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Wer bezahlt den Schaden, wenn die Badewanne überläuft?

Wasserschaden durch die Badewanne

Früher wurde immer nur samstags gebadet, heute ist Baden mehr Wellness als Reinlichkeit. Wozu gibt es schließlich Duschen? Geht schneller und ist vom Wasserverbrauch auch günstiger. Die meisten Leute, die in die Badewanne steigen, machen das, um sich zu entspannen.

Kein Wunder, warmes Wasser, ein bisschen Musik und womöglich noch Kerzenschein schaffen eine gemütliche Atmosphäre. Aus dem Badevergnügen kann aber auch ganz schnell ein teurer Spaß werden, etwa, wenn das hineinlaufende Wasser außer Kontrolle gerät und es zu einer Überschwemmung kommt. Wer zahlt in einem solchen Fall für den Schaden?

Mieter, Eigentümer oder Gebäudeversicherung - wer zahlt den Wasserschaden?

Ein klassischer Fall: Das Wasser wird in die Badewanne für ein Entspannungsbad eingelassen, der Badeschaum kommt hinzu. Da klingelt das Telefon und nach ein paar Sekunden des vertieften Gespräches ist die Badewanne vergessen. Das Wasser läuft langsam über, verteilt sich auf dem Badezimmerboden und fließt langsam Richtung Flur, Wohnzimmer oder auch Küche. In der Wohnung darunter beginnt es an der Zimmerdecke zu tropfen. Das Unheil ist da und der Schaden muss behoben werden. In der Regel kommt es dabei zu Schäden an der Gebäudesubstanz, etwa weil Zwischendecken durchnässt werden.

In erster Linie leistet die Gebäudeversicherung für das ausgelaufene Wasser

Kommt es durch austretendes Leitungswasser zu einem Gebäudeschaden, ist dafür die Gebäudeversicherung zuständig. Mieter im betroffenen Haus haben einen Rechtsanspruch darauf, dass der Schaden über die Gebäudeversicherung behoben wird. Dafür beteiligen sich Mieter über die Nebenkosten an den Beiträgen zur Gebäudeversicherung. Der Vermieter muss also den Schaden zunächst erst einmal über seine Gebäudeversicherung beheben lassen. Ob der Schaden nun grob fahrlässig oder leicht fahrlässig entstanden ist, spielt zunächst erst einmal keine Rolle.

Haftung des Mieters bei grober Fahrlässigkeit

Wenn Sie eine Badewanne befüllen, erfordert das eine gewisse Sorgfalt, damit diese eben nicht überlaufen kann. Daher muss die Badewanne auch beaufsichtigt werden. Nicht durchgehend, aber in kurzen Abständen, so dass ein Überlaufen rechtzeitig vermieden werden kann. Eine Unterbrechung durch einen nichtigen Grund kann als grob fahrlässig betrachtet werden, wenn dabei die Aufsicht über das einlaufende Wasser vernachlässig wird. Ein Telefonat kann man ebenso auch für die Kürze der Zeit in der Nähe der Badewanne führen und dieses auch schnell wieder beenden. Das Verlassen des Badezimmers für ein Telefonat mit einem anschließenden Aufenthalt auf dem Sofa im Wohnzimmer, weil das Gespräch sich nun in die Länge zieht, wird allgemein als grob fahrlässig betrachtet. Hier kann nun die Gebäudeversicherung den Mieter, der den Schaden ausgelöst hat, durchaus in Haftung nehmen.

Gebäudeversicherung zahlt Schaden - was muss nun der Mieter bezahlen?

Es hängt tatsächlich davon ab, ob sich der Schaden durch grob fahrlässiges Handeln ereignet hat. Nur in diesem Fall kann die Gebäudeversicherung den Mieter tatsächlich auch in Regress nehmen. Kommt es zur Ablenkung eines Mieters, etwa weil sich sein Kind beim Spielen verletzt und er dieses versorgen muss, betrachten das die Gerichte allgemein nicht als grob fahrlässig. Es handelt sich dabei um ein Augenblicksversagen. Die notwendige Sorgfalt gerät für einen gewichtigen Grund außer Acht. Eine Haftung kommt in diesem Fall nicht in Betracht. Das Telefonat auf dem Sofa hingegen löst die Haftung des Verursachers aus. Er muss für den Schaden aufkommen, auch wenn dieser zunächst durch die Gebäudeversicherung behoben wurde. Hier kommt dann die Privathaftpflicht zum Zuge. Ist diese nicht vorhanden, muss der Verursacher den Schaden aus der eigenen Tasche bezahlen.

Wer zahlt den Schaden der anderen Mieter?

Die Gebäudeversicherung übernimmt nicht nur den Schaden in der Wohnung, in der die Badewanne übergelaufen ist. In den anderen Wohnungen, die vom auslaufenden Wasser betroffen sind, werden ebenfalls die Kosten zur Behebung des Schadens durch die Gebäudeversicherung getragen. Das können zum Beispiel die Kosten für Trocknungsgeräte sein. Hier sind die betroffenen Mieter aber nicht in der Haftung, da sie an dem Schaden ja nicht beteiligt waren. Ihr Anspruch auf Behebung des Schadens durch die Gebäudeversicherung besteht trotzdem.

Mobiliar durch auslaufendes Badewasser beschädigt - wer kommt für diese Schäden auf?

Kommt es neben dem Gebäudeschaden auch noch zu Schäden an den Möbeln in den betroffenen Wohnungen, so greift hier zunächst die Hausratversicherung der einzelnen Mieter. Ist diese nicht vorhanden, müssen sie sich an den Schadenverursacher halten. Wenn der Nutzer der Badewanne allerdings nicht haftet, weil sich der Schaden aus dem Augenblicksversagen heraus ereignet hat, bleiben sie auf dem Schaden sitzen. Ansonsten werden sie aus der Privathaftpflicht des nachbarlichen Bademeisters entschädigt. Allerdings nur zum Zeitwert – das unterschätzen die Geschädigten in solchen Situationen oft nicht beachtet. Also ist eine gute Hausratversicherung sinnvoll, um bei Schäden, die durch die Nachbarschaft ausgelöst werden, richtig abgesichert zu sein.