eKomi-Siegel
4.8 / 5

Sie befinden sich hier:
  1. Startseite
  2. Blog
  3. West-Nil-Virus
 

Wie gefährlich ist das West-Nil-Virus für mein Pferd?

Pferd auf der Weide

In Deutschland ist ein Virus auf dem Vormarsch, das nach bisherigen Erkenntnissen vor allem Vögel und Pferde betrifft. Forscher wiesen bis zum Herbstbeginn 2019 bei 32 Pferden die Infektion mit dem West-Nil-Virus nach.

Vor allem der milde Winter 2018/2019 und der lang anhaltende Sommer haben dazu beigetragen, dass die Verbreitung des Virus in Deutschland und Europa gefördert wurde.

Wo liegt der Ursprung des West-Nil-Virus?

Im Jahr 1937 ist das West-Nil-Virus erstmalig in Uganda aufgetaucht. Hauptausbreitungsgebiete sind Afrika, Israel, die Westtürkei, der Mittlere Osten, teilweise sogar Nord- und Mittelamerika. Die Übertragung des West-Nil-Virus erfolgt durch Stechmücken auf wild lebende Vögel. Mücken, die nun diese Vögel befallen, übertragen das Virus ihrerseits nun weiter auf Pferde und Menschen.

Für das Vorkommen in Deutschland gelten die sehr weit verbreiteten Culex-Mücken als Hauptverbreitungsquelle für das West-Nil-Virus. Wir Menschen und Pferde sind zwar Fehlwirte, dennoch macht die Häufigkeit der auftretenden Fälle eine Erforschung und Untersuchung notwendig.

VS.-Info: das West-Nil-Virus in Deutschland

  • August 2018: drei erkrankte Bartkäuze in einem Zoo in Halle
  • September 2018: ein verendeter Bartkauz in einem Wildpark in Poing
  • Sommer 2019: diverse erkrankte Vögel in Mitteldeutschland
  • September 2019: die ersten erkrankten Pferde in Bayern
  • September 2019: erste Infektion bei einem Menschen

Woran erkenne ich bei meinem Pferd das West-Nil-Virus oder West-Nil-Fieber?

Mücke

Die Symptome für Infektionen sind sehr unterschiedlich. Ein Teil der Pferde zeigt überhaupt keine Symptome. In anderen Fällen führt das West-Nil-Virus dazu, dass das infizierte Pferd neurologische Auffälligkeiten zeigt. Tierexperten sprechen in diesen Fällen vom West-Nil-Fieber. Dazu gehören

  • ein stolpernder Gang
  • Lähmungserscheinungen an der Nachhand
  • Zittern der Muskelpartien
  • Schwächeanfälle
  • Festliegen des Pferdes

Vor allem das Festliegen entwickelt sich über einen längeren Zeitraum zu einer tödlichen Gefahr für das Pferd, da der Körper zu schwer ist, um längere Zeit in derselben Position auf dem Boden zu liegen.

Es gibt aber auch eine Vielzahl von Symptomen beim West-Nil-Fieber, die typisch für andere Krankheiten sind. Behalten Sie Ihr Pferd im Auge und achten auf diese Punkte:

  • Appetitlosigkeit
  • Fieber
  • Anzeichen von Koliken
  • Mattigkeit
  • apathische Erscheinungen
  • Krämpfe

Bei einem Verdachtsfall ist es wichtig, dass Sie ohne zu zögern Ihren Tierarzt informieren. Mit einer Blutuntersuchung kommt er dem Virus auf die Spur, wenn er auf Ihren Verdacht hin konkret darauf untersucht. Eine routinemäßige Untersuchung wird das West-Nil-Virus nicht zum Vorschein bringen, da die Symptome teilweise zu unterschiedlich verlaufen.

Wie kann mein Tierarzt das West-Nil-Fieber erkennen?

Wie beschrieben informieren Sie bei einem ungewöhnlichen Verhalten Ihres Pferdes sofort den Tierarzt. Insbesondere dann, wenn kein Impfschutz vorhanden ist oder Ihr Pferd Mückenstichen ausgesetzt war, besteht grundsätzlich das Risiko, dass Ihr Pferd über die Infektion vom Blut am West-Nil-Fieber erkrankt. Mittels Laboruntersuchungen muss der Tierarzt andere neurologische Erkrankungen ausschließen und gezielt nach Antigenen oder Antikörpern des West-Nil-Virus suchen.

Welche Folgen hat das West-Nil-Virus für mein Pferd?

Die Auswirkungen fallen recht unterschiedlich aus. Bei mehr als einem Drittel der Pferde, die Symptome des West-Nil-Virus zeigten, verlief die Erkrankung tödlich. Im Falle einer Genesung kommt es aber nicht bei allen Pferden zu einer vollständigen Genesung. Etwa jedes fünfte Pferd zeigt danach weiterhin phasenweise Ausfallerscheinungen, Störungen im Muskelapparat und Schwächeerscheinungen. Pferde, die bisher als Reitpferd oder Sportpferd im Einsatz waren, sind im ungünstigsten Fall unbrauchbar.

