Wenn die Katze alt wird: 10 Tipps für den Alltag

Aeltere Katze auf dem Boden liegend

Die Augen werden trüb, der Geruchssinn schwächer und das Springen auf Schränke geht nicht mehr so leicht von der Pfote wie noch vor ein paar Jahren: Die Folgen des Alters machen leider auch vor unseren Katzen nicht Halt. Wir geben Ihnen 10 Tipps, wie Sie Ihrer alternden Katzendame oder Ihrem betagten Kater den Alltag erleichtern.

Woran erkenne ich eine alte Katze?

Viele Katzen werden im Alter ruhiger. Das ist ähnlich wie bei uns Menschen. Die Gelenke spielen nicht mehr so mit, die Muskeln bauen ab und auch die Sinne lassen nach. Dazu noch das ein oder andere Wehwehchen und schon werden die Schritte unsicherer und die Lebensgewohnheiten ändern sich – so ist das eben im Alter.

Doch ebenso wie wir Zweibeiner werden auch unsere Katzen auf ganz unterschiedliche Weise alt. Während die eine Samtpfote bereits mit 8 Jahren erstes Seniorengehabe an den Tag legt, jagt die andere noch mit 15 Jahren jeder Spielzeugmaus hinterher. Man ist eben so alt, wie man sich fühlt – das gilt auch für unsere Katzen. Gleichzeitig ist es eine Frage des Charakters. Mochte Ihre Katze es schon immer gemütlich, wird sich dies im Alter nicht ändern.

Katze wird gestreichelt

Typische Symptome bei alternden Katzen

Dennoch gibt es einige Anzeichen, an denen Sie merken, dass Ihre Katze langsam zum älteren Eisen gehört.

  • Ihre Katze wird ruhiger und schläft viel.
  • Sie sieht dünner aus. Alte Katzen erscheinen im Alter oft schmaler und kleiner, da sich die Muskulatur abbaut.
  • Sie wird dicker. Einige Katzen legen im Alter jedoch noch einmal zu – vor allem, wenn sie sich kaum noch bewegen.
  • Ihre Katze wirkt nervöser und/oder unsicherer. Der Grund hierfür kann das Nachlassen der Sinne sein. Hört, sieht oder riecht sie nicht mehr richtig, fühlt sie sich verunsichert.
  • Sie isst weniger. Essen ist nicht mehr so interessant.
  • Das Putzen lässt nach. Vielen Katzen wird die Körperpflege im Alter schlichtweg zu anstrengend. Zudem nimmt leider auch die Beweglichkeit ab.
  • Das Katzenklo wird verfehlt. Ihre Samtpfote erleichtert sich leider nicht mehr nur in ihrer Toilette.

Wie alt wäre meine Katze als Mensch?

Das Leben Ihrer Katze verläuft in anderer Geschwindigkeit als das unsere. Während wir eine lange Kindheits- und Jugendphase durchleben, sind unsere Samtpfoten bereits mit 2 Jahren erwachsen. Zum älteren Semester zählen sie dann ungefähr ab 10 Jahren.

Sie möchten wissen, wie alt Ihre Katze ungefähr in Menschenjahren wäre? Hier können Sie das Katzenalter berechnen.

10 Tipps für den Alltag mit Ihren Katzen-Oldies

Vom umgebauten Katzenklo bis zur Ernährungsumstellung: Haben Sie eine alternde Samtpfote zu Hause, werden Sie in einigen Bereichen umdenken müssen. Doch keine Sorge – oft sind es schon Kleinigkeiten, die Katzensenioren den Alltag wesentlich erleichtern. Bereits mit wenig Aufwand erreichen Sie unendlich viel. Und mal ehrlich: Für unsere Katzen, die uns jahrelang begleitet und vertraut haben, nehmen wir doch gerne ein wenig Arbeit auf uns, oder?

Wir haben Ihnen einmal 10 Tipps zusammengestellt, mit denen Sie die Lebensqualität Ihrer alten Katzendame oder Ihres betagten Katers schnell wieder steigern können.

1. Erwärmen Sie das Futter Ihrer Katze

Was rieche ich denn da? Unter Umständen vielleicht nichts. Denn im Alter lässt häufig der Geruchssinn unserer Katzen nach – und damit eventuell auch ihr Appetit. Viele Futtermittelhersteller bieten daher gezielt Nahrung für ältere Katzen an. Der Trick: Das Essen riecht intensiver. So bekommt die Katze hoffentlich wieder Appetit!

Ihre Katze verträgt ihr gewohntes Futter aber so gut und Sie möchten es ungern wechseln? Dann können Sie es mit folgendem kleinen Tipp probieren: Erwärmen Sie das Futter leicht. So riecht es intensiver und der Duft breitet sich aus – vielleicht nimmt ihn so auch Ihre Katze wieder wahr.

