. Diese ist in manchen Bundesländern sogar für jeden Hundehalter Pflicht. Wo? Das verraten wir Dir hier: Ist die Hundehaftpflicht Pflicht?

VS.-Tipp: Du benötigst für Deinen Vierbeiner noch eine Haftpflichtversicherung? Dann nutz doch unseren Online-Rechner. Dort kannst Du mehr als 340 Tarife vergleichen. Der günstigste Tarif ist sogar bereits ab einem Jahresbeitrag von 30 € zu haben. Guter Schutz muss also nicht teuer sein!

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4. An bestimmten Orten herrscht Leinenpflicht

Du kannst es Dir sicherlich denken, auch bei der Leinenpflicht herrscht in Deutschland alles andere als Einigkeit. Mit Hamburg gibt es derzeit nur ein einziges deutsches Bundesland, in dem alle Hunde ab 12 Monate im öffentlichen Raum angeleint werden müssen. Frei laufen dürfen sie nur in den Hundeauslaufgebieten. Ähnlich ist es auch in Berlin. Von der allgemeinen Leinenpflicht ausgenommen sind dort nur noch Hunde, die bereits vor dem 22. Juli 2016 gehalten wurden oder dessen Halter über einen Hundeführerschein verfügen.

In Baden-Württemberg, Bayern, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen gibt es hingegen keine allgemeinen Vorgaben zur Leinenpflicht. Und in Brandenburg, Bremen, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Saarland und Schleswig-Holstein musst Du Deinen Hund an bestimmten Orten anleinen. Welche Orte das sind, bestimmen allerdings die jeweiligen Landesregierungen. Meist gilt die Leinenpflicht jedoch

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Verschärfte Leinenpflicht für als gefährlich geltende Hunde

Gilt Dein Vierbeiner als gefährlich oder gehört er zu den sogenannten Listenhunden, musst Du ihn - bis auf in Bayern - im öffentlichen Raum generell anleinen. Einzige Ausnahme: Hundeauslaufzonen. Hier darf er sich frei bewegen, wenn er einen Maulkorb trägt.

Zudem gibt es je nach Bundesland und Kommune weitere Bestimmungen zur Leinenpflicht von gefährlichen Hunden. In Berlin, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Thüringen darf die Leine beispielsweise nicht länger als maximal 2 Meter sein. Und in Baden-Württemberg und Berlin gilt die Leinenpflicht für gefährliche Hunde bereits ab 6 Monate.

VS.-Tipp: Möchtest Du Deinen Hund von der Leinenpflicht befreien, benötigt er einen positiven Wesenstest.

5. Maulkorbpflicht - ja oder nein?

Eine allgemeine Maulkorbpflicht für alle Hunde gibt es in Deutschland nicht. Häufig müssen sie jedoch in öffentlichen Verkehrsmitteln, Geschäften und Fußgängerzonen einen Maulkorb tragen.

Achtung: Für als gefährlich geltende Hunde herrscht generelle Maulkorbpflicht. Und zwar ab dem 6. Monat. Wie bereits bei der Leinenpflicht, ist ein positiver Wesenstest häufig die einzige Chance, um den Hund von dieser Pflicht zu befreien.

6. Manchmal ist der Hundeführerschein Pflicht

Je nach Bundesland und Hunderasse bist Du dazu verpflichtet, einen Sachkundenachweis zu erlangen. Mit diesem sogenannten Hundeführerschein kannst Du nachweisen, dass Du über die erforderliche Sachkunde verfügst, um einen Vierbeiner ohne Gefahr für andere Tiere und Menschen zu halten.

Lebst Du in Niedersachsen benötigst Du auf jeden Fall einen Sachkundenachweis. Die Rasse Deines Hundes spielt keine Rolle. In folgenden Bundesländern hingegen ist ein Hundeführerschein nur Pflicht, wenn Dein Vierbeiner einer als gefährlich geltenden oder manchmal auch einer groß gewachsenen Rasse (Widerrisshöhe ab 40 cm) angehört:

Deutschland Karte
  • Baden-Württemberg
  • Berlin
  • Brandenburg
  • Hamburg
  • Hessen
  • Mecklenburg-Vorpommern
  • Nordrhein-Westfalen
  • Rheinland-Pfalz
  • Saarland
  • Sachsen
  • Sachsen-Anhalt
  • Schleswig-Holstein
  • Thüringen

Noch undurchsichtiger wird es in Bayern und Bremen. Hier bestimmt die jeweilige Ortspolizei über die Regelungen zur Nachweispflicht und der Haltung von gefährlichen Hunden.

