eKomi-Siegel
4.8 / 5

Sie befinden sich hier:
  1. Startseite
  2. Blog
  3. Wasserschaden absetzbar?
 

Wasserschaden trotz Zahlung durch Gebäudeversicherung steuerlich absetzbar?

Richterhammer

Als Hauseigentümer fallen regelmäßig Kosten für die Instanthaltung eines Hauses an. Mal müssen Sie das Dach ausbessern, ein anderes Mal ist es die Heizung, die eine Reparatur benötigt. Nach dem Einkommenssteuergesetz ist es möglich, dass Sie solche haushaltsnahen Handwerkerleistungen steuerlich geltend machen.

Diese Regelung ist vor allem eingeführt worden, um der Schwarzarbeit Herr zu werden. Wer eine Reparatur seines Wohneigentums durch Handwerksbetriebe vornehmen lässt, kann also bestimmte Beträge von der Steuer absetzen. Das ist allerdings nur der Fall, wenn Sie eine Reparatur tatsächlich aus eigener Tasche bezahlen. Steht hingegen eine Versicherungsleistung dagegen, entfällt der steuerliche Abzug.

Leitungswasserschaden durch die Gebäudeversicherung bezahlt

Eine Hauseigentümerin hatte im Jahr 2013 einen Wasserschaden zu beklagen, bei dem mehrere Räume ihres Einfamilienhauses betroffen waren. Diese Schäden beseitigte eine Handwerksfirma, die Rechnung dafür betrug knapp 3.200 Euro. Da es sich um einen Leitungswasserschaden handelte, reichte die Hauseigentümerin die Kosten bei ihrer Gebäudeversicherung ein, die auch für den Schaden aufkam. In ihrer Steuererklärung für das betreffende Jahr versuchte die Hauseigentümern allerdings die Kosten für den Schaden als haushaltsnahe Dienstleistung geltend zu machen. Die Rückfrage vom Finanzamt kam prompt: Ob eine Gebäudeversicherung bestehe und ob der Schaden darüber abgewickelt wurde, so die Rückfrage des Finanzamtes. Diese bejahte die Hauseigentümerin gegenüber dem Finanzamt.

Klage gegen Finanzamt erfolglos - Schaden durch Gebäudeversicherung reguliert

Die Finanzbehörde lehnte die Anerkennung der Kosten für die Reparatur als haushaltsnahe Dienstleitung ab. Es sei ihr kein Aufwand entstanden, für den sie selber hätte aufkommen müssen. Dagegen klagte die Geschädigte – mit dem Argument, dass die Kosten für die Gebäudeversicherung selber nicht absetzbar wären und jeder Nicht-Versicherte aus dieser steuerlichen Regelung Vorteile ziehen könne. Das Finanzgericht Münster sah den Fall jedoch aus einer anderen Sicht. Da der Hauseigentümern kein finanzieller Aufwand entstanden ist – die Gebäudeversicherung hatte den Schaden ja bezahlt – könne auch keine Absetzbarkeit der Kosten vorliegen. Sie war demnach nicht mit dem Schaden wirtschaftlich belastet. Das wiederum wäre die Voraussetzung, um die Handwerkerkosten steuerlich geltend zu machen.

Keine Gebäudeversicherung - Schaden steuerlich absetzbar

Der Vergleich mit der Besserstellung von nichtversicherten Hauseigentümern ließ das Finanzgericht Münster nicht gelten. Wenn keine Gebäudeversicherung vorhanden ist, dann muss der Hauseigentümer selber für den Schaden in die eigene Tasche greifen und hat damit einen finanziellen Aufwand, den keiner erstattet. Hier ist eine Abzugsmöglichkeit der Handwerkerkosten möglich. Allerdings muss man dabei auch sagen, dass in Deutschland so gut wie jedes Wohnhaus auch mit einer Gebäudeversicherung geschützt ist.

Keine Schadensübernahme durch Gebäudeversicherung - Schaden steuerlich absetzbar

Dass eine Gebäudeversicherung vorhanden ist, schließt nicht die Absetzbarkeit eines Schadens aus. Ebenso gut kann es sein, dass ein Schaden nicht von der Gebäudeversicherung getragen wird. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn Regenwasser durch Undichtigkeiten ins Haus eindringt und es in der Folge zu Schaden kommt. Da hier kein versicherter Leitungswasserschaden vorliegt, würde die Gebäudeversicherung dafür auch nicht aufkommen. Erfolgt eine Behebung des Schadens durch den Hauseigentümer, so wären in diesem Fall die handwerkerkosten steuerlich absetzbar, da hier ein finanzieller eigenaufwand im Vordergrund steht. Sie können also nur Kosten für die Beseitigung von Schäden steuerlich absetzen, wenn keine Erstattung durch die Gebäudeversicherung erfolgt. Das gilt im Übrigen auch dann, wenn die Gebäudeversicherung ein Schaden nur anteilig ersetzt. Dann sind die Kosten, die nicht durch die Gebäudeversicherung getragen werden, über die Steuererklärung geltend zu machen.

Keine Ablehnung durch die Gebäudeversicherung, aber durch das Finanzamt

Im April 2016 entschied das Finanzgericht Münster schlussendlich, dass der Leitungswasserschaden nicht steuerlich geltend gemacht werden könne. Grundvoraussetzung dafür wäre, dass der Hauseigentümer ein tatsächlicher finanzieller Aufwand entstanden wäre, für den kein anderer Träger aufgekommen wäre. Da die Gebäudeversicherung aber den Schaden restlos beglichen hat, entstand auch kein finanzieller Aufwand, der in der Steuererklärung zu berücksichtigen wäre. Daher wurde die Klage abgewiesen. Eine doppelte Vergünstigung aus dem Schaden ist somit auch nicht gerechtfertigt.

Schreiben Sie einen Kommentar

Kommentar:
Name:
E-Mail-Adresse: