eKomi-Siegel
4.8 / 5

Sie befinden sich hier:
  1. Startseite
  2. Blog
  3. Übergewicht bei Hunden
 

Übergewicht bei Hunden - vier Pfoten unter Dauerlast

Hund auf der Waage

Übergewicht ist nicht allein ein menschliches, sondern auch ein tierisches Problem. Übergewicht bei Hunden hat im wahrsten Sinne des Wortes schwerwiegende Folgen für den Hund. Es gefährdet nicht nur die Gesundheit, sondern auch die Lebensqualität.

Ist Ihr Hund zu dick? Wie wird Ihr Hund überflüssige Kilos los und wie erreichen Sie das Idealgewicht für Ihren Hund? Wir haben Ihnen jede Menge Tipps zusammengestellt, wie Sie Adipositas erkennen und bekämpfen.

Was ist eigentlich Übergewicht?

In der Regel ist das Übergewicht bei Hunden eine Folge von nicht angepasster Ernährung – wie auch bei uns Menschen. In manchen Fällen führen Erkrankungen dazu, dass Ihr Hund an Gewicht zulegt. Durch falsche Ernährung sammelt Ihr Hund in seinem Körper immer mehr Fett an, das nach und nach die Körperfunktionen einschränkt. Angefangen von der Beweglichkeit bis hin zu Schäden an inneren Organen.

Icon Glühbirne

VS.Hinweis:

Übergewicht bei Hunden löst diverse Erkrankungen aus, die eine längere tierärztliche Behandlung nach sich ziehen. Diese Kosten können Sie über eine Hundekrankenversicherung auffangen.

Hunde sind mittlerweile soweit domestiziert, dass sie in vielen Haushalten wie Familienmitglieder gehalten werden. Dazu gehören hier und da Leckerchen und mal ein paar Reste vom Tisch. Auf Dauer kann das einfach nicht gut gehen. Mittlerweile gehen Tierärzte davon aus, dass rund 40 Prozent aller Hunde übergewichtig sind. Das Übergewicht oder auch die Fettleibigkeit wird fachlich als Adipositas bezeichnet. Beginnende Adipositas bei Hunden liegt vor, wenn das Optimalgewicht Ihres Hundes um 10 Prozent bis 20 Prozent überschritten wird.

Häufigste Ursache: die falsche Fütterung

HUndefutter

Falsches Hundefutter, zu viele Leckerchen zur falschen Zeit und womöglich Essen auch noch vom Tisch des Hauses. Bei der Fütterung Ihres Hundes können Sie vieles verkehrt machen, was in der Folge zu einem übergewichtigen Hund führt. Das sind die häufigsten Fehler:

  • Das gekaufte Hundefutter enthält zu viele Fette, Kohlenhydrate oder ungesunde Inhaltsstoffe
  • Die Fütterungszeiten sind zu unregelmäßig oder der Napf ist permanent gefüllt
  • Leckerchen werden zusätzlich zu den normalen Mahlzeiten verabreicht
  • Bei Essen zu Tisch gibt es mal etwas von Frauchen oder Herrchen zugesteckt

Vor allem Leckerlis oder eine Kleinigkeit vom Mittagstisch führen zu Übergewicht. In vielen Fällen gibt diese Extras nämlich zusätzlich zu den normalen Mahlzeiten. Das ist wie für uns die Tafel Schokolade oder die Tüte Chips abends auf dem Sofa, obwohl wir im Laufe de Tages schon ausreichend Kalorien aufgenommen haben.

Da ist es kein Wunder, wenn der Hund irgendwann einfach moppelig wird.

Woher kommt Übergewicht bei Hunden – außer durch falsche Ernährung?

Neben der falschen Ernährung gibt es tatsächlich noch eine Vielzahl von Ursachen, die bei Ihrem Hund zum Übergewicht führen. Es spielen organische Aspekte eine Rolle, Erbanlagen und mittlerweile auch Umwelteinflüsse. Übergewicht bei Hunden wird ausgelöst durch:

  • das Alter des Hundes
  • zu wenig Bewegung
  • hormonelle Erkrankungen
  • eine vorangegangene Kastration

Das Alter des Hundes - Ursache für Übergewicht?