VS.-Tipp: Selbst wenn der Hundeführerschein für Dich nicht verpflichtend ist, kann dessen Erwerb durchaus sinnvoll für Dich sein. Schließlich gewinnst Du dadurch Sicherheit im Umgang mit Deiner Fellnase. Ein weiterer Vorteil: In Berlin kannst Du Dich und Deinen Hund mit dem Sachkundenachweis beispielsweise von der allgemeinen Leinenpflicht befreien.

7. Hundehäufchen müssen entsorgt werden

An öffentlichen Orten musst Du die Hinterlassenschaften Deines Hundes umgehend entsorgen. Wenn Du mit Deinem Vierbeiner unterwegs bist, solltest Du daher immer Kotbeutel bei Dir tragen. Das ist in vielen Städten und Gemeinden sogar Pflicht! Lässt Du eines seiner Häufchen einfach liegen, kann das übrigens ziemlich teuer für Dich werden. Bis zu 100 € musst Du in solch einem Fall zahlen und als Wiederholungstäter sogar doppelt so viel.

8. An manchen Orten sind Hunde verboten

Am liebsten wäre Dein Vierbeiner immer bei Dir. Das geht jedoch nicht. An manchen Orten ist das Mitnehmen von Hunden sogar verboten. Wo genau Hundeverbot herrscht, legen die Bundesländer und Kommunen fest. Die folgenden Orte musst Du jedoch in der Regel ohne ihn besuchen:

  • Arztpraxen
  • Supermärkte
  • Kindergärten
  • Kinderspielplätze
  • Schulen
  • Kinos und Theater
  • Kirchen
  • öffentliche Liegewiesen
  • Schwimmbäder

VS.-Info: Blindenführhunde und andere Assistenzhunde sind von diesen Verboten unter bestimmten Bedingungen ausgenommen.

9. Du benötigst die Zustimmung Deines Vermieters

Bevor Du einen Hund bei Dir aufnimmst, musst Du Deinen Vermieter um Erlaubnis fragen. Dieser kann Dir die Hundehaltung zwar nicht generell verbieten. Je nach Rasse, Größe und Verhalten des Hundes kann er sich jedoch gegen den Einzug des Vierbeiners aussprechen. Außerdem kann er Dir vorschreiben, wie viele Hunde Du maximal in der Mietwohnung halten darfst. Hältst Du in Deiner Mietwohnung einen Hund, von dem Dein Vermieter nichts weiß, droht Dir eine fristlose Kündigung.

Bedenke auch: Fühlen sich Deine Nachbarn von Deiner Fellnase gestört, weil diese beispielsweise zu laut ist, kann Dir Dein Vermieter die Erlaubnis wieder entziehen. Und sogar Schadensersatz von Dir fordern, wenn Dein Vierbeiner die Wohnungstür beschädigt oder andere Mietsachschäden verursacht. Hast Du eine Hundehaftpflichtversicherung brauchst Du Dir um solche Schadensersatzansprüche jedoch keine Sorgen zu machen.

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10. Für die Hundebestattung gelten spezielle Regeln

An das Ableben Deines Hundes möchtest Du sicherlich nicht einmal denken. Im Idealfall ist das Thema noch ganz weit weg. Trotzdem solltest Du die geltenden Vorschriften kennen. Vor allem, wenn Du Deinen Hund später im heimischen Garten beerdigen möchtest. Denn in dem Fall musst Du auf Folgendes achten:

  • Die Ruhestätte muss mindestens 50 cm tief sein.
  • Dein Garten darf nicht in direkter Nähe von öffentlichen Wegen und Plätzen oder in einem Wasserschutzgebiet liegen.

VS.-Tipp: Erkundige Dich besser rechtzeitig bei der in Deinem Wohnort zuständigen Behörde, ob Du Deinen geliebten Vierbeiner wirklich in Deinem Garten beerdigen darfst. Ansonsten droht Dir ein Bußgeld von bis zu 15.000 €.

Hast Du keinen eigenen Garten, kannst Du ihn auf einem zugelassenen Tierfriedhof beerdigen. Oder Du entscheidest Dich für eine Feuerbestattung. In diesem Fall muss Dein Vierbeiner bis zur Einäscherung entweder beim Tierarzt oder beim Tierkrematorium aufbewahrt werden.

Häufig gestellte Fragen zu den Hundehalter-Vorschriften

Welche Hundegesetze gibt es in Deutschland?