Möchten Sie das Futter nicht in die Mikrowelle stellen, können Sie auch ganz einfach ein wenig warmes Wasser darüber geben. Achten Sie aber darauf, dass Sie das Essen wirklich nur ganz leicht erwärmen. Wir wollen ja nicht, dass sich Ihre Katze den Gaumen verbrennt oder den Magen verdirbt.

2. Altersgerechtes Katzenklo

Oh nein, Ihre Katze hat es schon wieder nicht rechtzeitig zum Klo geschafft. Haben Sie sich schon einmal überlegt, ob eventuell nicht die Zeit, sondern der Weg das Problem ist? Eventuell ist es ihr zu mühselig, in die Toilette zu steigen oder sie schafft es schlichtweg nicht mehr. Abhilfe können hier kleine Tricks schaffen:

  • Sie kaufen ein Katzenklo mit einem sehr niedrigen Einstieg.
  • Sie haben Angst, dass Ihre Katze eine neue Toilette nicht akzeptiert? Dann schneiden Sie aus der alten vorne am Einstieg ein Stück heraus, so dass Ihre Katze es leichter hat. Zugegeben, dafür benötigen Sie das richtige Werkzeug, aber vielleicht haben Sie ja die Möglichkeit. Achten Sie darauf, dass keine scharfen Kanten entstehen, an denen sich Ihr Fellknäuel verletzen kann.
  • Sie bringen eine zusätzliche Stufe an. Vielleicht reicht bereits ein kleines Holzbrett, das Sie vor das Katzenklo legen. So muss Ihre Samtpfote den Einstieg nicht mit einem Mal meistern, sondern über kleinere Absätze.
  • Sie bauen eine kleine Rampe, indem Sie das Holzbrett so an der Toilette befestigen, dass Ihre Katze komplett stufenlos ins Klo gelangt. Denken Sie jedoch auch an eine Lösung für den Rückweg! So könnten Sie eventuell das Katzenstreu etwas dicker auslegen. Dann ist der Tritt nicht so hoch.

Katze hinterlässt Fleck

3. Kratzmatte statt Kratzbaum

Denn das Gute liegt so nah. Für ältere Katzen wird bereits der Kratzbaum oft schon zu einer akrobatischen Hürde. Und dabei möchten sie ihre Krallen doch so gerne wetzen. Abhilfe schaffen hier spezielle Kratzbäume für ältere Katzen oder ganz einfach eine Kratzmatte. Bei letzterer muss sich Ihre Katze nämlich nicht einmal auf ihre Hinterbeine stellen, sondern kann ihre Krallen ganz einfach und bequem auf allen vieren oder sogar im Liegen pflegen.

4. Weiches Ruhebett

Schlafen, ausruhen, schlafen – je älter Ihre Katze wird, umso ruhiger wird sie voraussichtlich. Das bedeutet aber nicht, dass sie nicht mehr am Familienleben teilnehmen möchte. Doch am liebsten schaut sie sich das ganze Treiben von einem Rückzugsort aus an, an dem sie in Ruhe gelassen wird.

Kann Ihre Samtpfote noch klettern, ist dies vielleicht das oberste Regal oder auch die Fensterbank. Lassen Sie Ihr diesen Raum. Oder noch besser: Machen Sie Ihr diesen Fleck Geborgenheit so richtig gemütlich. Zum Beispiel mit einer Katzendecke oder einem Kissen. Da Katzen im Alter meist knochiger werden, legen sie sich gerne auf weiche Unterlagen. Ihre Katze wird bestimmt auch nicht Nein dazu sagen.

Achten Sie jedoch auch darauf, dass die Unterlage gut aufliegt und eventuell sogar befestigt ist – je nachdem, wo Ihre Katze liegt. Nicht, dass Ihr Stubentiger damit hinunterfällt.

Katze sitzt vor einem Fenster

5. Helfen Sie Ihrer Katze bei der Fellpflege

Die richtige Körperpflege ist gar nicht so leicht für Ihre betagte Katze. Vor allem, wenn die Gelenke oder der Gleichgewichtssinn nicht mehr richtig mitspielen. Dann fällt es schwer, auch die letzten Körperstellen zu erreichen. Darunter leidet mitunter schon einmal die Hygiene – und somit auch das Fell und unter Umständen sogar die Gesundheit. Schuppige oder entzündete Hautstellen, struppiges Fell und Parasiten können die Folge sein. Das gilt es natürlich zu verhindern!