Eigentlich liegt es auf der Hand, wird aber von vielen Hundefreunden nicht beherzigt. Im Alter werden viele Hunde einfach ruhiger und haben bedingt durch weniger Bewegung einen geringeren Energiebedarf. In vielen Fällen erfolgt aber keine Anpassung des Futters. Das führt dazu, dass Ihr Hund im Alter die aufgenommene Energie nicht mehr vollständig verwerten kann und sich entsprechend Körperfette bilden. Diese Fettpölsterchen führen dazu, dass die Bewegungsfreiheit Stück für Stück eingeschränkt wird und sich Ihr Hund weniger bewegen möchte. Es ist ihm zu anstrengend – ihm geht die Puste aus. Dennoch erfolgt keine Veränderung bei der Fütterung des Hundes. Der Kreislauf nimmt also an Fahrt auf.

Warum ist Bewegung unverzichtbar?

Hund liegt auf der Couch

Wenn der Hund erst einmal zum Couch-Potato wird, ist es schon fast zu spät. Da Hunde in der Regel einen irrsinnigen Hunger haben und zu Hause fressen, was ihnen vor die Schnauze gerät, müssen sie die aufgenommene Energie auch wieder abbauen. Dazu brauchen sie aber die Motivation von Herrchen oder Frauchen. Das fängt schon morgens an. Klar, wer will schon im Winter früh aufstehen, um mit dem Hund nach draußen zu gehen?

Diese Morgenrunde ist aber unverzichtbar, wenn bedingt durch die Arbeit bis zum Mittag keiner mehr da ist, der mit dem Hund sich mal eine Weile bewegt. Da wird die erste Mahlzeit des Tages erst gar nicht abgebaut, sondern direkt in Fett umgewandelt. Der Hund verbrennt schließlich keine Energie. Dann halt nach der Arbeit, aber nicht nur mal eben sich draußen lösen und dann wieder ab ins Warme. Nein, auch hier ist eine Menge Bewegung notwendig, damit überschüssige Energie verbrannt wird.

Sind hormonelle Erkrankungen Schuld am Übergewicht?

Das kann durchaus der Fall sein, denn manche Hunderassen tendieren dazu, Übergewicht anzuhäufen. Ihr Körperbau hat die entsprechende Veranlagung dazu. Auch ohne falsche Fütterung kann es passieren, dass einige Hunderassen Fettpölsterchen bilden. Dagegen hilft nur jede Menge Bewegung und ein genaues Augenmerk auf die Inhaltsstoffe des Hundefutters. Betroffen davon sind vor allem Golden Retriever, Cocker Spaniel, Labrador oder Beagle.

Führt eine Kastration zu Übergewicht?

In manchen Fällen kann es durchaus passieren. Hunde, die nicht kastriert sind, strotzen nur so voll Energie. Sie bewegen sich viel, sind voller Tatendrang und an manchen Tagen extrem hormongesteuert. Da wird alles an Energie verbrannt, was der Hund über die Nahrung aufnimmt. Bei Hündinnen kommt es zum Wegfall der weiblichen Geschlechtshormone, der Östrogene. Dadurch steigt das Hungergefühl der Hündin an. Sexualhormone sind an der Regulierung von Appetit und Stoffwechsel beteiligt. Wenn diese fehlen, setzt die appetithemmende Wirkung aus, die Hündin frisst mehr. Bei Rüden führt die Kastration ebenfalls zu einer Veränderung des Hormonhaushaltes. Spontanaktivitäten, die hormongesteuert waren, fallen nun weg und er hat dadurch auch weniger Bewegung. Die Folge: Es bilden sich im Laufe der Zeit die Fettpölsterchen.

Folgen Übergewicht

Es ist nicht allein die Einschränkung der Bewegungsfreiheit oder das moppelige Erscheinungsbild, wenn Hunde zu viel auf den Rippen haben. Weitaus größere Probleme liegen im gesundheitlichen Bereich. Hunde, die weniger Energie verbrennen, als sie über die Nahrung aufnehmen, speichern im Körper Fett. Dieses Körperfett infiltriert auf kurz oder lang die Organe des Hundes. Sie funktionieren weniger leistungsstark. Betroffen davon ist vor allem die Leber.