Jedes Bundesland hat seine eigenen Gesetze für Hundebesitzer. Wenn Du nach dem Begriff „Hundegesetz“ und Deinem Bundesland suchst, findest Du in der Regel ziemlich schnell die Verordnungen, die für Dich gelten.

Neben den Regularitäten der einzelnen Bundesländer gibt es wichtige Vorschriften, an die sich ein Großteil der Hundebesitzer halten muss. Dazu gehören u. a. auch die Regeln, der Tierschutz-Hundeverordnung (TierSchHuV) und des Hundeverbringungs- und -einfuhrbeschränkungsgesetzes (HundVerbrEinfG). Ersteres enthält allgemeine Anforderungen, wie ein Hund von Privatpersonen und gewerblichen Züchtern gehalten werden muss. Letzteres legt fest, welche Hunderassen nicht nach Deutschland eingeführt werden dürfen.

Gibt es Regeln, die nur für spezielle Hunderassen gelten?

Ja, in vielen Bundesländern gelten für Halter von Listenhunden und von als gefährlich eingestuften Vierbeinern verschärfte Regeln. So bist Du in den meisten Bundesländern beispielsweise dazu verpflichtet, für diese Vierbeiner eine Hundehaftpflicht abzuschließen. Außerdem gilt für sie häufig eine Leinen-, Maulkorb- und Kennzeichnungspflicht. Mehr über die wichtigsten Rechte und Pflichten von Hundehaltern erfährst Du hier: Vorschriften

Darf ich meinen Hund mit ins Restaurant nehmen?

Ein generelles Hundeverbot gibt es in Restaurants nicht. Der Betreiber kann selbst entscheiden, ob Vierbeiner bei ihm willkommen sind oder nicht. Am besten machst Du Dich also vor dem Restaurantbesuch über die Hausregeln des Lokals schlau.

VS.-Tipp: Wo Vierbeiner in der Regel tabu sind, erfährst Du hier: Hunde verboten

Darf ich meinen Hund mit ins Büro nehmen?

Das kann Dir nur Dein Chef beantworten. Ohne seine Zustimmung darfst Du Deinen Hund nicht mit zur Arbeit nehmen. Machst Du es doch, droht Dir eine Abmahnung und als Wiederholungstäter sogar die Kündigung. Mehr dazu erfährst Du hier: Hunde am Arbeitsplatz

VS.-Tipp: Möchtest Du Deine Fellnase mit ins Büro nehmen, solltest Du zuvor unbedingt eine Hundehaftpflicht abschließen. Schließlich könnte Dein Vierbeiner bei den ganzen neuen Eindrücken Angst bekommen, sich erschrecken und die teure Büroeinrichtung versehentlich beschädigen. Passende Tarife findest Du übrigens hier:
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Muss ich meinen Hund im Wald anleinen?

In Sachen Leinenpflicht im Wald herrscht unter den einzelnen Bundesländern alles andere als Einigkeit. In Baden-Württemberg, Bayern, Rheinland-Pfalz, Saarland und Sachsen musst Du ihn nicht anleinen. Lebst Du hingegen in Bremen, Niedersachsen oder Nordrhein-Westfalen, darf Dein Vierbeiner nur außerhalb der Schonzeit auf den Waldwegen frei laufen. Und in den restlichen Bundesländern sind Hunde im Wald ohne Leine generell untersagt.

VS.-Tipp: Du möchtest wissen, wo Du Deinen Hund anleinen musst? Hier findest Du Antworten: Leinenpflicht

Schutz vor Schadensersatzforderungen mit der Hundehaftpflicht

Missgeschicke passieren selbst gut erzogenen Hunden. Eine Hundehaftpflichtversicherung ist daher in jedem Fall sinnvoll investiertes Geld. Ganz gleich, ob sie in Deinem Bundesland und für Deinen Hund Pflicht ist oder nicht. Schließlich schützt Dich die Versicherung vor Schadensersatzforderungen, die Du sonst aus eigener Tasche zahlen müsstest. In unserem Vergleichsrechner findest Du über 340 Tarife. Da ist sicherlich auch die passende Absicherung für Dich und Deinen Hund dabei.

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Versicherungsexperte Ralf Becker

Ralf Becker – Autor bei vergleichen-und-sparen.de

Ralf Becker, ausgebildeter Versicherungskaufmann, ist seit über 25 Jahren leidenschaftlicher Hundebesitzer und führt Hundegruppen in seiner Heimatstadt Düsseldorf. Als freier Versicherungsmakler und Experte zur Hundeversicherung kennt er den Versicherungsmarkt genau und zeigt Dir für Deinen Hund die beste Absicherung auf.
Ralf Becker