Verstopfung beim Hund – schnelle Hilfe

Hund auf einem Kissen

Ihr Hund hat schon länger kein Häufchen mehr gemacht? Dann sollten Sie unbedingt ein Auge auf seine Verdauung werfen. Denn eine scheinbar harmlose Verstopfung kann schnell gefährlich werden. Wir sagen Ihnen, woran Sie eine Verstopfung bei Ihrem Hund erkennen, was Sie dagegen tun können und wann Sie sofort zum Tierarzt sollten!

So bringen Sie die Verdauung Ihres Hundes auf Trab

Sie gehen mit Ihrem Hund spazieren – doch trotz aller Versuche Ihres Vierbeiners will einfach kein Würstchen herauskommen. Ein erstes Anzeichen für eine Verstopfung. In der Regel ist diese harmlos und auf falsches Futter oder auch mangelnde Bewegung zurückzuführen. Dann helfen bereits leichte Maßnahmen, die Verdauung wieder anzuregen:

Trinken. Geben Sie Ihrem Hund ausreichend Wasser zu trinken. Damit sich der Kot in seinem Darm löst, sollte er feucht sein.

Bewegung. Gehen Sie eine besonders großzügige Runde oder spielen Sie mit dem Ball. Das gilt natürlich nur, wenn Ihr Hund fit genug dafür ist.

Entspannung. Setzen Sie Ihren Hund nicht unter Stress. Er spürt es, wenn Sie beim Gassigang gehetzt sind und schnell wieder nach Hause wollen. Beobachten Sie ihn nicht beim Kotversuch und geben Sie sich ganz entspannt, als hätten Sie alle Zeit der Welt. Vielleicht überträgt es sich auf Ihren Hund.

Gut vorbeugen: Tipps für einen gesunden Hundedarm

Hatte Ihr Hund bereits öfter mit Verstopfungen zu kämpfen, sollten Sie darauf achten, dass sein Kot stets schön geschmeidig bleibt. Keine Sorge, mit diesen kleinen Tricks können Sie ihn dabei schnell und einfach unterstützen:

  • Geben Sie Ihrem Hund nicht zu viele Knochen. Diese können schnell eine Verstopfung auslösen. Füttern Sie Knochen, wenn überhaupt, nur roh. Werden Knochen gekocht oder gebraten, verlieren sie an Feuchtigkeit und werden trockener, härter und schwerer verdaulich.
  • Verzichten Sie weitgehend auf Trockenfutter. Ihr Hund benötigt aber aus bestimmten Gründen ein spezielles Trockenfutter? Dann befeuchten Sie es einfach mit ein wenig Wasser.
  • Mischen Sie natürliche und für den Hund geeignete Ballaststoffe unters Essen, wie zum Beispiel Weizenkleie und Futterzellulose. Oder kaufen Sie direkt ballaststoffreiches Futter für Hunde. Im Tierfachhandel berät man Sie gern.
  • Planen Sie ausreichend Bewegung in den tierischen Alltag Ihrer Fellnase ein. Zum Beispiel Hundesport. Aber natürlich nur, wenn sie fit genug ist und sie nicht stresst.
  • Bahnt sich mal wieder eine Verstopfung an, können Sie mit einem kleinen Schluck Milch entgegenwirken. Diese wirkt bei Hunden abführend. Nehmen Sie daher wirklich nur ein kleines bisschen, beginnen Sie zum Beispiel mit einem Schnapsglas voll. Ihr Hund soll schließlich keinen Durchfall bekommen!

Hund beim Spielen mit Ball

Aufgepasst: Verstopfungen sind nicht immer harmlos!

Doch falsches Futter, zu wenig Flüssigkeit und mangelnde Bewegung sind nicht die einzigen Ursachen für Verstopfungen beim Hund. Leider gibt es auch schlimmere Auslöser, die nicht mal eben mit Hausmittelchen behoben werden können.

Dazu zählen:

  • Darmentzündungen,
  • Tumore,
  • feststeckende Knochen- oder Futterreste,
  • Fremdkörper, die den Darm verstopfen, wie zum Beispiel verschluckte Kastanien,
  • eine vergrößerte Prostata, die auf den Darm drückt.

Haben Sie auch nur ansatzweise den Verdacht, es könnte eine gefährliche Ursache hinter der Verstopfung stecken, sofort ab zum Tierarzt! Dasselbe gilt, wenn die Verstopfung länger als zwei/drei Tage anhält und sich nicht durch kleine Hilfsmittelchen lösen lässt.

