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Wenn die kurze Erleichterung mal eben 1.800 Euro kostet

Auffahrunfall

Ein menschliches Bedürfnis kann plötzlich auftreten. In der Regel steuern wir dann instinktiv das nächste stille Örtchen an, um uns Erleichterung zu verschaffen. In den heimischen vier Wänden kein Problem.

Was ist aber unterwegs auf der Autobahn? Da ist mal nicht eben überall die Toilette in greifbarer Nähe. Wenn dann doch der heiß ersehnte Rastplatz in Sichtweite und die Erleichterung greifbar nahe ist, dann dürfen Sie nicht kopflos reagieren und alles außer Acht lassen. Das musste nämlich der Nutzer eines Mietfahrzeuges leidlich feststellen. Ihn kostete das dringende Bedürfnis nämlich eine vierstellige Summe.

Bei aller Eile - immer das Fahrzeug absichern

Der Nutzer eines Mietwagens war bereits eine Stunde auf der Autobahn unterwegs, als ihn das dringende menschliche Bedürfnis plagte. Bei der erstbesten Gelegenheit fuhr von der Autobahn ab, um sich zu erleichtern. Dieses Bedürfnis war so groß, dass er das Auto abstellte, ohne dabei einen Gang einzulegen oder die Handbremse anzuziehen. Es kam, wie es in so manchen Slapstick-Film zu sehen ist: Der Pkw setzte sich in Bewegung und rollte gegen einen Torpfeiler. Der Schaden am Fahrzeug lag bei rund 1.800 Euro. Im Mietvertrag war vereinbart, dass bei einer vom Mieter verursachten Beschädigung maximal 500 Euro zu trägen wären. Das sah das Vermietungsunternehmen aber völlig anders. Schließlich ist der Schaden durch grobe Fahrlässigkeit entstanden.

Niederlage vor Gericht - der Mieter des Pkw musste den Schaden voll bezahlen

Naturgemäß enden solchen Streitfälle vor Gericht. Vor dem zuständigen Amtsgericht argumentierte er Fahrer, dass durch sein dringendes Bedürfnis absolute Eile geboten gewesen wäre. Zudem konnte er das Fahrzeug nicht ausreichend sichern, weil es ihm nicht vertraut war. Damit erlitt er vor dem zuständigen Amtsgericht und in der Berufung vor dem Landgericht Hildesheim eine deftige Niederlage. Die Richter konnten sich seiner Argumentation nicht anschließen. Es ist schließlich üblich, dass sich Nutzer eines Mietwagens vor dem Fahrtantritt mit den wichtigsten Funktionen vertraut machen. Bei einen plötzlich notwendigen Stopp ist es also kein Problem, mal eben eine Gang einzulegen und die Handbremse zu ziehen.

Wie sieht es mit dem Versicherungsschutz über die Privathaftpflicht aus?

Schlecht, denn für solche Fälle gibt es keinen Versicherungsschutz. Der erste Gedanke geht naheliegenderweise zur Privathaftpflicht. Die übernimmt aber keine Schäden, die sich im Zusammenhang mit Kraftfahrzeugen ereignen. Es gibt einige Ausnahmen, manche Gesellschaften leisten bei Betankungsschäden von fremden Fahrzeugen. Nicht aber bei Parkschäden, wie es hier einer war. Somit bleibt der Schaden in voller Höhe beim Nutzer des Mietwagens hängen. Die grobe Fahrlässigkeit war erfüllt und damit konnte er sich nicht auf die Haftungsbeschränkung von 500 Euro berufen.

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