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Wie alt werden Katzen? Plus: 10 Tipps für den Alltag mit einer älteren Katze

Die Augen werden trüb, der Geruchssinn schwächer und das Springen auf Schränke geht nicht mehr so leicht von der Pfote wie noch vor ein paar Jahren: Die Folgen des Alters machen leider auch vor unseren Katzen nicht Halt. Hier erfährst du, wie alte Katzen werden, woran du ältere Katzen erkennst. Außerdem: Die 10 besten Tipps, wie du deiner alternden Katzendame oder deinem betagten Kater den Alltag erleichterst.

So alt werden Katzen

Das Leben deiner Katze verläuft in anderer Geschwindigkeit als das unsere. Während wir eine lange Kindheits- und Jugendphase durchleben, sind unsere Samtpfoten bereits mit 2 Jahren erwachsen. Zum älteren Semester zählen sie dann ungefähr ab 10 Jahren.

Hauskatzen können in Deutschland im Durchschnitt 14 Jahre alt werden. Wobei dieser Durchschnitt in vielen Fällen nach oben und nach unten ausreißen kann. Gute Gesundheit und Fürsorge führen dazu, dass viele Katzen bereits 15 bis 20 Jahre alt werden. Freigänger haben leider eine geringere Lebenserwartung - dies liegt aber an der höheren Unfallwahrscheinlichkeit. Eine besonders geringe Lebenserwartung haben leider Straßenkatzen. Sie werden häufig nur 2 bis 4 Jahre alt.

Katze wird gestreichelt

Wie alt wäre meine Katze als Mensch?

Im ersten Lebensjahr altern Katzen im Vergleich zu uns Zweibeinern am schnellsten. Wenn ein kleines Kätzchen den ersten Geburtstag feiert, entspricht das einem Menschenalter von 15 Jahren. Die Katze ist jetzt also ein Teenager. Beim zweiten Geburtstag ist sie in Menschenjahren in etwa 24 Jahre alt. Ab jetzt steigt das Alter linear an, jedes weitere Lebensjahr entspricht vier Menschenjahren. Ein Alter von 20 Jahren bei der Katze entspricht einem Alter bei uns Menschen von 96 Jahren. Also ganz klar ein Methusalem, der viel Ruhe, Pflege und Fürsorge benötigt.

Du möchtest wissen, wie alt deine Katze ungefähr in Menschenjahren wäre? Hier kannst du das Katzenalter berechnen.

Wie alt ist meine Katze in Menschenjahren? 

Gib das Alter deiner Katze ein und lass es umrechnen:



Woran erkenne ich, dass meine Katze alt wird?

Viele Katzen werden im Alter ruhiger. Das ist ähnlich wie bei uns Menschen. Die Gelenke spielen nicht mehr so mit, die Muskeln bauen ab und auch die Sinne lassen nach. Dazu noch das ein oder andere Wehwehchen und schon werden die Schritte unsicherer und die Lebensgewohnheiten ändern sich - so ist das eben im Alter.

Doch ebenso wie wir Zweibeiner werden auch unsere Katzen auf ganz unterschiedliche Weise alt. Während die eine Samtpfote bereits mit 8 Jahren erstes Seniorengehabe an den Tag legt, jagt die andere noch mit 15 Jahren jeder Spielzeugmaus hinterher. Man ist eben so alt, wie man sich fühlt - das gilt auch für unsere Katzen. Gleichzeitig ist es eine Frage des Charakters. Mochte deine Katze es schon immer gemütlich, wird sich dies im Alter nicht ändern.

Typische Symptome bei alternden Katzen

Dennoch gibt es einige Anzeichen, an denen du merkst, dass deine Katze langsam zum älteren Eisen gehört.