Weiterhin führen Fettablagerungen dazu, dass die Arterien stärker unter Druck stehen. Das führt naturgemäß zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Da durch die eingeschränkte Bewegungsfreiheit die Motivation zum Herumtoben sinkt, findet keine Anstrengung mehr statt, um die überschüssigen Fettreserven zu verbrennen.

Diese Erkrankungen treten durch das Übergewicht auf:

  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Diabetes
  • Atemprobleme
  • schlechtere Immunabwehr, damit höhere Anfälligkeit für Infektionen
  • Arthritis

Diabetes durch Übergewicht

Bei der Krankheit Diabetes mellitus handelt es sich um eine Stoffwechselerkrankung. Davon ist das Hormon Insulin betroffen. Das Insulin ist dafür verantwortlich, dass der Blutzuckerspiegel nach den Mahlzeiten wieder auf ein verträgliches Niveau herabgesenkt wird. Dieses Hormon wird in der Bauchspeicheldrüse produziert. Übergewicht kann dazu führen, dass die Bauchspeicheldrüse nicht mehr einwandfrei arbeitet. Es wird zu wenig Insulin gebildet und der Hund erkrankt an Diabetes. Diese Form der Erkrankung ist nicht mehr heilbar. Der Hund muss also regelmäßig mit Medikamenten eingestellt werden. Bis jetzt sind aber nur rund ein Prozent aller Hunde von dieser Stoffwechselerkrankung betroffen.

Atemprobleme durch Übergewicht

Der Hund ist nur noch am Schnaufen und Hecheln? Kein Wunder, das Übergewicht führt dazu, dass er einfach schlechter Luft bekommt – vor allem unter Belastung. Dadurch, dass der Hund nicht ausreichend Energie verbrennt, kommt es zu Fettablagerungen im Bereich der Brust und des Bauchraumes. Das führt dazu, dass das Atemvolumen eingeschränkt wird, obwohl der Organismus gerade jetzt Schwerstarbeit verrichtet und mehr Sauerstoff benötigt. Es fällt dem Hund also schwer zu atmen.

Übergewicht bei jungen Hunden

Da ein nicht unerheblicher Teil von Hunden von Übergewicht betroffen ist, leiden auch viele jüngere Hunde unter überschüssigen Kilos. Bei ihnen kommt erschwerend dazu, dass sich das Übergewicht auf das Wachstum auswirkt. Es kommt zu Skeletterkrankungen, diese wiederum führen in den Folgejahren zur Hüftgelenksdysplasie oder Ellenbogengelenksdysplasie.

Ist mein Hund zu dick?

Es gibt bei Hunden auch eine Art Body-Mass-Index, den sogenannten WTH. Das bedeutet „Weight to height ratio“ und bezeichnet das Verhältnis von Höhe des Hundes zu Gewicht. Bedingt durch die unterschiedlichsten Hunderassen gibt es hier allerdings keinen einheitlichen Wert. So haben beispielsweise Dalmatiner und Golden Retriever zwar in etwa die gleiche Höhe, klaffen aber beim Körpergewicht erheblich auseinander:

  • Dalmatiner (Rüde): 58 – 61 cm hoch, 15 – 32 kg schwer
  • Golden Retriever (Rüde): 56 – 61 cm hoch, 30 – 34 kg schwer

Wir haben mal das Durchschnittsgewicht der zehn beliebtesten Hunderassen Deutschlands zusammengetragen:

  • Labrador: 25 – 36 kg
  • Französische Bulldogge: 8 -14 kg
  • Chihuahua: 1,5 – 3 kg
  • Golden Retriever: 25 – 34 kg
  • Australian Shepherd: 16 – 32 kg
  • Jack Russell Terrier: 6,5 – 8 kg
  • Deutscher Schäferhund: 22 – 40 kg
  • Bolonka Zwetna: 2 – 5 kg
  • Havaneser: 4,5 – 7 kg
  • Yorkshire Terrier: 2 – 3 kg

Die große Spanne zwischen dem niedrigsten Gewicht und dem höchsten Gewicht basiert darauf, dass Hündinnen vom Gewicht her leichter ausfallen als die Rüden. Das soll einfach nur mal ein kleiner Anhaltspunkt sein, in welchem Rahmen sich das Gewicht einzelner Hunderassen im Schnitt bewegt.

