eKomi-Siegel
4.8 / 5

Sie befinden sich hier:
  1. Startseite
  2. Blog
  3. Verbrennungen bei Katzen
 

Verbrennungen bei Katzen - wie gefährlich ist das häusliche Umfeld?

Katze will auf den Herd springen

Heißes Bratfett, offene Flammen am Gasherd, eine heiße Herdplatte: Im Haushalt lauern viele Gefahren, die zu Verbrennungen bei Katzen führen können. Schließlich sind Katzen neugierige Wesen und tummeln sich auf einmal dort, wo wir sie nicht unbedingt erwarten.

Schnell kommt es zu einem Unfall, der sich die Katze erheblich verletzt. Das Problem dabei ist: Im Gegensatz zur menschlichen Haut sind Verbrennungen bei Katzen gar nicht auf Anhieb sichtbar. Wir verraten Ihnen, worauf Sie achten müssen und wie Sie Gefahrenquellen minimieren können.

Symptome einer Verbrennung

Verbrennungen bei Katzen können unterschiedlich schwer ausfallen. Es gibt drei Grade von Verbrennungen:

  • Grad 1: Rötungen der Hautoberfläche, leichte Schwellungen und Schmerzsymptome
  • Grad 2: Neben den Symptomen des ersten Grades kommt es hier zusätzlich zur Bildung von Bläschen
  • Grad 3: Verkohlung der Haut, es lösen sich Fellfetzen

Wenn sich Ihre Katze durch eine Verbrennung verletzt, ist die erste Reaktion die Flucht. Sie zieht sich zu einer abseits gelegenen Stelle und versucht, die betroffene Stelle zu lecken. Wenn Sie mitbekommen haben, was passiert ist, müssen Sie Ihre nun genau untersuchen, welches Form der Verbrennung vorliegt. Je nach Schwere der Verbrennung müssen Sie sofort zum Tierarzt oder in die Tierklinik. Der Tipp von unserem Versicherungsexperten Ralf Becker: „Die Kosten für die Untersuchung und Behandlung - gerade im Notdienst - sind oft sehr teuer. Die Bezahlung übernimmt die Katzenversicherung, damit Sie sich auf die Genesung der Katze konzentrierten können.“

Denken Sie immer daran, dass eine Verbrennung auf den ersten Blick nicht immer sichtbar ist. Diese kann durch das dichte Fell verdeckt sein. Das ist vor allem bei leichten Verbrennungen der Fall. Bei größeren Verbrennungen können Sie anhand der Felloberfläche bereits erkennen, dass hier ein Notfall vorliegt.

Icon Glühbirne

Was passiert bei einer Verbrennung?

Die Folgen von Verbrennungen bei Katzen sind für Sie nur schwer einzuschätzen. Schwere gesundheitliche Risiken bestehen vor allem bei Verbrennungen zweiten und dritten Grades. Hier kommt es einerseits zu starken Blutungen, andererseits können sich giftige Stoffe bilden, die auf den Organismus übergreifen. Daneben führen Verbrennungen auch zum Absterben der Hautoberfläche. Es kommt zu großflächigen Infektionen bei der Katze. Wenn durch einen schweren Unfall die Haut mit mehr als 50 Prozent betroffen ist, dann besteht kaum noch eine Chance auf Heilung.

Wodurch kommt es zu Verbrennungen bei Katzen?

Katzen sind neugierige Wesen. Sie können durch ihre Instinkte Gefahren sehr gut erkennen. Es gibt aber auch Risiken, die so plötzlich auftreten, dass Ihre Katze eine falsche Reaktion zeigt und sich dadurch das Verletzungsrisiko noch erhöht. Typische Gefahrenquellen sind:

  • Verbrennungen durch Stromschläge: Diese können bei einem angeknabberten Kabel ausgelöst werden. Ebenso sind defekte Kabel ein Risiko, wenn Ihre Katze damit in Berührung kommt.
  • Heiße Sonnentage führen dazu, dass sich der Untergrund, auf dem sich Ihre Katze bewegt, extrem aufgeheizt wird. Es kann zu leichten Verbrennungen an den Pfoten kommen.
  • Wenn Ihre Katze zu lange in der Sonne döst, kann das zu einem Sonnenbrand führen. Mehr dazu in unserem Blogbeitrag „Sonnenbrand bei Katzen“.
  • Kontakt mit offenem Feuer, etwa, wenn Ihre Katze eine Kerze umstößt und mit der Flamme in Berührung kommt.
  • Gefährlich wird es in der Küche: Heißes, umher spritzendes Fett durch eine fehlerhafte Handhabung, eine heiße Kochplatte, ein herunter gerissener Kochtopf mit heißem Inhalt – hier drohen schmerzhafte und schwere Verbrennungen.
  • In der Grillsaison sind Unfälle am Gartengrill nicht auszuschließen. Ein wackeliger Holzkohlegrill, dessen Inhalt sich über die herumtobende Katze verteilt, führt ebenfalls zu schwersten Verbrennungen.
  • Beim Wohnungsbrand oder beim Zimmerbrand können Katzen ebenso betroffen sein wie die Bewohner und durch die Brandeinwirkung verletzt werden.

Verbrennungen bei Katzen - erste Sofortmaßnahmen

Wenn sich Ihre Katze eine Verbrennung zuzieht, sollte das nicht unbemerkt bleiben. Schließlich sind die Orte, wo es zu einer Verbrennung kommt, Gefahrenquellen. Diese lassen Sie im Normalfall nicht unbeaufsichtigt, wie bei einem eingeschalteten Herd, einen Grill oder offenes Feuer wie Kerzen.