Immer daran denken: Bleibt eine Verstopfung bestehen, drohen ernste Gefahren wie zum Beispiel ein Darmverschluss. Auch können Teile des Darms absterben oder der Darm perforiert, so dass der Kot in die Bauchhöhle gelangt. Diese Szenarien sind zwar zum Glück selten, enden aber unter Umständen tödlich!

Sie möchten gerne eine Versicherung abschließen, um für den Notfall gewappnet zu sein? Kein Problem. Hier finden Sie Informationen zur Hunde-OP-Versicherung.

Woran erkenne ich, dass mein Hund eine Verstopfung hat?

In der Regel verrichtet ein Hund mindestens 1 x pro Tag sein großes Geschäft, manchmal sogar auch 2 x. Daraus lässt sich aber noch keine Häufigkeit für Ihren Hund ableiten. Ist Ihr Hund zum Beispiel älter und frisst nur noch wenig, kann es durchaus sein, dass er sein Geschäft nur alle zwei Tage verrichtet. Von einer Verstopfung ist daher die Rede, wenn Ihr Hund seltener als gewohnt Kot abgibt. Oder auch wenn er es versucht, aber es kommt einfach nichts – so sehr er den Rücken auch krümmt.

Maßnahmen sollten Sie zudem ergreifen, wenn er länger als üblich für sein großes Geschäft braucht und der Kot sehr hart ist. Beobachten Sie Ihren Hund einfach. Vertrauen Sie auf Ihr Gefühl als Hundebesitzer. Sie kennen Ihren Vierbeiner am besten und werden merken, wenn etwas nicht normal läuft.

Weitere Symptome bei Verstopfung können sein:

  • Schleim und/oder Blut im Stuhl.
  • Bauchschmerzen. Ihr Hund ist berührungsempfindlich.
  • Unruhe. Er kann sich kaum entspannen und steht immer wieder auf.
  • Lethargie. Oder das Gegenteil von Unruhe: Ihr Hund liegt teilnahmslos herum.
  • Appetitlosigkeit. Das Fressen bleibt unbeachtet.
  • Erbrechen. Ihr Hund würgt und erbricht sich.

Zeigt Ihr Hund eines dieser Symptome, sollten Sie lieber zum Tierarzt. Denn es kann nicht nur schnell gefährlich werden, sondern Ihr Hund leidet zudem schon sehr darunter. Außerdem sollten Sie abklären lassen, dass es sich nicht um eine Magendrehung beim Hund handelt – den Alptraum eines jeden Hundebesitzers.

Hund liegt beim Tierarzt auf dem Behandlungstisch

Wie funktioniert eigentlich die Verdauung beim Hund?

Wenn alles in Ordnung ist, verläuft die Verdauung bei Ihrem Hund so (grob dargestellt):

  • Ihr Hund frisst. Kauen ist dabei Nebensache, meist schlingt er das Essen direkt hinunter.
  • Unterstützt von der Zunge gelangt die vom Speichel angefeuchtete Nahrung über die Speiseröhre in den Magen.
  • Im Magen wird die Nahrung bereits zu Teilen zersetzt. Ein weicher Nahrungsbrei entsteht. Dieser gelangt nach und nach in den Dünndarm.
  • Im Dünndarm geht’s nun richtig los mit der Verdauung. Gallensäfte sowie Enzyme aus der Bauchspeicheldrüse und der Leber tun ihr Übriges.
  • Alles, was nicht aufgespalten und verwertet werden konnte, bewegt sich mithilfe von Kontraktionen des gesamten Darms weiter Richtung Dickdarm. Dort passiert nun nicht mehr besonders viel.
  • Der unverdauliche Rest des Nahrungsbreis geht schlussendlich in den After über und wird ausgeschieden.

Ein gesunder Darm für einen glücklichen Hund

Wie bei uns Menschen ist eine funktionierende Verdauung das A & O für das Wohlbefinden Ihres Hundes. Denn egal, wo auf der Reise der Nahrung durch Magen und Darm nun etwas schiefläuft – es hat große Auswirkungen auf den Rest. Magenschmerzen, Blähungen, Durchfall, Verstopfung, um nur einige Risiken zu nennen. Nur wenn alle Stationen zusammenspielen, herrscht Frieden im Darm. Und wie heißt es doch: Liebe geht durch den Magen. Fangen wir also mit einer guten und ausgewogenen Ernährung für unsere Vierbeiner an.

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Hund liegt auf dem Boden

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