Wie können Hunde abnehmen?

Wenn Sie erkannt haben, dass Ihr Hund Übergewicht hat, ist das schon einmal ein Schritt in die richtige Richtung. Jetzt geht es darum, Ihrem Hund wieder zu einem Idealgewicht zu verhelfen. Das ist für seine Gesundheit sehr wichtig. Setzen Sie Ihren Vierbeiner aber nicht einfach so auf Diät, sondern lassen Sie sich vom Tierarzt dabei helfen. Wichtig ist also ein Gesundheitscheck vor der angestrebten Diät. Nicht, dass eine Krankheit hinter dem Übergewicht steht. Dann gilt es zuerst, diese auszukurieren. Für den Diätplan ist Ihr Tierarzt zuständig. Er kann abwägen, wie viele überflüssige Pfunde Ihr Hund verträglich abnehmen kann. Es gilt dabei, kleine Zwischenschritte anzustreben und diese immer wieder als Erfolg zu betrachten.

Eine Diät beim Hund muss bei Ihnen positive Gefühle auslösen

Für uns Menschen ist die Diät immer negativ behaftet: Einerseits zu dick und andererseits nur noch reduzierte und kontrollierte Nahrungsaufnahme. Klar, dass da so mancher schwach wird und die Diät nicht durchhält. Vielleicht ist es beim Hund einfacher, die Diät durchzuhalten. Jetzt stehen ja nicht Sie unter Diätzwang, sondern Ihr Hund. Viele kleine Schritte sind nun notwendig, um das Übergewicht zu bekämpfen. Schieben Sie Ihre Schuldgefühle jetzt zur Seite. Warum Ihr Hund zu dick geworden ist, wissen Sie jetzt. Nun können Sie positiv in die Zukunft sehen, da Sie jetzt effektiv etwas für die Gesundheit Ihres Lieblings unternehmen.

Übergewicht bei Hunden - so funktioniert es mit der Diät

Ihre Motivation ist auf Höchstform, der Tierarzt hat Ihnen die richtigen Tipps geben und nun kann es mit dem Abnehmen losgehen. Wiegen Sie die Tagesration Futter ab. Damit können Sie das Hundefutter aufs Gramm genau dosieren. Wenn der Magen leer ist, macht das Ihren Hund unzufrieden. War er zuvor zwei große gefüllte Futternäpfe am Tag gewohnt, so teilen Sie nun sein Fressen auf vier bis fünf kleine Mahlzeiten entsprechend des Diätplanes auf. Da bekommt der Hundemagen immer zwischendurch Nachschub.

Verzichten Sie im Laufe des Tages häufiger mal auf die Leckerlis. Belohnen Sie Ihren Hund stattdessen mit einem neuen Spiel, Körperkontakt oder anderen Dingen, an denen er Spaß hat. Das sorgt einerseits für reichlich Bewegung und gibt der Beziehung zwischen Ihnen und Ihrem Hund noch den richtigen Kick mit. Nutzen Sie Ihre freie Zeit, um regelmäßig mit dem Hund nach draußen zu gehen. Auch wenn Sie Ihre Zeit im Laufe des Tags relativ dicht getaktet haben: Planen Sie einfach mal pro Gassirunde fünf bis zehn Minuten mehr ein.

Halten Sie die Gewichtsabnahme genau im Auge. Damit Ihr Hund gesund abnimmt, darf er höchstens ein bis drei Prozent seines Körpergewichtes innerhalb einer Woche verlieren. Alles andere wäre einfach zu viel. Das heißt als: Ein Hund mit einem Gewicht von 40 kg sollte in einer Woche maximal 400 g bis 1.200 g Körpergewicht verlieren. Der Vorteil dabei ist, dass Sie über einen längeren Zeitraum eine reduzierte Futtermenge verabreichen. So gelingt es Ihrem Hund, sich innerhalb dieser Zeit an die neuen Rationen zu gewöhnen, dass er das Gewicht auch langfristig halten kann.

Schreibe einen Kommentar

Kommentar:
Name:
E-Mail-Adresse: