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Was ist wichtiger: die Privathaftpflicht oder die Hausratversicherung?

Junge Frau vor dem Laptop

Die erste eigene Wohnung ist bezogen, raus aus dem Elternhaus und mit Sack und Pack in die eigenen vier Wände. Das Leben ohne Mama und Papa kann beginnen. Mit dem ersten Job kommt auch genug Geld rein, um die Wohnung einzurichten.

Das Auto ist alt, aber läuft und die Versicherung dafür nicht zu teuer. Häufig stellen sich junge Leute die Frage, welche Versicherung neben der Absicherung der Berufsunfähigkeit wichtiger ist: die Hausratversicherung oder die Privathaftpflicht. Wir möchten hier mal ein paar Entscheidungshilfen geben - letztendlich sind beide Versicherungen von Bedeutung und nicht teuer.

Warum brauchen junge Leute überhaupt Versicherungsschutz?

Viele junge Leute sind sich der Notwendigkeit bewusst, ihre Arbeitskraft vernünftig abzusichern. Schließlich können Krankheiten oder ein Unfall schnell zu einem jähen Ende führen, was die berufliche Zukunft und damit auch das finanzielle Auskommen angeht. Brauchen sie deswegen auch noch zusätzliche Versicherungen? Schließlich sitzt gerade in den ersten Jahren das Geld nicht so locker und andere Dinge haben Priorität. Dennoch – eine Hausratversicherung und eine Privathaftpflicht gehören zum Start in die Unabhängigkeit dazu. Schließlich kann sich keiner davon freisprechen, irgendwann mal einen Schaden zu erleiden. Wo jetzt aber die Prioritäten setzen?

Die Privathaftpflicht gegen das Risiko von Schadensersatzforderungen

Wer anderen einen Schaden zufügt, muss dafür haften. So sieht es das Bürgerliche Gesetzbuch vor. Das ist auch gut so, denn andersherum: Wer selber geschädigt wird, hat dadurch den Anspruch, dass sein Schaden wieder gut gemacht wird. Das kann aber auch bedeuten, dass dadurch die eigene wirtschaftliche Existenz ins Wanken gerät. Nun stellen sich viele Leute die Frage: Was soll schon großartig passieren? Gerade junge Leute haben von diesem Risiko eine eher harmlose Vorstellung. Das Handy eines Bekannten wird versehentlich geschrottet. Ein Schaden, der sich noch in Grenzen hält.

Was ist aber, wenn durch das eigene Fehlverhalten, durch Unachtsamkeit oder Fahrlässigkeit ein Mensch verletzt wird? Wer kommt dann für die Schadensersatzansprüche auf? Niemand anders als der Schädiger. Das kann bei einer dauerhaften körperlichen Beeinträchtigung des Geschädigten schon mal zu Rentenzahlungen bis ans Lebensende führen. Aus der Traum vom unabhängigen Leben. Für diese Zwecke stellt die Privathaftpflicht eine unverzichtbare Absicherung dar: Sie schützt den Geschädigten finanziell vor den Schadensersatzforderungen und befriedigt den Geschädigten.

Welche Vorteile hat die Privathaftpflicht zusätzlich?

Bleiben wir mal bei dem Fall mit dem geschrotteten Handy. So etwas kommt laufend vor. Klar, dass der Schädiger dafür Ersatz leisten muss. Ohne Privathaftpflicht wird derjenige für den Geschädigten ein neues Handy loseisen. Mit Privathaftpflicht hingegen muss der Schädiger dafür nicht in die eigene Tasche greifen und ist sogar noch rechtlich abgesichert. Die Privathaftpflicht übernimmt nämlich die rechtlichen Interessen uns wägt ab, inwieweit der Schaden überhaupt zu erstatten ist. Grundsätzlich muss klar sein, dass es im Schadensfall kein neues Handy gibt. Lediglich der Wert des Handys vor dem Schaden wird erstattet. Schließlich soll der Geschädigte ja dadurch finanziell nicht besser gestellt werden. Also: Ohne Privathaftpflicht aus gutem Willen ein teures und neues Handy und mit Privathaftpflicht rechtlicher Schutz gegen zu hohe Schadenersatzforderungen?

Wofür ist die Hausratversicherung nützlich?

Die Hausratversicherung schützt quasi alles, was mit den Umzugshelfern in die erste eigene Wohnung verfrachtet wurde. Dazu gehören Möbel, Kleidung, Unterhaltungselektronik und alle Verbrauchsgüter wie Lebensmittel und auch Kosmetika. Was soll aber schon großartig passieren? Dieses Risiko wird aber sehr häufig unterschätzt, denn auch viele Familien nutzen nicht die Absicherung durch die Hausratversicherung. Schlimmstes anzunehmendes Szenario ist ein Feuer in der Wohnung, das das gesamte Hab und Gut zerstört und unbrauchbar macht.

Wer hat schon mehrere zehntausend Euro locker, um aus dem Stand wieder sich komplett einzurichten? Kaum jemand. Daher ist die Hausratversicherung schon ganz sinnvoll. Übrigens: Bei 167.000 Wohnungseinbrüchen im Jahr 2015 ist das Risiko, irgendwann selber von einem Einbruch kalt betroffen zu werden, nicht gerade gering. Für diese Fälle sit die Hausratversicherung ebenfalls ein wichtiger Schutz. Selbst wenn draußen auf der Straße das Handy geraubt wird, leistet die Hausratversicherung Schadensersatz. Neben Feuer, Einbruch und raub sind aber auch Leitungswasserschäden versichert.

Was ist denn nun wichtiger - die Privathaftpflicht oder die Hausratversicherung?

Zunächst einmal: Beide Versicherungen sind für junge Leute wichtig, die Privathaftpflicht ist aber unverzichtbar. Wer einen Schaden verursacht, kann sich nicht vor der finanziellen Wiedergutmachung drücken. Das lässt der Gesetzgeber nicht zu. Ein nicht versichertet Schaden kann im Ernstfall die eigene finanzielle Existenz komplett scheiten lassen, noch bevor sie eigentlich aufgebaut wurde. Wer hingegen einen Schaden an seinem Hausrat, etwa durch einen Einbruch erleidet, kann rechtlich nicht gezwungen werden, sich alle Dinge neu zu beschaffen. Allerdings ist das Leben auf Bananenkisten oder Europaletten oder mit gespendeten Gebrauchtmöbeln auch keine Alternative. Die Privathaftpflicht steht an erster Stelle, die Hausratversicherung folgt auf dem Fuße. Beides zusammen kostet zusammen oftmals weniger als einen Hunderter im Jahr, insofern ist die finanzielle Vorsorge auch noch zu stemmen.

Kommentare

Am 21.04.2020 schrieb T. W.

Interessant, dass die Hausratversicherung auch dann leistet, wenn einem auf der Straße das Handy geraubt wird. Als Student hatte ich keine Hausratversicherung. Eine Haftpflichtversicherung habe ich gerade wieder neu abgeschlossen. Es ist neben der Krankenversicherung m. E. die wichtigste Versicherung überhaupt. Ein Freund hat einen großen Schaden verursacht und hat keine Haftpflicht. Er muss nun wahrscheinlich in die Privatinsolvenz.

antworten
Am 21.04.2020 schrieb Manfred Weiblen

Hallo Toni,

das können wir wirklich bestätigen. Nichts geht über eine Haftpflichtversicherung. Da ist so mancher schon ohne Absicht in die Schulden gestürzt, weil keine Versicherung vorhanden war.

Viele Grüße aus Bottrop.

Manfred vom VS.-vergleichen-und-sparen.de-Team

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