Wie kann ich mein Pferd bei Erkrankungen durch das West-Nil-Fieber behandeln lassen?

Eine Therapie gegen das West-Nil-Fieber gibt es nicht. Einerseits entwickeln Pferde natürliche Antikörper gegen das West-Nil-Virus. Andererseits ist wichtig, dass Ihr Pferd ausreichend Nahrung aufnimmt und trinkt. Ist das nicht der Fall, ist eine intravenöse Versorgung notwendig. Dazu ist eine Betreuung in einer Tierklinik notwendig, damit Tierärzte die Ernährung und Flüssigkeitsversorgung durchgehend sicherstellen.

Kann ich mein Pferd gegen das West-Nil-Virus impfen lassen?

Das Pferd bekommt eine Impfung

Da es keine spezifische Behandlung gegen das West-Nil-Virus gibt, gehen Sie auf Nummer Sicher und lassen Ihr Pferd im Vorfeld impfen. Damit beugen Sie schweren und teilweise tödlich verlaufenden Infektionskrankheiten vor. Dazu gehört auch das West-Nil-Virus. Halten Sie bei einer Impfung den Equidenpass Ihres Pferdes bereits, damit der Tierarzt diese dokumentieren kann. Wichtig ist, dass Ihr Pferd bei der Impfung bei guter Gesundheit ist. Eine möglicherweise vorhandene Erkrankung macht es notwendig, eine geplante Impfung zu verschieben. Wenn Ihr Pferd in der Vergangenheit unverträglich auf Impfungen reagiert hat, informieren Sie Ihren Tierarzt darüber. So kann er auf einen besser verträglichen Impfstoff ausweichen.

 
Icon Information

Unser VS.-Tipp für Pferdefreunde:

Neben den Kosten für die Heilbehandlung trägt die Pferdekrankenversicherung auch die Kosten für die Impfung Ihres Pferdes.

Eine Impfung ist ein Stressfaktor für den Körper des Pferdes. Gönnen Sie daher Ihrem großen Freund zwei bis drei Tage Pause und halten Sie seinen Gesundheitszustand im Auge. Kommt es zu Unverträglichkeiten oder Schwellungen an der Injektionsstelle, benachrichtigen Sie Ihren Tierarzt, damit er Ihr Pferd eingehend untersuchen kann.

Welchen Schutz gibt es für mein Pferd gegen das West-Nil-Virus?

trinkendes Pferd

Das West-Nil-Virus verbreitet sich durch die Übertragung von Mücken. Daher ist es wichtig, dass Sie einen Schutz und Impfung gegen die Plagegeister haben. Auf der Weide decken Sie Trinkwasserquellen wie Wassertonnen oder Tränke ab, damit sich darin keine Mückenlarven bilden. Frisches Wasser vor allen an warmen Tagen ist unverzichtbar. Abgestandenes Wasser lockt die Mücken an. Wir empfehlen daher den täglichen Austausch des Trinkwassers.

Mücken sammeln sich gerne dort an, wo sie abgestandenes Wasser auffinden. Das ist beispielsweise der Fall, wenn unmittelbar an der Weide Gräben verlaufen, die Wasser mit sich führen. Findet hier kein Austausch durch eine Strömung statt, macht es Sinn, diese Gräben abzudecken. Nutzen Sie Mittel zur äußeren Anwendung auf der Hautoberfläche Ihres Pferdes, um Mücken abzuwehren. Das höchste Risiko einer Ansteckung ist in den Monaten Juli bis Oktober, da hier am häufigsten Stechmücken aktiv sind.

Wie wirkt sich das West-Nil-Fieber auf Menschen aus?

Vor etwas mehr als einem Jahr kam es in Deutschland zum ersten Fall des West-Nil-Fiebers. In einem Wildpark im Landkreis Ebersberg war ein Bartkauz durch das West-Nil-Virus infiziert. Bei der Obduktion des Vogels kam der Tierarzt in direkten Kontakt mit erregerhaltigen Körperflüssigkeiten. Darauf kam es zum Ausbruch des West-Nil-Fiebers bei dem Tierarzt. Glücklicherweise ist der Tierarzt wieder vollständig genesen.

Bislang ist eine Ansteckung von Mensch zu Mensch nicht nachgewiesen. Hingegen besteht Ansteckungsgefahr über Körperflüssigkeiten oder Sekrete erkrankter Tiere. Beim Menschen verläuft das West-Nil-Fieber in den meisten Fällen ohne Symptome. Etwa bei 20 Prozent der Betroffenen kann es zu Ausprägungen ähnlich einer Grippe kommen. Allerdings besteht ein erhöhtes Risiko für Menschen höheren Alters oder mit Vorerkrankungen. Hier ist es in Ländern mit einer größeren Verbreitung des West-Nil-Virus bereits zu Todesfällen gekommen.

Schreibe einen Kommentar

Kommentar:
Name:
E-Mail-Adresse: