eKomi-Siegel
4.8 / 5

Sie befinden sich hier:
  1. Startseite
  2. Blog
  3. Undichte Fenster
 

Undichte Fenster - wer kommt für die Feuchtigkeitsschäden an der Einrichtung auf?

Wohnsiedlung

Uns erreichen immer wieder Fragen zum Schadensersatz für Möbel oder Einrichtungsgegenstände, die durch undichte Fenster oder schadhafte Bausubstanz in Mitleidenschaft gezogen werden. Mal ist es der Mieter, der über die Feuchtigkeit klagt, mal der Hauseigentümer, der nicht auf Anhieb erkennt, wo die Wasserflecken an der Decke herkommen.

Problem hierbei ist: Nur in den wenigsten Fällen besteht Versicherungsschutz – wir erklären Ihnen mal, warum das so ist.

Versichert sind in erster Linie Leitungswasserschäden oder Sturmschäden

Die Hausratversicherung und die Gebäudeversicherung bieten beide Versicherungsschutz für den Fall an, dass es durch eine schadhafte Wasserleitung zu einem Schaden am Gebäude oder am Hausrat gekommen ist. Kommt es hingegen durch einen Regenschauer zu Schäden, sind daran bestimmte Voraussetzungen geknüpft. In der Hausratversicherung zum Beispiel haben Sie nur Anspruch auf eine Entschädigung, wenn durch Sturm ein Fenster bricht und Regenwasser ungehindert eindringen kann. Ähnliches gilt bei der Gebäudeversicherung: Wird durch den Sturm das Dach beschädigt, so sind Schäden durch eindringendes Regenwasser versichert.

Was ist, wenn die Fenster undicht sind?

Dringt die Feuchtigkeit durch die undichten Fenster ein, so bleiben Sie in erster Linie auf Ihrem Schaden sitzen. Das gilt auch für den Fall, wenn bei Regen mehr als nur Feuchtigkeit eindringt. Als Mieter können Sie Ihren Vermieter haftbar machen – sofern er seine Sorgfaltspflicht zur Instanthaltung des Gebäudes vernachlässigt hat. Wenn Sie ihn bereits darauf aufmerksam gemacht haben, dass die Fenster nicht dicht sind, stehen Ihre Chancen ganz gut. Als Hauseigentümer haben Sie jedoch keine Chance, die Schäden auf eine andere Person abzuwälzen. Sie sind ja schließlich für Ihr Haus selber verantwortlich.

Schäden an der Bausubstanz hat der Eigentümer zu vertreten

Nicht nur undichte Fenster, auch ein marodes Dach kann dazu führen, dass sich im Haus Feuchtigkeit ansammelt und es zu Gebäudeschäden kommt. Ebenso kann der Hausrat der Mieter durch Schimmelbildung in Mitleidenschaft geraten. Probleme dieser Art fallen so gut wie immer auf dem Hauseigentümer zurück.

Fassen wir mal zusammen: Regen ist keine versicherte Gefahr in der Hausratversicherung und in der Gebäudeversicherung. Schäden, die durch undichte Fenster entstehen, sind daher nicht versichert. Das gilt natürlich auch für den Fall, dass während eines starken Regengusses ein Fenster nicht ordnungsgemäß verschlossen ist. Als Hauseigentümer ist es natürlich Ihr eigener Schaden. Sind Sie hingegen Mieter, müssen Sie sogar für Schäden gegenüber Ihrem Vermieter haften. Das ist der Fall, wenn Regen durch ein offenes Fenster ungehindert hineinläuft und der Bodenbelag oder die Wände danach Schäden aufweisen.

Versicherungsschutz besteht eingeschränkt über die Haftpflichtversicherung

So gut wie jeder Haushalt verfügt über eine private Haftpflichtversicherung. Haben Sie ein Fenster bei Regen nicht geschlossen und es kommt an der Bausubstanz zu Feuchtigkeitsschäden, leistet Ihre Privathaftpflicht. Die Grundlage dafür ist Ihr grob fahrlässiges Verhalten. Hat Ihr Vermieter hingegen fahrlässig gehandelt und seine Sorgfaltspflichten außer Acht gelassen, so wird seine Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht den Schaden übernehmen – sofern vorhanden.