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Trifft den Vermieter bei Einbruch eine Schadensersatzpflicht?

Einbrecher am Fenster

Es ist schon eine ärgerliche Sache, wenn bei einem Einbruch in ein Mehrfamilienhaus im Keller verschiedene Räume aufgebrochen und daraus Fahrräder oder andere Gegenstände entwendet werden. Haben die Einbrecher zu leichtes Spiel gehabt, weil vielleicht die Hauseingangstür nicht verschlossen war?

Hat das Schloss an der Kellertür nicht genug Widerstand geleistet? Im Regelfall kommt bei solchen Szenarien die eigene Hausratversicherung für den Schaden auf. Muss bei Mietern ohne Hausratversicherung der Vermieter Schadensersatz leisten?

Zahlt die Hausratversicherung für einen Einbruch im Keller?

Bei den täglichen Pressemeldungen der Polizei geht es häufig um Einbrüche in Keller von Mehrfamilienhäusern. Oftmals sind diese von außen zugänglich und der Zugang ist schlecht einsehbar. Keine Sicherung mit einem Bewegungsmelder oder dergleichen. Dazu ein einfaches Schloss, das sich schnell knacken lässt. Dennoch, wer eine Hausratversicherung hat, kann diese auch in Anspruch nehmen, wenn im Keller eingebrochen wird. Es handelt sich dabei um einen Einbruchdiebstahl, der im Rahmen der Hausratversicherung abgedeckt ist. Ob das Fahrrad nun direkt aus dem eigenen verschlossenen Kellerraum oder einem Gemeinschaftsraum gestohlen wurde, spielt keine Rolle. Hauptsache, die Kellertür war abgeschlossen.

Wer zahlt den Schaden, wenn keine Hausratversicherung vorhanden ist?

Viele Haushalte in Deutschland verzichten auf die Absicherung mit der Hausratversicherung. Ob aus Unkenntnis oder falschem Sparwille sei mal dahingestellt. Fakt ist: Wenn es zu einem Einbruch kommt, leistet niemand Schadensersatz. Entgegen den weitläufigen Irrtümern nicht die eigene private Haftpflichtversicherung und auch nicht der Vermieter. Dieser Glaube hält sich nämlich auch hartnäckig. Viele Mieter sind der Meinung, dass der Vermieter Schadensersatz bei einem Einbruch leisten muss. Das ist aber definitiv nicht der Fall. Dafür müsste ja erst einmal eine Haftung seinerseits gegeben sein. Die Frage, die sich hier stellt: Warum sollte der Vermieter bei einem Einbruch für den Schaden haften? Er muss natürlich dafür sorgen, dass eine außenliegende Kellertür verschließbar ist. Wird diese aber von den Mietern nur unregelmäßig abgeschlossen, so trifft ihn daran keine Schuld.

Haustür abschließen - ja oder nein?

In den meisten Mehrfamilienhäusern ist der Zugang zum Keller über das Treppenhaus von der Hauseingangstür direkt möglich. Wenn das Schloss geknackt wird, dann ist der Weg in den Keller auch nicht mehr weit. Es bietet sich also an, alle Gegenstände in den jeweils eigenen Kellerraum einzuschließen. Der Hintergrund: Mittlerweile darf in Mehrfamilienhäusern nachts die Haupteingangstür nicht mehr abgeschlossen werden. Das mag zwar befremdlich klingen, hat aber einen sehr gewichtigen Grund: Kommt es zu einem Brand im Haus, wäre der Treppenraum eine tödliche Falle, wenn die Haustür verschlossen ist. Das passiert, wenn bei der Flucht vor dem Feuer oder Brandrauch der Schlüssel vergessen wird oder vor Panik das Schloss nicht sofort geöffnet werden kann. Daher gilt: Die Haustür muss nachts unverschlossen bleiben. Das betrifft natürlich nicht die eigene Wohnungstür oder Kellertür.

Was müssen Sie unternehmen, wenn das Fahrrad gestohlen wurde?