  • Intensive Kühlung der Hautpartien unter fließendem Wasser (kein eiskaltes Wasser!)
  • Verbrennungen zweiten Grades können Sie mit einer 3-prozentigen Lösung von Wasserstoffperoxid desinfizieren. Empfehlenswert ist, solche Dinge in einer Art Hausapotheke für die Katzen zu bevorraten.
  • Verbrenngen zweiten und dritten Grades mit einer sterilen Wundauflage bedecken und verbinden.
  • Verwenden Sie keine Brandsalbe, Puder oder andere Hausmittel
  • Stechen Sie keine Brandblasen auf - es besteht ansonsten ein erhöhtes Infektionsrisiko!
  • Legen Sie Ihrer Katze, sofern vorhanden, einen Katzenkragen an, damit sie die betroffene Stelle nicht lecken kann.

Sobald die Erstversorgung erfolgt ist, müssen Sie Ihre Katze zum Tierarzt oder zur Tierklinik bringen. Nehmen Sie zuvor Kontakt mit dem Arzt oder der Klink auf, um sicherzustellen, dass Sie dort empfangen werden. Gleichzeitig sind die Tierärzte auf die Ankunft Ihrer verletzten Katze vorbereitet. Vor Ort entscheidet der Tierarzt dann, welche Form der Behandlung erfolgen muss und ob Ihre Katze aufgrund der Verletzungen in der Tierklinik bleibt. Haben Sie eine Katzenkrankenversicherung? Dann können Sie bereits vorsorglich Ihren Versicherer anrufen und den Vorgang dort melden.

Dazu ein Tipp von Tierversicherungsexperte Ralf Becker: „In der Regel reicht ein Anruf bei der Katzenkrankenversicherung, um den Leistungsfall anzukündigen. So kann der Vorgang bereits angelegt werden und Sie erhalten schneller die Erstattung der Tierarztkosten bei Vorlage der Tierarztrechnung. Schließlich müssen sie in der Tierklinik oder beim Tierarzt in Vorkasse gehen. Da ist es ganz praktisch, wenn die Erstattung bereits wenige Tage später erfolgt.“

Wie können Sie Verbrennungen oder Unfälle mit Feuer vermeiden?

Es ist nicht schwierig, Ihre Katze zumindest im häuslichen Umfeld vor Unfällen zu schützen, die zu Verbrennungen führen können. Dazu müssen Sie einfach nur ein paar Dinge aus dem Blickwinkel Ihrer Katze beherzigen:

  1. Achten Sie in der Küche darauf, dass die Zubereitung von Speisen auf dem Herd niemals unbeaufsichtigt ist. Ist der Herd einmal eingeschaltet, bleiben Sie in der Küche. Lassen Sie sich nicht durch das Klingeln an der Tür oder das Telefon ablenken. Beherzigen Sie hier, dass Ihre Katze in Ihrer Abwesenheit aus Neugier auf den Herd springen kann.
  2. Nicht nur in der Küche werden auf einem heißen Herd Speisen zubereitet. Das kann im Garten auch mal der Grill sein. Im Innenbereich erfreuen sich Fondue und Raclette ebenfalls großer Beliebtheit. Alle drei Garstellen für unsere Leckrigkeiten stehen jedoch auch gleichzeitig für ein erhöhtes Verbrennungsrisiko, wenn Ihre Katze Grill und Co. berührt oder sogar zu Fall bringt oder vom Tisch zieht. Dann sind schwere Verbrennungen nicht mehr zu vermeiden.
  3. Ein Sonnenbrand ist auch eine Verbrennung. Sie können Ihre Katze davor schützen, wenn Sie ihren Lieblingsplatz auf der Fensterbank ein wenig vor der UV-Strahlung abschirmen, beispielsweise durch geeignete Fensterfolie.
  4. Verzichten Sie zur Adventszeit auf echte Kerzen am Adventskranz und vor allem am Weihnachtsbaum. Natürlich ist das Kerzenlicht ein echter Stimmungsmacher in der tristen Winterzeit, aber auch gefährlich für Ihre Katze. Wie schnell ist sie auf den Tisch gesprungen und patscht mit der Pfote mal eben gegen den Adventskranz oder die Weihnachtspyramide? Nicht nur, dass sie sich dabei verletzen kann, nein, es ist ja sogar ein erhöhtes Brandrisiko gegeben, wenn dadurch Kerzen umfallen.
  5. Wenn Ihre Katze Freigänger ist, sollte sie zu Silvester besser im Haus oder der Wohnung bleiben. Leider gibt es Menschen, die durchaus mal einen Böller in Richtung einer Katze werfen. Dazu kommt, dass eine Katze mit einem herumliegenden Böller in Kontakt kommt und dieser verzögert zündet. Mal abgesehen davon, ist das Geknalle draußen eh nichts für sensible Katzenohren. Da können Sie es Ihrer Samtpfote besser drinnen einmal mehr gemütlich machen.

Unser Fait: Verbrennungen bei Katzen sind immer ein Notfall!

In den meisten Fällen bekommen Sie es mit, dass sich Ihre Katze durch einen Unfall eine Verbrennung zugezogen hat. Nehmen Sie Ihre Katze in Augenschein und treffen Sie je nach Grad der Verbrennung Erstmaßnahmen. Gehen Sie auch bei kleinen Anzeichen zum Tierarzt. Sie können nicht abschätzen, ob nicht auch eine kleine Verbrennung zu einer ernsthaften Verschlechterung des Gesundheitszustandes führen kann.