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Wo wird in Deutschland am häufigsten eingebrochen?

Einbruch durch ein gekipptes Fenster

Das Einbruchsrisiko in Deutschland ist hoch. Allein im Jahr 2015 mussten die Hausratversicherer mehr als 500 Millionen Euro aufwenden, um die Schäden durch Einbrüche abzudecken.

Im Jahr 2010 waren es dagegen knapp 350 Millionen Euro. Die Anzahl der Einbrüche lag im Jahr 2015 bei 167.136. Die Behörden machen für einen Großteil der Taten Banden aus dem südosteuropäischen Raum verantwortlich, die nach Deutschland einreichen und nach einer Einbruchserie wieder aus dem Land verschwinden. Wie nicht anders zu erwarten, waren Großstädte am häufigsten betroffen. Nur wenige Städte mit mehr als 200.000 Einwohnern konnten rückläufige Zahlen vermelden. Wo schlagen die Täter am häufigsten zu?

  1. Platz 1: Dortmund (Nordrhein-Westfalen)
    Den unliebsamen ersten Platz in der Einbruchstatistik nimmt die Stadt Dortmund ein. Hier kam es zu 578 Einbrüchen je 100.000 Einwohner. Insgesamt schlugen die Täter dort 3.357-mal zu, knapp elf Prozent der Einbrüche konnte die Polizei aufklären.
  2. Platz 2: Gelsenkirchen (Nordrhein-Westfalen)
    Ein drastischer Anstieg der Einbrüche ist in Gelsenkirchen zu verzeichnen. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Quote um mehr als 200 Fälle je 100.000 Einwohner an, nämlich auf 564. Dabei war hier die Aufklärungsquote zu den anderen Städten im Ranking noch verhältnismäßig hoch. 18 Prozent aller Taten konnten aufgeklärt werden.
  3. Platz 3: Essen (Nordrhein-Westfalen)
    Ebenfalls einen hohen Anstieg bei den Einbrüchen musste die Stadt Essen verzeichnen. Waren es im Jahr 2014 noch 434 Fälle je 100.000 Einwohner, so stieg diese Zahl im Jahr 2015 auf 528. Ein deutlicher Anstieg, die Aufklärung lag hier bei elf Prozent.
  4. Platz 4: Düsseldorf (Nordrhein-Westfalen)
    Die Landeshauptstadt verzeichnet rund 100 Taten mehr pro 100.000 Einwohner als noch im Vorjahr. 514 Einbrüche im Jahr 2015 stehen 416 Taten im Jahr 2014 gegenüber. Auch beträgt die Aufklärungsquote etwas weniger als zehn Prozent.
  5. Platz 5: Hamburg
    Einen Anstieg auf 511 Fälle je 100.000 Einwohner musste die Polizei in Hamburg verzeichnen. Damit wird die Anzahl der Einbrüche aus dem Vorjahr weit überschritten. Im Jahr 2014 waren es noch 429 Fälle. Nicht einmal jeden zehnten Einbrecher erwischt die Polizei, die Quote liegt bei rund neun Prozent.
  6. Platz 6: Bremen
    In der Hansestadt an der Weser konnte zwar gegenüber dem Vorjahr rückläufige Zahlen vermeldet werden. Dennoch liegt die Quote mit 503 Einbrüche ja 100.000 Einwohner immer noch sehr hoch. Die Aufklärungsquote ist mit Abstand die schlechteste von allen Großstädten: Nur 5,4 Prozent aller Einbrüche wurde aufgeklärt.
  7. Platz 7: Krefeld (Nordrhein-Westfalen)
    In der Seidenstadt am Niederrhein kam es im vergangenen Jahr zu 502 Einbrüchen je 100.000 Einwohner im Jahr 2015. Im Jahr 2014 lag die Quote noch bei 329 Einbrüchen. Dagegen ist die Aufklärungsquote sehr gering. Nur jeder zehnte Einbruch wird aufgeklärt.

Andere Großstädte vermelden sinkende Einbruchzahlen

Das Großstädte ein beliebtes Ziel für Einbrecher sind, ist nicht neu. Die Infrastruktur ist gut, es sind viele Verkehrswege im Umfeld vorhanden, die eine schnelle Flucht ermöglichen. Dennoch: Nordrhein-Westfalen sticht hier deutlich raus. Während hier die Einbruchszahlen stetig ansteigen, kann die Stadt München gute Erfolge im Kampf gegen die Einbrüche verzeichnen. Von Januar bis September 2015 gab es in der Landeshauptstadt lediglich 1.077 Einbrüche. Gemessen an der Einwohnerzahl lag die Quote bei rund 75 Einbrüchen je 100.000 Einwohner.

Damit liegt die Zahl rund ein Drittel unter dem Wert vom Vorjahr. In München spricht man bei einer Aufklärungsquote von knapp 26 Prozent von schlechten Werten. Allerdings liegen diese in Nordrhein-Westfalen noch deutlich niedriger. Ebenfalls rückläufig sind die Einbruchzahlen in der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover. Hier ging die Quote im Vergleich zum Vorjahr um knapp 15 Prozent zurück. In Frankfurt, der Mainmetropole fiel ebenfalls die Anzahl der Einbrüche, dafür ist die Aufklärungsqoute aber auch leicht gesunden.

Nordrhein-Westfalen liegt bundesweit an der Spitze der Einbrüche

Von insgesamt 167.136 Einbrüchen bundesweit im Jahr 2015 entfielen davon rund 65.000 Einbrüche auf das bevölkerungsreichste Bundesland. Damit ist die Quote so hoch wie seit 18 Jahren nicht mehr. Verantwortlich dafür ist laut Angaben des Landeskriminalamtes eine verstärkte kriminelle Aktivität reisender Tätergruppen, die aus der Türkei, Serbien, Rumänien und anderen Balkanstaaten kommen. Die Gewerkschaft der Polizei spricht im Land deutlich von Personalmangel. Es fehlt an Kräften, die Taten aufzuklären oder bei einem Notruf rechtzeitig einzugreifen. Der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei in Nordrhein-Westfalen, Arnold Pickert, verdeutlicht: Wenn jeder Ermittlungsbeamte jeden Monat zwischen 80 und 100 neuen Fällen auf den Schreibtisch bekommt, kann der diese Taten nur noch verwalten. Geradezu paradiesische Umstände für Einbrecher, die in Nordrhein.-Westfalen kaum dem Risiko erliegen, in die Fänge der Polizei zu geraten.

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