Grundsätzlich ist bei einem Einbruch im Keller die Polizei zu verständigen. Sie muss ja auch die Diebstahlanzeige für das Fahrrad aufnehmen. Wenn Sie die Rahmennummer greifbar haben oder das Fahrrad registriert ist, dann müssen Sie diese Daten der Polizei mitteilen. Das erleichtert unter Umständen die Fahndung nach dem Fahrrad. In der Regel erstattet die Hausratversicherung beim Diebstahl des Fahrrades aus dem Keller den Neuwert für das gleiche Modell. Ist das Modell hingegen nicht mehr vorhanden, so erstattet die Hausratversicherung die Kosten für ein gleichwertiges Modell. Die Hausratversicherung ist eine Neuwertversicherung und erstattet daher nicht zum Zeitwert wie zum Beispiel die private Haftpflichtversicherung.

Übrigens: Es kommt nicht selten vor, dass Einbrecher das Fahrrad nur kurz nutzen und einfach irgendwo in der Gegend stehen lassen. Es ist gut möglich, dass Sie im Laufe einiger Tage das Fahrrad selber wieder entdecken. Jetzt müssen Sie die Polizei über Ihren Fund informieren und auch die Hausratversicherung, sofern diese bereits eine Zahlung geleistet hat. Schließlich geht das gestohlene Fahrrad in das Eigentum der Hausratversicherung über. Sie dürfen es nicht behalten, um etwa noch ein Ersatzfahrrad zu haben.

Kommentare

Am 02.01.2020 schrieb Gigla

Ich bin Mieter und mein Vermieter hat im Keller Kosmetik Studio direkt wo alle Fahrräder stehen. Jetzt ist mir das Fahrrad geklaut worden. Wer Kost hier verantwortlich…? Kundschaft kommt raus und rein und das Keller ist nicht abgeschlossen wen der Kunde sein Behandlung bekommt.

antworten
Am 03.01.2020 schrieb Julia Siegfried

Hallo,

ein gestohlenes Fahrrad ist natürlich sehr ärgerlich. Da Sie jedoch kaum beweisen können, dass ein Kunde Ihres Vermieters das Fahrrad gestohlen hat, sollten Sie erst einmal Ihre eigene Hausratversicherung informieren. Haben Sie Ihr Fahrrad an der dafür vorgesehenen Stelle im Haus abgeschlossen abgestellt, wird Ihre Versicherung mit hoher Wahrscheinlichkeit für den Diebstahl aufkommen – insofern Fahrraddiebstahl miteingeschlossen ist.

Wichtig ist jedoch auch, dass Sie den Diebstahl bei der Polizei melden. Vielleicht haben Sie ja Glück im Unglück und das Fahrrad wird wieder gefunden.

Viele Grüße
Julia vom VS.-vergleichen-und-sparen.de-Team

Am 18.05.2020 schrieb Lilija

Hallo, ich wohne in einem Mehrfamilienhaus. Bei uns schon seit einem Jahr herrschen Diebstähle. Mindesten ein mal in der Woche wir entweder Im Keller eingebrochen oder Fahrrad geklaut. Es sind mehr als 80% der Mieter betroffen. Was sollen wir gegen die Diebstähle tun, Attrappe haben wir es hilft aber definitiv nicht.

Mit freundlichen Grüßen
Lilija

antworten
Am 19.05.2020 schrieb Manfred Weiblen

Hallo Lilija,

ich kann deinen Unmut nachvollziehen. Wenn sich die Straftaten in dieser Form häufen, sollte aus meiner Sicht der Vermieter reagieren und die Zugänge zum Keller besser sichern.

Problem aber bleibt, dass die Haustür auch nachts nicht verschossen sein darf, da diese ein Fluchtweg im Brandfall ist. Ist diese verschlossen, kann das bei einem Wohnungs- oder Kellerbrand für die flüchtenden Bewohner echt gefährlich werden.

Verfügt das Haus über eine Kelleraußentür? Dann sollte der Vermieter hier ansetzen und Sicherungssysteme nachrüsten. Zwingen könnt ihr ihn dazu leider nicht. Aber vielleicht hilft ein Gespräch mit dem Vermieter. Er kann wohl kaum Interesse daran haben, dass in sein Haus regelmäßig eingebrochen wird. Denn diese Kosten zur Reparatur von Schlössern oder Türen muss er ja auch bezahlen.

Liebe Grüße aus Bottrop

Manfred vom VS.-vergleichen-und-sparen.de-Team

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