Damit Ihr Katzen-Oldie weiterhin munter bleibt, können Sie ihn mit wenigen Kniffen bei der Fellpflege unterstützen. Hier ein paar Anregungen:

  • Bürsten. Helfen Sie Ihrer Katze und lösen Sie Verfilzungen vorsichtig mit einem Kamm oder einer Bürste aus dem Fell.
  • Streicheln. Ziehen Sie sich bei der nächsten Streicheleinheit doch einen Pflegehandschuh über. So entfernen Sie beim Streicheln lose Haare und regen durch die sanfte Massage gleichzeitig die Durchblutung der Haut an.
  • Untersuchen. Schauen Sie regelmäßig nach, ob sich auch keine Untermieter in Form von Krabbeltierchen auf Ihrer Katze niedergelassen haben. Auch Pilze machen sich gerne auf der Haut von Samtpfoten breit, die ihr Fell nicht mehr richtig pflegen können.
  • Füttern. Ein schönes Fell benötigt die richtigen Vitamine. Die Vitaminzufuhr können Sie zum Beispiel durch Vitaminpasten erhöhen. Achten Sie beim Füttern zudem darauf, dass das Fressen wertvolle Omega-3-Fettsäuren enthält. Übrigens: Auch Wasser trägt zu einem gesunden Fell bei. Achten Sie darauf, dass Ihre alternde Samtpfote genug Wasser zu sich nimmt, zum Beispiel durch Nassfutter.

Egal, ob es um die richtige Ernährung oder die Fellpflege alter Katzen geht: Sollten Sie sich unsicher sein, erkundigen Sie sich in Ihrem Tierfachgeschäft vor Ort oder auch beim Tierarzt. Hier wird man Ihnen gerne weiterhelfen.

Fellpflege

6. Regelmäßiger Gesundheitscheck für unsere Katzen-Oldies

Frisst Ihre Katze nicht mehr richtig oder lässt ständig Urin? Dann lassen Sie sie lieber einmal beim Tierarzt durchchecken. Gerade unsere Katzen-Oldies neigen zu ernstzunehmenden Krankheiten wie Niereninsuffizienz oder Diabetes. Auch Zahnstein ist ein häufiges Problem bei älteren Katzen.

Ihre Katze ist bereits betagter, aber Sie möchten gerne noch eine Versicherung abschließen, um für den Not- oder Krankheitsfall gewappnet zu sein? Kein Problem. Hier finden Sie Informationen zur Katzenkrankenversicherung.

7. Ein warmes Zuhause

Ähnlich wie wir werden auch unsere Katzen im Alter empfindlicher. Ihr Immunsystem ist einfach nicht mehr ganz so fit. Krankheiten ereilen sie schneller und brauchen gleichzeitig länger, bis sie überstanden sind. Nehmen Sie daher jetzt lieber doppelt Rücksicht. Achten Sie zum Beispiel darauf, dass Ihre Katze beim Lüften nicht in der Zugluft sitzt. Und bieten Sie Ihrer Katze an kalten Tagen ein warmes und gemütliches Plätzchen fernab des zugigen Fensters an.

8. Stressen Sie Ihre Katze nicht

Nehmen Sie Rücksicht auf die neuen Bedürfnisse Ihrer alten Katze und schalten auch Sie einen Gang herunter. Drehen Sie die Musik nicht zu laut auf, schmeißen Sie keine zu wilden Partys und versuchen Sie, auch in Stresssituationen ruhig zu bleiben. Selbst wenn sich Ihre Samtpfote früher vielleicht nicht an solchen Dingen gestört hat, kann sich der Stress heute schnell auf sie übertragen. Denn auch wenn Ihre Katze alt ist: Sie spürt es, wenn Sie unruhig sind.

Katze versteckt sich

9. Alles bleibt an seinem Platz

Oh je! Ihre Katze wirkt auf einmal – sagen wir – tüddelig? Gut möglich. Damit ist sie nicht allein. Viele alte Katzen agieren in Alltagssituationen plötzlich anders, als wir es von ihnen gewohnt sind. So kann zum Beispiel das kleine Geschäft durchaus einmal an falscher Stelle und nicht wie gewohnt auf dem Katzenklo erfolgen. Auch der Fressnapf wird von heute auf morgen nicht mehr gefunden. Und der geliebte Katzenkorb ist plötzlich doof und wird mit Missachtung bestraft.

Bleiben Sie gelassen. So ist das eben im Alter. Ihre Katze macht es ja nicht mit Absicht. Im Gegenteil. Wahrscheinlich ist sie auch ganz verwirrt von der Gesamtsituation und versteht sich selbst nicht mehr. Behalten Sie einen kühlen Kopf und versuchen wenigstens Sie, alte Gepflogenheiten beizubehalten. Ihr Katzen-Oldie braucht jetzt die Gewohnheit. Stellen Sie zum Beispiel keine Möbel um und ändern Sie nicht den Futterplatz Ihrer Katze. Sonst wird sie noch unsicherer, als sie es eh gerade ist.

10. Geduld und gaaaanz viel Liebe

Das Wichtigste zum Schluss: Jetzt kommt eine Zeit, die Sie genießen sollten. Ihre alternde Samtpfote wird wahrscheinlich verstärkt Ihre Nähe suchen. Kosten Sie diese Augenblicke aus und geben Sie ihr all die Liebe, die sie benötigt. Denn leider wissen wir nie, wie lange wir solch kostbare Momente noch mit unserer Samtpfote erleben dürfen.

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Katze mit Pfoten auf dem Tisch

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