  • Deine Katze wird ruhiger und schläft viel.
  • Sie sieht dünner aus. Alte Katzen erscheinen im Alter oft schmaler und kleiner, da sich die Muskulatur abbaut.
  • Sie wird dicker. Einige Katzen legen im Alter jedoch noch einmal zu - vor allem, wenn sie sich kaum noch bewegen.
  • Deine Katze wirkt nervöser und/oder unsicherer. Der Grund hierfür kann das Nachlassen der Sinne sein. Hört, sieht oder riecht sie nicht mehr richtig, fühlt sie sich verunsichert.
  • Sie isst weniger. Essen ist nicht mehr so interessant.
  • Das Putzen lässt nach. Vielen Katzen wird die Körperpflege im Alter schlichtweg zu anstrengend. Zudem nimmt leider auch die Beweglichkeit ab.
  • Das Katzenklo wird verfehlt. Deine Samtpfote erleichtert sich leider nicht mehr nur in ihrer Toilette.

10 Tipps für den Alltag mit älteren Katzen

Vom umgebauten Katzenklo bis zur Ernährungsumstellung: Hast du eine alternde Samtpfote zu Hause, wirst du in einigen Bereichen umdenken müssen. Doch keine Sorge - oft sind es schon Kleinigkeiten, die Katzensenioren den Alltag wesentlich erleichtern. Bereits mit wenig Aufwand erreichst du unendlich viel. Und mal ehrlich: Für ältere Katzen, die uns jahrelang begleitet und vertraut haben, nehmen wir doch gerne ein wenig Arbeit auf uns, oder?

Wir haben dir einmal 10 Tipps zusammengestellt, mit denen du die Lebensqualität deiner alten Katzendame oder deines betagten Katers schnell wieder steigern kannst.

1. Erwärme das Futter deiner Katze

Was rieche ich denn da? Unter Umständen vielleicht nichts. Denn im Alter lässt häufig der Geruchssinn unserer Katzen nach - und damit eventuell auch ihr Appetit. Viele Futtermittelhersteller bieten daher gezielt Nahrung für ältere Katzen an. Der Trick: Das Essen riecht intensiver. So bekommt die Katze hoffentlich wieder Appetit!

Deine Katze verträgt ihr gewohntes Futter aber so gut und du möchtest es ungern wechseln? Dann kannst du es mit folgendem kleinen Tipp probieren: Erwärme das Futter leicht. So riecht es intensiver und der Duft breitet sich aus - vielleicht nimmt ihn so auch deine Katze wieder wahr.

Möchtest du das Futter nicht in die Mikrowelle stellen, kannst du auch ganz einfach ein wenig warmes Wasser darüber geben. Achte aber darauf, dass du das Essen wirklich nur ganz leicht erwärmst. Wir wollen ja nicht, dass sich deine Katze den Gaumen verbrennt oder den Magen verdirbt.

2. Altersgerechtes Katzenklo

Oh nein, deine Katze hat es schon wieder nicht rechtzeitig zum Klo geschafft. Hast du dir schon einmal überlegt, ob eventuell nicht die Zeit, sondern der Weg das Problem ist? Eventuell ist es ihr zu mühselig, in die Toilette zu steigen oder sie schafft es schlichtweg nicht mehr. Abhilfe können hier kleine Tricks schaffen:

  • Du kaufst ein Katzenklo mit einem sehr niedrigen Einstieg.
  • Hast du Angst, dass deine Katze eine neue Toilette nicht akzeptiert? Dann schneide aus der alten vorne am Einstieg ein Stück heraus, so dass deine Katze es leichter hat. Zugegeben, dafür benötigst du das richtige Werkzeug, aber vielleicht hast du ja die Möglichkeit. Achte darauf, dass keine scharfen Kanten entstehen, an denen sich dein Fellknäuel verletzen kann.
  • Du bringst eine zusätzliche Stufe an. Vielleicht reicht bereits ein kleines Holzbrett, das du vor das Katzenklo legst. So muss deine Samtpfote den Einstieg nicht mit einem Mal meistern, sondern über kleinere Absätze.
  • Du baust eine kleine Rampe, indem du das Holzbrett so an der Toilette befestigst, dass deine Katze komplett stufenlos ins Klo gelangt. Denk jedoch auch an eine Lösung für den Rückweg!

3. Kratzmatte statt Kratzbaum

Denn das Gute liegt so nah. Für ältere Katzen wird bereits der Kratzbaum oft schon zu einer akrobatischen Hürde. Und dabei möchten sie ihre Krallen doch so gerne wetzen. Abhilfe schaffen hier spezielle Kratzbäume für ältere Katzen oder ganz einfach eine Kratzmatte. Bei letzterer muss sich deine Katze nämlich nicht einmal auf ihre Hinterbeine stellen, sondern kann ihre Krallen ganz einfach und bequem auf allen vieren oder sogar im Liegen pflegen.

4. Weiches Ruhebett

Katze sitzt vor einem Fenster

Schlafen, ausruhen, schlafen - je älter deine Katze wird, umso ruhiger wird sie voraussichtlich. Das bedeutet aber nicht, dass sie nicht mehr am Familienleben teilnehmen möchte. Doch am liebsten schaut sie sich das ganze Treiben von einem Rückzugsort aus an, an dem sie in Ruhe gelassen wird.

Kann deine Samtpfote noch klettern, ist dies vielleicht das oberste Regal oder auch die Fensterbank. Lass ihr diesen Raum. Oder noch besser: Mach ihr diesen Fleck Geborgenheit so richtig gemütlich. Zum Beispiel mit einer Katzendecke oder einem Kissen. Da Katzen im Alter meist knochiger werden, legen sie sich gerne auf weiche Unterlagen. Deine Katze wird bestimmt auch nicht Nein dazu sagen.

Achte jedoch auch darauf, dass die Unterlage gut aufliegt und eventuell sogar befestigt ist - je nachdem, wo deine Katze liegt. Nicht, dass dein Stubentiger damit hinunterfällt.

5. Unterstütze deine Katze bei der Fellpflege

Die richtige Körperpflege ist gar nicht so leicht für deine betagte Katze. Vor allem, wenn die Gelenke oder der Gleichgewichtssinn nicht mehr richtig mitspielen. Dann fällt es schwer, auch die letzten Körperstellen zu erreichen. Darunter leidet mitunter schon einmal die Hygiene - und somit auch das Fell und unter Umständen sogar die Gesundheit. Schuppige oder entzündete Hautstellen, struppiges Fell und Parasiten können die Folge sein. Das gilt es natürlich zu verhindern!

Damit dein Katzen-Oldie weiterhin munter bleibt, kannst du ihn mit wenigen Kniffen bei der Fellpflege unterstützen. Hier ein paar Anregungen:

Fellpflege
  • Bürsten. Hilf deiner Katze und löse Verfilzungen vorsichtig mit einem Kamm oder einer Bürste aus dem Fell.
  • Streicheln. Zieh dir bei der nächsten Streicheleinheit doch einen Pflegehandschuh über. So entfernst du beim Streicheln lose Haare und regst durch die sanfte Massage gleichzeitig die Durchblutung der Haut an.
  • Untersuchen. Schau regelmäßig nach, ob sich auch keine Untermieter in Form von Krabbeltierchen auf deiner Katze niedergelassen haben. Auch Pilze machen sich gerne auf der Haut von Samtpfoten breit, die ihr Fell nicht mehr richtig pflegen können.
  • Füttern. Ein schönes Fell benötigt die richtigen Vitamine. Die Vitaminzufuhr kannst du zum Beispiel durch Vitaminpasten erhöhen. Achte beim Füttern zudem darauf, dass das Fressen wertvolle Omega-3-Fettsäuren enthält. Übrigens: Auch Wasser trägt zu einem gesunden Fell bei. Sorg dafür, dass deine alternde Samtpfote genug Wasser zu sich nimmt, zum Beispiel durch Nassfutter.

Egal, ob es um die richtige Ernährung oder die Fellpflege alter Katzen geht: Solltest du dir unsicher sein, erkundige dich in Ihrem Tierfachgeschäft vor Ort oder auch beim Tierarzt. Hier wird man dir gerne weiterhelfen.

6. Regelmäßiger Gesundheitscheck für unsere Katzen-Oldies

Frisst deine Katze nicht mehr richtig oder lässt ständig Urin? Dann lass sie lieber einmal beim Tierarzt durchchecken. Gerade unsere Katzen-Oldies neigen zu ernstzunehmenden Krankheiten wie Niereninsuffizienz oder Diabetes. Auch Zahnstein ist ein häufiges Problem bei älteren Katzen.

Deine Katze ist bereits betagter, aber du möchtest gerne noch eine Versicherung abschließen, um für den Not- oder Krankheitsfall gewappnet zu sein? Kein Problem. Hier findest du Informationen zur Katzenkrankenversicherung und Katzen-OP-Versicherung.

7. Ein warmes Zuhause

Ähnlich wie wir werden auch unsere Katzen im Alter empfindlicher. Ihr Immunsystem ist einfach nicht mehr ganz so fit. Krankheiten ereilen sie schneller und brauchen gleichzeitig länger, bis sie überstanden sind. Nimm daher jetzt lieber doppelt Rücksicht. Achte zum Beispiel darauf, dass deine Katze beim Lüften nicht in der Zugluft sitzt. Und biete deiner Katze an kalten Tagen ein warmes und gemütliches Plätzchen fernab des zugigen Fensters an.

8. Stress deine Katze nicht

Nimm Rücksicht auf die neuen Bedürfnisse deiner alten Katze und schalte auch du einen Gang herunter. Dreh die Musik nicht zu laut auf, schmeiß keine zu wilden Partys und versuche, auch in Stresssituationen ruhig zu bleiben. Selbst wenn sich deine Samtpfote früher vielleicht nicht an solchen Dingen gestört hat, kann sich der Stress heute schnell auf sie übertragen. Denn auch wenn deine Katze alt ist: Sie spürt es, wenn du unruhig bist.

9. Alles bleibt an seinem Platz

Katze versteckt sich

Oh je! Deine Katze wirkt auf einmal - sagen wir - tüddelig? Gut möglich. Damit ist sie nicht allein. Viele alte Katzen agieren in Alltagssituationen plötzlich anders, als wir es von ihnen gewohnt sind. So kann zum Beispiel das kleine Geschäft durchaus einmal an falscher Stelle und nicht wie gewohnt auf dem Katzenklo erfolgen. Auch der Fressnapf wird von heute auf morgen nicht mehr gefunden. Und der geliebte Katzenkorb ist plötzlich doof und wird mit Missachtung bestraft.

Bleib am besten gelassen. So ist das eben im Alter. Deine Katze macht es ja nicht mit Absicht. Im Gegenteil. Wahrscheinlich ist sie auch ganz verwirrt von der Gesamtsituation und versteht sich selbst nicht mehr. Behalte einen kühlen Kopf und versuch wenigstens du, alte Gepflogenheiten beizubehalten. Dein Katzen-Oldie braucht jetzt die Gewohnheit. Stell zum Beispiel keine Möbel um und ändere nicht den Futterplatz deiner Katze. Sonst wird sie noch unsicherer, als sie es eh gerade ist.

10. Geduld und gaaaanz viel Liebe

Das Wichtigste zum Schluss: Jetzt kommt eine Zeit, die du genießen solltest. Deine alternde Samtpfote wird wahrscheinlich verstärkt deine Nähe suchen. Koste diese Augenblicke aus und gib ihr all die Liebe, die sie benötigt. Denn leider wissen wir nie, wie lange wir solch kostbare Momente noch mit unserer Samtpfote erleben dürfen.

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